Neuanfang

Hallo ihr Lieben,
ich suche nach Erfahrungen. Vielleicht mag ja jemand erzählen, der in einer ähnlichen Situation war.

Zur Situation: Ich bin momentan in Elternzeit, habe grundsätzlich einen gut bezahlten Job, der zwar recht selten ist, in einer größeren Stadt jedoch zu finden sein sollte.
Die Kinder sind noch klein, das älteste Kind hat noch ein Jahr bis zur Einschulung.
Mein Mann wird sich beruflich umorientieren, er hat eine Festanstellung, sucht sich aus verschiedenen Gründen nun was neues. Sein Job ist ebenfalls gut bezahlt und er findet leicht was neues. Der Job ist sehr gefragt.
Wir wohnen in einem kleinen Ort, hier wohnen wir, weil wir hier herkommen. Zwischendurch haben wir schon an anderen Orten des Landes gelebt, sind aber wieder in die Heimat zurückgekehrt, weil wir Kinder bekommen haben. Wir wollten näher bei den Großeltern sein.
Mittlerweile ist der Kontakt zu einem Großelternpaar abgebrochen, die andere Seite interessiert sich nicht und die Beziehung ist nicht gut. Wir sind also leider auf uns allein gestellt und haben keinerlei Unterstützung.
Grundsätzlich sind wir ja wieder hier, weil wir uns diese erhofft hatten. Ich hoffe, ihr könnt mir folgen.
So. Wir sind hier also nicht gebunden, haben kein Gefühl der Heimat.

Nun kam der Gedanke auf, wo anders neu zu beginnen. Es gäbe 2 Gegenden im Land, die uns besonders reizen würden.
Die eine Gegend ca 2 Stunden Fahrt von uns, die andere Gegend am anderen Ende des Landes.
Da uns nichts hält, ist der Gedanke durchaus vorhanden.

Wer hat es gewagt? Wer ist mit Kindern in ein fremdes Umfeld gezogen, wo er selbst keinen Menschen kennt? Wie geht es euch damit?
Ich suche nach Erfahrungen von Familien, als Single und kinderlos sind wir auch schon weit weg gezogen. 😊

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Hey, ich denke das ist auch eine Typfrage. Wenn, dann solltet ihr schnell handeln, damit euer Kind nicht aus der Klassengemeinschaft herausgerissen wird nach Einschulung. Das ist aber nur meine Meinung, viele Familien ziehen oft um und sind trotzdem glücklich. Da sind die Kinder dann meist sehr offen und kommunikativ, schließen schnell neue Freundschaften, sind selbstbewusst etc.
Wir sind nur 90km weit weg gezogen aus der Heimat, dachten auch es macht nichts aus. Wir haben zwar Kontakt zu den Großeltern in der Heimat und auch guten, aber ich muss auch sagen, dass mir die vertraute Umgebung fehlt. Ich bin dort aufgewachsen, ich verbinde meine Kindheit und viele Erlebnisse mit meiner Heimat, die Landschaft ist reizvoll...
Nun sind wir letztes Jahr in ein neues Haus gezogen 90km weit weg (Jobs aber in 20km Nähe) und naja. Wir werden uns wohl einleben auf dem platzen Land, aber wir finden es schon anstrengend neue Kontakte zu knüpfen. Die meisten in unserem Alter sind nicht mehr auf der Suche nach neuen Freunden, haben sich fest eingerichtet und ich bin nicht so eine Mami, die sich mit Mütterrunden trifft und nur über die Kinder quatschen kann.
Noch dazu gibts hier kaum Freizeitangebote. Haben wir alles gewusst, keine Frage, aber die Realität ist für uns ein wenig „schlimmer“ als wir es uns vorgestellt haben.
Extrovertierte Menschen werden es da evtl leichter haben (mal abgesehen von Corona).

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Danke für deine Erfahrung.
Darf ich fragen, warum ihr so weit weggezogen seit? Wie fühlt sich euer Kind/ eure Kinder im neuen Haus?

