Autisten in der schule

hallo,

meine tochter geht ja nun in die 1. kl volksschule als integrationskind und ihre autistischen züge verstärken sich soweit, daß man wohl sagen muss, sie ist autist...

mich würde interessieren, wie es euren autisten/ schwer wahrnehmungsgestörten kindern geht.
bekommen sie regellehrplan oder wie meine madame sonderschullehrplan in allen fächrern?
wie gehts ihnen in den pausen oder wenn in der klasse ein kreis gebildet werden soll...oder im turnunterricht?

ich hab heute mit der sonderschullehrerin gesprochen und erfahren, daß meine kleine sich oft unter den tisch setzt, die ohren zuhält oder wegrennt, bzw immer am rand steht.
sie hat enorme orientungsprobleme, die sich von "wo beginne ich bei der nummer im buch zu arbeiten" über tafelabschreibprobleme bis hin zu rückzug am pausenhof ziehen....

was kann ich tun, wie gehts weiter?


lg elke

1

Hallo!

Wir hatten in unserer Grundschule auch einen Autisten als Integrationskind. Er hatte über alle vier Jahre einen Sonderschullehrplan und zusätzlich eine Integrationshelferin, die die ganze Zeit über bei ihm war. Ohne wäre es aber auch nicht gegangen, da er wohl zu den schwereren Fällen zählt.

Gruß, Lena

2

und wie war das beim verhalten?

unser tag beginnt mit gebrüll, weil sie nicht aufstehen will udn sich nciht anziehen mag. dann verweigert sie das frühstück und es maacht viel überzeugungsarbeit, tricks udn konsequenz nötig, daß wir sie überhaupt so weit bringen, daß sie schulfertig wird...
heute ist sie dem fahrer des fahrtendienstes, der sie in die schule bringt davongelaufen...
andlich angekommen sitzt sie eben mit zugehaltenen ohren unterm tisch, brüllt, lass mich in ruhe, rennt davon oder steht in einem eckerl...
nicht immer natürlich aber schon...wenn ein kreis gebildet werden soll hinten in der klasse, ist das für sie schon wieder sehr schwer und diverse spiele die mit bewegung und lärm verbunden sind muss die lehrerin abbrechen, weils miriam zu viel ist...

dabei sind in ihrer klasse nur 19 kinder (16 gesunde, 3 i-kinder) udn 2 lgute, engagierte udn verständige lehrerinnen....

die leistungen sind rein vom kognitiven her nicht massiv schlecht, sie braucht nur mehr erklärung, ist langsamer udn schafft nur die hälfte ca vom pensum...das ist auch alles sehr ok, aber die allgemeine überforderung belastet sie udn usn alle doch schon sehr...

hat jemand noch tipps?

lg und danke!



3

Hallo wallbreaker,

ich wollte eigentlich nur mal wieder grüßen - ist schon eine Weile her, dass wir uns geschrieben hatten. Damals gings um ADHS.

Nun ist bei meinem Sohn aber auch zusätzlich Asperger Syndrom diagnsotiziert worden; so kann ich eure Schulschwierigkeiten doch ein wenig nachvollziehen.
Asperger ist aber immer noch ein großer Unterschied zum Frühkindlichen Autismus. Ich weiß ja nicht, was bei deiner Tochter zutrifft.

Ich habe noch in Erinnerung, dass deine Kleine mutistisch ist. Seid ihr mit dem Sprechen jetzt ein bisschen weiter gekommen?

Mein Sohn ging/geht ja auf Regelschulen; da wir lange Zeit keine Ahnung von seinem Autismus hatten - doch Ahnung hatte ich schon aufgrund vieler merkwürdiger Verhaltensweisen und Probleme, aber eben nicht ärztlich begründet.
Probleme haben wir nach wie vor in der Schule. Das war teilweise so schlimm, dass er ein ganzes Schulhalbjahr mit einer bestimmten Lehrerin kein einziges Wort gewechselt hatte.
Das ist zur Zeit besser - hoffentlich hält die gute Phase noch die nächsten Schuljahre an...
Er spricht nach wie vor nicht viel, verweigert sich immer wieder, wenn ihm etwas zu viel wird.

