Gedanken in der WS - heute: Gott

Hallo Ihr Lieben,

PU+6 und TF+4

ich bin ja am Wochenende privat auf einer Tagung gewesen und eben wiedergekommen.

Es hat mich ganz wunderbar abgelenkt und geholfen, dass ich relativ #cool bleibe.

Dabei sind die verschiedensten Gedanken hochgekommen - unter anderem wieder der nach Gott.

Was denkt Gott von künstlicher Befruchtung (also nicht "die Kirche", die ja nun auch sehr unterschiedliche Formen hat)? Möchte er nicht, dass wir Kinder bekommen? Ist sein Plan für uns ein anderer als der klassische "verliebt, verlobt, verheiratet, 2 Kinder, Haus und Hund"?

Wenn man nicht an den GOTT MIT CHRISTLICHER DOGMATIK glaubt, stellt sich einem diese Frage vielleicht nicht.

Aber ich glaube an seinen Plan für mich/uns. Insofern komme ich um diese Frage immer wieder nicht drumherum....#kratz

Ich möchte diese Gedanken in mir nicht einfach abtun mit Antworten wie:

> Gott hat die Forschung zugelassen, also ist das auch ok
> Gott hat mir einen freien Willen gegeben, also ist das ok
> Gott möchte nicht, dass wir in diesem Bereich eigenmächtig handeln, also ist es nicht ok
> ....

Ich möchte das eigentlich anhand der Bibel verstehen (also anhand der Lehre/Dogmatik und der Praxis/Ethik), aber ich komme nicht viel weiter als bis zu Sarah oder Elisabeth:-(

Ich glaube, dass die Frage so schwer zu beantworten ist...wir haben auch gebetet, dass Gott eingreift, wenn es nicht sein soll, dass wir den künstlichen Weg gehen, aber bisher hat er es immer zugelassen#schein

Vielleicht verstehen das viele nicht, was in meinem Kopf rumspukt, aber es tut gut, dass mal aufzuschreiben.

http://www.bibelpraxis.de/index.php?article.452

Das folgende habe ich von dieser Homepage:

http://www.kup.at/kup/pdf/6138.pdf

Interessantes Wort: Kindersegen, das bedeutet biblisch betrachtet: Gott segnet bestimmte Menschen nicht, die Kinderlosen....?

Weiter interessant: Israel hat weltweit die größte Dichte an Kinderwunschkliniken, "Seid fruchtbar und mehret Euch" wird als Aufforderung für Juden (die ja nur das alte Testament aktzeptieren) verstanden,um jeden Preis Eltern zu werden.
Der Staat Israel zahlt Frauen bis 45 Jahre jeden Versuch, bis zum Alter von 51 Jahren den größten Teil der Kosten.
Frauen unternehmen teilweise bis zu 30 (!!!) Versuche - puh...gesellschaftlich kann das auch so interpretiert werden, dass dem Kinderreichtum der Palästinenser etwas entgegengesetzt werden "muss".

Die katholische Kirche lehnt laut der Instruktion "Donum Vitae" der Glaubenskongregation vom 10.3.87 jede Form der Künstlichen Befruchtung mit folgender Begründung ab:

"Das Auseinanderreißen der liebenden Vereinigung (Meine Anmerkung: Gehört GvnP mit ZB & Co. da auch zu:-p?) der beiden Partner im Geschlechtsakt und der Zeugung eines Kindes als Frucht dieser Liebe steht im Widerspruch zur menschlichen Natur".

Viele katholische Theologen erwidern hier aber:

> Gerade die künstliche Befruchtung zeigt, wie sehr sich liebende Partner ein Kind wünschen und sozusagen seelisch schon in dem Wunsch vereinigt sind.

> Heterologe Befruchtung (also kein Spendersamen, Eizellenspende) ist als äußerstes Mittel erlaubt
> Psychologische Begleitung, gute Aufklärung über den Verlauf ist notwendig

Die evangelische Kirche:

http://www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/k%C3%BCnstliche-befruchtung-position-der-ekd-%C3%BCberdenken23953

Also auch keine grundsätzlichen Verbote...

Kennt Ihr - solltet Ihr Christen, die an die Bibel glauben, sein - solche Gedanken wie ich?

