nur mal laut gedacht - Samenspende?

Guten Abend in die Runde, ich denke jetzt nur mal laut nach und möchte bitte nicht gleich dafür gesteinigt werden. Mein Mann hat OAT III und wir hatten bis jetzt eine ICSI. Diese Behandlung hatte mir schon zugesetzt (Krankenhaus nach PU, starke Schmerzen, Überstimu, Wassereinlagerungen etc.). Die Befruchtungsrate war ok aber nicht sehr doll. Die Biologin machte dafür vorallem die schlechten Spermien meines Mannes verantwortlich. Somit hatten wir auch nichts zum Einfrieren übrig.
Nach allem was nun war sind wir uns aber sicher Anfang nächsten Jahres weiter zu machen. Nun überlege ich ob es nicht vielleicht besser wäre eine Samenspende zu nehmen. In der Hoffnung auf eine bessere Befruchtungsrate und somit die Möglichkeit vielleicht dann Kryozyklen machen zu können. Das würde mir vielleicht eine dritte, vierte ICSI ersparen. Wer von euch hat schon mal eine Samenspende genommen und kann mir etwas darüber erzählen? Hatten eure Männer im Endeffekt Probleme damit? Z. B. das Gefühl sich nicht als Vater zu fühlen?

Über Hilfe wäre ich dankbar.
Barrik

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hey,

also bei uns hatte nicht mein mann sondern ich die probleme während und nach der schwangerschaft.
es war seltsam schwanger zu sein, nicht zu wissen wer der spender ist, wie er ausgesehen hat, was er für einen charakter hatte.
eig hatte ich riesige angst vor der geburt. selbst noch während der entbindung. wollte einfach nicht pressen.

als sie dann da war wollte und konnte ich sie nicht anfassen. dieses gefühl in mir ist schwer zu beschreiben. sie war da, ich wusste das ist mein kind, ich wusste aber auch das ich die anderen 50% nicht kenne und hatte so eine riesige angst.
ich liebte sie wirklich, aber ich hatte eine richtige blockade in mir. ich hab ihr 14 tage lang nicht mal einen namen gegeben. nach 14 tagen schickte ich meinen mann zum standesamt mit den worten. nimm den ersten namen der dir einfällt.

erst als sie dann einen namen hatte, hab ich mich wieder gefangen.
aber bis dahin stand ich hinter meinem mann wenn er die flasche gemacht hat, sie gebadet, gewickelt, angezogen hat usw. ich wollte das es ihr an nichts fehlt, konnte es aber nicht selbst.
mein mann war schon während der ss ein vollblutpapa. hat jeden tag meinen bauch gestreichelt, selbst tagebuch über die ss hat er geführt, hat mit ihr geredet, hat jeden fa termin mitgemacht und die us gefilmt.

ich hole jetzt die 14 tage nach und hab jeden tag aufs neue wenn ich sie ansehe ein schlechtes gewissen das ich sie zwar geliebt habe aber ihr keine nähe geben konnte.
mein mann würde es sofort wieder mit spendersamen probieren. ich nur wenn ich währenddessen psychologisch betreut werden würde.

ich denke mir auch öfters noch wenn ich sie ansehe oder ihr verhalten sehe, das sie wohl einniges vom spender hat.

es gibt also nicht nur die seite von deinem mann, wie er damit klar kommt. sondern auch deine, denn du hast dieses kind 9 monate in dir mit dieser ungewissheit wie sie mal sein wird.

was noch wichtig ist. mit 18 jahren bekommt meine tochter die möglichkeit ihren (erzeuger) kennenzulernen. was bestimmt nicht so leicht wird für uns alle.

übrigens hatten wir nach unserer letzten icsi mit leerer fruchthöhle das gleiche gespräch mit unserem arzt. ob die chancen nicht höher für eine ss wären mit spendersamen. er sagte aber ganz klar nein. warum, hmm, ich hab nicht weiter nachgefragt.

lg

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Ich danke dir für diese wirklich informative Antwort. Das hört sich für mich als Laien nach einer Wochenbettdepression an. Natürlich kann die bei dir durch die Spende ausgelöst worden sein. Meine Schwester hatte genau das jedoch auch bei ihrer ersten Tochter die natürlich von meiner Schwester und meinem Schwager gezeugt wurde. Aber ich sehe ein,, dass so eine Schwangerschaft problembehafteter sein kann.

