Umziehen? Dorf?

Hallo, wir wohnen aktuell in einer kleinen Stadt , aber einer Stadt, hier gibt's alles fußläufig, Lebensmittel, Rossmann, c U a, Cafés, Restaurant usw.
Kindergarten fußläufig, verschiedene Vereine für Kinder. Weiterführende Schulen.
Jetzt überlegen wir evt umzuziehen in ein kleines Dorf. Wir hätten ein Spielplatz im Wohngebiet, Kindergarten U Grundschule, im Ort, sowie einen kleinen Lebensmittelladen
Weiterführende Schulen und alles andere in der nächsten Stadt ca 20 min entfernt .
Mir ist klar das mir hier keiner was raten kann. Aber mir geht's um Erfahrungen von euch! Wer ist mit Kleinkindern umgezogen, wie war das??
Ach ja, Kinder sind 2 ( im januar3) und 4( im april5).
Danke schonmal!

1

WIr haben in einem kleinen Dorf gewohnt, bis wir Geschwistern alle auf einer weiterführenden Schulen waren. Denn dann ist jeder täglich gependelt. Wir zur Schule, Eltern zur Arbeit.
Ich würde es ehrlich gesagt nicht machen 🙈
Wir sind gerade auch auf Wohnungs/Haussuche und ja, kleine Dörfer haben auch was. Wenn ich aber daran denke, dass meine hauptsächliche Freizeitbeschäftigung später Taxifahren wird, dann doch lieber kein Dorf.
Die Kinder werden größer, wollen in Vereine, Freunde treffen, ausgehen,...

Überlegt euch was eure PRIoritäten sind :)

2

Hallo,

ich bin zwar mit Kleinkindern nicht umgezogen, sondern wohnte schon 3 Jahre vor dem ersten auf dem Dorf.

Die Nachteile, die ich im Gegensatz zu unserer nah gelegenen Kleinstadt sehe, sind:
- Für jeden Mist ins Auto setzen (wir haben keinen Laden im Dorf)
- Sonstige Freizeitaktivitäten sind rar
- Arztbesuche erfordern auch ein Auto

Die Vorteile sind für mich:
- Bei gleichen Wohnkosten größeres Haus / Garten
- Sehr ruhige Wohnlage, kein Durchgangsverkehr
- Die Kinder können (ab einem bestimmten Alter) alleine durch's Dorf zu ihren Freunden, würde ich in der Stadt vermutlich erst später erlauben
- Die Dorfgemeinschaft, der Zusammenhalt ist oft größer als in der "anonymen" Stadt.

Wir haben einen Kindergarten in 300m Entfernung, Grundschule (und die Turnhalle für den einfachen Vereinssport) ist im übernächsten Ort (mit Schulbusverbindung).
Weiterführende Schule ca. 30 Minuten mit dem Bus.

Gerade während der Schul- und Kindergartenschließung waren wir so froh, auf dem Dorf zu wohnen und einen großen Garten zu haben. Dank des guten Wetters konnten sich die Kinder dort dann doch einigermaßen austoben. Wäre je nachdem in der Stadt (evtl. sogar in einer Wohnung) sicher nicht gegangen.

Wir haben damals, als wir das Haus gesucht haben, ganz bewusst außerhalb der Stadt geschaut. Mein Mann und ich kommen beide vom Dorf, mochten es und wollten dies auch für unsere Kinder. Allerdings im vollen Bewusstsein, dass man diese später (Teenager) dann je nach Busverbindung auch durch die Gegend kutschieren darf/muss/sollte.

In der Kleinstadt suchen wir aktuell mittel- bis langfristig eine Eigentumswohnung, die zunächst meinen Eltern und später vielleicht uns selbst als Altersruhesitz dienen kann. Irgendwann möchte man dann doch nicht mehr ständig ins Auto steigen müssen.
Da ist das Angebot aber aktuell mehr als überschaubar...

LG Jolly

3

Wir wohnen so richtig auf dem Dorf, hier gibt es nichts😅
Die Kita und Grundschule, Edeka, HA, ZA, Bäcker, Metzger sind 6km entfernt in unserer Kleinstadt.
Busse fahren nur außerhalb der Ferien, aber es gibt extra einen Ersatz den kann man vorher anrufen.
Mein Mann ist LKW Fahrer und läuft zur Arbeit (150m), deshalb haben wir nur noch ein Auto, was wiederum kosten spart. Klar ist es nervig die große jeden Tag in die Kita zufahren und wieder abzuholen, aber wir wohnen gerne hier....
LG Nicole mit 💙33+0, Pia 4J und ⭐

4

Dorf ist nicht gleich Dorf.
Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen, irgendwann in die Großstadt gezogen und dann doch wieder auf das Dorf gezogen.

