Schwanger werden um jeden Preis

Hallo an alle, ich bin neu hier und bräuchte mal dringende Hilfe.

Meine Frau und Ich (27 u. 32) versuchen schon seit geraumer Zeit ein Kind zu bekommen. Nach einigen Monaten haben wir uns testen lassen und es kam folgendes bei heraus. Ich habe keine Spermien, also wirklich null und meine Frau hat keinen Eisprung. Ich bin Realist und male mir keine grossen Chancen aus. Da ich nächsten Monat meine Hodenbiopsie habe und und ehrlich gesagt nicht daran glaube, dass bei mir was zu finden ist, stehe ich massiv unter Druck, denn meine Frau will um jeden Preis schwanger werden...koste was es wolle. Ihr ist jedes Mittel recht (Plunderung des Kontos falls es zu mehrfachen Versuchen kommt der künstlichen Befruchtung oder Fremdspender ect.). Ich habe den Anschein, dass meine Frau sogar eine Trennung in Betracht ziehen würde, wenn ich ihren Weg nicht mitgehen sollte.

Ist Ihr Verhalten krankhaft ? Ich weiss echt keinen Rat mehr was ich machen soll. Bitte helft mir, ich bin für jeden Vorschlag dankbar.

tysonman

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Hallo

erstmal Herzlich Willkommen.

Ich würde nicht sagen das Deine Frau krank ist. Sie hat hat "nur" einen sehr großen Kinderwunsch.

Ihr müsst zusammen und einmal für Euch endscheiden wie weit ihr bereit weit zu gehen zB Fremdsperma (HI)
Eine Kinderwunschbehandlung ist immer eine sehr große Belastung für die Ehe/Beziehung.
Leider gibt es auch viele Paare die sich am Ende trennen.

Mein Mann und ich haben zB ausgemacht wir werden die 3 ICSI Versuche machen und die Kryo s die wir vielleicht einfrieren können. Wen es bis dahin nicht geklappt hat ist Schluß.
Ausserdem muss man natürlich die finanzen im Auge behalten.
Wen zB das Geld knapp werden sollte dann muss gespart werden bevor es weitergeht. Wir sind uns beide sicher das wir für den Kinderwunsch keinen Kredit aufnehmen wollen.

Ausserdem haben wir abgemacht das wir uns vom "Leben" nicht abhalten lassen. Mein Mann hat mir zu Weihnachten eine Reise nach London geschenkt. Sollte das zeitlich mit der Kinderwunschbehandlung kolidieren dann machen wir eben einen Monat Pause.

Allerdings dauert es bis man seine Grenzen gefunden hat. Vor einem Jahr zB konnten wir uns nicht vorstellen eine ICSI zu machen.
Grenzen können also auch verschoben werden. Wichtig ist das man sie zusammen verschiebt.

Zum Schluß noch die Anmerkung ich würde meinen Mann nicht verlassen wen es nicht klappt das hat allerdings auch damit zu tun das er alles tut um unsren gemeinsammen Wunsch zu verwirklichen.
Ich fühle mich von ihm ernstgemommen und ich nehme ihn auch ernst.

Hätte er sich von Anffang an gegen eine Behandlung gesperrt bin ich mir relativ sicher das unsre Ehe den Bach runter gegangen wäre.
Beim Thema Kinderwunsch gibt es leider kaum Kompromissmöglichkeiten

liebe Grüße und viel Glück dore

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Hallo Dore,

mein Mann und ich sind nicht sehr weit gegangen - uns war eine Schwangerschaft nicht so wichtig.
Ich hatte in meinen 20ern einen recht unregelmässigen Zyklus, mehr war es nicht.

Um etwas "nachzuhelfen", verordnete mir mein damaliger Gyn "Clomifen", nach zwei oder drei Monaten habe ich das Zeug in den Müll geworfen, weil ich mich überhaupt nicht damit identifizieren konnte auf Biegen und Brechen schwanger zu werden.

Schon vorher hatten sich mein Mann und ich mit Adoption/Pflege auseinandergesetzt und konnten uns den Weg viel eher vorstellen, als eine medizinisch nachgeholfene Schwangerschaft.

Inzwischen sind unsere angenommenen Kinder knapp 10 und 6.5 Jahre alt, wir haben diesen Schritt niemals bereut :-).

Nach dem Stellen des Adoptionsantrages haben wir begonnen, wieder Empfängnisverhütung zu betreiben und tun es heute noch, weil für uns das Thema "leibliche Kinder" (schmerzlos) abgeschlossen ist.