Vielen Dank
Barrik

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ich habe zwar keine erfahrung, aber...

deine befruchtungsrate war doch wirklich ok und es ist sogar zu einer ss gekommen.
alleine deswegen würde ich es nohmal versuchen.

ich hatte bei meiner 2.ivf von 7 eizellen nur eine einzige befruchtung - ist jetzt schon 2,5.

solltet ihr fremdspermien erwägung ziehen könnte aber vielleicht eine iui reichen...?
dann hättest du nicht solche nebenwirkungen.

lg

2

Danke für die Antwort. Eine IUI würde wohl dennoch aufgrund meiner Endometriose nicht ausreichen. Daher bliebe es dann bei IVF bzw ICSI... Es ist eben nur ein Gedanke und bevor ich diesen weiterspinne wollte ich eben mal hören ob hier jemand seine Erfahrungen mit mir teilen möchte.

Gruß Barrik

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naja es ist echt ein heikles thema ich denke solange die ärzte befruchtungen also embryonen bekommen solltet ihr weiter so machen !
Ich bin in der 2. ivf mein mann hat topp sperma leider habe ich antikörper und somit auf normalen weg no chance!
also haben wir auch vorher 3 iuis gemacht ohne erfolg !
nun sind wir in der 2 ivf bei der 1 ivf obwohl beim schall 9 folis wurden nur 4ez pu :-(
davon 3 befruchtungen und dann waren nur 2 7zeller zum transfer nix zum frieren aber es gibt wahnsinnig viele die nie einfrieren und man sagt ja auch die frischversuche sind viel wahrscheinlicher mit positiven ausgang #gruebel

Ich habe auch stimmu und habe jetzt auch noch angina fühl mich echt sch... aber da muss ich durch ich denk das ist halt der weg den wir machen müssen es geht bei einem schenller bei den anderen dauerts halt länger aber obs dann echt schneller klappt kann ich dir nicht sagen aber was sagen die in der klinik und was denkt dein mann / partner davon es ist doch ein grosser unterschied.
Ich denke bei denen nix zu finden ist 0 sperma so wie bei meiner freundin deren mann hatte krebs ok dann ist es logo aber wenn man sie auf einer hand zählen kann macht unsere klinik das mit icsi +imsi usw
Also zuerst solltet ihr auch darüber reden wenn es halt noch nicht geschehn ist aber ich denke man braucht sehr viel geduld !
Ich schick dir ganz viel kraft und wünsch dir viel #klee

ganz liebe güsse#liebdrueck

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Guten Abend,

Ich hatte deine Geschichte mitverfolgt und kann verstehen, dass du dir solche Gedanken machst.

Ich habe keine Erfahrung mit Samenspende.

Mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass du etwas Zeit ins Land gehen lassen solltest. Wenn du etwas Abstand zum Geschehenen bekommst, dann wird die Zuversicht wieder kommen.

Ich finde eure Befruchtungsrate nicht schlecht undich würde es auf diesem Wege noch mal probieren.

Viel Glück
Penny

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Hey!

Mein Mann und ich haben auch schon mal über fremdsamenspende gesprochen und wir sehen das so... Wir können uns das gut vorstellen sicher wäre mein Mann dann nicht der leibliche Vater,aber bei einer Adoption ist das auch so, aber man hat durch die Schwangerschaft und Geburt schon eine Bindung früher als bei einer Adoption (ich sag bewusst nicht inniger) Auserdem sagt mein Mann das das Kind ja von der Person "abstammt" die er lieb also wird er nicht anders können als das Kind auch zu lieben...
Allerdings bis es so weit ist werden wir noch einige Wege gehen denn ich war schon 3 mal spontan schwanger leider hat's nicht gehalten wegen ein paar kleineren Baustellen bei mir die sind jetzt im griff leider setzte die letzte zeit meinem Mann psychisch sehr zu das die Spermawerte zu wünschen übrig lassen sie waren schon mal besser.
Wir sind gerade im Pillen Zyklus vor unsrer 1. icsi...

Allerdings denken nicht alle Männer so und selbst wenn brauchen sie ihre zeit diese Entscheidung zu verdauen und sich da voll und ganz hinter zustellen... Gib deinen Mann noch nicht auf...