Liebste Grüße aus der Warteschleife;-)
Christina#tasse

1

Ich kann nicht mit "christlicher Dogmatik" dienen - seit geraumer Zeit gehöre ich einem anderen "Verein" an ;)
Aber: auch als Nicht-Christin und trotzdem Gläubige kenn ich ähnliche Gedanken. Ich frage mich immer öfter: Was, bitte schön ist dein Plan für uns bzw. mich und gibt es einen Hintergrund für meine Kinderwunschgeschichte... Selten Fragen wie "was bitte schön hab ich getan oder nicht getan, dass ich so bestraft werden" (die Frage stell ich mir immer wieder, wenn ich einen absoluten Tiefpunkt habe) - oft die Frage - "Ist das eine Prüfung oder muss ich mich erst beweisen oder ist für mich einfach die ZEit noch nicht da? Wird für mich je die Zeit da sein und ist es der ganze Weg mit Hilfsmitteln, den du mich durchgehen lassen willst oder was wird von mir erwartet?"
Was die Einordnung von künstlicher Befruchtung betrifft - da kann ich aus o.g. wirklich nichts aus der Bibel zitieren ... da ist es wirklich nur der Gedanke, den du oben schon als "nicht einfach abtun": Gott hat es zugelassen, dass die medizinische Forschung soweit ist... warum es dann nicht nutzen? Ok, das Contra wäre natürlich auch: die Forschung in Sachen Waffen ist auch weit - und grundsätzlich dürften weder Christen noch sonstige Gläubige aus tiefsten Herzen sagen können: ja dann können wir die Waffen auch anwenden... Schwierige Sache, aber da Kinder ja etwas lebensbejahendes und Positives sind, sollte man die Dinge vielleicht nicht vergleichen...

5

Hallo Du,

ja, irgendwann kommt man einfach an den Punkt "Warum?" und wenn man der einen oder anderen Religion (oder Verein;-)) angehört, dann möchte man natürlich auch in diesem Punkt nach seiner Religion leben.

Sich halt nicht nur die Rosinen aus dem Kuchen der Religion picken, sondern ernsthaft danach leben.

Ich danke Dir für Deine Gedanken:-)

Christina

2

Hi,
also ich bin sehr gläubig.

Und habe mich mit diesem Thema auch auseinander gesetzt.

Klar in der Bibel steht nix von Künstlicher Befruchtung,

aber eins weiß ich - z.B fremdsperma+ eizellspende ist nicht von gott abgesegnet, rein theoretisch ist das ein Ehebruch (Fremdgehen).

Genauso ist es so dass die befruchteten Eizellen nicht weggeworfen werden dürfen, (mord).
Naja früher waren die frauen ohne ärztliche hilfe aufgeschmissen, ich bin froh diese möglichkeiten in betracht ziehen zu können.

lg

6

Hallo schmanda,

kommst du etwa auch aus dem pietistischen Süden? ;-)

Ja, die heterologe Befruchtung schließt "die Kirche" in jedem Fall aus, das ist mir auch aufgefallen.

Ich frage mich halt trotzdem, aus welchen Teilen der Bibel sich die Theologen das rausholen. Denn auch wenn in der Bibel nichts über künstliche Befruchtung steht, so muss doch die Bibel als Grundlage für die Beantwortung der Frage herangezogen werden.

Etwas anderes lasse ich auch von der Kirche (ob katholisch, evangelisch oder irgendeine Form der Freikirche) nicht gelten.

Ich wünsche Dir Gottes Segen für deinen weiteren Weg.
Christina

3

Hallo!

Ich kenne solche Gedanken tatsächlich auch ziemlich gut. Nicht nur in der jetztigen Situation sondern auch aus schwierigen Momenten in der Vergangenheit.

Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich an Gott glaube aber nicht an die Kirche bzw. an das, für was die Kirche in meinen Augen steht.

Grundsätzlich halte ich es schon so, dass ich es mir mit dem KiWu-Thema etwas einfacher mache und mir sage, Gott hat uns die Möglichkeit gegeben, auf medizinischem Weg zu unterstützen, also habe ich keine moralischen Bedenken, diesen zu gehen.

Da ich mein halbes Leben schon krank bin und alles in allem viele Jahre im Krankenhaus verbracht habe, habe ich mir schon oft die Frage nach dem "Sinn des Lebens" und dem "Willen Gottes" gestellt. Ich habe da meine eigene Theorie.

Lange Rede kurzer Sinn... ich glaube, dass das ein Thema für eine lange, interessante Diskussion ist, bei dem die Bibel viel Raum für Auslegung lässt (aber ist das nicht bei vielen Sachen der Fall?!?). Am Ende ist die grosse Frage, ob Gottes Wille tatsächlich das ist, was die Kirche uns als Diesen verkauft?

LG
Christine

P.S. Ich bin durchaus noch "Mitglied" in der Kirche;-). Kann mich nur, wie man vielleicht rauslesen kann, mit vielem, was die Kirche "predigt" nicht identifizieren.

7

Wille Gottes, der uns von der Kirche so verkauft wird...

Hm, ja, genau, man muss eben fragen, was steht in der Bibel und nicht was sagt die Kirche....das ist auch mein Gedanke.

Lieben Dank für Deine Gedanken.

Christina
PS: Und wieder ein Tag rum;-)

4

Hallo!

