Fernbeziehung - Zweitwohnsitz jeweils beim Partner

Hallo und guten Morgen!

Mein Partner und ich sind seit ca. 1,5 Jahren zusammen. Während am Anfang alles harmonisch war und wir total verliebt jeden Weg in Kauf nahmen, gestaltet sich unsere Partnerschaft mittlerweile sehr schwierig. Wir waren auch bereits schon getrennt.

Er wohnt und arbeitet in Dresden. Ich wohne und arbeite in Chemnitz. Das ist keine sonderlich große Entfernung, aber im Alltag gestaltet sich das schwierig; zumal wir beide jeweils 2 Kinder aus vorangegangener Ehe mitbringen.

Nun ist es so, dass er damals nach Chemnitz ziehen wollte - hat jetzt jedoch Aussicht auf Wechselmodell und würde dies gern auch beanspruchen. Ich stehe da voll dahinter, da ich es sehr gut finde, wieviel im seine Kinder (7 und 9) wert sind.

Ich kann unmöglich nach Dresden ziehen - so sehr ich diese Stadt auch liebe. Ich bin Rückkehrer; weiß also wie schwer ein Leben mit Kindern in einer anderen Stadt ist, wo keine Familie helfen kann. Meine Jungs (9 und 11) haben hier ihren Lebensmittelpunkt; spielen beide Handball im Verein; der Große ist noch dazu Asperger-Autist. Da kann ich nicht einfach umziehen und ihnen so viel Veränderung zumuten.

Diesen Umständen geschuldet, kam es irgendwann zu Differenzen, da wir uns nur noch 1x pro Woche (teils länger nicht) gesehen haben. Man hatte einfach nicht mehr das Gefühl ein gemeinsames Leben zu führen. Hinzu kommt, dass er 600 EUR Unterhalt an die Kinder zahlt und nur noch seinen Eigenbedarf (nicht mal den - der läge bei 1.180 EUR für ihn und er hat vllt noch 1.100 EUR zur Verfügung) hat. Davon ist eben leider bei Mietzahlung und und und die ständige Fahrerei nach Chemnitz und zurück nicht drin. Zumal dies ja als "Privatvergnügen" zählt und der Arbeitsweg somit nicht versichert wäre. Ich habe etwas mehr Geld - mich würde das nicht sonderlich stören, solange es nicht täglich ist.

Nun ja, nach mehrmonatiger Auszeit haben wir nun beide gemerkt, dass eine Trennung für uns jedoch auch keine Lösung ist und suchen nun nach Möglichkeiten.

Fest steht: solang die Kinder noch so "klein" sind, kommt ein Zusammenzug nicht in Frage. Das ginge frühestens ab Ausbildung - bei mir vllt noch so 6 Jahre #augen

Man muss sich ja nicht täglich sehen - mögen beide unsere Freiheiten und haben viel zu tun - aber man hätte einfach dennoch ein bisschen mehr Nähe und das Gefühl seine Leben miteinander zu teilen.

Mir kam jetzt die Idee, dass es vllt sinnvoll wäre, wenn jeder seinen Zweitwohnsitz beim Partner anmeldet. Hierbei kommen jetzt zwei Überlegungen in Betracht, worüber ich keine genauen Angaben im Netz finde:

1) Gilt in diesem Fall der Fahrtweg zum Zweitwohnsitz als Arbeitsweg und ist somit versichert?

2) Könnte man hierfür einen Lohnsteuerfreibetrag geltend machen? Angenommen man legt fest, dass man auf jeden Fall 10 Tage im Monat zum Zweitwohnsitz fährt und von dort aus auch wieder auf Arbeit?

ODER: Hat jemand eine bessere Idee oder ähnliche Erfahrungen? Wie habt ihr das gelöst?

Vielen lieben Dank für eure Antworten und einen tollen Tag.

LG Amanda #winke

Hallo

Dresden und Chemnitz erheben beide eine Zweitwohnsitzsteuer.
http://www.dresden.de/de/rathaus/dienstleistungen/c_zweitwohnungssteuer.php

http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/buerger-rathaus/aemterservice/zweitwohnungssteuer/

da würde ich mich erst mal erkundigen was da auf Euch zukommen würde und wie man das regeln kann.

