Traumhaus geschenkt, aber inkl. Schwiegervater

Hallo liebe Urbiagemeinde,

ich bin in einer schwierigen Situation und hoffe auf Tipps und Meinungen.

Wir wohnen zur Miete in einer drei Zimmerwohnung. Früher oder später müssen wir uns was überlegen, weil der Platz auf Dauer nicht reicht, bzw ein Zimmer fehlt.

Wir haben dann einen Bauplatz, aber meine Mann ist kein Freund von Neubaugebieten und uns schrecken die Schulden ziemlich ab. Gebrauchte Immobilien gibt es hier kaum und wenn dann außerhalb der Stadt. Wir schauen seit Jahren und bis jetzt war nichts dabei was annähernd in Frage kommen würde:-(.

Jetzt ist es so, dass mein Schwiegervater vor zehn Jahren ein Haus gebaut hat, ein absoluter Traum. Total groß, schöner Garten, die Nachbarn sind super und eine absolute Traumlage. Mein Mann könnte auf die Arbeit laufen, ich bräuchte fünf Minuten mit dem Rad, Kiga, alles in der Nähe.

Und jetzt hat mein Schwiegervater gefragt, ob wir sein Haus wollen. Im Gegenzug müssen wir uns um ihn kümmern. Er hatte einen schweren Unfall vor fünf Jahren. Ich bin selbst aus der Pflege, kann also den Aufwand gut abschätzen. Es geht hauptsächlich um das Essen, Wäsche waschen. Putzen übernimmt er in seinem Teil des Hauses fast komplett. Baden macht eh schon mein Mann, seit vielen Jahren.

Ich bin völlig überfordert. Was würdet ihr machen?

Viele Grüße, Anni

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Hi,

Das ist doch erstmal ein gutes Angebot.

Kommst du gut mit deinem Schwiegervater aus. Ich finde die Familie sollte zusammenhalten. Ich hatte damit kein Problem wenn's nur ums kochen und Wäsche geht.

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Mehr ist es momentan nicht. Also, man weiß ja nie was noch kommt...

Ich mag ihn sehr gerne, allerdings sehe ich ihn natürlich auch nicht täglich. So einen Lebensstandard könnten wir unseren Kindern so nicht bieten.

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da du aus der pflege bist kennst du ja das risiko das da kommt, klar kann es ganz lange ganz prima so weiter kaufen, aber natürlich kann es auch ganz schnell schlechter werden im alter. wir haben schwiemu auch bei haus, und es versteht sich von selber dass wir uns kümmern, mit den geschwistern zusammen, aber wir wohnen halt am dichtesten dran. für die körperpflege würde ich jemanden kommen lassen, das könnte ich glaub ich nicht, aber haushalt und kochen würde ich schon übernehmen für ein schönes haus, selbst wenn putzen dazu käme... bzw würde sich dafür dann sicher auch eine bezahlte putzhilfe finden, wenn man dafür jahrzehnte die miete gespart hat...

also ich denke das könnte für beide seiten ein guter "deal" werden... wobei ich ja nicht weiß wie alt dein schwieVa ist und wie viel ihr da einplanen müsstet...

außerdem: wie wären denn die wohnungen getrennt? mehr als die küche würde ich nicht teilen wollen, und das auch nur, wenn MEIN wohnraum ein anderer ist. wir haben hier ja wohnküche, und da den ganzen tag schwiemu/Va sitzen haben wäre schon anstrengend und würde auf lange sicht sicher probleme bringen... aber wenn jeder seinen bereich hat wo der andere um erlaubnis fragen muss kann das gut klappen.

lg gussy

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Hallo Anni,
ich würde es NIE machen.

Aber es geht um Dich.

Fährst Du/Ihr gerne zu ihm?
Sind die Gespräche/Stunden total nett?
Wart Ihr schonmal länger, als nur Geburtstage zusammen, evtl. 14 Tage Urlaub?
Aufbrausend, Choleriker etc.?

Ich würde nicht mal Gegenüber von Irgendwelchen Eltern oder Schwiegereltern wohnen.

Wir haben 400 m zu meinen Eltern und das ist gut so. Kann keiner uns dauerbeobachten.

Überleg es Dir sehr sehr gut.