Es gibt Dörfer mit Null Infrastruktur und Dörfer mit großem Einzugsgebiet und entsprechenden Angeboten. Trotzdem geht es nicht ohne Auto. Fahrgemeinschaften helfen, dass man nicht zum Taxi der Kinder wird.

Spielplatz, Kindergarten, Bücherei, Hausarzt, Zahnarzt, Optiker, Logopäde, Metzger, Bank, Bäcker, Apotheke alles da schön zu Fuß. Supermarkt, Schreibwaren, Getränke, Bauer, nehme ich das Auto. Mit dem Fahrrad fehlt mir die Lust und die Ladekapazität. Vieles legt man einfach auf dem Weg zur Arbeit.

Für die Schule gibt es Busse. Grundschule ist im Nachbarort. Der Bus hält Mittags vor dem Hort. Weiterführende Schulen sind in der nächsten Stadt ca. 20 Min, OGS bei uns im Ort für alle.

Azubis können sich per App eine Mitfahrgelegenheit suchen.

Abends wird die Luft dünn für Jugendliche. Aber bis dahin nutzen die Kids die Freiheit. Oft ist es gar nicht bekannt, wo sich die Kinder ab Grundschulalter rumtreiben. Etwas altmodisch mit allen Vor- und Nachteilen.

Mein Mann kam von der Stadt, der fühlt sich hier wohl. Alles was es nicht gibt kann A... liefern, dafür kennt hier jeder jeden und wenn die Haustüre nicht abgeschlossen ist interessiert es niemanden.

6

"Dorf ist nicht gleich Dorf." lach :-)
s.u.

21

„ wenn die Haustüre nicht abgeschlossen ist interessiert es niemanden.“

Da hast du absolut Recht. Ich weiß nicht wie oft ich schon die Terassentür offen hatte oder mein Fahrrad draußen stehen hatte 😂 Es war immer alles da. Ein Mal hatte ich im Sommer vergessen mein Auto zu zu machen, also die Hintertür stand über Nacht komplett offen 😂 hat niemanden interessiert.

In der Stadt hat man mir in der 1. Woche mein Fahrrad aus dem Keller geklaut und die Schuhe vor der Haustür. Zudem saß mal ein Penner in meinem Auto, weil mein Mann vergessen hatte abzuschließen 🙄

5

Schwer, Dorf ist nicht gleich Dorf.

Ich habe inzwischen mein Elternhaus übernommen, das heißt ich lebe seit ich denken kann in diesem Kaff. Ich liebe das Landleben, ich brauche keine großen "Freizeitangebote", in Haus und Garten ist eh immer was zu tun, und die Kids toben hier noch nachtmittags draußen rum, Fenster auf und solang man sie hört ist alles gut :-)
Ich kann Dir aus meiner Kindheit sagen dass mich die Fahrerei in die Stadt nicht gestört hat, im Gegenteil, man traf die Freunde schon morgens im Bus, konnte quasseln oder sich nochmal die nicht verstandene Aufgabe erklären lassen. Ich finde als Kind ist man auch schnell selbständig wenn man mit dem Bus fahren muss.
Arzt im Ort ist nett, aber hier zb fahren inzwischen viele ins Nachbardorf weil unser Arzt dahingezogen ist und die halbe "Blase" mitgegangen ist.

7

Hi,

vorab: mein Mann und ich sind Dorfkinder. Mir waren schon Orte mit 7000 Einwohnern zu groß ;-)

Wir sind 2005 mit unserem damals knapp 2jährigen Sohn in unser Haus gezogen. Und im Prinzip beschreibst du die Situation in unserem Ort:

1300 Einwohner, Metzger und Bäcker mit angeschlossenem kleinen Lebensmittelladen / Getränkemarkt, div. Handwerksbetriebe, Blumenladen, 2 Restaurant und 1 Pizzeria, Arzt, 2 Physiotherapeuten, Kindergarten & Grundschule im Ort, verschiedene Spielplätze, Sportplatz vorhanden.

Wir würden niemals anders wohnen wollen. Unser Sohn wurde sehr früh selbständig, weil einfach alles fußläufig erreichbar ist, er konnte mit 3 alleine zum Bäcker gehen - der ist vielleicht 50m entfernt etc. Hier kennt man uns und wir andere mit Namen, unser Sohn ist ohnehin als "einheimisch" anerkannt und ich finde es schön, dass es eben nicht anonym ist.