Ich sehe grad keinen anderen Lösungsansatz als in den sauren Apfel zu beißen und dass einer von Euch beidem umzieht, ggf. auch nur in die Mitte, dass der Fahrtweg so gering wie möglich bleibt.

LG

Wollt ihr wirklich zusammen Leben? Genießt doch die Zeit in der ihr euch seht .
Wenn weder du noch dein Partner kompromisse eingehen wollt, wird es nicht anderes gehen. Ich kenne einge Partenr in denen es so geht.Eine Freundin hat einen Freund in Oberammergau . (Das ist von Schleswig Holstein ganz schön weit).

Also ich kenne eine Zeitwohnung nur wenn der Arbeitspaltz sehr weit weg ist. Mein Mann war beruflich oft weit weg. Er hatte einen Zweitwohnsitz und wir haben uns nur am Wochende gesehen. Hat bei uns funktoniert.

Ich kann mir ein solches hin - und her. Ich da , Kinder da , Partner da, Expartner, Kinder da, Kinder beim Partner sehr schlecht vorstellen. Die Kinder werden Jugendliche und was möchten sie denn? Ich müßtet ja auf jedenfall eine Wohnung haben in der mindestens 1 Mensch/ 3 Menschen dazukommen können. Wie stellst du dir das Praktisch vor?

Danke erstmal für deinen Kommentar :-)

Also wie gesagt, wir wollen sehr gern zusammen ziehen, aber es geht einfach nicht wegen den Kindern - auch die Mitte wäre nicht machbar. Er hofft eben auf das Wechselmodell und ich möchte ihm das nicht ausreden .... es ist nur so, dass er das nach jetziger Lage niemals bekommen wird. Seine Exfrau ist wirklich ne Furie und trägt ihren Frust auf dem Rücken der Kinder aus - das tut hier aber nix zur Sache.

Wenn er das Wechselmodell nicht bekommt, stünde einem Umzug nach Chemnitz ja so rein gar nichts im Weg. Seine Kinder mögen mich. Die Kleine ganz besonders und meine Kinder mögen ihn auch sehr. Das ist ja schon mal das Wichtigste!

Momentan lebe ich in einer schönen 4-Raum-Wohnung, wobei jedes Kinderzimmer mit einem riesigen Hochbett ausgestattet ist. (Decken sind 4m hoch)
Dort könnte mein Partner locker mit einziehen - die Möglichkeit übers Wochenende seine Kinder zu nehmen, besteht dort auch. Für ein Wechselmodell käme Chemnitz ja keinesfalls in Frage. Außerdem könnte er in Chemnitz sofort in einer Firma anfangen.

Er lebt aktuell in einer Zweiraumwohnung - will aber umziehen, damit sich alles besser managen lässt (auch in Bezug auf das geplante Wechselmodell).

Meine Kinder wünschen sich einen Zusammenzug - aber eben in Chemnitz - was ich verstehen kann .... und die Kinder stehen nun einmal an erster Stelle.

Meine Schwester hat 6 Jahre lang eine Fernbeziehung über 500 km geführt bevor sie ihr Studium abgeschlossen hat und dort hingezogen ist.
Da werdet Ihr es doch sicher schaffen, 80 km im Rahmen einer Wochenendbeziehung zu führen.
In der Woche sehen sich Paare, die zusammen leben, auch oft kaum - von daher....

Liebe Amanda,

einen wirklichen Tipp im Forum zu bekommen, ist verrmutlich wirklich schwer. Ich würde mir große Blätter nehmen, jede denkbare Situation drauf schreiben und dann prüfen, welche Hürden im Wege stehen. Dann würde ich jede Hürde daraufhin prüfen, ob und wie man sie überwinden kann.

