Sind eigene Kinderzimmer "Standart oder Luxus"?

Guten Abend,

Hier ist es ja auch häufig Thema nebenbei.
Ich möchte heute direkt mal nachfragen:
Sind eigene Kinderzimmer als Standart oder als Luxus zu bewerten?

Grade in der heutigen Zeit wo Wohnraum wieder eher knapp ist, stelle ich mir oft die Frage, wie leben denn andere Menschen so?

Wir haben ein großes Einfamilienhaus und wenn ich manches Mal höre, wie viele Personen hier gleichzeitig gelebt haben, als das Haus noch die Hälfte war (Anbau kam erst in den 80er Jahren).
Da gab es Flüchtlinge die meiner Familie zugewiesen wurden (könnte man sich heute gar nicht mehr vorstellen!), da lebten Tante und Onkel mit Baby/Kleinkind in einem Zimmer (auf 18 qm, Bett, Küche in einem Zimmer-Bad extern). Aber eben auch noch meine Großeltern mit 2 Kindern.
Auf jeden Fall war hier ne Menge los.

Sind unsere Ansprüche so gewachsen? Waren sie nie anders?
Waren sie schon immer so?

Oftmals, natürlich nicht von allen, liest man hier:
Eigenes Zimmer ist spätestens ab Schule/Pubertät ein Muss!

Vielleicht mögt ihr ja mal selbst berichten, wie ihr groß geworden seid und wie ihr diese Thematik seht.

Ich bin gespannt auf eure Antworten.

Vielen Dank!

Ist ein eigenes Kinderzimmer Standart oder Luxus?

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Das kann man ja nicht mehr vergleichen, gerade nach dem Krieg war Wohnraum nun mal Luxus, weil so viel davon zerstört wurde.
Und auch davor waren die Ansprüche noch andere, aber die ändern sich eben im Laufe der Zeit. Vor hundert Jahren war auch Kinderarbeit noch normal und wir fahren ja heute auch nicht mehr mit Pferdewagen, haben Waschmaschinen statt Waschbrett etc. pp.

Heute empfinde ich ein eigenes Zimmer als Standard. Es muss ja nicht groß sein, aber ab einem gewissen Alter sollte jeder Mensch die Möglichkeit haben, eine Tür hinter sich zumachen zu können und Privatsphäre zu haben.

LG, katzz

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Du hast es genau auf den Punkt gebracht. :)

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Mein Bruder und ich hatten schon in den 70igern jeder sein eigenes Zimmer. Und meine Freundinnen auch. Also, ja das finde ich normal. 7 Kinder waren und sind selten und da kann natürlich nicht jedes Kind ein Zimmer haben, ausser die Eltern sind sehr vermögend.

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Ich finde es nicht ungewöhnlich, dass sich Kinder ein Zimmer teilen. In unserem Umfeld gibt es mehrere Familien, in denen das der Fall ist. Aber ideal finde ich es ab einem gewissen Alter nicht.

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Wir werden keine eigenen Kinderzimmer haben, da es zu wenig Wohnungen gibt, die groß (>100 qm) sind und dabei recht kleine, also hinreichend, Räume haben. Sprich: Wir haben eine große Wohnung mit wenig Räumen, die dafür riesig sind.
Daher sehe ich es nicht als ein Problem. Man kann sich auch mit zu wenig Räumen aus dem Weg gehen und ich persönlich finde 10 qm-Kinderzimmer viel beklemmender und unnützer (kein Platz für den Schreibtisch oder zum Spielen!), als ein großes Kinderzimmer für zwei Kinder.
Die Altersgrenze würde ich bei 10 Jahren ansetzen. Dann werden wir für 10 Jahre ins Wohnzimmer ziehen und hinterher wieder zurück. :-)

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Ich bin eher dörflich aufgewachsen, da hatte eigentlich jedes Kind sein eigenes Zimmer. Es hatten aber auch irgendwie alle ein Haus und nicht „nur“ eine Wohnung.
Bei Leuten die in einer Wohnung gelebt haben war es nicht unüblich, dass sich Kinder auch zu zweit ein Zimmer geteilt haben, vor allem bei gleichem Geschlecht und geringem Altersunterschied.

Jetzt leben wir in der Großstadt und auch bei gut Verdienenden teilen sich schonmal bis zum Schulbeginn zwei Kinder ein Zimmer. Finde es völlig ok. Und hätten wir noch ein zweites Kind bekommen, hätten wir es auch so gemacht.

