26 SSW , verkürzter GMH, Lungenreife

Ich denke mal, dass ich hier bei euch am richtigsten bin. Ich bin heute 25+4 SSW mit Zwillingen.
Vor einer Woche (Z1 fast 700g/ca 30 cm und Z2 fast 800g/ ca 30 cm) stellte sich ein verkürzter GMH heraus. Ich muss Bettruhe halten. Heute bei der Kontrolle 2 cm GMH. Ich hab daraufhin die erste Lungenreifespritze bekommen und morgen gibt es die zweite.

Nun liege ich hier und hab natürlich viel Zeit zum Nachdenken.

Wie lange werde ich noch schaffen?

Was bedeutet es wirklich wenn sie demnächst schon kommen/was erwartet mich und besonders die zwei?

Kann ich spontan entbinden?

Wie lange müssen die zwei im KH bleiben?

Wird es Spätfolgen geben?

Usw usw.


Vielleicht hat die ein oder andere ja ein paar Erfahrungen für mich. Ich könnte natürlich Google fragen. Aber dort finden sich vermutlich doch eher die schlimmsten Fälle.

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Hallo 🙋‍♀️,

auf die meisten Fragen wird dir niemand eine Antwort geben können.
Kann sein, dass du noch einige Wochen oder länger durchhälst. Jeder Tag ist für die Kinder ein Gewinn.
Eine Spontangeburt mit Zwillingsfrühchen würde man vermutlich nicht anstreben, und ich vermute die Kinder werden dann per Kaiserschnitt entbunden, um ihnen die Anstrengung zu ersparen.
Sie werden nach der Geburt auf eine Neonatologische Intensivstation gehen und in einem Inkubator liegen.
Die Kinder werden eine Atemhilfe haben, die aussieht wie eine Astronautenmaske, damit wird ihre eigene Atmung erleichtert und unterstützt. Das heißt CPAP. Kann aber auch sein, dass die Kinder komplett beatmet werden müssen, das hängt von den Blutwerten ab und davon wie viel die Kinder selbst atmen. Dann werden sie Infusionem haben, anfangs über die Nabelvene, später am Arm oder Bein, wo eben gute Venen zu finden sind. Dann werden sie eine Magensonde haben, und können so auch Milch in kleinen Mengen bekommen.
Die größte Gefahr besteht die einer Hirnblutubg, da dad Gehirn und alles sehr unreif ist, 2. Großes Problem kann der Darm sein, und natürlich die Entwicklung der Lungen.
Viele Frühchen bekommen während ihres Krankenhausaufenthsltes Infektionen die mit Antibiotika therapiert werden müssen.
Wie sich die Kinder längerfristig entwickeln hängt von so vielen Faktoren ab, da kann man nicht pauschal sagen wie es sein wird.
Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen,
Liebe Grüße von Ilvi

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Danke für deine Ausführliche Antwort. Das gibt schon mal einen gewissen Eindruck.

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Gerne,
Du kannst mich gerne anschreiben wenn du noch weitere Fragen hast.
Liebe Grüße

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Hallo,

Ich kann dir von meinen Erfahrungen berichten, meine Tochter war ein Frühchen aufgrund eines vorzeitig verkürzten Gebärmutterhalses.

Bei mir waren es in der 18. Ssw noch 2.8 cm. Zwei Wochen später bei der Kontrolle war schon ein deutlicher Trichter zu sehen und unterhalb des Trichters nur noch knapp 1 cm Gebärmutterhals. Ich kam dann ins Krankenhaus und nachdem eine Infektion ausgeschlossen wurde, bekam ich einen Pessar. Leider half der nicht. Ein Tag später war der Muttermund plötzlich 1 cm offen und die Fruchtblase schaute raus. Direkt am nächsten Tag kam ich in den OP und bekam eine Notfall-Cerclage und einen totalem Muttermundsverschluss. Das war in der 21. Ssw. Dann durfte ich mit strikter Schonung nach Hause.

Die Cerclage hielt über 10 Wochen. Zwischendurch sah es mal sehr schlecht aus und ich musste wieder einige Tage ins Krankenhaus, wo ich die Lungenreife bekam (25./26. SSW). Dann wieder nach Hause.

In ssw 31+5 war es soweit: Nachdem ich Blutungen und Wehen bekommen hatte, die sich durch Wehenhemmer nicht in den Griff bekommen ließen, wurde die Cerclage entfernt und ich brachte meine Tochter natürlich zur Welt. Es war trotz allem eine sehr schöne Geburt.

Sie kam direkt in die Kinderklinik, wo sie zunächst im Inkubator lag und eine Atemunterstützung hatte (cpap). Außerdem hatte sie Infusionen und eine Magensonde, alles typische Frühchen-Sachen. Wir hatten aber Glück, meine Tochter war kerngesund und wir hatten keinerlei Komplikationen. Nach einer Woche durfte sie die Intensivstation verlassen und nach insgesamt 5.5 Wochen durften wir sie mit nach Hause nehmen.