Ich würde also prüfen, was passiert, wenn er bei Dir wohnt. Dann wird's Wechselmodell schwierig. Aber könnte er nicht auch mit den Kindern bei Dir sein und täglich zur Schule und danach zur Arbeit nach Dresden fahren? Das bringt ihm bis auf weiteres viel Unruhe in den Tag, doch kommt er abends dann wirklich "ZU HAUSE" an und nicht wieder an einem Ort, wo er eigentlich nicht sein will, weil er bei Dir sein will. Vielleicht geht aber auch eine geplante Zweisamkeit. Vielleicht ist es für Euch als Zwischenlösung wirklich gut, ein oder zwei mal in der Woche eine Betreuungsperson für die Kinder zu buchen, damit Ihr die Zeit gemeinsam als Paar genießen könnt, zusammenrückt und zusammenwachst, ohne dass ihr an diesem Abend auf die Kinder und deren berechtigte Bedürfniss achten müsst. Vielleicht ist auch sinnvoll, mal über eine Immatrikulation an einer Hochschule nachzudenken. Ich kenne durchaus Leute, die eben gerade wegen des sachsenweiten Semestertickets an der TU Chemnitz eingeschrieben sind, ohne eigentlich zu studieren. Als Erststudium fallen dann irgendwie 250,- Euro Semestergebühren an. Dafür fährt man dann aber ein halbes Jahr lang kostenlos Nahverkehrszüge in ganz Sachsen. Ich weiß gerade nicht, ob man sich inzwischen auch ohne Abitur zu einem Probe-/ Gaststudium einschreiben kann. Prüfen kann man's ja!

Zu Deiner Frage bezüglich der Zweitwohnung antwortet das Steuergesetz übrigens ganz klar in § 9 EstG: "Hat ein Arbeitnehmer mehrere Wohnungen, so sind die Wege von einer Wohnung, die nicht der ersten Tätigkeitsstätte am nächsten liegt, nur zu berücksichtigen, wenn sie den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers bildet und nicht nur gelegentlich aufgesucht wird." Das bedeutet wohl, dass die Zweitwohnung nur dann als Beginn des Arbeitsweges gilt, wenn Dein Freund dort seinen Lebensmittelpunkt nachweisen kann. Ob das dann wieder mit dem Wechselmodell vereinbar ist, kann ich nicht sagen.

Schließlich verstehe ich Deine Sorgen, nach Dresden zu ziehen, sehr gut. Wir selbst wohnen in Chemnitz und haben absolut keine Verwandten in der Nähe. Mit unsren 5 Kindern sind wir arg gefordert und suchen seit langem andere Familien zum gegenseitigen Kennenlernen, so dass wir uns wechselseitig mal die Kinder einfach "überlassen" können, wenn mal Not ist, was zu erledigen. Wir sind dabei auch noch nicht so weit, wie wir sein möchten, da wir erst seit einem halben Jahr wieder in Chemnitz leben - aber wir hoffen, dass es uns bald gelingt, in einem Netzwerk verankert zu sein, mit dem man auch ohne Verwandte in fremder Stadt klarkommt. Vielleicht ist es also eine Option, dass Du doch prüfst, wieder nach Dresden zu gehen. Vielleicht aber auch machst Du das erst dann, wenn Du mit Deinem Partner eine Weile geprüft hast, welche Unterstützungsmöglichkeiten, Netzwerke etc. in Dresden bestehen. Es kann auch sehr wertvoll für eine Partnerschaft sein, wenn die Partner eine gemeinsame Aufgabe haben.

SOOOO ... Genug. Vielleicht findest Du Ideen in meinem vielen Text oder hinterfragst noch etwas. Und nun Werbung in eigener Sache ... Ich freue mich über Menschen, die Lust haben, in Chemnitz ein Familiennetzwerk aufzubauen, sich gegenseitig zu besuchen, die Kinder gemeinsam toben zu lassen und so etwas mehr Freiheit für die Eltern zu gewinnen, auch wenn mal wieder keine Verwandten da sind oder Zeit haben ... Solche Familien finden sich zwar durchaus, doch muss es auch passen - also wir sind Montessori-Eltern und haben tolle, selbstbewusst, durchaus erzogene, aber auch Kinder, die ihren Willen haben dürfen, denn es sind gleichberechtigte Menschen, die Grenzen brauchen, an den Stellen, wo sie sich selbst oder andere in Gefahr bringen.

Herzliche Grüße

Matthias

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