Wie offen geht ihr mit dem Thema um?

Mich würde mal interessieren, wie offen ihr mit eurem Problem umgeht. Bei uns ist nur die engste Familie eingeweiht. Ich überlege aber immer wieder, ob es nicht besser ist, offener damit umzugehen, da ich eigentlich keinen Grund dafür sehe, dass der unerfüllte Kinderwunsch immer noch so ein Tabu-Thema ist. Gerade im Bezug auf Freundinnen fühle ich mich manchmal schlecht, so als würde ich ihnen etwas vorspielen. Zum Beispiel wenn ich beim Thema Kinderkriegen einfach wie Tulpe tue oder wenn Freundinnen mir ihr Herz über ihre ganzen Probleme ausschütten und ich behalte meine immer für mich und tue so, als ginge es mir super. Dann fühle ich mich regelrecht schlecht, weil das doch irgendwie auch der Freundin nicht so ein schönes Gefühl gibt, wenn sie den Eindruck hat, bei mir sei immer alles perfekt. Nicht zuletzt sind da natürlich auch die Leute, die penetrant auch gerne 4-5 mal am Stück nachfragen, wann es denn bei uns so weit ist und scheinbar gar nicht merken, dass ich dem Thema ausweiche. Bei denen würde ich gerne offen sein, um sie mal so richtig vorzuführen und ihnen zu zeigen, wie unsensibel sie sich verhalten.
Andererseits... Wenn man einmal ausgepackt hat, gibt es kein Zurück und ich möchte z.B. nicht, dass wir permanent gefragt werden, wie es denn jetzt aussieht, wann die nächste Behandlung ansteht etc. Manche finden das Thema nämlich bestimmt dann sehr "spannend".
Was denkt ihr und wie ist das bei euch?

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Ich gehe mit dem Thema sehr offen um. Unsere Familie weiß sowieso Bescheid, meine Freundinnen eigentlich alle und sogar 3 Kollegen sowie meine Chefin weiß Bescheid. Mein Mann möchte es nicht so offen halten, seine Freunde wissen es nicht, allerdings hat er auch kein Problem wenn meine Freundinnen es wissen. Zum einen hat es mir sehr geholfen darüber reden zu können wenn mir danach ist, zum anderen finde ich auch, dass das Thema viel zu sehr zum tabu Thema gemacht wird. Wozu? Es ist so weit verbreitet zur heutigen Zeit sich Hilfe zu suchen. Wenn man selber drüber redet, erfährt man von so vielen die entweder selbst in einer kinderwunsch Klinik sind, oder aber Freunde, Verwandte oder Bekannte haben die sich mit dem Thema beschäftigen. Bis auf zwei Freundinnen und Familie habe ich allen anderen ganz klar gesagt, ich erzähle was ich möchte und wann ich es möchte. Ich habe gebeten nicht ständig nachzufragen wie es aussieht, sondern versprochen dass es schon früh genug Infos gibt wenn es so weit ist. Natürlich habe ich am Anfang oft erklären müssen wie das alles so abläuft aber das hat mir selber geholfen mich besser mit dem Thema auseinander zu setzen.

Also meine Meinung: Offensive :)

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Danke! Ja, das ist wahrscheinlich eine ganz gute Möglichkeit, direkt dazu zu sagen, dass man jetzt aber nicht dauernd ausgequetscht werden will "wie es denn aussieht". ;-)

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Wir gehen sehr offen mit dem Thema um. Am Anfang waren wir auch sehr verhalten darüber. Mittlerweile wenn jemand fragt sind wir ehrlich. Meiner Meinung nach bringt auch alles andere nichts. Es ist nunmal unser Weg den wir gehen müssen und dazu stehen wir auch.
Natürlich posaunen wir es nicht überall raus aber wenn das Thema Gespräch ist dann reden wir ganz offen darüber.

lg Luna :-)

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Man muss wohl den Weg finden, wie man sich damit am wohlsten fühlt. :-) Ich bin gerade echt erstaunt, dass scheinbar doch viele offen damit umgehen. Finde ich grundsätzlich auch gut.

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Hallo,

ich bin mit dem Thema immer ziemlich offen umgegangen, komme aber immer mehr zu dem Punkt so viel wie möglich für mich zu behalten.

Im ersten Jahr haben noch alle Verständnis und sagen, dass es bestimmt bald klappt. Im zweiten Jahr trifft man schon immer mehr auf betretene Mienen und jetzt nach 3 Jahren und zwei Fehlgeburten kommt mir immer mehr Unverständnis entgegen, wieso man das überhaupt alles macht und nicht mal langsam einsieht, dass es nicht sein soll. Da gibt es nur sehr wenige Ausnahmen, wie zb meine Eltern.

Ich würde es rückblickend nur noch meinen Eltern und ein, zwei sehr guten Freunden sagen.

Mach das natürlich so, wie es dir gut damit geht. :-) Aber ich würde mir den Kreis der Eingeweihten gut aussuchen.

LG

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Hallo Blume,

die Bedenken habe ich auch, wenn sich der Kinderwunsch noch einige Jahre hinziehen sollte, das weiß man ja nicht. Es ist jetzt schon sehr unterschiedlich. Während meine Schwiegereltern total hinter uns stehen und uns sogar sofort finanzielle Unterstützung angeboten haben, haben meine Eltern etwas verhalten reagiert. Ich habe es meiner Mutter vom Beratungstermin in der Kiwu erzählt und sie meinte "Papa sag ich lieber nicht, dass ihr so eine Behandlung macht, der kann mit sowas nicht umgehen." Somit weiß mein Vater zwar, dass wir einen unerfüllten Kinderwunsch haben, von der geplanten ICSI weiß er aber nichts.

