Abschied vom Gedanken an eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg

Hallo ihr Lieben,

ich befinde mich gerade im 30. Kinderwunschzyklus, nach 1,5 Jahren Erfolglosigkeit wurden wir an die KiWu überwiesen. Nach nunmehr 9 stimulierten Zyklen (6 mit Clomifen und 3 mit Gonal F) und GvnP bleibt uns jetzt nur noch der Weg über die künstliche Befruchtung.

Unsere Diagnose lautet idiopathische Sterilität, d.h. es konnte bislang keine Ursache ausgemacht werden warum das schwanger werden nicht klappt. Vor zwei tagen haben wir den Behandlungsplan für IVF bei der DAK eingereicht.

Es ist ein harter Schlag für uns, dass es uns nicht vergönnt ist, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Der Gedanke daran, dass unser Kind vermutlich ohne unser Beisein oder besser gesagt ohne unser "Zusammensein" entstehen wird, ist kein schöner. Dennoch ist der Wunsch nach einem Kind stärker als alle moralischen und ethischen Bedenken. Lieber ein Kind auf diesem Weg als gar kein Kind. Vermutlich geht es den meisten Paaren so, die vor der Frage nach der künstlichen Befruchtung stehen. Mich würde mal interessieren, wie das bei euch so ist bzw. war. Habt ihr euch leicht getan, diesen Schritt zu gehen?

Viele Grüße
chimera86

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Das ist halt so wie es ist...dass ihr es als ein harter Schlag erlebt ist eure Sicht. Für mich war es egal wie das Kind kommt, hauptsache gesund.

Macht euch nicht zu viele Gedanken...einfach machen :)

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Hey Chimera,

wir waren auch sehr traurig darüber, dass wir diesen Weg gehen müssen, aber ich gebe minam Recht. Es ist so wie es ist und man muss nun das Beste daraus machen. Wir können froh sein, dass wir diese Möglichkeit haben!
Und ich hoffe sehr, dass sich unser aller Wunsch bald in Erfüllung geht!

Liebe Grüße

Refa

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Ich sehe das so...wenn man fast verhungert und kein tolles, hausgemachtes Essen in der nähe ist, geht man ins Restaurant und freut sich dass es auch andere Köche gibt ;)

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Hallo,

ich bin eher ein pragmatischer Typ, mir fiel es deshalb nicht schwer den Schritt zu gehen, er war halt nötig und fertig. Wenn wir eine ICSI hätten machen müssen, weiss ich nicht ob mir Gedanken gekommen wären, wie "hätte sich dieses Spermium im normalen Leben auch diese Eizelle ausgesucht" oder so etwas in der Art. Aber dass die Zeugung kein "Akt der Liebe" in Zweisamkeit war, damit habe ich überhaupt keine Probleme. Ich denke die Romantik bleibt so oder so irgendwann auf der Strecke, ich glaube nicht dass der 40. ÜZ immer noch in völliger Romantik und ungezwungener Zweisamkeit abläuft. Und wenn das Kind da ist, ist mir auch egal, ob es im Schlafzimmer, unter einer Palme auf Mallorca, in einer Wäschekammer oder eben in der KIWU Klinik gezeugt wurde. ;-) Für mich sind das zwei Paar Schuhe, das eine ist die Liebe zu meinem Partner und ein erfülltes Sexleben und das andere ist der Wunsch nach Familie! Ich kann das ganz gut trennen! Ich verstehe aber natürlich auch, wenn Menschen anders gestrickt sind, vielleicht etwas verträumter/romantischer und sie sich damit erst einmal schwer tun. Es ist wahrscheinlich wie das meiste im Leben auch irgendwo ein Lernprozess. Ich wünsche euch, dass ihr euch schnell an den Gedanken gewöhnen könnt und dann auch hoffentlich bald für euren Mut, diesen Schritt zu gehen, belohnt werdet!