Ich kenne deine Gedanken sehr gut.
Wir haben auch lange darüber nachgedacht und überlegt, wie weit wir gehen können.
Wir haben uns aauch mit anderen Christen ausgetauscht.

Wir haben eine ICSI gemacht. Aber wir haben auf weitere Hilfen verzichtet, wie zb. embryoglue oder sowas.

Gott hat den Menschen die Gabe gegeben, anderen medizinisch zu helfen.

Unsere Kinder sind absolute Wunschkinder.

Dazu kurz, unsere erste Tochter ließ lange auf sich warten, aber es klaoote auf natürliche Weise. Dann hieß es, nichts geht mehr. Also haben wir die ICSI gemacht, wir bekamen Zwillinge. Vor 5 Monaten sind wir nochmals Eltern geworden, womit wir nie im Leben gerechnet haben. Es hieße ja, es ging nicht mehr, darauf haben wir uns irgendwie "verlassen" und nicht verhütet. Tadaaa!

Nochmal zu der ICSI. Wir haben es uns so gedacht. Die Zeugung war künstlich, also mit medizinischer Hilfe. Aber ob sich da ein Krümel festsetzt, da kann kein Mediziner was dran schrauben, das liegt allein in Gottes Hand.

Wir hatten 3 befruchtete Eizellen. Eigentlich wollten wir lieber nur 2, hatten Angst vor Drillingen. Wir hätten auch was eingefroren, aber bei einer Eizelle machten sie es nicht, sie wäre auf den Müll gekommen. Deshalb haben wir dann alle 3 zurückgenommen. Das Geld, was wir dann gespart haben, weil nichts einzufrieren war, haben wir für nen guten Zweck gespendet, war ein gutes Gefühl.

Ich danke Gott, dass er uns nie allein gelassen hat und in schweren Zeiten immer für uns da war/ ist!

Liebe Grüße

8

Hallo,

interessant mit dem, dass Gott es trotz allem entscheidet, ob der Krümel bleibt...so denke ich auch.

Für mich wiederum ist embryo glue kein Problem, aber mit einer ICSI statt einer IVF hätte ich wegen der Auswahl des Samens Probleme, aber ich wir sind auch nicht in der Situation, eine ICSI zu benötigen.

Dann würde ich vielleicht auch anders denken...

Ich finde den Weg mit der Spende für einen guten Zweck sehr schön:-)

Gottes Segen,

Christina

PS: Im Übrigen merke ich, was Gott mir alles in der Zeit, in der wir kein Kind bekommen haben, geschenkt hat. Was ich nicht erlebt hätte mit Kindern....da denke ich dann auch: Gott möchte den Zeitpunkt bestimmen....irgendwann klappt es...

9

Hallo,

ich würde Gott nicht soviel verantwortung zuschieben wollen Fragen des medizinisch machbaren und des ethisch vertretbaren beantworten zu lassen. Wir stehen auch vor der Frage was tun, bzw. was lassen. Bei dieser Frage habe ich mich von der Frage leiten lassen, wann hat das Leben eine Seele?

Entsprechend der Antwort haben wir uns dann in den medizinischen Möglichkeiten der Kinderwunschpraxis auseinandergesetzt.

Viel wichtiger als die Frage, was sagt Gott oder die Kirche zu diesem oder jenem, war für mich die Frage was sagt mein Sohn/meine Tochter zu dem was ich getan habe? Denn ihr/oder ihm bin ich direkt verantwortlich und muss ihr/ihm Rede und Antwort stehen. Wieviel Spielraum ist bei einer Kinderwunschbehandlung erlaubt, wieviel muss sein, was ist verwerflich - entscheident scheint nicht das zu sein was wir selbst empfinden um unser Bedürfnis nach einem Kind zu befriedigen sondern vielmehr das was ich vor meinem Kind verantworten kann.

Ich glaube nicht das Gott dich straft, nicht liebt etc. wenn Du anders handeln solltest als es die Kirche vorschreibt, denn schließlich haben die Herren ja auch noch nie mit Gott gesprochen. Und ich würde davon ausgehen, dass es in seinen Reihen einige Herren gibt denen er persönlich eine scheuern würde, für die Tatsache dass das Zöllibat noch nicht agbeschafft ist oder auch in Afrika Kinder elend zugrunde gehen da das Kondom hier immer noch nicht gesellschaftsfähig ist. Entscheidend ist das Kriterium Kind mit seiner vielschichtigen Seele, ich versuche ein Baby zu bekommen ohne die Würde des Lebens zu verletzen oder die Achtung vor der Schöpfung an sich.

Es handelt sich hier ausschließlich um meine Meinung - somit verzichte ich dankend auf unqualifizierte Unterkommentare die der sachlichen Diskusionsgrundlage entberen.

Top Diskussionen anzeigen