Für uns steht sowieso fest, dass wir das genaue Timing niemandem sagen um Nachfragen zu vermeiden. Und wenn es geklappt haben sollte, dann werden wir das auch nicht sofort verkünden, weil gerade frühe FG nach künstlicher Befruchtung ja leider recht häufig sind und ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Eltern da so nach dem Motto "Das passiert halt, wenn man versucht, es zu erzwingen." denken würden.

Aber mit Freundinnen würde ich manchmal wirklich gerne darüber reden, nur man weiß ja auch nie vorher, wie wer reagiert (siehe Beispiel mit meinen Eltern...).

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Mein Tipp, sprecht mit deinen Schwiegereltern soweit das ok für euch ist und such dir eine oder zwei gute Freundinnen aus, vielleicht eine die selbst länger aufs Wunschkind warten musste...Mit irgendjemandem "muss" man ja auch sprechen, sonst platzt man ja förmlich. :-) Besonders wenn die ICSI los geht, passiert ja auch vieles über das man sprechen möchte.

Allzu weit streuen würde ich es nicht. Nicht weil es mir peinlich oder unangenehm ist, sondern weil einen das irgendwann aufkommende Unverständnis traurig macht und Kraft raubt, wenn man sie gerade am meisten braucht.

LG

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Ich gehe ebenfalls offen mit dem Thema um. Es ist nichts schlimmes. Mir tut es gut, dass bestimmte Menschen Bescheid wissen und ich offen darüber reden kann. Gerade dann, wenn ich in einem tief bin. Mein Mann redet nicht so gerne über das Thema.

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Das ist glaube ich typisch Mann. ;-) Mein Mann redet auch nicht darüber und verspürt das Bedürfnis auch überhaupt nicht.

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Hallo, also bei uns wissen es nur die eltern.
Als wir mit unserem Sohn als er noch ganz klein war letztes Jahr bei den paten meines Mannes waren kamen die irgendwie auf das Thema babys. Und die kennen wohl auch 2 Paare die nachgeholfen haben und haben total negativ darüber geredet. Dass sowas gar nicht geht.

Deshalb bin ich froh, dass es nicht so viele wissen weil es gibt einige die sowas gar nicht gut finden.

LG

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Mein Mann hat bereits weit vor der 1. Icsi seine besten Freunde "informiert". Wir haben ca. 1 Monat vor der ersten Icsi den Eltern/ Schwiegereltern vom Kinderwunsch erzählt und auch ich sprach mit meinen besten Freundinnen darüber.

Mir tat es gut, Freunde/Familie "mit ins Boot zu holen...

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Hallo,

Ich habe es zum Teil offen gehändelt:

Eine Freundin wusste Bescheid (konnte nix damit anfangen, weil sie selbst im 1.Übungszyklus ss geworden ist) ...

Meinen unmittelbaren Kolleginnen hab ich alles erzählt - meinem Chef 'nur' den Grund, weshalb ich die nächsten Tage nicht pünktlich sein kann. Ich habe ihm von der ICSI erzählt, aber eben nicht alles von der Zeit, aber er hat es mir.sehr zu Gute gehalten, dass ich ehrlich zu ihm war und hat mir einige Zeiten frei gehalten.

Schau, wie / ob du das deinem Chef und deinen Kollegen anvertrauen kannst.

Wenn du weißt , dass dir daraus ein Strick gedreht werden kann, dann lass es lieber.

Liebe Grüße

Jojo

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Im privatem Umfeld gehe ich relativ offen mit dem Thema um. Unsere besten Freunde wissen von unserem Kinderwunsch von Anfang an und ich empfinde es als eine Erleichterung mit jemanden anderen als nur mit meinem Mann über dieses Thema zu reden. Unsere Eltern haben wir mit der Zeit auch eingeweiht, bei uns hat nie jemand was negatives geäußert. Ich denke es muss jeder für sich entscheiden wem man was sagt. Auf der Arbeit finde ich es wieder rum schwierig zu erzählen, das hängt aber evtl mit meinem befristeten Vertrag zusammen. Da bei uns demnächst die Planung von ICSI ansteht, werde ich mir überlegen müssen wie ich die Termine mit meinen Arbeitszeiten in Einklang bringen werde.

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Huhu.

Wir gehen auch offen damit um. Arbeitgeber sind eingeweiht,sind in kleinen Betrieben und sonst ist es tatsächlich schwer mit den Terminen.

Freundeskreis und Familie ist auch eingeweiht. Eltern haben wir es vor der Bauchspiegelung gesagt, habe immer gesagt,lasse keine op machen,ohne, dass meine Eltern das wissen.

In unserem Freundeskreis sind halt alle im 1. Üz schwanger geworden, so sind die uns aber auch anders mit dieser Information, dass mal wieder ein Kind kommt, gegenüber getreten.

Mir tut es auch gut offen zu sein und wenn wer dumm fragt der es nicht weiß, warum man noch keine Kinder hat,ist meine neuste Antwort: gibt auch Leute wo es nicht so klappt, na die Gesichter sind herrlich ;)

Mein Freundeskreis weiß auch,wir erzählen wann und wenn wir möchten.
Alles Gute weiterhin.

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