34. Woche Magensonde Erfahrungen

Hallo ihr lieben! Unser kleiner Julius kam am 24.05. bei 33+5 zur Welt. Aufgrund einer Mangelversorgung kam er mit nur 41cm und 1480g. Mittlerweile hat er die 2000g erreicht. Er atmet von Anfang an alleine und braucht dabei auch keine Unterstützung, liegt im Gitterbett und meldet sich zu den Mahlzeiten. Allerdings hat er immer noch die Magensonde liegen. Die letzten Tage hat er super getrunken und musste wenn überhaupt nur 1-2x sondiert werden. Sie haben ihn auf 6x 50-55ml gesetzt. Jetzt wurde vor 2 Tagen die Sonde neu gelegt, die 55ml festgelegt und er trinkt wieder viel schlechter. Ich habe das Gefühl die Sonde stört ihn und das er eher nach Bedarf gefüttert werden müsste und nicht die 55ml in ihn rein gezwängt werden müssen. Gestern hat er zb nur 45ml geschafft, die restlichen 15 mussten dann sondiert werden. Das er halt vielleicht einfach mal nicht so viel Hunger hat, ist egal. Der Rest MUSS sondiert werden, ist so vorgeschrieben. Auch wird nicht versucht ihm dann nach einer gewissen Zeit nochmal eine kleine Menge anzubieten, nein. Er muss alle 4 Stunden seine 55ml trinken - eine andere Möglichkeit gibt es dort nicht und es wird sich auch auf nichts anderes eingelassen. Zu Hause werden die kleinen doch auch nach Bedarf gefüttert. Ich verstehe es einfsch nicht. Ist das bei euch auch so? Ich finde es ehrlich gesagt nicht richtig und fühle mich dabei echt nicht gut. Würde mich über eure Erfahrungen und Meinungen dazu freuen.

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Hallo, das was du beschreibst ist leider die standardisierte Vorgehensweise. Portion x alle 4 Stunden auch nachts. Bei vielen Kindern mag das ja funktionieren, aber nicht bei jedem.

Unsere Tochter kam 2019 bei 34+3 und hatte auch eine Trinkschwäche. Irgendwann hat sich dann eine erfahrene Krankenschwester gegen ihre Kolleginnen und gegen die Ärzte durchgesetzt und gesagt: "Dieses Kind wird nur gefüttert wenn es wach ist." Und siehe da, innerhalb weniger Tage hat sie ohne feste Zeitvorgabe ihren Tagessoll geschafft und wurde dann auch ihre Magensonde los.

Zuhause haben wir am Anfang auch noch die Tagesmenge akribisch hochgerechnet, bis die Hebamme dann mal Klartext gesprochen hat: "Euer Kind hat mindestens 5 feuchte Windeln am Tag und nimmt super zu! Lasst es mit dem aufschreiben und werdet etwas gelassener..."

Das haben wir uns zu Herzen genommen und nach wenigen Wochen war das Füttern entspannte Routine und die Mengen ganz normal.

Alles Gute für euch!

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Genau so würde ich es auch gerne angehen, aber die Schwestern und Ärzte stellen sich da quer. Mit meiner Hebamme habe ich auch gesprochen, sie hat die gleiche Ansicht wie ich und meint das er eher nach Bedarf gefüttert werden sollte anstatt so wie "vorgeschrieben". Ich weiß echt nicht was ich machen soll. Ich glaube auch nicht das es bei ihm funktionieren wird, dann wird er wieder besser trinken und dann mal wieder schlechter. So werden wir die blöde Sonde noch nie los 🙄 ich habe die beiden großen auch immer nur nach Bedarf gefüttert, der mittlere hat auch mal besser und dann mal wieder schlechter getrunken. Ich denke so wird der kleine nun auch werden.

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Hi! Meine 3. Tochter ist bei 33+1 geborenen und sie war auch sondiert. Bist du dann alleine im Zimmer oder ist immer ne Schwester dabei? Ich hatte ein Zimmer mit meiner Tochter zusammen und habe sie alleine gefüttert bzw gestillt und sondiert. Bei uns wurde nie überprüft ob sie ihre volle Menge getrunken hat. Es wurde lediglich gefragt ob es 55 ml waren und dann habe ich am Ende immer gesagt ja hat sie geschafft wenn es dann nur 45 waren habe ich den rest verworfen. Sie hat ja zugenommen und war gut zufrieden. Dann brauchte sie die Sonde 2 Tage nicht und ich habe auf das ziehen bestanden.

Es ist dein Kind. Keiner kann dich dazu zwingen die Sonde weiterhin zu behalten. Setz dich durch.

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Nein ich kann leider nicht bei ihm im Krankenhaus bleiben. Ich bin seit letzter Woche wieder zu Hause, wollte eigentlich ein Begleitzimmer haben aber die sind dort alle voll. Und auf der Station kann ich nicht bleiben, weil er noch auf der neo liegt und nicht auf die normale kinderstation verlegt werden kann, da die ebenfalls voll ist. Also bin ich immer von morgens bis mittags da. Morgens versorgen ich ihn alleine, die Schwestern kommen aber immer schauen wie viel er schon getrunken hat. Und nachmittags übernehmen es dann die Schwestern. Ich schaffe es auch nur 1x am Tag zum Krankenhaus, da es 35km von uns entfernt ist und wir zu Hause auch noch 2 kinder haben. Ansonsten würde ich es wahrscheinlich genau so machen wie du es gemacht hast.

