Stress mit den Nachbarn

Hallo liebes Forum,

ich hab da mal eine Frage:

Wieviel Toleranz und Rücksichtnahme muss ich meinen Nachbarn entgegenbringen?

Zur Erklärung (ich versuche mich kurz zu fassen), wir wohnen in einem Mietshaus aus den 50ern, es ist leider sehr hellhörig, aber wor hatten in den letzten Jahren noch nie solche Probleme. Über uns wohnt eine Familie (laut Vermieter 3 Personen, Mutter mit 2 Teenies), die sich an keine Regeln der Hausordnung halten. Die Einhaltung der Mittagsruhe musste ich mir erstreiten, mein Kleinkind möchte nunmal in Ruhe schlafen können und staubsaugen etc kann man wirklich davor/danach. Und leider wird sich auch jetzt nur an guten Tagen an die Mittagsruhe gehalten. Es sind auch wirklich permanent mehr als die eigentlichen 3 Mieter in der Wohnung. Von Anfang an wohnt auch der Freund der Mutter hier (kein Problem, aber könnte man ja mal Bescheid geben), dann ist im Juli der Freund der Tochter quasi eingezogen, zumindest ist er 90 % der Zeit hier. Dann wohnte jetzt monatelang die Schwester der Mieterin mit ihrem Kind im Kindergartenalter hier. Offiziell sind die 2 in eine eigene Wohnung gezogen, jedoch ist das Kind jetzt meist 5 Tage die Woche über Nacht hier, da die Mutter wohl Nachtschicht arbeitet. Dazu kommen diverse andere Übernachtungsgäste (im Schnitt sind immer 7 Personen in der Wohnung). Im Prinzip wär mir das alles egal, aber je mehr Leute, desto mehr Lärm und es wird sich leider auch nicht an die Abend- und Nachtruhe gehalten. Das Kindergartenkind tobt polternd und schreiend ab 20 Uhr durch die Wohnung, gerne auch mal bis 23 Uhr. Nicht permanent, aber immer wieder. Gestern ging die "Party" mit Freunden bis kurz vor 23 Uhr. Wir können hier mittlerweile weder in Ruhe reden, lesen, fernsehen noch schlafen. In den Schlafzimmern geht es dann nämlich auch gerne noch weiter. Mein Sohn hat da echt Probleme ruhig zu schlafen und ich gehe in letzter Zeit meist um halb 9 ins Bett, damit er keine Angst hat. Ein Schlafzimmer wird hier schon gar nicht mehr genutzt, musste wegen nächtlichem Lärm auf die Couch auswandern.

Wir haben bereits versucht (mehrfach), das alles im Gespräch zu klären, leider sind unsere Nachbarn da beratungsresistent. Wir haben nächste Woche einen Beratungstermin beim Mieterschutz und anschließend darf ich zu einem Schlichtungsgespräch. Da graut es mir schon sehr davor, aber es hilft ja nix.

Hat jemand von euch vllt Erfahrungen in dem Bereich und kann abschätzen, wie unsere Chancen stehen? Die Hausverwaltungvredet immer nur von gegenseitiger Rücksichtnahme... Wir gehen hier nach vielen schlaflosen Nächten echt auf dem Zahnfleisch und gerade um mein Kind mach ich mir echt Sorgen...

Liebe Grüße 🍀

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Überleg dir konkrete Wünsche und Ziele die auch für die anderen realistisch umzusetzen sind. Komplett verbieten wirst Du Ihnen wenig können, auch wenn es nervt und sie offensichtlich zu der lauter en Sorte Menschen gehören.

Endgültig lösen wirst Du es nur durch Umzug können. Habe in mehreren hellhörigen Wohnungen gewohnt, die oben waren meistens zu laut für die darunter, auch bei Rücksichtnahme.

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Danke für deine Antwort. Ja, am Umzugsthema sind wir grad dran, aber das wird nicht so schnell gehen.

Rücksichtnahme von deren Seite kann ich leider wirklich ausschließen, da kommen eher immer mehr Provokationen a la Klingelstreiche wenn mein Kleiner gerade schläft, etc.

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Gegen Besuche kannst du nichts machen.
Auch nicht, wenn das Kleinkind oben die Nachtruhe nicht einhält. Feiern die Erwachsenen und Teenies Partys, dann kannst du Ordnungsamt oder Polizei rufen ab 22 Uhr.
Und das würde ich auch tun, wenn sie ansonsten keinen Bock auf Rücksicht haben.

