"Angst" vor Autismus- eure Erfahrungen- achtung lang

Hallo Ihr Lieben,

Mein sohn ist jetzt ziemlich genau 2,5 Jahre alt.
Mir wurde schon öfter von Leuten gesagt, dass er vlt Autistisch ist, weil er so "langsam" ist.

Aber zum Anfang:
Geboren 34+6, beidseitige Klumpfüße -> 6 Wochen beide beine eingegibst
Mit 3 Monaten "Pfusch" entdeckt -> nochmal 6 Wochen eingegibste Beine und eine OP zur Achillessehnen verlängerung
Mit 10 Monaten an möbeln entlang gelaufen
Mit 11 Monaten gekrabbelt
Mit 19 Monaten frei gelaufen - Arzt sagt es käme von den ganzen Gibsen
Mit 23 Monaten nochmal 8 Wochen Gibse, da die Klumpfüße zurück kamen

U7 - er spricht nicht, Verdacht Submuköse Gaumenspalte, außerdem "Late-talker" -> Überweisung Pädaudiologie: Diagnose beidseitige Paukenergüsse und KEINE submuköse Gaumenspalte

3 Monate später nur noch einseitiger Paukenerguss //2. Meinung eingeholt
Wir sollen uns im SPZ vorstellen und er hat sogort ein Rezept für Logo bekommen, da geht er seit knapp 3 Wochen 3x wöchentlich hin. Bis jetzt (ist ja logisch, sind erst 3 wochen) noch keine "erfolge".
SPZ habe ich alles hingeschickt "mit viel Glück bekomme ich noch dieses Jahr einen Termin" (so die Dame am Telefon)

Ich hätte einfach mal gerne die Einschätzung von Müttern autistischer Kinder, wie es sich bei euren Mäusen geäußert hat.
Wenn er es hat, hat er es halt, ich liebe ihn trotzdwm, keine Frage. Ich werde auch weiterhin zu allen Terminen rennen. Aber ich wäre wenigstens gerne drauf vorbereitet, dass etwas sein könnte. Ich mache mir die ganze zeit vorwürfe, dass ich etwas falsch gemacht haben könnte. Er war immer ruhig, das erste mal habe icv ihn mit 3 Monaten weinen hören. Davor mal meckern aber das war es.

Er ist ein unglaublich lieber, will nachts wenn er aufwacht immer nach seinem kleinen Bruder schauen gehen und ihn streicheln, er tröstet den Bruder, er tröstet mich, wenn ich verzweifelt bin, er ist sehr empathisch. Aber jetzt mit der Trotzphase in manchen Situationen mein kleiner Teufel.

Ich schreibe mal in den Kommentaren weiter...

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Ganz ehrlich, aus deiner Beschreibung erkenne ich nichts was irgendwie mit Autismus zu zun hat.
"Langsamkeit" ist kein Autismusmarker. Klumpfüsse und Paukenergüsse auch nicht.

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Danke für deine Antwort.
Dass Langsamkeit nicht automatisch Autismus bedeutet weiß ich. Ich bin nur verunsichert, weil bei ihm eine sache nach der nächsten kommt und dann kamen auf einmal auch noch ein Paar Stimmen, es sei evtl autismus.
Eine Bekannte meinte zu mir "ich will die keine Angst machen, aber bei meinem Sohn war es genauso und der hat Autismus"

Vielleicht rede ich es mir nach solchen Kommentaren auch einfach ein, dass ich für mich selbst endlich eine Begründung habe, warum er so langsam ist usw. Es macht mir mittlerweile so sorgen, weil er noch gar nicht spricht, kein "mama" oder ähnliches. Da kam noch kein einziges Wort

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Zur Situation als Baby:
Alles normal, er ist nur sehr groß, mit 2,5 Jahren hat er jetzt Kleidergröße 116

Er hat selten geweint, schläft am besten alleine. Mit 4,5 Monaten hat er angefangen weiches Brot/Obst zu essen, hat sich selbst abgestillt und verweigert seit er knapp 6 Monate alt ist jegliche Milch oder Milchprodukte. Hab ich nichts dagegen, da er da schon bei uns mitgegessen hat, und so an die nährstoffe kam. Seine Milch (die ich ihm trotzdem weiterhin angeboten habe, aucv jetzt noch biete ich sie an) verweigerte er vehement.