LG

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Das hast du sehr schön geschrieben. Danke für die lieben Worte #blume

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Ja klar eine Wunschvorstellung ist es gerade nicht weil es einfach nicht "normal" ist aber ganz ehrlich was ist heute schon normal.
Ich muss sagen dass mich die Kiwu Zeit zusammen mit meinem Mann viel stärker gemacht hat und ich fande es auch einen sehr tollen Moment wenn wir unsren Zellhaufen zuerst unter dem Mikroskop begutachten durften und dieser dann im Beisein meines Mannes bei mir eingesetzt wurde. Das war für uns schon ein bewegender Moment und auch eine Erleichterung nach fast 3 Jahren KiwuZeit die "Verantwortung" etwas abzugeben.

Hast du mal eine BS inkl. Eileiterprüfung machen lassen ?

Alles Liebe

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Eine BS wurde nicht gemacht, die Durchgängigkeit wurde geprüft, da ist alles i. O. Was die Untersuchungen angeht vertraue ich auf die Kompetenz der Ärzte. Ich habe schlicht und ergreifend auch nicht mehr die Nerven für eigene Ursachenforschungen :-(

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Habt ihr denn bisher "nur" GvnP gemacht oder auch IUI?
Anscheinend hast du ja Probleme mit der Eizellreifung oder? Und Spermiogramm war gut?
Wurde bei dir/euch ein Postkoitaltest gemacht?

Bei mir war es so, dass ich durch Clomifen etc. zum einen keine gut aufgebaute Schleimhaut hatte und dass mein Zervix einfach durch die Medikamente nicht gut war und es den Schwimmern nicht leicht gemacht haben. Daher wird bei uns der nächste Schritt die IUI sein. Wenn das auch nicht funktioniert müssen wir schauen wie es weiter geht und wie weit wir gehen.

Und ich glaube im ersten Moment ist alles erst mal ein Schock, als ich erfahren hab, dass ich PCO hab, ist auch erst einmal die Welt zusammen gebrochen. Und so wird es wahrscheinlich mit allen weiteren Schritten sein. Letztendlich ist am wichtigsten, dass ihr beide zusammen entscheidet, wie weit ihr gehen wollt. Lasst euch da von niemanden beeinflussen. Selbst wenn ihr sagen würdet, künstliche Befruchtung möchtet ihr nicht und verzichtet dann auf ein Kind, sollte euch dass auch niemand vorwerfen mit "naja dann scheint es euch ja nicht so wichtig zu sein etc." Jeder tickt da anders und muss das machen was für sich als Paar am Bestern ist. #herzlich

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Für mich war es leicht- es zählt das Ergebnis, "romantischen Sex" hatte ich in meiner fast 18jährigen Beziehung genug ;) Ich denke, mehr "Wunschkind" geht nicht.

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Hallo Chimera,

uns wurde von Anfang an gesagt, dass wir ICSI-Kandidaten sind.

Wir waren einfach nur froh, dass wir unseren Kinderwunsch endlich näher kommen. Wir haben uns nie darüber Gedanken gemacht, ob es normal oder unnormal ist.

Wir sind 2008 zusammengekommen. Haben nach den ersten paar Malen die Verhütung weg gelassen. Nach zwei Jahren haben wir uns schon gewundert, warum noch nichts passiert ist. Bin dann zu meiner FÄ, die mir offenbarte, dass ich auf natürlichen Weg nicht schwanger werden kann. Sie wusste es schon seit Jahren und hat mir nichts gesagt, weil ich ja noch nichts in der Hinsicht gesagt hatte. Ich habe dann erst einmal die Ärztin gewechselt. Es wurde PCO mit Insulinresistenz festgestellt.
Wir haben dann ein Spermiogramm machen lassen, was gut ausgefallen ist. Meine Ärztin hat uns trotzdem gleich in die Kiwu-Klinik überwiesen.

Ich hatte dann noch eine Bauchspiegelung. Noch ein Spermiogramm, diesmal eher schlecht als recht.

Nach 5 Jahren seit Zusammensein wollten wir auf Anraten der Klinik IUIs probieren, aber das wurde schnell verworfen, da die Ärztin was übersehen hatte.

