Wie gehts weiter? 3. ICSI negativ

Hallo ihr Lieben,

irgendwie muss ich mal wieder meinen Frust von der Seele schreiben, und vielleicht kann mir ja irgendjemand, der etwas ähnliches hatte, einen Rat geben.

Vor einigen Wochen endete unsere dritte ICSI negativ. Die Bilanz der bisherigen ICSIs war nicht sonderlich aufbauend:
1. ICSI: 11 EZ, 3 befruchtet, 1 Blasto, negativ
2. ICSI: 17 EZ, 6 befruchtet, keine Blasto, nur eine hinterherhinkende Morula, negativ
3. ICSI: 12 EZ, 3 befruchtet, wieder nur eine Morula, negativ.

Zur Nachbesprechung nach der letzten ICSI sagte die Ärztin dann das, was ich die ganze Zeit auch irgendwie nicht wahrhaben wollte: es läuft einfach miserabel. Die Befruchtungsrate ist echt mau, die Entwicklung der Embryonen ist auch nicht so wie sie sein sollte. Ist mir ja auch irgendwie klar, nach 40 Eizellen nur eine Blasto, nichts eingefroren.

Die Ärztin meinte, wir könnten natürlich weitermachen, aber die Chancen sind minimal. Es könne durchaus noch 10 weitere ICSIs dauern oder eben gar nicht klappen. Ich muss dazu sagen, dass bei mir bis auf eine leichte Endo die gerade vor acht Wochen erst wieder operiert wurde, alles top ist. Ich bin Mitte 20, mein AMH ist bei 3,8, die Schilddrüse ist optimal eingestellt. Einnistung klappt auch, ich hatte zwei Biochemische SS, eine Windmole und eine intakte Schwangerschaft, die nach einigen Monaten schlichtweg durch Pech zu einem unglücklichen Ende kam (also keine körperlichen Fehlfunktionen meinerseits. Ich kann schwanger werden und grundsätzlich auch bleiben...). Genetik wurde bei mir auch gecheckt, ebenfalls in Ordnung.

Die Ärztin riet uns also zur Samenspende. Mein Mann will das noch so gar nicht wahr haben, ich konnte bisher auch nicht nochmal mit ihm drüber reden. In zwei Wochen haben ich noch einen Gesprächstermin bei der Ärztin, damit dann auch mein Mann dabei sein kann und vllt Fragen stellen kann, etc.
Ich habe allerdings nicht das Gefühl, dass er überhaupt darüber nachdenkt. Ich weiß selber nicht mal, ob für mich eine Samenspende in Frage käme, ich habe mir ja immerhin genau diesen Mann ausgesucht und hätte wahnsinnig gerne ein Kind mit ihm. Aber ich würde einfach gerne wenigstens wissen, was sein Standpunkt dazu ist, vllt mit ihm gemeinsam überlegen, ob/wie/welchen Weg wir gehen oder zu gehen bereit wären.

Wie redet man mit seinem Mann über sowas? Ich will keinen Druck ausüben, das ist nunmal eine Sache, in der es keine Kompromisse geben kann. Ich bin auch bereit, nach einiger Pause noch weitere ICSIs zu machen, aber nicht mehr viele. Ich würde auch da gerne mit ihm darüber sprechen, wie lange wir diesen Weg gehen können, insbesondere körperlich.

Insgesamt bin ich frustriert und traurig. Ich glaube nicht mehr wirklich daran, dass wir gemeinsam ein Kind haben können. Und ob ich ein Samenspende-Kind will, weiß ich irgendwie noch nicht. Ich glaube allerdings auch nicht wirklich daran, dass mein Mann bereit wäre, diesen Weg zu gehen. Ich habe zwar gelesen, dass Männer, die sich explizit dafür entscheiden, die Kinder natürlich genauso lieben. Aber mein Mann hat eben schon zwei Kinder (was auch immer seither geschehen ist, dass die SG so dermaßen katastrophal sind, wissen die Ärzte auch nicht). Wenn man schon zwei eigene Kinder gezeugt hat, wie soll man dann so etwas schaffen?

Ach man... ich bin einfach zutiefst traurig, denn ich denke, das ist das Ende. Ich weiß allerdings noch nicht, wie ich mich nach 7 Jahren Kinderwunsch, in denen mir immer und immer wieder gesagt wurde, dass mit mir körperlich alles in Ordnung ist, damit abfinden soll...