Wir hatten die Oma als Pflegefall. Seitdem sag ich, lieber nur 1 Zimmer/Wohnklo, als so was nochmal. Die war aber auch eine sehr böse Frau. Wir haben alle unter Ihr gelitten.

Gruß Claudia

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Genau davor habe ich Angst. Meine Tante pflegt meinen Opa seit zehn Jahren und mittlerweile hassen sie sich bis aufs Blut und wünschen sich gegenseitig die Pest an den Hals. Er ist Ende 50. Es ist also nicht irgendwie "absehbar".

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Hallo,

womit genau bist Du überfordert?
Ich würde es machen wenn ich es körperlich und seelisch schaffen würde, allerdings würde ich schriftlich festhalten wieviel Pflege übernommen wird.
Dass er mit isst, ist doch weniger schlimm. Eine Mahlzeit mehr eben. Ihr werdet ja auch regelmäßig essen.
Wäsche waschen, das macht die Maschine ja von selbst, wäre also zu schaffen.

Möchte er allerdings 24 Stunden Betreuung, dann würde ich es nicht machen.
Was ist mit Urlaub? Ihr werdet ja auch mal wegfahren wollen!

Was sagt Dein Mann?

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Mein Mann würde Morgen einziehen. Er hat eh ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber glaube ich. Wir haben uns ziemlich zurück genommen die letzten Jahre.

Wenn wir Urlaub machen müsste er in Kurzzeitpflege, das wäre eine Bedingung von mir!

Wenn es meine Mama wäre würde ich keine Sekunde überlegen...

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ICH würds sofort machen.
Schwieriger fänd ich persönlich es, wenns meine eigenen Eltern wären.

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Echt jetzt?? Warum?

Denkst du nicht, dass "Fremde" schneller nerven?

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Ich hab bei Nichtfamilienmitgliedern halt einen größeren emotionalen Abstand - jetzt mal rein von der Pflege her gesprochen.

Ich komm mit meinen Schwiegereltern gut klar, daher könnte ich mir das in unserer Situation ganz gut vorstellen.

Mein eigener Vater würd mir glaub ich schneller auf den Keks gehen *g*

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Würde ich NIEMALS machen...

Meine Eltern haben es gemacht. Nun haben sie meine Oma... Meine Oma KÖNNTE noch viel selbst machen. Früher war sie auch eine nette Oma. Heute ist sie ein herrischer Hausdrache und meine Mutter bereut das sie jemals diesem Deal zugestimmt hat.
Meine Oma macht nichts. Gar nichts. Sie wirft meiner Mutter die gebrauchten Einlagen vor die Füße oder hängt es auf das Treppengeländer. Meine Mutter muss jeden Handstreich für die Oma machen. Denn sie jammert, das ihr dieses und jenes weh tut-und somit kann sie nicht mal Kaffee selbst machen.
Durch ihre Faulheit und Bequemheit ist sie in den letzten Jahren zu einer sehr sehr dicken Frau mutiert. Ärzte sagen sie muss abnehmen und sie soll sich bewegen. Doch sobald meine Mutter beginnt an der Ernährung zu schrauben oder sie zum Spaziergang bewegen zu wollen wird meine Mutter dumm angemacht. Oma ist nicht mal richtig in der Lage in die Dusche einzusteigen und sich zu waschen weil sie durch ihre Körperfülle die Beine nicht richtig haben kann. All das muss meine Mutter machen...

All das war vor Jahren nicht abzusehen. Und sie dreht alles so geschickt, das entferntere Verwante ihr auch glauben... Doch Freunde, Nachbarn, der Hausarzt und wir sehen das sie einfach nur zu faul ist.
Ich habe selbst mittlerweile eine extrem schlechte Meinung von meiner Oma.

Ach ja- ein richtiges Eheleben-Zweisamkeit...kennen meine Eltern nicht mehr, da Oma fordert, das meine Mutter die Zeit abends mit ihr verbringt. Ansonsten bockt sie und ist depressiv. Weggehen können sie auch nicht, denn da bekommt Oma den nächsten Anfall von Depressionen...
Selbst die Sanitäter, die Oma vor einigen Tagen ins KH brachten meinten nach 10 Minuten fahrt, das sie eine sehr schwierige Person ist (dezent ausgedrückt)

Meine Eltern befinden sich durch den Vertrag leider in der Position, dass sie sich nicht trauen "aufzumucken". Sie lassen alles mit sich machen...