Er liebt malen, er kann sich super alleine beschäftigen, teilweise bis zu 2h. Er hasst vorlesen, will Bücher lieber alleine anschauen.

Er LIEBT kuscheln, kommt sich seine "Kuschel-ration" abholen und spielt dann schön bei mir weiter.

Er kocht bei mir mit, darf mit einem kindermesser (diese mega stumpfen aus den Bestecksets für kinder) Pilze schneiden usw beim kochen.

Mehr fällt mir grade nicht ein, was ich hier noch schreiben könnte.

Vielleicht hat jemand eine einschätzung oder kann mir Mut machen.

Ich habe mal in einem Integrationskindergarten ein Praktikum gemacht, es ist nicht schlimm wenn Kinder das haben, das weiß ich. Die kinder sind dadurch nicht schlechter (musste ich mir oft anhören, wenn ich mich mal geäußert habe, dass ich Angst habe).
Aber es ist ja normal, dass man sich wünscht, dass das Kind gesund ist.

Liebe Grüße

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PS: wegen seiner Größe: das liegt in meiner Familie, bei uns ist kein Mann unter 1,98m, die Frauen alle zwischen 1,75 und 1,90m.

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Hallo,
ja, ich kann dir Mut machen.
Du hast doch dein Kind schon. Du kennst dein Kind. Du liebst dein Kind. Es ist vollkommen egal, ob irgendwann mal ein Weißkittel deinem Kind noch eine Autismusdiagnose gibt. Dein Kind ist nicht so wie die anderen Kinder von damals aus dem Integrationskindergarten. Jeder Mensch ist ein Individuum. Das gilt auch für Autisten. Jeder Autist ist anders.

Ich kann dir nicht versprechen, dass dein Kind kein Autist ist - aber das kann Niemand hier. Aber ich kann dir versprechen, dass falls dein Kind irgendwann eine Autismusdiagnose bekommen sollte, wird es dir vollkommen egal sein. Du wirst höchstens sehr erleichtert sein.

Meine Kinder sind Autisten - beides frühkindliche Autisten und total gegensätzlich. Aber die Beiden lieben sich.

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Also für mich hört sich das nicht nach Autismus an.

Mein Neffe hat Autismus bei ihm hat es sich so geäußert. Als er geboren wurde hatte er einen zu großen Kopf, an der Grenze der oberen Norm obwohl eher zierliches Baby. War das erste Jahr ein extremes Schreibaby und hatte anfangs Probleme mit dem stillen, hat abgepumpte Mumi bekommen
Sprachentwicklung blieb aus. Hat nie in die Augen geschaut. Nie gehört bsw gesprochene verstanden (so banale Sachen wie zb "mach das Licht an"). Nie auf Ansprache oder Namen reagiert. Anziehen/Schuhe anziehen hat er erst kurz vor der Einschulung auf die Schule für geistige Entwicklung gelernt. Hat nie Regeln verstanden. Macht stereotype Bewegungen wie im Kreis drehen, auf einer Stelle springen, mit den Händen wedeln oder vokale stereotypien. Nonverbal.


Das Schwester trösten spricht eigentlich gegen Autismus. Mein Neffe bemerkt unsere Kinder nicht mal geschweige den sie zu trösten.

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Hallo,

ich sehe in Deiner Beschreibung nichts, was auf Autismus hindeutet.

Late Talker sind grundsätzlich nicht soo selten. Ich kenne jedenfalls viel mehr Late Talker, als Autisten. ;-)
Wenn Dein Kind lange schlecht gehört hat, ist es doch kein Wunder, dass es nicht spricht.
Für Dein Kind bestand die Welt aus Gesten und dumpfem Gemurmel, das nicht zuzuordnen war. Wie soll es denn so sprechen lernen?

Wenn Du unbedingt etwas wegen Autismus unternehmen willst, würde ich mich an ein Autismus-Zentrum wenden. SPZs sind da eher wenig qualifiziert, weil das eine sehr komplexe Störung ist.
Mit denen haben mehrere Eltern, die ich kenne schlechte Erfahrungen mit falschen Diagnosen gemacht.