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Danke für deine Antwort. Ich gönne meinen Nachbarn ja ihre Besucher, wäre mir alles total egal, aber die Lautstärke muss halt soweit in Ordnung sein, dass mein Kind schlafen und wir im Wohnzimmer noch Gespräche führen können oder mal ein Buch lesen, ohne jeden Satz 5 Mal lesen zu müssen, weil man Gesprächsfetzen der Nachbarn einfach nicht ausblenden kann. Würde das Kind (ca 5 Jahre alt) normalen Lärm machen, also mal lachen oder sowas oder auch Nachts mal nach der Tante rufen - kein Thema. Aber dass der stundenlang durch die Wohnung poltert, das finde ich schon, dass man da als Nachbar darum bitten kann, dass die das Kind davon abhalten. Ist in meinen Augen Erziehungssache.
Die Polizei haben wir gestern fast gerufen, beim nächsten Mal "Party" ziehen wir es durch.

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Wenn ihr schon normale Gespräche mithören könnt, dann wäre mir das Haus auf Dauer definitiv zu dünn.

Du hast bereits um Rücksicht gebeten, die pfeifen drauf. Klar könnten sie das Kind anderweitig beschäftigen. Tun sie aber nicht. Deshalb bist du in der Hinsicht machtlos.

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Ehrlich gesagt hätte ich hier ein ganz anderes Problem:
Wenn dort mehr als das Doppelte der gemeldeten Menschen im Durchschnitt wohnen, zahlst du das auch in DEINEN Nebenkosten. Denn die 4 zusätzlichen Personen werden von allen Mietern gleichermaßen gezahlt. Ich würde also den Vermieter schriftlich (!) darüber informieren, dass diese Wohnung im Haus offenbar durchgängig von mehr als 3 Personen bewohnt wird und ihn ebenso auffordern die tatsächliche Personenzahl festzustellen.

Ebenso würde ich darüber informieren, dass die Hausordnung nicht eingehalten wird und nachdem direkte Gespräche nichts gebracht haben, bittest du um Vermittlung.

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Die Hausverwaltung ist informiert, tut es aber als "normale Schwankung" ab. Der Freund der Mutter und der Freund der Tochter, ja dann wohnen die da halt jetzt (mal abgesehen davon, dass ich nicht wollen würde, dass der Freund meiner 16-jährigen Tochter nach 1 Monat Beziehung bei uns einzieht, aber jeder wie er mag). Die Schwester samt Kleinkind war jetzt ein paar Monate da, weil in ihrer neuen Wohnung noch keine Küche war (kann ich verstehen, aber jetzt ist die Küche da und das Kind ist trotzdem ständig über Nacht hier und die Mutter des Kindes ist auch sehr häufig noch hier). Dazu dann eben noch die ständig wechselnden anderen Besucher. Corona interessiert da natürlich auch niemanden...

Ja, das Vermittlungsgespräch ist nächste Woche 😟

Danke für deine Antwort 👍

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Woher weißt du das denn alles so im Detail? Das ist doch auch für das eigentliche Problem irrelevant. Denn auch mit Familienbesuch könnte man sich ruhig verhalten.

Ich würde mich da gar nicht so in deren Probleme und Argumentationen rein ziehen lassen. Es ist dir egal wie viele da leben oder zu Besuch sind, du willst Ruhe zu Zeiten zu denen man diese erwarten kann. Punkt.

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Das wichtigste ist in dem Gespräch, dass du sachlich und freundlich bleibst und bei den Dingen, um die es eigentlich geht.

Dieses ganze wann wie viele Leuze da sind etc. würde ich alles weg lassen. Es geht dich nichts an wie viele da wohnen, wer zu Besuch ist,.... Dich stört der Lärm, was absolut nachvollziehbar ist, aber egal ob er von einer oder von 10 Personen erzeugt wird.

Leider gibt es ja so Menschen, die machen dann extra weiter, weil es ihnen gefällt andere zu provozieren. Da hilft dann nur ein Umzug.

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Danke, das ist ein sehr guter Tipp. Da werde ich versuchen mich bei dem Gespräch daran zu halten. Ist ja auch wirklich so. Meinetwegen sind da 10 Leute, solange es ruhig ist und zu den Ruhezeiten erst recht.

Ja, leider machen sie es manchmal eindeutig mit Absicht und das nervt auch ziemlich. Sie haben vom Vermieter schon eine Abmahnung bekommen und danach war es erstmal doppelt so laut wie eh schon.