Mein Mann und ich hatten aber auch Pläne im Kopf, was wir tun würden, wenn es mit der Ado/Pflege nicht klappt.

Wir hätten trotzdem nicht den med. Weg weiter verfolgt. Ich hätte mich dann weitergebildet und vermutlich wären wir ins Ausland gegangen, damals hätten wir die Chance auf ein Leben in den USA gehabt.

ABER: ich würde niemals Adoption/Pflege als Alternative zu einer Schwangerschaft wählen, wenn man sich nichts sehnlicher als eine Schwangerschaft wünscht.
Das angenommene Kind kann eine Schwangerschaft niemals ersetzen und auch nicht das gewünschte "leibliche" Kind, wenn man seine Gene weitergeben möchte.

Es wird immer etwas "Fremdes" mit sich bringen, dazu auch seine eigenen, biologischen Eltern - besonders muss man sich damit abfinden und die Tatsache bedingungslos annehmen, dass eine andere Frau mit "seinem" Kind eine Schwangerschaft hatte, nämlich die Schwangerschaft, die man selbst nie hatte!

Wenn dieser Umstand nur schwer anzunehmen ist, würde ich von einer Annahme eher abraten und ermutigen, den med. Weg weiter zu verfolgen.
Ich kenne selbst ein wunderbares Kind, das auf diesem Weg entstanden ist, also Hoffnung gibt es da auch :-).

Alles Gute,
Claudia


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Hallo tysonman

Mein Rat an dich:
Sprich mit deiner Frau offen über deine Gefühle und erkläre ihr auch was das ganze für dich und vorallem auch für euch und eure Beziehung bedeutet.#gruebel

Wir hatten am Anfang unserer Planungsphase es auch mit Druck versucht aber ich kann euch nur raten das ihr versucht Druck abzubauen.... (klingt einfacher als es ist)
Mache deiner Frau klar, das unter Druck erst recht nichts geht.#schmoll

Sprich mit deiner Frau auch über deine Sorgen der evtl. Trennung falls es nicht so läuft wie sie sich das erträumt.

Es ist sehr wichtig das ihr über alles gemeinsam sprecht und auch gemeinsam einen Lösung findet

Vielleicht solltet ihr auch über andere Alternativen wie Pflegekind oder ähnlich sprechen.

Setzt euch gegebenen falls andere Ziele die ihr erreichen wollt, sofern euer Wunsch nicht in Erfüllung geht.


Ich weiß von was ich spreche -- wir basteln an unserem Traum 5 1/4 Jahre und haben mittlerweile auch 2 Fehlgeburten hinter uns. Bei der 2 Schwangerschaft wäre ich fast mitgegangen.#schock

Wenn du magst kannst du mir gerne schreiben-- auch über Vk.

Sprecht miteinander das ist ganz ganz wichtig

lg Wasnun

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Hallo Tysonman,

willkommen hier.

Ich schreibe Dir als eine Frau, deren Mann von genau 2 Wochen eine Hodenbiopsie hat machen lassen...erfolgreich #huepf Insofern möchte ich Dir diesbezüglich schon einmal Mut zusprechen. Mein Mann hatte am Ende auch keine Spermien mehr im Ejakulat. Aber bei der TESE konnten reichlich gut bewegliche gefunden werden, die jetzt auf Eis liegen für unsere ICSI(s).

Was das andere angeht, kann auch ich Dir nur den einen Tipp geben: Reden, reden, reden. Sag Deiner Frau, wie Du Dich fühlst, dass Du Dich unter Druck gesetzt fühlst, Angst hast, dass sie sich sogar trennen würde.
Ich habe meinem Mann, als wir die Diagnose bekamen, gesagt, dass ich ihn liebe, egal was kommt. Denn es ist doch so: Wir lieben doch unsere Männer als Mann und nicht als Vater unserer potentiellen Kinder.
Sicher ist es schwer belastend, wenn man so eine Diagnose bekommt. Und ich will auch nicht sagen, dass an so etwas nie eine Beziehung kaputt geht. Aber viele Paare wachsen durch so eine längere und schwierige Kinderwunschzeit auch enger zusammen.