LG

Heike

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Hi du. Also ich muss leider damit anfangen das mir gleich was sauer aufstößt. Vorweg, ich hab übrigens ein autistisches Kind das auch noch ADHS hat.

Worum es mir in deinem Beitrag jedoch ging, du schreibst DIE ANDEREN SAGEN...

Wer sind denn diese tollen anderen Leute? Psychiater, Fachärzte, medizinisches Personal???? Vermutlich Nachbar unbd Freunde. Nicht das sich diese Menschen nicht auch auskennen könnten ( wohl gemerkt KÖNNTEN), aber in der Regel hat keiner dieser Menschen einen Autisten daheim oder kennt einen. Gut vielleicht kennt man auf die Ferne so jemanden oder schlichtweg haben die meisten darüber nur mal was gelesen! Ja das dann noch in irgendwelchen Tratschzeitschriften. Und dann urteilen sie. Oder vielleicht hat man auch mal einen Film mit einem Autisten gesehen und sieht dann dein Kind und meint....

Deswegen regt es mich so auf das Leute die in der Regel keine Ahnung haben immer urteilen. Ich bin da sehr vorsichtig weil ich auch schon einiges durch habe.

Es gibt Autisten die nicht immer typisch reagieren und doch sich sogar stellenweise völlig angepasst zeigen können. Da merkst du dann fast gar nichts. Ebenso gibt es mehrere Autismus Formen die sich ebenfalls ein wenig verschieden zeigen. Und so oder so gilt das nicht jeder Autist gleich ist, selbst bei gleicher diagnostizierter Form.

Die Merkmale die dein Kind aktuell aufweist mögen manche Autisten auch haben, dennoch finde ich hier nichts was gaaaaaaaaaaanz eindeutig in die Richtung zeigt. Ich würde mein Kind in Ruhe beobachten. Und wenn es dir echte Sorgen macht, dann kontaktiere einen guten Kinder- und Jugendpsychiater! In der Regel wird Autimus erst im 4. bis 5. Lebensjahr festgestellt ( war auch bei uns so).

Und das ihr mit Glück überhaupt im Jahr 2021 noch einen Termin in einem SPZ kriegt, sorry aber bitte was soll das denn? Ich würde hier mehrgleisig fahren und schauen wo ich einen Termin kriege. Normalerweise sollte das dieses Jahr gut zu machen sein selbst bei etwas Wartezeit unter Corona-Bedingungen.

Natürlich kann es sein das dein Sohn Autist ist und du sagst ich hab es doch gleich gewußt. Es kann aber aktuell ebenso auch ganz anders sein.

Und selbst wenn dein Sohn Autist wäre liebst du ihn ja weiterhin. Du würdest dir nur mit der Zeit ein dickeres Fell zulegen müssen. Doch das steht noch auf einem weit entfernten Blatt!

Ela

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Hi!

Was du von deinem Sohn schreibst, hört sich für mich auch nicht nach Autismus an. Vor allem, daß er seinen Babybruder und dich tröstet und streichelt.

Dein Sohn hatte seine Gipse und Probleme mit den Ohren. Das macht bei Kindern schon viel aus! Gib ihm etwas Zeit.
Die Trotzphase machen auch fast alle Kinder in dem Alter durch.

Mein Kind (6)ist Autist und war von Anfang an "anders". Konnte motorisch nichts ohne Physiotherapie, konnte nicht richtig trinken, hat nur geschrien. War ständig drüber, mürrisch. Hat nie mit Spielzeug "richtig" gespielt, stundenlang das Licht an und ausgeknippst. Kein So-tun-als-ob Spiel, hat nichts nachgeahmt...
Wir waren mit 1,5 Jahren zum 1. Mal im SPZ.

Versuche dich etwas zu entspannen.
Liebe Grüße!