Die Zeit in der Kinderklinik ist weiß Gott keine einfache Zeit und manchmal überkamen mich die Emotionen, wenn ich mein Kind da so verkabelt und verschluckt liegen sah. Und klar, Komplikationen kann es immer geben und man macht sich Sorgen.
Aber nichtsdestotrotz, ich gab die Zeit mit meiner Tochter, z.b. Das Känguruhen trotzdem genossen und als wir nach Hause kamen, waren wir schon ein eingespieltes Team.

Sie ist mittlerweile 8.5 Monate alt und in etwa auf dem Stand eines 6.5 Monate altem Baby, was ihrem korrigierten Alter entspricht.

Meine Tipps an dich:

* Jeder Tag im Bauch ist kostbar, versuche eine Geburt so weit wie möglich hinaus zu zögern. Ab 30+0 sind die Ärzte recht entspannt, aber trotzdem bedeutet das viele Wochen Krankenhaus.

* Erkundige dich mal nach einem Pessar. Hat bei mir zwar nicht funktioniert, aber das muss nichts heißen. Eine Cerclage ist in deiner ssw glaube ich zu riskant und sowieso nur im Notfall angebracht. Das ist bei 2 cm gbmh noch nicht gegeben.

* Nimm Utrogest, das kann Frühgeburten hinauszögern. Ist verschreibungspflichtig.

* Nimm Bryophyllum, das gilt als wehenhemmend. Ob es was bringt, weiß ich nicht, aber schaden tut es nicht.

* Auch Magnesium kann wegenhemmend wirken.

* Schone dich so gut es geht. Die Meinungen über die Notwendigkeit von Bettruhe gehen auseinander, aber wenn du es nicht tust und es kommt zur Frühgeburt, wirst du dir bestimmt Vorwürfe machen.

* wurde eine Infektion bei dir ausgeschlossen? Wenn nicht, solltest du das nachholen lassen.

* Und zu guter letzt: Versuche, einigermaßen entspannt zu bleiben. Auch jetzt schon hätten deine Zwillinge Überlebenschancen. Und es gibt viele Fälle, wo ein verkürzten Gbmh nicht zur Frühgeburt geführt hat. Auch 3 cm können noch lange halten.

Alles Gute!

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Danke für deine Antwort.

Magnesium nehme ich schon. Bryo kenne ich noch von meiner Mittleren. Von Progesteron und einer Cerclage war noch keine Rede obwohl es hieß 4 cm wäre bei Zwillingen gut und 2,5 sind bei zwei schon dramatisch .

Ja im Thema Bettruhe gehen die Meinungen auseinander. Ich schone mich aber definitiv extrem mehr als sonst und versuche sehr viel zu liegen.
In der Wiche wurde es aber dennoch weniger anstatt mehr.

Eine Infektion wurde ausgeschlossen.

Bin zum Glück noch relativ entspannt. Und ich hoffe, dass bleibt von Woche zu Woche.

Ja, mit einem verkürzten GMH kann man noch weit kommen. Hatte das bei meiner ersten Tochter im ca 6 Monat und die kam dann erst bei 40+0 mit fast 4 kg. Aber zwei sind ja dann doch noch was anderes.

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Mein GbmH war bei 24+5 zwischen 1,2-2,3cm
Je nachdem wer vermessen hat.
Lungenreife wurde nicht gegeben, da der GbmH noch 'zu lang' war und eine plötzliche Geburt zwar möglich aber nicht sehr wahrscheinlich war.
Mir wurde dann bei 27+2 ein pessar eingelegt.
29+4 bekam ich wehen und bin ins KH. Ergebnis: GbmH verstrichen. MuMu 1,5cm offen und Fruchthöhle drückt sich raus. Es wurde direkt Lungenreife gespritzt und wehenhemmer gegeben.
Ich bin nun in 30+3 und der kleine ist noch immer drin. Befund hat sich nicht weiter verschlechtert. Es wurden wieder Bakterien im Abstrich gefunden und ich bekomme Antibiotika.
Wie lange es hält kann ich dir nicht sagen. Aber mit sehr viel Bettruhe und wenig Bewegung, habe ich zumindest 6 Wochen geschafft.

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Danke für deine Antwort.

Die Feindiagniostikerin meinte, dass bei Zwillingen wohl 4 cm gut sind und ab 2,5 cm gehandelt werden muss.

Die FÄ war dann gestern über 2 cm doch etwas besorgt und meinte, wir wollen ja die best möglichen Voraussetzungen wenn die zwei in den nächsten 10 Wochen kommen.

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Meine Zimmernachbarin hier im Krankenhaus ist auch mit Zwillingen schwanger, in der 24. Woche war ihr Gebärmutterhals auf 2,7 cm verkürzt. Sie haben sie nach Hause geschickt ohne jegliche Untersuchungen und haben gesagt, sollte sie unter 2 cm kommen sollte sie wieder kommen. Jetzt ist sie bei 1,7 cm und hat noch immer keine Lungenreife bekommen. Ihr wurde heute aber ein Pessar eingesetzt. Aktuell befindet sie sich in der 25 schwangerschaftswoche. Und allem Anschein nach, wird sie morgen entlassen.

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