Wir haben nun endlich eine Klassenlehrerin, die sehr bemüht ist ihn in der Klasse zu integrieren und die mit uns gemeinsam Verhaltensmassnahmen erarbeitet hat, um ihm den Schultag zu erleichtern.

Schule ist enorm anstrengend für ihn. Allein schon die Tatsache mit 29 anderen Schülern zusammen zu sein und keine Möglichkeit des Rückzugs zu haben. Wenn dann noch Situationen vorkommen, die er einfach nicht verstehen kann (Mimik/Gestik von anderen erkennen und deuten) oder wenn er einen Aufsatz schreiben soll, bei dem er Gefühle erläutern soll, ist er völlig durch den Wind.
Auch Gruppenarbeiten, die in den höheren Klassen ja beinahe täglich gefordert werden, überfordern meinen Sohn. Er wird nun eine Gruppentherapie beginnen - ganz allmählich wird er an Gesprächspartner herangeführt. Auch in der Schule versuchen die Lehrer ihn erst mal nur mit max. 2 Schülern zu gruppieren - soweit das eben machbar ist. Geht nicht bei jeder Gruppenarbeit und schon gar nicht bei jedem Lehrer. Aber wenn es wenigstens ab und an so funktioniert, ist ihm schon geholfen und der Druck wird reduziert.

Er ist ja jetzt schon 12 Jahre alt, hat also im Laufe der letzten Jahre auch gewisse "Regeln" auswendig gelernt. Auch wenn er vieles nicht verstehen kann oder es völlig unlogisch findet, so kann er (sofern er es in dem Moment auch möchte) sich "anpassen".

Als Erstklässler ist ihm das aber noch überhaupt nicht gelungen. Er war sehr aggressiv damals, schrie auch die Lehrerin an, die gar nicht mit ihm umgehen konnte.
Seine Verweigerungshaltung hat er in all den 6 Schuljahren massiv ausgelebt.

Vielleicht könnt ihr ja mit der Lehrerin aushandeln, dass sie nicht direkt im Kreis mit dabei sitzt, sondern etwas abseits. Wenn mein Sohn sich am Rand aufhält, kann er sich besser damit arrangieren. Er scheint dann nach aussen hin zwar teilnahmslos, bekommt aber dennoch die Gespräche mit.

Oft ist es ja so, dass sie nicht unbedingt mehr Erklärungen braucht, sondern einfach nur andere.
Mein Sohn bekommt viele Erläuterungen des Lehrers gar nicht mit. Hilfreich ist da, wenn er direkt angesprochen wird. Er braucht klare Ansagen, damit er das auch umsetzen kann. So Pauschalaussagen wie "nehmt mal, macht mal..." bringen ihm überhaupt nichts. Und schon kritzelt er in seinem Mäppchen herum, statt dass er wie alle anderen Schüler eine bestimmte Aufgabe im Buch bearbeitet.

Wenn er sich verweigert, hat es keinen Sinn da als Lehrer weiter zu drängen. Die Situation wird für alle Beteiligten nur noch schlimmer. Haben die neuen Lehrer in dieser Klasse schon nach den ersten 4 Schulwochen leidvoll erfahren. Für unseren Sohn ist es sinnvoll, wenn er im Moment seiner Verweigerung zur Auswahl gestellt bekommt. Also wenn er möchte, kann er ja später seine Aufgabe vorlesen oder so. Ohne großartiges Theater von Seiten der Lehrer. Einfach nur kurz und klar formuliert. Dann hört er auch schnell zu toben auf und ab und an liest er dann doch seine Sachen vor.
Bei Klassenarbeiten muss er natürlich. Aber da verweigert er sich inzwischen nicht mehr.

Die Therapeutin wird ausserdem das Gestik- und Mimikspiel trainieren. Das wird ihm im zwischenmenschlichen Bereich sicher sehr viel weiterhelfen.

Hm, viel mehr Tipps kann ich dir leider gar nicht geben.
Es ist nicht einfach. Aber durchaus zu bewältigen.
Natürlich kommt es immer auf die jeweilige Ausprägung des Autismus an.

Ich habe bestimt vieles nicht geschrieben, aber es ist jetzt auch schon so lang genug geworden.


Ich wünsche euch alles Gute,
herzliche Grüße
Annette

weitere Kommentare laden
4

Ich kenne mich damit zwar nicht aus, frage mich aber ob ein autistisches Kind nicht in der Regelschule schlicht gequält wird.