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Vielen lieben Dank für deine Antwort!
Man macht sich so schon seine Sorgen. Ich wurde damals geplant mit 21 schwanger, der Familie hat es nicht gepasst und sie haben immer was an ihm auszusetzen. ich habe die ganze zeit nichts an mich rangelassen, egal ob gesagt wurde er wäre zu dick, zu groß, die langen haare sehen aus wie ein mädchen, er spricht nicht, er macht dies falsch und das falsch, es gibt keine trotzphase, ich hätte ihn nur verzogen, er wäre ein furchtbares kind (weil ihm das essen nicht geschmeckt hat, und er von mir lieber seinen Kohlrabi haben wollte, anstatt das essen zu essen) es war mir echt egal. Aber jetzt mit Corona usw liegen zurzeit meine Nerven echt blank.

Dann kam eine Bekannte und meinte "also ich will dich ja nicht beunruhigen, aber mein sohn hat auch spät gesprochen, und der ist autist".
Das kam immer wieder, und irgendwann macht einem sowas echt zu schaffen, wenn man eh momentan ein dünnes nervenkostüm hat 😱

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Da dein Kind im Autismusspektrum ist, solltest du doch eigentlich auch wissen, dass "fehlende Empathie" (sprich: kein Trösten) KEIN AUSSCHLUSSKRITERIUM und auch kein Symptom für/von Autismus ist.

Das musste ich mal eben loswerden.
Denn gerade als Mutter eines Kindes im Spektrum sollte man keine falschen Informationen streuen.

Es gibt genau so viele tröstende/streichelnde Autisten, wie es nicht tröstende/unkuschelige Autisten gibt :)

Das soll keine Zurechtweisung sein, sondern eine Richtigstellung einer Tatsache.


Liebe Grüße

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Das was Du beschreibst, ist alles körperlich, oder organisch ... und hat nix mit Autismus zu tun.

Autismus-Sprektrum-Störungen gibt es übrigens wie Marmeladensorgen im Edeka ... -- tausend. Von ganz leicht, bis auffällig in mehreren Sparten ist da alles dabei. -- aber das was Du beschreibst, mag zwar Förderbedarf und bestimmte Kranheitsbilder abdecken, aber begrifflich ist "autismus" was ganz andres... und auf etwas vorbereitet sein? kannst Du niemals, ganz einfach, weil es tausend Formen gibt.

Beobachte und reagiere einfach täglich auf das, was so los ist... -- egal wie das heisst...
Generell rate ich Dir vom Schubladendenken ab.
Viele Dinge laufen bei Frühchen anders... Deswegen muss man sie nicht in bestimmte Schubladen stecken lassen... --- reagiert mit Ergo,Logo einfach auf das, was halt so los ist ...
alles Gute euch... mach dir nicht so einen Kopf....

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sorry Autokorrektur: MarmeladensorTen natürlich

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Dein Kind hatte 1/3 seiner Babyzeit eingegipste Beine und dazu Probleme mit den Ohren. Es hat eine verzögerte Motorik und Sprachentwicklung.

Jetzt mal ehrlich. Es ist logisch. Viel logischer als irgendwelche Geblubber von anderen. Unterstütze ihn in seiner Entwicklung so gut es geht und glaube an die positive Entwicklung, wenn auch eine langsamere. Meine Tochter hat ja auch eine Entwicklungsstörung der Motorik und verschobene Gehörgänge. Sie war auch immer langsam in ihrer motorischen Entwicklung. Ich habe mittlerweile genug Zeug zusammen um sie beim Sport weitestgehend aus der Bewertung rauszuziehen. Die anderen Sachen schafft sie. Sie ist eine gute Schülerin.

Ich würde eher genau untersuchen, ob er wirklich gut hören kann. Und auch einen Sehtest beim Augenarzt machen (die der U Untersuchungen geben maximal Hinweise sind aber sehr ungenau.) Wenn der Kopf funktioniert, dann ist es für sehr viele Dinge in dieser Welt nicht so wichtig ob man mit 9 oder 19 Monaten zu laufen angefangen hat. Motivier ihn trotzdem einfach Spaß an Bewegung zu haben. Kopf hoch.

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1 Kind von 1000 ist Autist. Diese Behinderung ist selten,obwohl anscheinend viele auf urbia präsent sind. Machen Sie sich nicht so viele Sorgen.....ich weiss als Mutter ist das nicht so einfach, ich wünsche Ihnen viel Mut und Kraft

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