Unerfüllter Kinderwunsch - eine Schuldfrage?

Hallo Zusammen,

ich bin neu hier und wüsste gern, ob Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt.

Mein Mann und ich sind nun seit 3 Jahren verheiratet und es war immer klar, dass wir Kinder möchten. Vor knapp 2 Jahren habe ich auch nach 16 Jahren die Pille abgesetzt, was in den ersten 6 Monaten danach für ein ziemliches Mens-Chaos und dieverse FA Besuche gesorgt hat. Dabei habe ich mich auch komplett durchchecken lassen, um sicher zu gehen, dass das mit dem KiWu auch klappt.

Nun sind seitdem fast eineinhalb Jahre verganen und NICHTS. Das ist allerdings nur die eine Hälfte des Übels. Mein Mann ist seitdem immer zickiger und oftmals auch total kleinlich und nicht fair. Da wir beide in einem Alter sind (33), bei dem es in unserem Freudeskreis nahezu Kinder "regnet", hat er oftmals über Tage total schlechte Laune, sobald andere Pärchen, die wir kennen Eltern werden. Die schlechten Launen lässt er dann regelmäßig an mir aus und gibt Kommentare von sich wie "das ist total Peinlich, sogar die Idioten kriegen das hin...", "wie stehe ich denn vor meinen Arbeitskollegen da..." oder "wir sollten uns das Kinderkriegen abschminken, Du (also ich) bist langsam sowieso zu alt dafür...".

Die gesamte Schuld für den unerfüllten Kinderwunsch, wie auch die für unser mittlerweile mäßiges Sexualleben, wird mir zugeschrieben. Andererseits lacht er mich regelmäßig aus, wenn ich ihm vorschlage, dass wir eine Paartherapie machen sollten oder dass er sich mal untersuchen lassen könnte.

Ich weiss mir mittlerweile nicht mehr zu helfen. Er lässt keinerlei konstruktive Lösung zu, von externer Hilfe gar nicht erst zu sprechen.

Ich bin derweil total frustriert, zumal ich zumindest medizinisch von meiner Seite schon einiges versucht habe und meine Mens und mein ES auch total zuverlässig kommen.

Wart Ihr in einer ähnlichen Situation? Wie seid Ihr damit umgegangen?

Hoffe von Euch zu hören.

Grüße,
lunaaqua

1

Hi Du!

Also, Schuldfrage ist glaub der falsche Ansatz! Aber ich weiß genau, was bei Euch los ist, bzw wie Du Dich fühlst!

Wir freuen uns auch über jedes bekanntes Päärchen, das wieder mal Eltern wird. Aber da kommen auch ganz andere Gefühle hoch, mein Mann ist auch oft traurig, genauso wie ich.
Aber wir bauen uns gegenseitig auf, funktioniert gut!

Hat sich denn Dein Männe schonmal untersuchen lassen? Und welche Untersuchungen hast Du schon durch?

Redet doch mal ganz offen miteinander! Das wird schon!

Wünsch Euch alles Gute!
#liebdrueck

2

also so was hab ich hier im forum noch nie gelesen...
wie unfair von deinem mann. der spinnt wohl. sorry...
vielleicht solltest du dich von deiner gyn in eine kiwu überweisen lassen und deinen mann zum erstgespräch mitnehmen. die werden ihm dann schon sagen das es zwei seiten gibt und beide sich abklären lassen müssen...
wenn eure beziehung aber jetzt schon schwierig ist weiß ich nicht ob sie einen evtl langen kinderwunschweg überstehen wird.
paartherapie finde ich einen super ansatz für euch, vorausgesetzt dein mann zieht mit.
ich wünsche dir alles alles gute und viel kraft auf deinem/euren weg
liebe grüße

3

Hallo!

Oh Schreck, da sträuben sich bei mir gerade alle Nackenhaare!!! Kann ja wohl nicht sein!!! Du hast schon den einen oder anderen Test gemacht? Und er weigert sich? Bist Du suicher, dass das der richtige Mann für Dich ist? Ganz ehrlich, er sollte Dich unterstützen, bzw Ihr solltet die Sache gemeinsam angehen und nicht gegeneinander arbeiten. Aber was macht mit so einem Mann, die ANtwort weiss cih leider acuh nicht.....

4

Hey,

das hat sich ja echt hochgeschaukelt bei dir und deinem Mann.
Ich frage mich, warum er so reagiert? Vielleicht hat er Angst, dass es an ihm liegt, dass der Kinderwunsch unerfüllt ist und er für sich weiß, dass er damit nicht klar käme...mhmm...

Ich für meinen Teil würde mir solche Sprüche nicht gefallen lassen, das sind ja teilweise sehr gemeine Anschuldigungen.
Wie stehst du deinem Mann denn da gegenüber?
Wie geht es dir damit?