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Naja, wenn sie bereits eine Abmahnung vom Vermieter haben, dann ist es ihm doch nicht so egal.
Was sagen eigentlich die anderen Nachbarn dazu?
Wenn ihr euch alle zusammen schließt, ist der Vermieter quasi gezwungen weitere Schritte einzuleiten. Erst recht, wenn sich nach der Abmahnung der Zustand verschärft hat.

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Nun ja. Saugen gehört zu den üblichen Alltagsgeräuschen und das darf man auch in der "Mittagsruhe"

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Entschuldige, irgendwie wurde meine Antwort nicht gepostet 🤔

Prinzipiell gebe ich dir Recht was das Saugen angeht. Allerdings steht in unserer Hausordnung, dass das Saugen während der Mittagsruhe nicht stattfinden soll. Außerdem saugt die gute Frau sehr leidenschaftlich. Alles was ihr im Weg ist, wird aus dem Weg geschubst oder hochgehoben und woanders hingeworfen (zumindest denkt man das anhand der Geräusche). Gegen Türen und Heizkörper donnert sie auch gern. Es ginge definitiv leiser...

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Vielleicht schaust du hier noch mal rein und hin ich nicht zu Spät mit meiner Antwort 😉

Wenn du schreibst das du 1 Zimmer schon komplett nicht mehr nutzen kannst, würd ich mich beim Mieterschutzbund informieren ob du evtl auch die Miete anteilig kürzen kannst.

Damit zwingst du dann die Vermieter um zu Reagieren , und musst du nicht ständig selbst mit den Leuten Zanken. Das macht ja das Wohnen in einem Haus nicht angenehmer wenn man sich mal trifft , im Flur o.d.

Allerdings würd ich erst das Schlichtungsgespräch abwarten, aber Informieren kannst du dich ja.

Viel Erfolg 🍀

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Danke für deine Antwort. Wir haben morgen ein Gespräch mit dem Mieterschutz und übermorgen das Schlichtungsgespräch. In der Zwischenzeit kamen jetzt noch ein paar Sachen dazu, bin gespannt wie das dann für uns ausgeht. Aber ehrlich gesagt glaube ich aktuell nicht, dass sich groß was ändert.

Eine Mietkürzung werden wir morgen definitiv ansprechen und uns dazu beraten lassen.

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Ich empfehle dir, das entsprechend zu dokumentieren.
Also wann halten sie sich nicht an Mittagsruhe und Nachtruhe. Wann sind wieviel Leute permanent da... etc.

Dass da dauerhaft 5 statt 3 Menschen wohnen finde ich im Hinblick auf die Nebenkosten Abrechnung auch nicht in Ordnung. Das würde ich auch beim Vermieter ansprechen. Am besten vorher andere Nachbarn mit ins Boot holen.
Und auch zum Lärm.. was sagen die anderen Nachbarn dazu, die z.b. neben der Familie wohnen? Die müssen doch auch gestört sein?

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Danke dir für deine Antwort. Wir führen ein Lärmprotokoll seit Dezember.

Die Nebenkosten werden zum Glück getrennt abgerechnet, das wäre ja noch heftiger sonst.

Die anderen Nachbarn sprechen uns auf das Verhalten der Familie an. Eine direkte Konfrontation trauen sie sich nicht. Sie bekommen aber auch nur einen Bruchteil des Lärms mit. Die Nachbarn, die über der Familie wohnen sind leider schwerhörig (oder zu deren Glück) und hören selbst nur sehr selten etwas. Wenn ihre erwachsenen Kinder zu Besuch sind, dann bekommen die aber den Lärm voll mit. Der Rest der Nachbarn wohnt quasi in der anderen Haushälfte und hören es hauptsächlich im Treppenhaus. Die Störung der Nachtruhe bekommen sie nicht so mit, da die Schlafzimmer alle in maximaler Entfernung zum Treppenhaus und den "Lärmzimmern" liegen 😒

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Ich würde nicht nur den Lärm der Mieter ansprechen, sondern unbedingt auch das Haus prüfen lassen. Eventuell kann man da etwas machen, das die Situation baulich verbessert.

Unsere letzte Wohnung war so hellhörig, dass man nicht nur normale Gespräche des Nachbarn über uns hören konnte, sondern auch seine Toilettengänge...Er hätte schon wirklich sehr still sein müssen, damit wir einigermaßen unsere Ruhe hätten haben können, aber das kann man ja auch niemandem zumuten. Also unbedingt die Bausubstanz hinterfragen!