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Früher (so bis 60er) gab es wohl selten den Luxus des eigenen Zimmers. Jetzt kommt es darauf. Eigenheimbesitzer ist es wohl Standard
Mieter ehr Luxus
Auf dem Land ehr Standard
Stadt ehr Luxus

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Na ja. Mietwohnungen sind jetzt nicht zwingend kleiner als Eigentumswohnungen...das Gleiche gilt für Häuser. Größe hat nichts mit Miete vs. Eigentum zu tun.

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Ist ja schon ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal der westlichen Industrienationen in den vergangenen jahrezehnten. Überall sonst ist es ja nicht die Regel. Und es ist total nachvollziehbar, dass viele das als Ziel oder Standard sehen. Aber es hat wahrscheinlich weniger Nutzen bzw Vorteile als man meint.
Oft passt es nicht, auch gar kein Problem

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Die Zeiten kann man ja gar nicht vergleichen.
MeineUroma ist vor den Russen nach DE geflohen, da haben die Leute teilweise die Betonböden im Keller/Scheune usw aufgerissen und entfernt, damit es nicht als bewohnbar gilt und sie niemanden aufnehmen müssen. Letztendlich hat meine Uroma mit 4 Kindern, ihrem Mann, dessen 3 Geschwistee und deren Kinder in einen kleinen Häuschen gelebt, ich glaube insgesamt 6 Erwachsene, 8 Kinder und 2 Säuglinge auf 5 Zimmer. Das Bad war eine kleine Dusche im anderen Gebäude und eine wirkliche Küche gab es nicht.

Meine andere Uroma hat im Krieg ihr Haus verloren und hat mit 8 Kindern in einem kleinen Anbau der dörflichen Schule gewohnt. Später mit neuem Mann und 12 Kindern in einem hübschen Häuschen mit 8 Zimmern.


Heutzutage herrscht ja bei weitem nicht so eine Not wie nach dem Krieg. Es ist eher die Frage nach dem Geld. Wenn man es sich LEISTEN kann, finde ich ein eigenes Zimmer für jedes Kind schön. Wenn nicht ist es nicht so nötig (ich gehe mal von mir aus).
Ich bin mit 15 zu meiner Mutter gezogen, da hatte meine Mutter ein Zimmer, meine Schwester (damals 1) ein Zimmer und ich die Couch. Ich bin aber sowieso mit 16 zu meinem Mann gezogen und vor allem konnten wir uns einfach nicht mehr leisten, es sei denn wit hätten alle Zelte abgebrochen und in einer billigeren Gegend einen kompletten Neustart gemacht.
Unsere Kinder sind jetzt 3 und 1,5 Jahre alt das 3. Ist unterwegs. Wir wohnen auf 5 Zimmern, also hat jeder sein Zimmer. Aber auch nur weil wir einen stinkreichen Vermieter haben, der seine Wohnung sehr billig vermietet. Anders wäre es gar nicht gegangen.

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Irgendetwas dazwischen.
Ich kenne viele, die früher oder später in den Speckgürtel ziehen, um ihren Kindern eigene Zimmer zu ermöglichen, oder welche, die die Wohnungsgröße als einen (von mehreren) Gründen nehmen, kein weiteres Kind mehr zu bekommen.
Allerdings gibt es hier in der Großstadt auch ziemlich viele Mittelschicht-Familien, in denen sich die Kinder Zimmer teilen. Vielfach bedauern die Eltern das aber und wünschten sich eigene Zimmer - wenn der Wohnraum da wäre.
Wir haben bewusst so gebaut, dass später jedes Kind ein eigenes Zimmer haben kann.

Ich finde es kein "must have", aber schön.
Als Einzelkind und dann auch noch in einer Kleinstadt hatte ich natürlich mein eigenes Zimmer. Sogar mein Halbbruder, der nur alle paar Wochenenden und in den Ferien da war (lebte in einem anderen Bundesland) hatte ein eigenes, kleines Zimmer.

Mein Mann kommt aus einer Großfamilie in einer Großstadt. Er hatte ein eigenes Zimmer, allerdings haben sich zweimal 2 seiner Geschwister ein Zimmer geteilt und zwar bis zum Auszug. Sie haben das zwar manchmal als nervig, aber nicht als negativ erlebt.

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Ich sage mal ab einem gewissen Alter sollte es schon ein Kinderzimmer geben. Ob 2 Kinder sich eins teilen oder jeder sein eigenes hat ist dabei zweitrangig.
Ich habe 16 Jahre lang auf 7 qm gelebt und es war für mich vollkommen okay. Wenn ich mich an eine Maklerserie vor ein paar Jahren erinnere, da waren Kinderzimmer mit 15 qm für die "Interessenten" ja viiiel zu winzig...

Ich kenne sogar eine Familie da wollten die Mädels von sich aus ein gemeinsames Zimmer, obwohl jedes Kind ein eigenes Zimmer hätte haben können.

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