Sprich mit Deiner Frau auch auf jeden Fall darüber, wie weit Du gehen würdest.
Ich finde es schon einen großen Liebesbeweis, dass Du die Hodenbiopsie machen lässt. Das würden nicht alle Männer tun, glaub mir. Wäre denn HI (also Befruchtung mit Fremdsperma) für Dich in Ordnung?
Ich z. B. habe vor der TESE mit meinem Mann darüber gesprochen, was ist, wenn sie keine brauchbaren Spermien finden sollten. Und er hat mir klipp und klar gesagt, dass Fremdsperma für ihn nicht in Frage käme. Und das habe ich auch akzeptiert, denn ich kenne ihn und weiß, dass selbst wenn er mir zuliebe vielleicht doch irgendwann eingewilligt hätte, es für ihn unterschwellig immer ein Problem gewesen wäre. Und ich wollte nicht, dass er oder sogar das Kind - wenn auch nicht bewusst - darunter leiden.

Was das finanzielle angeht: Das müsst Ihr natürlich gemeinsam entscheiden. Wir persönlich sind schon bereit, auf einiges zu verzichten. Und wir schränken uns schon ein wenig ein und legen zur Seite, was geht. Aber Deine Frau kann nicht über Deinen Kopf entscheiden.

Also nochmal: Am besten klärt ihr das so schnell wie möglich. Sprich Deine Ängste und Deine Befürchtungen aus. Und ich bin sicher, Deine Frau wird Dich in den Arm nehmen und sagen, dass sie Dich liebt.

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen für eine erfolgreiche TESE #pro#klee und würde mich freuen, mal wieder von Dir/Euch zu hören.

LG Fitzi

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Lieber Tysonman,

ich schließe mich auf jeden Fall meinen Vorschreiberinnen an. Reden, reden, reden !!!

Ich habe selbst einen riesengroßen Kinderwunsch, da mein Mann und ich aus großen und "fruchtbaren" Familien stammen.

Bei uns ist es so, dass mein Mann 1-A-TOP-Spermien hat und das ganze Schlamassel an mir liegt.
Im Moment möchte ich für ein Wunschkind nicht -zig IVF-Versuche (zwei haben wir schon hinter uns) machen. Das habe ich allerdings schon ganz oft mit meinem Mann besprochen, der von Anfang an sagte, dass er gemeinsam mit mir das machen möchte, was ich als noch erträglich empfinde.
Diese Grenze könnt und müsst ihr gemeinsam setzen, wobei sich Grenzen auch verschieben können.
Der finanzielle Aspekt ist mittlerweile seit der Gesundheitsreform 2004 auch keine Sache mehr, die gänzlich ausser Acht gelassten werden kann.
Ich kenne ein Paar, welches für ihren Kinderwunsch eine Lebensversicherung beliehen hat und mittlerweile mehr als fünfzehntausend Euro für KiWU-Behandlungen hingeblättert haben. Aber das muss jedes Paar für sich entscheiden.

Ich glaube auch, dass deine Angst, deine Frau könnte dich wegen des Kinderwunsches verlassen, unbegründet ist. Ich kann dir nur raten: bleib gefühlsmäßig an ihr dran und sprecht über das Thema.
Ich weiß noch, was ich für unheimliche Schuldgefühle hatte, als ich erfahren habe, dass der Grund für unsere Kinderlosigkeit bei mir liegt. Glaub mir, damit bist du nicht allein.
Ich wünsche dir, dass die Hodenbiopsie positiv verläuft und ihr bald einen gemeinsamen Weg zu eurem Wunschkind findet.


LG Nici

5

Hallo

uns ging es damals ähnlich!
Mein Mann hat das Spermiogramm ewig hinausgezögert und erst, als da alles in Ordnung war, hat er mir von seinen Ängsten erzählt. Er hatte auch Angst, das ich mich trennen würde, wenn er unfruchtbar wäre.

Die Aussage hat mich auf den Boden der Tatsachen zurück geholt!!! Er muss sich damals so gefühlt haben, wie du dich jetzt!
Hast du denn schon mal mit deiner Frau darüber gesprochen?

Ich hätte mir ein Leben ohne Kind niemals vorstellen können. Ich wäre auch den Schritt zur Adoption gegangen.

Sprich dich mal richtig mit ihr aus! Entscheidet, welche Möglichkeiten ihr in Betracht zieht! Erinnere sie daran, dass diese teuren Behandlungen vielleicht trotzdem nicht den gewünschten Erfolg bringen! Und frag sie, was sie dann tun würde.

Ich wünsche euch alles erdenklich gute!

LG
Melanie

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