Ich seh das so... Nicht alle werden direkt beim ersten mal schwanger sicher leider ist es bei dir traurig zu Ende gegangen aber ihr habt die Chance... Sicher ist so eine icsi sehr belastend aber es kann funktionieren und allein für das "kann" nehmen wir hier alle einiges auf uns...

Lg kitty

6

Liebe Barrik,

wir hatten noch keine Samenspende und werden auch nicht in die Situation kommen, darüber nachdenken zu müssen.

Trotzdem macht man sich so seine Gedanken. Für mich würde weder eine Samen-, noch eine Eizellspende in Frage kommen.

Nicht aus ethischen Gründen oder aus Angst, wir könnten das Kind nicht als unseres annehmen. Ich hätte starke Bedenken wegen etwaiger Krankheiten etc.

Natürlich bringen auch mein Mann und ich unsere Päckchen mit und wer weiß, was noch in uns schlummert, aber völlig fremde Gene möchte ich nicht in meinem Kind haben.

Die Stimulationsphase wäre für mich nie so belastend wie ein genetisch völlig fremdes Kind in meinem Körper heranwachsen zu wissen.

Ich wünsche Euch alles Gute und viel Kraft für die Zukunft.

Jules

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Ich möchte an dieser Stelle noch anmerken, dass der ursprüngliche Gednke diesbezüglich von meinem Mann kommt und nicht von mir. Er sagt er hätte kein Problem damit. Ich sehe das schon eher problematisch. Daher auch meine Frage hier.

Baerik

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Wenn du dir mit meinem Satz " gib deinen Mann noch nicht auf..." Etwas auf die Füße getreten fühlst tut es mir leid, so war das nicht gemeint... Sorry!
Ich meinte das ihr das erst mal sacken lassen solltet. Die Vorraussetzungen waren doch nicht schlecht und bei einer Fehlgeburt spielen so viele Faktoren eine Rolle.
Ich verstehe das man nicht zig versuche machen kann ist ja auch eine finanzielle Sache...
Ihr werdet schon das richtige für euch finden und tun!

Lg kitty!

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Hallo,

da ich hier öfter mal mitlese, habe ich Deine Geschichte ein bisschen verfolgt...
Es tut mir leid, was geschehen ist und ich denke, dass genau dies der Punkt ist. Gib Dir/euch ein wenig Zeit, das Geschehene zu verdauen!

Dennoch kann ich gut verstehen, wie solche Gedanken zustande kommen. Wir haben 4,5 Jahre bis zu unserem Wunschkind gebraucht. Zwar keine ICSI, sondern 3 IUIs, aber die Untersuchungen, das Hoffen, Warten und die Ängste sind ja ähnlich. Und ganz ehrlich, ich konnte und wollte mir nicht ein evtl. kinderloses Leben vorstellen. Dieser Gedanke, diese Angst davor ließ mich schlichtweg verzweifeln und manchmal panisch werden. Ein Leben ohne Kind-keinesfalls... eine Trenung, einen neuen Mann kennen und lieben lernen-durchaus im Bereich des Vorstellbaren...

Es hört sich vielleicht gemein an, aber solche Gedanken waren da, obwohl mein Mann alles richtig gemacht hat, er war da, hat getröstet, war mir eine riesen Stütze und ich kann mir keinen tolleren Papa für unseren Sohnemann vorstellen, dennoch bekommt man in Krisensituetionen verrückte Ideen! Ich galube, das gehört leider dazu, wenn die Sehnsucht so groß und die Angst vor der Zukunft so überwältigend ist. Wenn dann noch solche Tiefschläge dazu kommen, wie Du einen erleben musstest, dann kommen eben solche Verzweiflungsgedanken...

Du hast es einmal geschafft, Du kannst schwanger werden!!! Gib Dir selbst ein wenig Zeit und dann schau nach vorn, ihr werdet es wieder schaffen und dann geht es gut. Hab ein bisschen Vertauen!

Jetzt bin ich gar nicht so auf die "Samenspende" eingegangen, aber ich hoff ich konnt meine Gedanken einigermaßen "sortiert" beschreiben und Du verstehst, was ich damit sagen wollte... und meinen Mann lieb ich natürlich von ganzem #herzlich und bin froh, dass ich ihn "behalten" hab...

Alles Gute und viel #klee, bibiline.

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Jetzt habe ich gerade Deinen letzten Beitrag gelesen und dabei gemerkt, dass meine Gedanken in eine ganz andere Richtung gingen, als Deine...