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Unser Baby hat die vorgegebene Menge auch nie alle 4h geschafft. Wir wurden dann mit Magensonde entlassen und nach einer Woche zuhause konnte sie gezogen werden. Ich kann die Entlassung mit Sonde nur empfehlen. Die Krankenkasse finanziert eine Kinderkrankenschwester, die euch zuhause besucht und z. B. eine neue Sonde legen kann. Das nennt sich sozialmedizinische Nachsorge.

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Wie habt ihr das gemacht? Haben die schwestern und Ärzte da einfach so mitgespielt? Kann ich mir bei unseren ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Wie habt ihr das dann mit dem trinken gemacht?

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Die Ärzte haben es sogar vorgeschlagen. Das war in unserer Klinik total üblich, weil die Ärzte davon ausgehen, dass die Kinder in der unruhigen Atmosphäre einfach nicht gut trinken lernen.
Die Schwestern haben uns dann gezeigt wie man die Sonde vor der Mahlzeit überprüft, das ist total einfach.
Spritzen usw. bekommt man auf Rezept in der Apotheke.
Hätte sich unser Baby die Sonde zuhause versehentlich gezogen wäre tagsüber jemand von der Nachsorge gekommen und nachts hätten wir ins KH fahren können zum Neulegen.
Es war alles wirklich sehr unkompliziert.

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Hallöchen, mein Sohn kam bei 37+5 (auch als Mangelchen wegen Präeklampsie) mit nur 2000g zur Welt. Er hat alles super gemacht, außer das Trinken. Das war lange ein Kampf, da er so schwach war und immer geschlafen hat. Die ersten Tage hat er sich blöderweise auch noch ein par Mal übergeben. Die Sonde wurde gleich am 1. Tag nach der Geburt eingesetzt und blieb eine Woche drin. Er hat anfangs gar nicht selbstständig getrunken, nach ein paar Tagen ab und zu. Ich habe immer Muttermilch abgepumpt und es wurde ihm per Flasche oder dann eben per Sonde verabreicht. Stillen an der Brust konnte ich bei den strengen Regeln auf der Kinderstation nicht richtig umsetzen bzw. wurde das nicht wirklich unterstützt. Diese strengen Regeln kamen mir auch veraltet und alles andere als babyfreundlich vor, aber auf den meisten Kinderstationen kriegen sie das personell oft nicht anders hin bzw. sind sie so rechtlich auf der sicheren Seite. Jedenfalls wurde dann an Tag 8, als er zumindest meistens selbst getrunken hat und sich auch ab und zu selbst gemeldet hat, die Sonde probehalber gezogen. Er hatte zu dem Zeitpunkt ca. 2100g. Ohne Sonde hat er viel besser getrunken und an Tag 9 sind wir entlassen worden. Es lief zu dem Zeitpunkt auch nicht 100%ig gut und ich hatte Angst, dass es daheim nicht klappt und wir wieder zurück müssen. Aber daheim hat es wider Erwarten super geklappt. Er kam von sich selbst aus alle 2 Std, hatte also einen ganz anderen Rhythmus als im KKH und hat oft nur kleine Portionen getrunken. Aber zugenommen hat er ab da auch gut. Leider habe ich ihn nicht an die Brust bekommen und habe 1 Jahr lang pumpgestillt. Er hat die Flaschen von Lan*inoh am besten akzeptiert.
Gibt es von den Ärzten aus gar keinen „Plan“ für euch bzgl. der Entlassung? Ich meine… worauf wird da jetzt noch gewartet? So wie ich das verstehe, trinkt er ja meistens selbst? Die Sonde stört viele Kinder und Mangelchen sind oft besonders empfindlich in ihrem Mund/Rachen/Verdauungsapparat. Hattest du auch eine Präeklampsie? Waren deine anderen zwei Kinder auch Mangelchen?
Liebe Grüße, ihr packt das und es wird besser!