Es folgten 3 ICSIs (2xAbort) und 2 Kryos. In ein paar Tagen kommt unsere Kleine auf die Welt.

Wir sind einfach nur froh, dass es die Möglichkeit gibt. Eine Schwangerschaft die auf natürlichen Weg entsteht ist vielleicht schöner, aber wir haben daran nie einen Gedanken verschwendet.

An den Tagen, als der Transfer stattgefunden hat, hatten wir immer Sex. So kann man sich etwas davon bewahren.

Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft.

LG Wowhexe

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Danke für deinen Beitrag, er hat mich sehr gerührt. Alles Gute für dich und eure zukünftige Dreisamkeit. Es ist wirklich schön zu lesen, wenn es ein happy end gibt bei Kinderwunschpatienten #herzlich

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Danke #liebdrueck.

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Wichtig ist, dass ihr eurem Ziel näher kommt.
Nach 7 versuchen haben wir immer noch kein Kind, obwohl alles sehr gut aussieht.
Ich finde es wichtig, dass eine Ursache gefunden wird, die behandelt werden kann.
Was ich schrecklich finde ist,; das alle sagen: es ist alles super, aber der Erfolg bleibt aus....
Also freut euch, dass ihr besser untersucht werdet und eurem Ziel näher kommt

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Bei uns war es genauso.

Keine wirkliche Ursache, viele kleine, die behoben wurden.

Bei mir

Spermiogramm war bis auf wenige Ausnahmen immer in Ordnung.

Dann begannen Clomizyklen, schließlich die Überweisung in die Kiwu.

Hier wurden wir darauf hingewiesen, dass man es mit IuI versuchen könne, aber ICSI wohl angebrachter wäre.

Ich hatte mit der ICSI ethische Probleme. Nicht wegen der Befruchtug an sich. Eher damit, was passiert mit den Befruchteten Eizellen die übrig sind.

Wir versuchten drei mal die IuI. Das klappte aber nicht. Ich ging durch die Hölle.

In der Zwischenzeit würden dann bei mir zwei Gendefekte festgestellt.

Einer mit unbekannter Auswirkung, der andere sorgt bei mir für hormonelles durcheinander ähnlich dem PCO, ist aber keins, und kann das Ags auslösen. Wieder ein herber Schlag. Mein Mann hatte den Defekt Gott sei dank nicht, so dass ein Kind nicht Ags gefährdet wäre.

Ich bin sehr gläubig, Unterrichte Religion, und hatte wirklich sehr mit mir, meiner Moral, meiner Ethik und Gott und meinem Glauben zu kämpfen.

Eine liebe Relugionslehrerkollegin sagte mir: "unser Gott liebt uns, und er hat uns diese Möglichkeiten gegeben. Wenn du es nicht versuchst, wirst du dich ein Leben lang fragen, was wäre gewesen wenn..."

Diese Kollegin ist selbst Kinderlos. Ich weiß nicht warum.

Aber sie hat mir Mut gemacht.

Nach langem hin und her mit der GKV und PKV, ungünstigste Versicherungskonstellation die man haben kann. Konnten wir dann starten.

Die Hormone waren grauenvoll.

Die Tage nach der Op zur Eizellentnahme schmerzhaft.

Dann könnten mit zwei Vierzeller transferiert werden. Wir waren so voller Hoffung, als man sie uns zeigte. Und das erste Mal richtig positiv eingestellt. Wir hatten nichts mehr zu verlieren. Entweder es klappte, oder halt nicht.

Und es war erst der erste von drei möglichen ICSI versuchen.

6 Tage später lag ich mit einer heftigen Überstimulation im KH. Aber die HCG werte machten schon Hoffnung.

Wieder 8 Tage später, wurde die Schwangerschaft bestätigt.

Drei Eizellen haben wir noch auf Eis und beschlossen sie für spätere Versuche zu nutzen.

Ich bin inzwischen in der 30. Woche schwanger mit unserem ersten Kind. Der ET fällt ziemlich genau auf das Datum, an dem wir vier Jahre zuvor beschlossen haben nicht mehr zu verhüten.