Aber vielleicht kam Dein Mann auf diese Idee, weil er Dich nicht so leiden sehen mag???
Nicht falsch verstehen, grundsätzlich denke ich, dass eine "Samenspende" eine tolle Hilfe sein kann! Irgendwie lässt mich aber nicht los, dass ich glaube, ihr Zwei habt grad ein richtig dickes Päckchen zu tragen und solltet euch noch Zeit vor weiteren Entscheidungen (wie auch immer die dann aussehen) und Schritten lassen!

Nach meiner 2. gescheiterten IUI hatte ich so ein Gefühl, keine Kraft mehr zu haben, es brauchte eine Weile, bis ich mich zum nächsten Versuch durchringen konnte.

Alles Gute, bibiline

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Hallo Barrik,

ich verstehe ja, dass man sich gedanklich mit eine Plan B befasst, aber warum willst Du so schnell aufgeben??? Ihr hattet ja gerade erst eine ICSI, die ja zumindest sogar kurzfristig zum Erfolg geführt hat! Ich kann das ehrlich gesagt nicht verstehen. Ich für meinen Teil werde ALLES tun, um mit meinem Mann ein gemeinsames Kind zu bekommen und für diesen Traum nehme ich auch die Schmerzen und Risiken der Behandlung ohne Probleme in Kauf!

Ich an Deiner Stelle würde mir mal vor Augen führen, wie es Deinem Mann dabei geht, dass Du so schnell die Flinte ins Korn werfen möchtest!

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Niemand spricht hier davon die Flinte ins Korn zu werfen. Es wäre schön gewesen du hättest dir alles in Ruhe durchgelesen bevor du gleich die moralische Keule schwingst.

Barrik

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Das habe ich, sowie all die anderen Posts in den letzten Wochen! Wenn Du glaubst, eine Samenspende wäre der einfachste Weg durch die Behandlung zu kommen, dann glaube ich einfach, dass Du völlig falsch liegst! Du betonst immer wieder, wie stark Du psychisch angeschlagen bist, was verständlich ist, denn Du hast ja wirklich extrem viel durchmachen müssen! Aber glaubst Du ehrlich, dass eine Samenspende nicht auch eine große Belastung ist und einer gefestigten Psyche bedarf????

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Hmm es ist ok das auch welche unter euch mit Unverständnis reagieren und diesen Gedankengang nicht nachvollziehen können. Ich möchte mich nicht rechtfertigen aber ein paar Punkte in Bezug auf mich möchte ich richtig stellen. Es geht mir nicht nur darum um ein paar Tage Schmerzen herum zu kommen. Doch um das zu erklären muss ich etwas ausholen. Als Kind wurde ich über sechs Jahre hinweg von meinem Großvater vergewaltigt und gequält in einem Ausmaß, dass ich es hier nicht beschreiben möchte. Ich wurde für viele Jahre schwer psychisch krank. Ein Besuch beim Frauenarzt brachte mich an die Grenzen dessen was ich ertragen konnte. Fremde Hände zwischen meinen Beinen, das Gefühl auf diesem Stuhl erneut total ausgeliefert zu sein... Nur eine jahrelange Therapie stellte mich soweit wieder her das an eine Kinderwunschbehandlung überhaupt zu denken war. Dennoch belastet es mich sehr und bringt mich manchmal an meine Grenzen. Ihr könnt meinen Wunsch somit egoistisch nennen, dass ich die BehAndlung auch daher so schnell wie möglich erfolgreich hinter mich bringen möchte. Doch es geht mir nicht nur um mich. Ich lernte meinen Mann zu dem wohl schlimmsten Zeitpunkt meines Lebens kennen, ein halbes Jahr nach meinem Suizidversuch. Mein Mann hat unfadsbar darunter gelitten wie es mir ging. Es geht also auch darum, dass wir möglichst beide unbeschadet durch die Behandlung kommen.

Hoffe das war verständlich.
Barrik

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#schmoll Puh, ich möchte nur sagen, dass ich euch wünsche, dass ihr mit eurem Wunschkind belohnt und somit den schwierigen Weg hinter euch lassen und vergessen könnt!!!

Wollte Dir mit meinen Gedanken nicht zu nahe treten...

Alles Gute!

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Keine Sorge, bist du nicht.

Vielen Dank
Barrik

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