1

Hi

Bei uns ist die gleiche Situation nur das wir in 10 Tagen erst die 2 Icsi starten.

Ich hab es meinen Mann ehrlich gesagt, dass ich keine 3 stimu will weil wieder nix zum einfrieren geblieben ist.
Er war mir nie böse, möchte auch umbedingt Papa werden.

Trotz spendesamen wird mein Mann der Papa sein. Man kann heut zu Tage auch anhand Kinderfotos den Samen aussuchen. Unser "Spender" sah als Kind gleich aus wie mein Mann.

Die Klinik stimuliert mich jetzt extra mit mehr EH damit mehr Eizellen da sind. Alles über 10 Eizellen wird mit dem Samen von meinen Mann befruchtet der erst mit dem spendesamen. Es könnte sein, dass ich überstimuliert sein werde (die erste Stimulation war fast zu niedrig laut blutwert nur 7 reife Eizellen) dann wird alles eingefroren und ich hab im nächsten Zyklus erst den Transfer.

6

Hallo!

Danke für deine Antwort, das ist interessant, dass es solche Arrangements gibt, Eizellen aus einer Punktion mit unterschiedlichem Sperma zu befruchten... ich werde das mal ansprechen bei meiner Ärztin. Dann könnte ich zum einen sehen, ob sich embryonen mit fremdem sperma tatsächlich besser entwickeln und diese dann einfrieren lassen. Wenn man dann soweit wäre, hätte man schon welche auf eis, kann aber trotzdem vorher mit eigenem sperma so lange arbeiten, wie körper und psyche mitmachen...

9

Ja bei uns ist noch etwas von der Tesa eingefroren. Mein hat Aszoospermie.

Ich hab das unseren Arzt vorgeschlagen in der Klinik. Er fand die Idee gut weil so geben wir es nicht ganz auf ein gemeinsames Kind zu bekommen aber setzen nicht wieder alles auf Risiko wie das letze mal.

Von 7 haben sich alle befruchten lassen. Aber bis auf eine blasto sind alle ab Tag 3-5 stehen geblieben. Ich hätte mit den anderen nie eine Chance gehabt weil so viele schreiben Transfer Tag 3. Das sind Zufälle.
Wenn die stehen bleibt vor Tag 5 dann wäre daraus niemals eine Schwangerschaft enstanden.
Das mit Tag 3 ist Bingo spielen.
Am besten ist es alle Eizellen in die Kultur zu schicken bis Tag 5.

weitere Kommentare laden
2

Darf ich fragen warum ihr keinen Transfer an Tag 3 gemacht habt? Woher weiss man denn das die Samenzellen Schuld sind? Es könnten auch deine Eizellen schlecht sein oder? Ich zum Beispiel bin bisher nur mit Eizellen an Tag 3 schwanger geworden und nicht bei Blastos. Vielleicht probiert ihr das nochmal

3

Da schließe ich mich an 😊 3x blasto keine Einnistung, 1x Tag 3 und schwanger. Vielleicht Versucht ihr das?!
Ich verstehe dich aber.... es wird sicher klappen, ganz viele Frauen brauchen leider mehr versuche 😔😔😔

7

Hallo,

unsere Klinik macht grundsätzlich nur Tag5 Transfere. Ich wüsste auch nicht, wie ich 'die beste' schon an tag 3 herausfiltern sollte... denn dann hat nimmt man ja vielleicht einen von den schlechteren, während ein anderer an tag 5 vielleicht immerhin eine morula wäre...
Wenn man zB 4 Embryonen hat, wonach entscheidet man an Tag 3 schon, welcher der stärkste ist? Wir haben da bisher eben immer im embryoskop überwacht und dann die beste genommen.
Wie hattet ihr das gemacht?

weiteren Kommentar laden
4

Dein Mann hat Kinder und du nicht. Du solltest unbedingt mit ihm reden, dass du auch gerne ein leibliches Kind hättest.

Es kann natürlich sein, dass er dieses Kind nicht so lieben kann wir seine leiblichen aber ich denke trotzdem wird er eine väterliche Beziehung aufbauen können.

5

Aber vorher würde ich auch Transfer an Tag 2 oder 3 machen und ggf. die Kiwu wechseln (neue Ärzte neue Ideen)

8

Danke für deine aufbauenden Worte!