Und ab der 5. Klasse finde ich es auch absolut zumutbar, wenn die Kinder den Bus zur Schule nehmen müssen. Klar, wir haben auch einen Sportverein, einen Schützenverein, Fußballverein, Jugendclub, etc., aber da unser Sohn sich für Handball entschieden hat, fahren wir ihn seit 12 Jahren ins Nachbardorf.

Unser Sohn (17,5 Jahre alt) plant schon, hier im Ort ein Haus zu kaufen, weil er hier nicht weg möchte bzw. hier seine "Basis" haben möchte.

Wenn es für euch ok ist, dass ihr ggfs nicht auf Öffis für die Kinder zurückgreifen könnt, selbst viel Zeit mit Fahrerei verbringt, euch Dorfleben gut vorstellen könnt - dann würde ich es machen. Biete eurer favorisierter Ort das nicht und ihr möchtet aber nicht zum Wocheneinkauf wegfahren müssen oder zum Essen gehen (dafür brauchen wir hier trotzdem ein Auto, da außerhalb gelegen) etc. , dann wäre eine Kleinstadt vermutlich die bessere Wahl.

Gruß
Kim

8

Wir sind mit kleinem Baby umgezogen. Aus einer Wohnung im Stadtzentrum einer Großstadt ins Haus in einem Dorf mit ca. 1000 Einwohnern.

Krippe, Kindergarten, Grundschule, kleiner Lebensmittelladen, Sportverein, Bauernhof. Ein Bus fährt jede Stunde. Die Nachbardörfer mit mehr Infrastruktur sind ca. 10 Minuten mit dem Auto entfernt.

Man braucht für alles ein oder zwei Autos. Schnell mal essen gehen oder holen ist auch vorbei: es ist umständlich und qualitativ nicht vergleichbar. (Geschäfts-)reisen mit Bahn/Flugzeug dauern länger, weil man erstmal irgendwie in die Stadt kommen muss.

Der positiven Unterschied ist für uns, abgesehen vom Platz im Haus, dass wir hier viel mehr Leute kennen als in der Stadt. Alles ist persönlicher, jeder kennt jeden. Es gibt viele Kleinkinder im selben Alter. Ältere Kinder können ohne Bedenken alleine raus.

Für uns war es die richtige Entscheidung. In der Corona-Zeit ist uns das nochmal besonders bewußt geworden.

9

Ich hab bis ich 3 Jahre alt war in einer Kleinstadt gelebt, meine größeren Geschwister waren da 5 und 7. Unsere Eltern dachten, sie würden uns damit einen Gefallen tun. Bis 9/10 Jahren war das auch alles noch ganz nett, aber danach ist es nur noch zum 🤢. Bus fährt nur einmal die Stunde und auch nur bis 17 Uhr. Man muss so viel laufen und Fahrradfahren egal bei welchem Wetter und Mama hat auch nicht ständig Zeit einen aus der nächsten Stadt abzuholen, weil dort deine gesamten Freunde wohnen. So ist man dann der, der immer als erstes gehen muss. Für Jugendliche ist Dorf einfach ungünstig. Ende vom Lied. Haus nach einigen Jahren verkauft, weil es von uns auch niemand je übernehmen wollen würde, weil keiner von uns je wieder im Dorf leben will.

10

Achso und "jeder kennt jeden" kann auch zum Alptraum werden, wenn ihr eine dieser Gemeinden erwischt wo man sich zu 100% anpassen muss, weil alles was etwas "anders" ist angefeindet und ausgeschlossen wird. Und das sind manchmal echt dumme Dinge. Mein Papa war unten durch, weil er nicht in den Schützenverein wollte. 🤷🏻

11

Ich bin in einem Dorf aufgewachsen und es war toll.
In unserem Dorf gab es ca. 20 Häuser, also ein richtiges kleines Dorf. Wir sind mit dem Schulbus zur Schule gefahren und ansonsten gab es keine Busverbindungen. Wir haben sehr viel draußen mit den anderen Kindern gespielt, es war toll. Als wir klein waren, waren Treffen mit anderen Kindern nicht so häufig aber da viele Kinder im Dorf waren, war das auch kein Problem. Als wir dann älter und auf der weiterführenden Schule waren, wurden wir gefahren und mit 14/15 haben wir dann den Mofa/Roller Führerschein gemacht und waren schon früh selbstständig. Wir sind auch viel mit dem Fahrrad gefahren oder sind zu Fuß in den Nachbarort zum Bus gelaufen.
Ich finde, wir sind viel selbstständiger gewesen oder sein müssen als die Stadtkinder.
Heute wohnen wir in einem Ort mit ca 2500 Einwohnern und können hier alles fußläufig erreichen. Diese Größe ist für mich das maximale wo ich leben wollen würde.

Top Diskussionen anzeigen