Es lohnt sich also zu kämpfen. Trotz aller Rückschläge, Angst, dummer Sprüche, Entbehrungen, Schmerzen usw.

Das ganze ist kein Spaziergang.

Aber wenn ihr es nicht tut, werdet ihr euch ein Leben lang fragen: "was wäre gewesen wenn, ...."

Ich wünsche dir Mut, Kraft und am Ende ganz viel Glück.

Egal wie es für euch endet.

(Ich drücke fest die Daumen, dass es mit eurem Wunschkind endet)

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Schwere Zeiten, die du durchleben musstest. Habe richtig Gänsehaut bekommen beim Lesen. Schön, dass du nun endlich schwanger bist und euer Kind bald in den Armen halten darfst. Alles, alles Gute für euch #blume

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Danke,

Ich denke es geht vielen Paaren so wie uns. Und nicht bei allen endet es so glücklich.

Wir hatten aber auch eine großartige Familie, verständnisvolle Freunde und ganz viele liebe Menschen um uns.

Das hat es leichter gemacht.

Ich wünsche einfach allen, die das durchmachen müssen, ein Ende mit dem sie letztlich leben können.

Es ist jedenfalls eine Zeit, die ich wohl nie vergessen werde.

Sie hat mich aber auch stärker gemacht.

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Hallo chimera!

Am Anfang ist so eine Diagnose ein harter Schlag aber man findet sich damit irgendwann ab.

Ich habe mit 18 erfahren, dass ich keine Kinder bekommen kann. Zuerst die Diagnose Endometriose. Zu den Zeitpunkt war das zwar schlimm aber noch nicht so präsent. Anfang 2016 kam dann noch PCO dazu und eine verminderte Spermienanzahl bei meinem Mann. Damit hiess es erstmal klar kommen. Da ich keinen Zyklus hatte sollte dieser mit Clomifen eigentlich angeregt werden aber das Spermiogramm war dafür nicht gut genug, sodass man uns direkt zur KiWu schickte. Es ist sehr wichtig, dass du dir in Ruhe eine solche Klinik aussucht und evtl mehrere anschaust. Du musst dich dort wohl fühlen. Nach unserem 1. Gespräch dort war ich sehr verärgert und irritiert. Man hat meine Diagnosen nicht ernst genommen und gemeint mit 28 und 30 seien wir doch zu jung... So verärgert wie wir waren bin ich auf eigene Faust zu meinem Arzt und habe mich in eine Frauenklinik einweisen lassen zur Entfernung der Endo. Hier hat man mir eine Eileiterspülung und Gebärmutterspiegelungzusättlich empfohlen. Was hatte ich noch zu verlieren. Die OP verlief gut. Man konnte die Endometriose zum Teil entfernen und die Spülung hat irgendwas (weiss Gott was) angeregt, sodass ich zum ersten mal seit fast einem Jahr meine Tage hatte. Wir hatten uns wegen Umbaustress vorgenommen dieses Jahr in Ruhe eine neue Klinik zu suchen, da wurde mir eine Heilpraktikerin empfohlen. Jeden Tag 5 verschiedene Globuli und Tropfen und was soll ich sagen? Ich hatte irgendwann so die Nase voll von Medikamenten und Sex nach Plan, dass ich aufgeben wollte... So viele Ärzte haben mir gesagt , dass es niemals funktionieren wird... Am 16. Dezember hatte ich heftige Unterleibsschmerzen und ging zu meinem Frauenarzt. Der Urintest war positiv. Eine Woche später auch der Ultraschall. Trotz einiger Komplikationen am Anfang der Schwangerschaft bin ich nun schon in der 18. Woche... gib nicht auf! Lass dich von Ärzten nicht klein kriegen. Höre auf deinen Instinkt und solltest du den Schritt gehen dann suche dir wirklich eine Klinik die doch ernst nimmt und keine Massenproduktion im Sinn hat. Ich wünsche euch viel Glück und noch viel mehr Stärke in dieser Zeit! ?

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