12

Ein sehr heikles, kniffliges Thema - insbesondere in deiner sehr verzweifelten Lage.

Ich lese aus deinen Zeilen heraus, dass du nicht nur frustriert bist, sondern offenbar enttäuscht von deinem Körper und vielleicht auch ein Stück weit von deinem Mann, weil das, was laut Ärzten ja problemlos klappen sollte, eben nicht eintritt. Dein Kinderwunsch hat seine "Bringschuld" nicht erfüllt, und das stellst du allen Beteiligten in Rechnung. Irgendwann "muss" es doch einfach klappen, nicht wahr?

Mit deinem momentanen Gefühlscocktail drohst du, in eine Trotzreaktion zu verfallen. Dein so lange währender Kinderwünsch erfüllt sich einfach nicht, es klappt hinten und vorne nicht obwohl doch alles top ist, dein Mann hat etwas, was du nicht hast (eigene Kinder), und laut Ärztin liegt es ja offenkundig nur an ihm. Und mit seiner Unentschlossenheit spannt er dich umso mehr auf die Folter, weil er dir diesen letzten Schritt hin zu deinem Kind verwehrt. Würde er direkt ja sagen, du wärst gefühlsmäßig sicher übermorgen schon Mama.

Mit dieser hochexplosiven Mischung aus Wut, Enttäuschung und schwelenden Vorwürfen kannst du schlimmes anrichten.

So schwer es auch ist, ich würde dir raten, erst mal wieder zu dir und vor allem zu deinem Mann zu finden. Gönn dir diese Auszeit, um dir über deine Gedanken klar zu werden. Die Spendersamen laufen dir nicht weg. Du schreibst, dass du selbst ja noch gar nicht weißt, ob du das willst - wie kann sich dann dein Mann mal eben so festlegen? Er ist am Ende derjenige, der ein "Kuckuckskind" aufzieht, der sein Leben lang mit dem Wissen auskommen muss, dass er dir kein Kind schenken konnte. Du bist immer die leibliche Mutter - aber er? Was ist er? Versorger? Mit Glück und Disziplin "gefühlter" Papa? Oder doch nur trauriger Statist in einem Stück, in dem er als zweite Hauptrolle vorgesehen war?

Auch mein Mann kann keine Kinder zeugen. Samenspende lehnt er ab. Es geht ihm nicht darum, "irgendein" Kind zu haben. Er will nicht einfach nur das Gefühl haben, Papa zu sein, sondern er will das Kind anschauen und von Herzen sagen können "mein Kind". Er will keine Angst davor haben müssen, an dem durch Spende gezeugten Kind mal Züge zu entdecken, die nicht von mir stammen und damit "fremd" sind. Er will nicht erleben müssen, dass das Kind ihn irgendwann ablehnt. Er will nicht tagtäglich daran erinnert werden, dass er "versagt" hat.

Ich habe bei seinen Argumenten schon schlucken müssen, aber mittlerweile gebe ich ihm Recht. Es ist ein sehr schwieriges, emotionales Thema, zu dem es keine pauschale Antwort gibt. Jeder muss für sich entscheiden, wie weit er zu gehen bereit ist. Wir sind an dem Punkt umgekehrt und haben uns für ein kinderloses Leben entschieden - aber das bedeutet ja nicht, dass das auch euer Weg ist.

Trotz allem seit ihr kurz davor, in ein Gewässer zu schippern, für das ihr mehr als ein kleines Tretboot braucht. Sammelt euch, erdet euch, werdet euch über eure Wünsche und Gedanken klar. Überlegt, welchen Stellenwert der Kinderwunsch hat und was ihr dafür tun wollt - nicht nur körperlich und finanziell, sondern auch moralisch. Tut es gemeinsam, wenn es euch hilft, ansonsten macht euch einzeln Gedanken darüber. Ihr müsst es beide von Herzen wollen. Mit Druck und Zwang holt ihr euch einen Poltergeist ins Haus, der euch irgendwann große innerfamiliäre Probleme machen könnte.

Herzlichst, Artemis

14

Besser wenn dein Mann von Ärztin es hört. Bei anonymer Samenspende hat er nichts zu befruchten. Er wird als Vater eingetragen und "Geheimnis" kann aufrecht bleiben.
Wenn er dich liebt, steht er auch eigenem Familienglück nicht auf dem Weg.