Was meint der Arzt Eures Kindes?

Gruß

Manavgat

5

hallo,

sie geht ja in eine integrationsschule...
19 kinder, davon 16 gesunde, 3 behinderte und 2 lehrerinnen im vergleich zu 28 kinder udn einer lehrerin...bei uns wird das eigentich imemr so gehabndhabt außer wenn die kinder wirklich ganz ganz schwer behindert sind, dann kommen sie in die sonderschule.
tatsache ist allerdings, daß sie trotzdem überfordert ist offenbar in der gruppe.
im kiga (auch integrativ) war der gruppenraum gegliedert in bereiche während die klasse einfach ein viereckiger raum ist ohne kuschelecke etc udn ohne rückzugsmöglichkeit, drum setzt sie sich wohl auch unter den tisch oder verkrümelt sich in eine ecke....

seufz...

9

hallo,

wir sind gerade bei der einstufung der autistischen züge und haben uns, bei unseren sohn auch schon gedanken gemacht über kindergarten ect.
wir werden tim nicht in einen integrationskiga geben, da tim ( wie auch deine tochter) sehr schnell überfordert ist mit situationen die für andere normal normal sind.
so dreht tim schon ab wenn mehr als 5 personen in einen raum sind die er für sich nicht kennt. leider zählen da auch oft familienmitglieder dazu.
ich denke das es für deine tochter so keinen sinn macht und würde sie von der schule nehmen wenn es eine möglichkeit gibt, denn diesen stress muss sie täglich aushalten.
ich habe von einer guten freundin eine dvd bekommen über autisten ( sie hat ihre diplomarbeit darüber geschrieben), der film oder besser gesagt der bericht dreht sich um die sicht der autisten, wie sie uns wahrnehmen und wie das leben für sie aussieht.
ich war geschockt wenn man sieht was in "stress" situationen in ihnen vorgeht, deshalb bin ich wirklich der meinung man sollte vermeiden das sie gestresst werden.

hast du psychologische betreuung mit deiner tochter?
wieviel autistische züge hat sie denn?
liebe grüße und alles gute bianca

weitere Kommentare laden
15

HI, ich arbeite in einer Schule zur Lebensbewältigung. Wir haben 9 Kinder in der Klasse, alle geistig behindert, darunter einen schweren Autisten und mehre Kinder mit autistischen Zügen. Bei uns wird natürlich nach dem Sonderschullehrplan unterrichtet. Wir sind immer mindestens zu zweit in der Klasse und der autistische Junge hat bei uns einen Schulbegleiter. Wäre vielleicht für Deine Tochter auch nicht schlecht. Da hat sie immer einen Ansprechpartner und der kann sich voll und ganz auf das eine Kind konzentrieren und den Tagesablauf viel besser strukturieren. Ohne Schulbegleitung würden wir als Lehrpersonal manchmal überfordert sein, da ja der Unterricht laufen soll und wenn es dem autistischem Kind zuviel wird, darf er einfach rausgehen und hat jemanden der bei ihm ist. Es bringt nämlich sehr wenig einen autisten zum Unterrícht zu "zwingen". In manchen Situationen okay, aber ich habe die Erfahrung gamacht das das Kind oft von selbst mitmachen will, wenn es bereit dazu ist. Natürlich sollte man das nicht immer durchgehen lassen, aber manchmal hilft nix anderes.
Bei uns ist alles sehr genau strukturiert und alle Dinge auch durch Bilder gekennzeichnet. Das ist super wichtig, auf Stühle, Tische, Kleber... immer den Namen vom Kind, Orientierungshilfen im Raum, viel mit Teacc Bildern arbeiten (richtig geschrieben?#augen). In den Unterricht bringen wir immer wieder Körpererfahrung rein. Ich weiss nicht wie bei Euch der Lernplan aussieht aber die Anzahl Kinder finde ich für einen Autisten eindeutig zu viele. Der Lärmpegel und Co ist ja fast für uns "Nicht-Autisten" richtig auszuhalten, da würde ich mir auch die Ohren zuhalten;-)
LG claudia P.S. Sorry für die Rechtschreibfehler, habe leider keine Brille auf;-)

Top Diskussionen anzeigen