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Ja genau, bei dem kleinen hatte ich auch eine präklampsie - bei den beiden großen nicht. Der kleine wurde aber nicht deswegen geholt, sondern wegen einer uterusruptur.
Ich habe wie gesagt auch die Vermutung das ihn die Sonde stört. Vor 2 Tagen hat er sie neu gelegt bekommen, da sie nach 14 Tagen gewechselt werden muss. Vor ca 5 Tagen hat er angefangen super zu trinken, entweder hat er die 50ml ganz geschafft oder zumindest 45ml - damit waren alle zufrieden. Seitdem vor 2 Tagen die Sonde neu gelegt wurde, schafft er nicht mehr so viel. Da wird nun tatsächlich das meiste sondiert. Heute hat er bei mir "nur" 30ml geschafft. Mir kommt es komisch vor das er seitdem die neue Sonde liegt, nicht mehr so viel trinkt. Deswegen denke ich das sie ihn stört. Außerdem habe ich schon die ganze Zeit über das Gefühl das es besser wäre ihn nach Bedarf zu füttern und nicht konsequent alle 4 Stunden und dann so viel wie andere es ihm vorschreiben. Ich habe es auch schon angesprochen und vorgeschlagen dir Sonde probehalber zu ziehen oder es nach Bedarf zu versuchen. Keine Chance. Sie sind absolut dagegen. Über eine Entlassung wurde auch noch nicht gesprochen, er muss erst die Sonde los sein bevor man darüber nachdenken kann. Ja, danke auch 🙄 ich habe das Gefühl, so ist es der falsche Weg bei ihm.
Alles andere ist super, er hatte am Tag seiner Geburt die atemunterstützung, die fand er aber so doof das sie am nächsten Tag wieder ab kam und seitdem atmet er komplett alleine und ohne hilfe. Er lag auch nur ca 5 Tage im inkubator und dann nun ca 6 Tage im Wärmebett (und das die ganze Zeit auf der niedrigsten Stufe) und seit dem im gitterbett, kann seine Temperatur also von Anfang an halten aber sie wollten ihn nicht überfordern. Letzte Woche hat er sich eine Infektion eingefangen und bekommt seit dem Antibiotika - bis einschließlich morgen. Die Schwestern sagten schon, wäre die Sonde nicht, könnte er theoretisch Samstag oder Sonntag mit nach Hause.

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Ich könnte mir vorstellen, dass sie wegen der Infektion und dem Antibiotikum vielleicht noch so übervorsichtig sind. Und vielleicht trinkt dein Kleiner wegen dem Antibiotikum nicht so gut. Immerhin wirft so ein Medikament die ganze Darmflora durcheinander. Vielleicht wird es nach dem Antibiotikum wieder besser. Aber ehrlich gesagt… was soll denn passieren, wenn er mal 24-48h ohne Sonde ist und man mal schaut, wie er trinkt?! Wenn es schlecht läuft, dann trinkt er vielleicht an diesen Tagen anstatt 500-600ml „nur“ 400ml. Wegen einem Tag 100ml weniger ist es doch kein medizinischer Notfall, er ist ja sonst stabil. Hast du auch mit den Ärzten geredet oder nur mit den Schwestern? Die Schwestern sind da manchmal schwieriger, so war das jedenfalls bei uns. Der Oberarzt ist an Tag 7 bei uns zur Visite rein und hat gefragt, was unser Sohn eigentlich noch hier macht😅 Dann wurde die Sonde gezogen.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob du nicht auf eigene Verantwortung die Sonde ziehen lassen kannst. Immerhin kann ja eigentlich keiner euch zwingen, die Sonde drin zu lassen. Es ist ja ein Krankenhaus und kein Gefängnis. Ich würde nochmal mit dem Oberarzt sprechen. Oder euren Kinderarzt anrufen und mit ihm über die Situation reden.

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Huhu,
Ich kenne dein Problem nur zu gut. Meine Tochter kam bei 31+5 zur Welt und war 5 Wochen sondiert. Sie hat ihre vorgegebenen Mengen fast nie geschafft und ich dachte auch schon, wir werden das Ding nie los. Ich hab immer gedacht, wie soll sie denn je ein Hunger- und Sättigungsgefühl entwickeln, wenn sie immer vollgepackt wird?
Und immer wenn ich dachte, hurra, sie hat ihre Menge geschafft, war das schon wieder nicht aktuell, weil sie wieder zugenommen hatte und die Menge hochgestuft wurde.
Aber: Es wurde besser mit der Zeit. Und: Meine Tochter hat sich die Sonde regelmäßig selbst gezogen. Als es wieder mal soweit war, wurde ein Versuch ohne Sonde gestartet. Klappte leider nicht, sie bekam wieder eine Sonde, nachdem sie 10 g abgenommen hatte. Aber schon ein Tag später hatte sie sie sich wieder gezogen und Versuch 2 folgte: Auch hier wurden die Trinkmengen ganz knapp verfehlt, aber sie nahm zu und wir durften dann tatsächlich heim.

Halte durch! Es wird der Tag kommen, an dem ihr die Sonde los seid! Ich hab von vielen Frühchen-Eltern gehört, dass die Magensonde das Thema war, was am längsten gedauert hat. Aber alle kamen sie irgendwann nach Hause!

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Ich hab Zwillingsfrühchen. Bin direkt mit ins Zimmer gezogen und komplett selbst gemacht. Also auch füttern. Hab mir das 2-3 Tage angeguckt..und dann entschieden den Rest wegzukippen. Meist hab ich zb 10ml um 12h verworfen.. und um 16uhr wurde dann sogar nachschlag verlangt;)

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War bei uns auch so , hab mich durchgesetzt dass er ad Lip versorgt wird. Erst wenn er sich meldet...hat viel besser funktioniert!

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