Für meine Eltern wünsche ich mir, dass das alles schnell ein Ende nimmt..... damit meine Eltern nach 30 Jahren (solange ist der Vertrag geschlossen) endlich wieder leben können...

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Oje, das ist ja grausam!!

Danke sehr, für deinen Bericht!

Meine Mutter sieht das auch so. Sie sagt, dass ich es büßen werde. Evtl. Jahrzehnte.

Ich weiß echt nicht weiter.

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Es hörte sich bei meinen Elternvor 30 Jahren scheinbar alles so toll an....

Und man kann ja nicht jedes Detail in den Vertrag aufnehmen... Vor allem habe ich es oft mitbekommen- wenn meine Mutter dann mal was gegen Oma sagt dann kontert Oma mit "hol mal den Vertrag vom Hausüberschreiben und schau was ihr unterschrieben habt"....

Klar würde es vielleicht andere Wege geben. Ich sag immer zu meiner Mutter das sie jemanden vom Medizinischen Dienst holen soll. WENN meiner Oma eine Pflegestufe zugesprochen wird, dann soll meine Mutter die Tätigkeiten übernehmen, die dieser Pflegestufe entsprechen... Wenn nicht dann kann sie sich gegen Oma auflehnen... Doch es ist ein Unterschied ob man sich gegen fremde Menschen auflehnt oder ob es gegen die Schwiegermutter/Mutter ist...

Meine Eltern sind jedenfalls gefangen in ihrer Situation. In diesem Haus ist eine gespielte Freundlichkeit der Oma gegenüber. Jeder tut so, als ob er diese Frau leiden kann... Doch keiner würde ihr eine Träne nachweinen....

Es ist hart, das alles so zu sagen. Doch ich bin fest davon überzeugt, das sich alle anders Entwickelt hätten, wenn es diesen Vertrag-sich um einen Menschen zu kümmern- nicht gegeben hätte.

Was vorher als Selbstverständlichkeit angesehen worden wäre ist jetzt eine Pflicht... Und wenn dann der "zu verpflegende" noch diese Machtposition ausnutzt...

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Hallo,

es ist eine schwierige Frage.
Wenn dein S.papa ein ruhiger angepasster Mensch ist, der freundlich ist, warum nicht.

Unsere Nachbarn, sie sind zwar schon über 60 Jahre alt, wohnen auch mit ihrem, der lange über 90 Jahre ist,zusammen. Reibereien gibt es eh öfters, kann ich mir vorstellen.

Es kann sein ,dass dein S.papa noch lange Pflege braucht, er kann noch lange leben.

Könnt ihr es euch vorstellen, immer für ihn da zu sein? Abgesehen davon, man könnte ihn in eurer Urlaubszeit so lange in ein Heim geben. Das kenne ich auch.

Wenn jeder von euch einen eigenen Wohnraum behält und darin walten kann, wie er will und den anderen so akzeptiert, wie er ist und was er für richtig hält, ist alles O.K.
Das wäre wichtig. Wohnraum und Küche zusammen könnte ich mir nicht vorstellen.

Macht doch mal 1 Woche auf Probe dort Urlaub. Dann wisst ihr vielleicht mehr.:)

LG Lotta

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Den Wohnraum möchte ich auf keinen Fall teilen. Das geht finde ich gar nicht.

Ich müsste dann nicht mehr arbeiten gehen und wir könnten ordentlich Geld sparen. Finanziell gesehen spricht alles dafür. Auf der anderen Seite ist mir das nicht besonders wichtig, ich denke da hauptsächlich an die Kinder.

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Hallo Anni,

Traumhaus klingt erstmal toll. Und wenn Du dafür nicht einmal zwingend arbeiten gehen müsstest- scheinbar noch besser.

