Kosten für Kernsanierung Fertighaus BJ 1978

Hallo Zusammen,
wir überlegen ein Schwörerfertighaus mit Baujahr 1978 zu kaufen (ca.160qm).
Allerdings tun wir uns schwer, die Kosten für eine Sanierung abzuschätzen.
Kennt sich hier jemand mit diesem Thema aus? Wir bräuchten eine ungefähre Einschätzung zu folgendem:

- Entsorgungskosten aktuelle Dämmung (Asbest belastet)
- Kosten neue Dämmung
- Dachsanierungskosten
- Kosten für neue Leitungen, die Wasserrohre sind verzinkt und es gab bereits einen Rohrbruch bei dem im Keller die Leitungen getauscht wurden
- Kosten fü neue Elektrik

Die Fenster sehen noch gut aus.

Danke schon vorab.
Viele Grüße, Fabi

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Moin Fabi,

da wird dir nur ein Sachverständiger helfen können. Das ist so umfangreich...... Allein die Asbest Entsorgung wird teuer werden.

Aber wenn ich mir das so durchlese..... Wenn das Haus nicht geschenkt wird, ist ein Neubau wahrscheinlich fast günstiger.......

Wie oben schon geschrieben--> Bausachverständiger, alles andere ist Glaskugel ...

Grüße
Ray.

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Das Haus ist über 40 Jahre alt. Sorry, aber das lohnt nicht. Das ist ein Fertighaus...und zwar nicht in Massivbauweise, sondern Holzständerbauweise.
Kurz gesagt, da ist schon geschenkt zu teuer, es sei denn das Grundstück ist es wert und es ist eine super Lage.
Ich würde von einem 6-stelligen Betrag ausgehen. Und das für ein Fertighaus, welches ohnehin am Ende seiner natürlichen Lebensdauer ist.
Wer weiß, was die Vorbewohner mit den Wänden angerichtet haben. Sind von außen laienhaft Löcher gebohrt wurden?

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Wir haben ein Haus saniert (neue Elektrik, neue Fenster, alles raus, neue Heizung, neue Fassade inklusive Dämmung, neue Bäder, neue Bodenbeläge, Wände neu verputzt, Wandheizung etc.) und neu bauen wäre vermutlich genauso teuer gewesen, vielleicht sogar günstiger.

Primär wegen der Entsorgung der alten Sachen (nicht benötigte Wände, Putz, Fliesen, Dämmung etc.). Entsorgung ist so unglaublich teuer. Und besonders heikel bei Dämmung, Asbest und Dachpappe. Aber auch Schutt geht so ins Geld und war immer ein blödes Gefühl, weil man quasi dafür bezahlt etwas weg zu kriegen...

Allerdings bin ich ein Fan davon alte Dinge zu erhalten, wenn möglich. Diese müssen aber auch so gebaut sein, dass sie auch lohnt es zu erhalten. Wir haben 2 dicke Mauerwerke mit Luft dazwischen (alte Hofwerkstatt). So massiv baut heute kaum noch jemand. Die Mauern waren in top Zustand. Das Klima ist super, besonders im Sommer ist es immer angenehm kühl.

Ich denke auch nicht, dass es sich für ein Fertighaus lohnt. Es sei denn ihr wollt das Grundstück unbedingt. Dann könntet ihr natürlich auch abreißen und neubauen. Habt aber auch die Entsorgungskosten und dann die kosten für die Genehmigung etc. eines Neubaus.

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Ich würde mir da einen Architekten ins Boot holen oder einen Bausachverständigen. 160 qm ist wahrscheinlich die Wohnfläche. Die sagt aber nix übers Haus aus: Dachform, wie viele Geschosse, wie viele Fenster mit welcher Größe, wie viele Bäder, Räume...