Nehm dir doch einfach mal alleine einen Termin bei einer KIWU- Praxis, lass dich beraten, den Zyklus überwachen...
Du kannst auch alleine ein paar Mal zu einem Therapeute gehen, einfach nur für ein paar Inputs. Wenn du der Sache anders gegenüber stehst, wird es dein Mann zwangsläufig auch.

Liebe Grüße

6

Vielen Dank für Eure bisherigen Antworten.

Ich glaube aber nicht, dass ich meinen Mann dazu bewegen kann, mich zu einer Untersuchung zu begleiten, um ihn so eventuell dazu zu bewegen, sich vielleicht auch untersuchen zu lassen.

Er hat bereits ausgeschlossen, dass er selbst zu einer Untersuchung geht, da es schließlich wörtlich "nicht an ihm liegt und er lässt es sich auch nicht einreden". Auch hinsichtlich der Paartherapie ist er der Meinung, dass ich einen Therapeuten brauche, er aber sicherlich nicht.

Wenn er manchmal nichts aus der KiWu Ecke zu meckern hat, schafft er es auch wegen einer Jacke, die ich über den Stuhl hänge oder wegen einer Zeitschrift, die ich auf dem Tisch liegen lasse, richtig schlechte Stimmung zu machen.

Ich habe wirklich Schwierigkeiten zu ihm durchzudringen, da er seit einiger Zeit überhaupt nicht selbstkritikfähig ist.

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Mhmm, vielleicht schaust du einfach mal mehr nach dir, denke du musst dir das nicht gefallen lassen, auch wenn ihr verheiratet seid.
Nimm du dir doch Hilfe, es gibt gute Therapeuten in Richtung Verhaltenstherapie, damit du mal Abstand von der jetzigen Situation bekommst und für dich einen Weg findest zu leben.
Eine Ehe auf Dauer so zu führen zerrt an den Kräften und letztendlich leidest du noch mehr.

Liebe Grüße #liebdrueck

5

Hallo Lunaaqua!

Ich bin auch sehr erschrocken, über das was ich lese!!! Für mich klingt das NICHT nach einer intakten Partnerschaft... Klar streuben sich manche Männer davor ein SG machen zu lassen, aber wenn ich Deinen Text richtig gelesen habe, zieht Dein Mann das nicht mal in Erwägung?!

Ich musste meinen Mann auch echt zum Urologen hin treten, aber er hat das nicht kategorisch abgelehnt, sondern vor sich her geschoben... habe ihm gesagt, dass ich das extrem unfair finde von ihm, da ich mich ja auch hab durchchecken lassen und mich vor allem beruflich "parke" wegen dem Kinderwunsch...

Wenn Dein Mann sich jetzt schon so negativ äußert und anscheinend auf allen Ebenen... wird er wohl nie ein Spermiogramm machen lassen...bzw. falls es wirklich dazu kommen sollte, Dir nicht bei etwaigen Behandlungen zur Seite stehen bzw "mitmachen" ...

Der Ratschlag in eine KiWu Klinik zu gehen, wird er wohl eh ablehnen...

Meine Frauenärztin hat irgendwann keine weiteren Untersuchungen gemacht, weil sie sagte, dass sie zuerst das SG meines Mannes sehen will...

Überleg Dir gut, was Du mit einem Mann willst, der jetzt schon so reagiert?! Auch eine Paartherapie ablehnt... will er eigentlich nur ein Kind, weil er es seinem Umfeld "beweisen" muss, dass er zeugungsfähig ist? Und was ist nun wenn dem nicht so ist?

Ich wünsche Dir viel viel Glück und den Mut richtige Entscheidungen zu treffen!!! Oder willst Du Kinderlos bleiben nur weil Dein Mann sich sperrt?

viele Grüße #winke

7

Vielen Dank für Eure bisherigen Antworten.

Ich glaube aber nicht, dass ich meinen Mann dazu bewegen kann, mich zu einer Untersuchung zu begleiten, um ihn so eventuell dazu zu bewegen, sich vielleicht auch untersuchen zu lassen.

Er hat bereits ausgeschlossen, dass er selbst zu einer Untersuchung geht, da es schließlich wörtlich "nicht an ihm liegt und er lässt es sich auch nicht einreden". Auch hinsichtlich der Paartherapie ist er der Meinung, dass ich einen Therapeuten brauche, er aber sicherlich nicht.

Wenn er manchmal nichts aus der KiWu Ecke zu meckern hat, schafft er es auch wegen einer Jacke, die ich über den Stuhl hänge oder wegen einer Zeitschrift, die ich auf dem Tisch liegen lasse, richtig schlechte Stimmung zu machen.