Ich muss sagen, ich glaube, ich hätte es in manch einer Hinsicht „leichter“ als du.
Unser Wohnort ist der meines Mannes, ich bin hier also gar nicht verwurzelt, keine Erinnerungen, die fehlen könnten.
Zudem sind wir alle sehr extrovertiert, inklusive des großen Kindes. Beim kleinen kann ich’s noch nicht beurteilen. 🙈

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Ich bin bisher mehrmals für einige Zeit im Ausland gewesen, aber immer mit dem Gedanken, wieder zurück zu kommen. Innerhalb Deutschlands habe ich immer in der selben Großstadt gelebt und fühle mich hier sehr wohl.

Ich glaube, wenn ich aus euren Gründen in eine andere Gegend ziehen wollen würde, würde ich mal einen etwas längeren Urlaub dort machen. Vorher schon mal "so tun, als ob", die Gegend etwas genauer eingrenzen und dann eine Ferienwohnung dort mieten oder so. Vielleicht hilft euch das bei der Entscheidungsfindung.

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Nur so aus Interesse: Welche Gegenden schweben euch denn vor?

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Danke für deine Meinung.
Ja, wenn man zufrieden ist in der Stadt, in der man wohnt, ist das toll. Das freut mich sehr für dich. So kommt man auch gerne wieder.
Dieses Gefühl fehlt mir hier leider. Ich habe mich an unserem letzten Wohnort um einiges wohler gefühlt.

Für uns würde zum einen das Drei Länder Eck, also die Gegend am Bodensee in Frage kommen und die Gegend um Hamburg rum.
Wir kennen beide Gegenden gut. Wobei wir klar zum Bodensee tendieren...

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Guten Morgen,

bei uns lief es etwas anders. Mit Anfang 20 haben wir unsere kleine Heimatstadt verlassen und sind in eine große Metropole (650 km entfernt) gezogen. Als das erste Kind ca. 2 Jahre alt war, sind wir wieder zurückgekommen. Dort haben wir uns aber plötzlich gar nicht mehr wohl gefühlt. Dieses kleingeistige, intolerante war nicht zu ertragen. Obwohl wir familiär dort von beiden Seiten viel Unterstützung hatten. Also ging es nach 1,5 Jahren wieder zurück. Dort kam Kind Nummer 2 und wir sind hier wirklich glücklich und angekommen. Und trotz der Distanz haben die Kinder zu den Omas und dem Opa einen sehr guten Kontakt. Telefonieren fast täglich, verbringen einen Teil der Ferien dort.

Liebe Grüße

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Hallo,
wenn, dann ja wohl jetzt. Dem kleinen wird es eh schnuppe sein und der Übergang von Kita zu Grundschule bietet sich an, da ist dann eh alles neu für alle Kinder.
Wir wohnen in der Nähe unserer Eltern - alle Großeltern und Urgroßeltern und Tanten und Onkels wohnen hier. Ich genieße dieses "Familienleben" unheimlich und sehe es als allergrößtes Geschenk für meine Kinder. Gerade, weil ich selbst immer eine kleine Familie hatte, genieße ich das Großfamilienleben von der Seite meines Mannes aus unendlich.

Trotzdem fühle ich mich deswegen manchmal "gefangen". Vor meinem Mann habe ich in den verschiedensten Orten Deutschlands und der Welt gelebt, zur Schule gegangen und studiert und auch wenn wir vor Corona sehr viel mit unserem Kird im Urlaub waren - ein echtes Leben ersetzt das natürlich nicht.

Insgesamt überwiegen für uns die Vorteile des Vor-Ort-Lebens jedoch deutlich, auch wenn ich mir das Leben früher NIE so ausgemalt hätte. Deswegen bleiben wir hier und sind auch glücklich. Wenn von den Familien allerdings so gar nichts kommt, kann ich verstehen dass man noch "mehr" will als das Kuhkaff wo man herkommt.
Von mir also ein ganz klares "Machen". Deutschland hat viele tolle Ecken!
Ich habe es als Kind, insbesondere als Teenie übrigens geliebt umzuziehen.

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