Asbestentsorgung kann ich dir vorab sagen, ist sehr teuer und darf nur von zertifizierten Firmen ausgeführt werden. Da kannst du nicht jeden x-beliebigen Handwerker nehmen. Auch wenn er vielleicht sagt er macht es. Lass dir auf jeden Fall später den Entsorgungsnachweis geben und bewahre den in den Unterlagen auf (falls jemand dich mal anzeigen sollte oder danach fragt).
Neue Dämmung kommt auf die EnEv (Energieeinsparverordnung) an. Vor 6 Jahren war der Richtwert etwa 100-120 €/qm (inkl. Oberputz und Anstrich). Kann jetzt aber deutlich mehr sein und ist ganz sicher auch regional sehr unterschiedlich.
Neues Dach kommt auf die Dachform und Größe an. Leitungen und Elektrik auf den Umfang.
Bei Kernsanierung würde ich sagen man kann den Kaufpreis bestimmt nochmal als Sanierungskosten rechnen. Wenn nicht sogar noch mehr.

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Ein so alte Fertigteilehaus würde ich lieber abreißen und neu bauen, das wird sinnvoller sein, ich denke es wird auch massiv an den Wänden ( Holzständerbauweise?) Was nachgebessert werden müssen. Bei einem Massivhaus würde ich das investieren aber nicht in ein uraltes Fertigteilehaus aus der Anfangszeit. Holt euch einen Gutachter, nur der kann zuverlässig sagen ob das sinnvoll ist und was es kosten wird.

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Danke Euch allen, ihr habt ehrlich gesagt mit Euren Antworten schon sehr weitergeholfen!
Das Grundstück wäre tatsächlich super, heutzutage ist es einfach schwierig etwas Gutes zu einem vernünftigen Preis zu bekommen. Ich stimme Euch zu, dass ein Sachverständiger sinnvoll wäre, aber ich schätze auch, dass wir in dem Fall lieber von einem Kauf absehen.
Vielen Dank nochmals an alle!

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Hallo!
Soll das Grundstück denn fix mit dem Haus verkauft werden oder ist ein Abriss denkbar.
Bei einem Grund für den wir uns interessiert haben war es so, dass der anfangs auch mit Haus angeboten wurde. So wurde er aber nicht angebracht. Die marklerin hat dann einen kV für den Abriss samt entsorgung eingeholt und dementsprechend sollte dann der Kaufpreis reduziert werden.
Was ich sagen will behaltet euch den Grund (wenn er euch gut gefällt) trotzdem im Auge oder fragt direkt nochmal bei der marklerin nach. Ich denke, dass viele das Haus abreißen würden und das ist ja dann wertmindernd und würde sich im Kaufpreis niederschlagen.
Lg

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Hallo,
ob das Haus wirklich in so schlechtem Zustand ist, wie hier einige vermuten, kann dir nur jemand mit Bauverstand bei einer Besichtigung vor Ort sagen. Eigentlich haben Schwörerhäuser diesbezüglich nicht einen so extrem schlechten Ruf.
Du schreibst es müssen Leitungen gewechselt werden, das ist grds. bei einem Holzständerwerk leichter als bei einen massiven Haus (apropos es gibt auch massive Fertighäuser). Interessant wäre ob es eine "Installationseben" in den Wänden gibt und freie Kanäle. Das sieht man aber in den Plänen.
Bei den Elektrikkosten verstehe ich euren Punkt nicht so ganz, sind denn "Aluleitungen" verlegt oder Leitungen mit zu geringem Querschnitt? Oder soll einfach der Kasten mit FI und bei einem Holzhaus Lichtbogenschutz ausgestattet werden?

Zur Außendämmung:
Ja kann teuer werden, wird aber gefördert. Man kein mE gut von außen mit Styropor günstig dämmen. Beim Dach ähnlich möglich, gleich auf PV und Solarerzeugung für die Heizung umrüsten, kann sich schnell rentieren, muss aber nicht.
Ein Wasserrohrbruch kommt immer wieder vor, auch die aktuell hochgepriesenen Verbundleitungen sind davon nicht gänzlich verschont.

Was mE interessant ist: hat das Haus einen Keller? Wenn ja welche Bauweise. Gibt es Raumluftbeastungen ... . Auch ein guter Planer kann das ermitteln und euch die Kosten "vorkalkulieren".

Gruß

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