Ich habe wirklich Schwierigkeiten zu ihm durchzudringen, da er seit einiger Zeit überhaupt nicht selbstkritikfähig ist.

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Hallo,
es ist natürlich immer schwierig, so etwas aus der Ferne zu beurteilen, aber mir scheint es so, als hättet Ihr noch ganz andere Probleme als den unerfüllten Kinderwunsch. Krisen zeigen einem sehr viel - über sich, über andere und über die Beziehung in der man ist.

Die Frage, die ich mir stelle: Wie wird dein Mann in künftigen Krisen reagieren? Was ist, wenn ihr ein Kind bekommt und das Kind sich dann nicht so entwickelt, wie er sich das vorstellt? Oder wenn das Kind krank wird? Bist du dann auch Schuld? Überhaupt ist dieses Schuld-Ding schon mal so etwas von daneben.

Wenn dein Mann keine Notwendigkeit sieht, etwas zu unternehmen, frage ich mich ehrlich gesagt schon, wie Eure gemeinsame Zukunft aussehen soll.

Alles GUte,
Trulli

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oh je, du arme maus!
ich kann mich den anderen nur anschließen!
das geht echt gar nicht! ich hab bluthochdruck gekriegt beim lesen!
:-[
wie kann man einem menschen gegenüber, den man liebt, sich so verhalten?

mir kam grad der gedanke, du müsstest ihn glatt überlisten. dann wärs wahrscheinlich komplett vorbei, aber - es ist doch leider so, dass die hälfte der SG nicht optimal, bzw viele leider auch katastrophal sind. das weiß doch der mann gar nicht! was fürn scheiß - das mit dem ego zu verknüpfen!
also mein gedanke war - täusche einen pilz vor, der ein kondom beim sex rechtfertigt und benutze eins, das zur spermiengewinnung genutzt werden kann (gibt es für die männer, die im kämmerchen "nicht können") und dann - ab die post damit zum labor! dann werden wir mal sehen,wer hier "schuld" ist!
das ganze wort ist in diesem zusammenhang einfach total daneben!

ach mensch - es tut mir leid, dass du sowas mitmachen musst - als ob das problem an sich nicht schon shclimm genug wäre!
ich wünsche dir, dass du ihn noch beeinflussen kannst - so hat die beziehung doch wirklich keine zukunft, ohje!

alles liebe! #liebdrueck

9

dein Mann hat wohl Angst das es an ihm liegen könnte und da er weder Eier noch Rückgrat besitzt, gibt er gleich mal dir die ganze Schuld.

das ist wesentlich einfacher als sich einzugestehen, dass man vielleicht selber auch was dazu beitragen muss...

so einen Typen würde ich gleich über die Häuser hauen..... bzw. ihm gehörig meine Meinung sagen.....

10

das ist ja schrecklich.

Bei uns liegt es definitiv an meinem Mann (und vielleicht auch ein bisschen an meinen Nerven), aber ich würde ihm nie die "Schuld" dafür geben. Und außerdem will ich, wenn es irgendwie geht, mit ihm Kinder haben, da muss ich halt akzeptieren, dass das etwas schwieriger ist.

Aber seinem Kinderarzt würde ich schon ganz gerne mal kräftig den Hintern versohlen, bloss müsste ich den dafür wohl ausgraben...

Lass dir ja nicht einreden, dass du mit 33 schon alt wärst. Ich bin nur drei Jahre jünger und mir sagen die im KIWU-Zentrum immer, dass ich noch sehr jung sei und noch sehr viel Zeit habe.

Überleg mal, ob du nicht erstmal wieder die Pille nimmst, bis er bereit ist, sich untersuchen zu lassen. Die Belastung, wenn allmonatlich dann doch wieder die mens einsetzt, zehrt auf die Dauer auch ganz schön an den Nerven. Ging jedenfalls mir so.

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Hey lunaaqua,

sei erstmal #liebdrueck.
Das ist wirklich eine schwierige Situation.

Eine Freundin war in einer ähnlichen Situation. Sie hat Ihren Mann vor die Wahl gestellt. Sie konnte sich ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen.
Entweder er ist gewillt mitzumachen und mit ihr den gemeinsamen Traum versuchen zu erreichen oder sie würde sich trennen.
Er hat sich für den gemeinsamen Weg entschieden. Und der Traum ist schon in Erfüllung gegangen.

Die Schuldfrage ist sowieso überflüssig. Rummeckern aber keine Untersuchungen machen wollen, geht gar nicht. Ich denke dein Mann hat viel mehr Angst, dass die Ursache bei Ihm liegt und wehrt sich daher mit Händen und Füßen.
Ich denke da wird das eine oder andere Konfliktgespräch noch auf dich zukommen.

Ich wünsche Dir bzw. Euch viel Kraft und Erfolg ein gemeinsamen Weg zu finden.

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