ABER: es wäre in den nächsten zwanzig, dreißig Jahren nicht EUER Haus, sondern Dein Schwiegervater wäre IMMER dabei. Ihr würdet Euch womöglich ständig nur "zu Besuch" fühlen. Privatsphäre wäre Mangelware und Dein Schwiegervater würde sich im Laufe der Zeit möglicher Weise in alles einmischen, auch ungefragt. Sowas wird leider oft zum Selbstläufer. Ebenso die Dinge, die Ihr für ihn erledigen würdet. Nur Kochen/Essen und Wäsche klingt so harmlos und unkompliziert, ich fürchte, das würde schleichend immer mehr (putzen, einkaufen, aufräumen, ständig Gesellschaft leisten, ihn mitnehmen, wenn Ihr Besuch habt, sitzt er daneben, ...). Des Weiteren könnt Ihr überhaupt nicht abschätzen, wie sich die psychische Konstitution Deines Schwiegervaters entwickeln wird. Auch, wenn er aktuell recht nett und unkompliziert ist, kann sich das bereits in den nächsten Jahren (ggf. auch aufgrund seiner Krankheit/Handicaps durch den Unfall) drastisch ins Negative verändern. Sowohl die räumliche als auch die emotionale Distanz würde sich im Laufe der Zeit auflösen.

Fazit: mein Mann und ich würden das niemals tun. Dann lieber glücklich und in Ruhe in einer Mietwohnung, als unter solchen Bedingungen in einem Haus!

Viele Grüße & alles Gute für Eure Entscheidungsfindung!

Kathrin

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Hallo Kathrin, das hast du echt gut auf den Punkt gebracht. Fakt ist auch, ich liebe meine Wohnung!! Ich habe allerdings immer im Hinterkopf, dass wir irgendwann raus müssen. Und dann?

Mein Sohn kam neulich aus dem kiga und meinte, dass Mara ihn ausgelacht hat, weil er keinen Garten hat (wir haben aber eine sehr schöne Terasse)!! Beide sind drei. Dann bekomme ich ein schlechtes Gewissen meinen.Kindern gegenüber:-(.

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Hallo nochmal,

für eine Dreijährige ist das wirklich krass- und ich kenne das so nicht. Weder in dem Alter, noch von älteren Kindern. Und weder beruflich noch privat. Dabei wohnen wir selbst auf dem Land und hier haben die meisten Familien ein eigenes Haus. Trotzdem werden die Kinder, die in einer (Miet-)Wohnung leben, nicht ausgelacht.

Aktuell solltest Du kein schlechtes Gewissen Deinen Kindern gegenüber haben. Aus den genannten Gründen ist es jedoch leider durchaus möglich, dass Du es nach einem Umzug ins Haus Deines Schwiegervaters eines Tages haben wirst/musst.

Letztlich könnt nur Ihr beide, Dein Mann und Du, diese Entscheidung treffen. Überlegt sie Euch gut!

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Hallo,

ich würde es machen, wenn es einen "Vertrag" zwischen Euch gibt, der alles zwischen Euch regelt und der Euch offen lässt im schlimmsten Fall auch einen Pflegedienst hinzu zu holen, wenn Du die Pflege, warum auch immer, nicht mehr leisten kannst oder willst.

Wenn es finanziell machbar ist, sollte man sich die Einliegerwohnung evtl. für eine private Pflegekraft leerstehen lassen. Kosten könnte man schlimmstenfalls teilen bzw. mit Pflegestufe abdecken.

LG

Alexandra

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Das wäre auch eine Möglichkeit. Er hat ja eine Pflegestufe und die Leistungen würden bezahlt werden.

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Ist doch alles bestens, machst noch nen eigenen Pflegedienst auf und rechnest die Pflege mit der Kasse ab ;)

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Das Pflegegeld würden wir ja sowieso bekommen;-).

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Hallo,

da bist du aber im Irrtum: das Pflegegeld steht IMMER dem zu PFLEGENDEN zu und was derjenige damit macht, bleibt ihm überlassen.

Ach ja, stell es dir nicht so einfach vor, einen Angehörigen zu pflegen. Ich weiß wovon ich spreche. Ich habe meinen Mann zu hause gepflegt, mit einem Pflegedienst zusammen. Aber ich war nach 3 Wochen (länger war mein Mann nach 7 Monaten Intensivstation nicht mehr bei mir) total überfordert. Ich musst in der Nacht mehrfach aufstehen, meinen Mann absaugen, habe extrem unter Schlafmangel gelitten, konnte nicht mehr außer Haus gehen, da mein Mann 8 x am Tag Medikamente nehmen musste, möglichst Uhrzeitgenau, die künstl. Ernährung musste neu angeschlossen werden usw.
OK, es ist jetzt ein Extrembeispiel, aber es KANN auch für dich so kommen.

LG

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