Kinderwunsch als SoloMama trotz Kind mit Besonderheiten

Hallo Ihr Lieben,

ich brauche mal Input von Menschen die nicht emotional involviert sind.

Kurz zu mir:
Ich bin fast 38, Single und habe eine 4järhrige Tochter mit einer globalen Entwicklungsverzögerung und Tendenzen zum ADHS (ADHS ist nicht Diagnostiziert, sie zeigt nur tyspisches verhalten)
Außer ihrem wirklich üblen Schlafverhalten, fallen mir ihre Probleme gar nicht auf
(das Phänomen kennen bestimmt sehr viele, das für die Familie die Probleme eigentlich gar keine sind)

Nun ist es so das ich noch einen weiteren Kinderwunsch habe und mir den auch gerne als SoloMama erfüllen möchte
aber ständig frage ich mich, ob das dem neuen Kind gegenüber fair ist, das mit einer "besonderen" Schwester aufwachsen muß.
Und wie geht es dem größeren Geschwisterkind damit, das es jetzt die Aufmerksamkeiten teilen muß?

Gibt es hier Eltern oder Alleinerziehende die sich bewusst für ein zweites Kind entschieden haben?

Danke schonmal für eure Erfahrung

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"das Phänomen kennen bestimmt sehr viele, das für die Familie die Probleme eigentlich gar keine sind"

und nein, das kenne ich so nicht, ich sehe die Probleme durchaus und auch klar, vor allem wenn ich sehe dass mein Kind später in einer großen Gemeinschaft zurechtkommen muss, ob nun Schule, Beruf, Sozialleben.

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Hallo,
ich will nur kurz meine Geschichte schreiben, denn auch das ist möglich:

Mein Ältester (heute 14 Jahre) hatte einige Auffälligkeiten, aber keine Diagnose bis zu seinem 6. Lebensjahr. Anfangs hat man fast nichts gemerkt. Entschuldigungen fand man immer schnell. Später wurde es deutlicher. Naja....
Als er 18 Monate alt war, wurde er älterer Bruder. Der Kleine war schon ab Geburt auffälliger - nicht im Verhalten, sondern weil er einige körperliche Besonderheiten aufwies. Ok, die wurden operativ im ersten Lebensjahr behoben. Aber noch im ersten Lebensjahr wurde eigentlich klar, dass da noch sehr viel mehr Baustellen sind. Seit seinem 2. Lebensjahr hat er die Pflegestufe und den Schwerbehindertenausweis mit 100 B, G, H. Mittlerweile ist er nun beim Pflegegrad 4 gelandet.
Der Große hat übrigens „nur“ Pflegegrad 2. Bei uns ist der Große das gesunde Kind, trotz seiner Besonderheiten.

Beide Jungs sind mittlerweile diagnostizierte Frühkindliche Autisten. Der Große hat aber einen normalen IQ und der Kleine noch zusätzlich eine Geistige Behinderung. Außerdem ist der Kleine noch Epileptiker.

Und nun meine Meinung zu dem Thema:
Mit meiner Erfahrung von heute - ich würde es genauso wieder machen. Meine Kinder lieben sich. Insbesondere Autisten haben es schwer mit sozialen Kontakten zu Gleichaltrigen. So ist die enge Beziehung zum Bruder etwas Besonderes, der beiden Kindern in ihrer Entwicklung stark geholfen hat. Beide akzeptieren sich so, wie sie sind. Beide ergänzen sich. Beide helfen sich - ohne sich jedoch auszunutzen.

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Für mich muss die Frage eher lauten: Wie sehr kann man dem bereits geborenen Kind, bei dem man ja weiß dass es Auffälligkeiten hat die eigentlich eine besondere Zuwendung und Förderung brauchen, noch hinreichend gerecht werden! Wir haben bereits ein Kind mit Baustellen und haben uns obwohl zu zweit bewusst gegen ein zweites Kind entschieden, wir wollen dem einen Kind das wir haben die bestmöglichen Voraussetzungen für eine gute Schullaufbahn und einen guten Start ins Berufsleben mitgeben.

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ich finde es super, den kinderwunsch anzugehen, ohne krampfhaft nach einem potentiellen papa zu suchen. deine kleine wird von einem geschwisterchen sicherlich sehr bereichert und das geschwisterkind genauso. ich würde es definitiv angehen, alles liebe :-)

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Hallo, eher zufällig bin ich auf Deine Frage gestossen und muß gestehen, diese halt ich aus vielen Aspekten für interessant. Ich habe kein Kind mit Behinderung, aber doch auch mit einem etwas erhöhten Bedarf an Aufmerksamkeit und so einigen Therapieterminen, auch ein stationärer Aufenthalt wird demnächst anstehen für einige Wochen. Ich habe schon oft das Gefühl, dass mein Erstgeborener, wenn auch schon älter und umsichtig, oft zu kurz kommt oder ich mir selber Stress damit mache, nicht beiden gleich viel Aufmerksamkeit schenken zu können. Die Frage ist doch auch, wie wäre Dein besonderes Kind versorgt, wenn Du zB eine Problemschwangerschaft hättest, liegen müsstest, oder verfrüht ins KH müsstest? Gibt es ein Netzwerk um Euch rum, das Euch toll unterstützt?
Haben es Kinder, die nicht in einem gemeinsamen Haushalt mit Papa und Mama aufwachsen, nicht generell etwas schwerer? Wie denkst Du hierzu?
Kennst Du den Film Wonder mit Julia Roberts? Ich fand die Rolle des Geschwisterkindes, oder Schattenkindes, wie diese Kinder auch gern benannt werden, schon auch sehr bewegend und nicht weit aus der Luft gegriffen. Es erfordert schon viel Gespür als Mutter, hier dann auch wirklich die Sorgen wahrzunehmen, die nicht gern ausgesprochen werden, wenn Kinder die Situation bewusst verstehen, dass das Geschwisterkind eben mehr Aufermksamkeit braucht und Mama hier eh schon sehr eingespannt ist.
Auch finanziell ist bei Kindern mit Behinderung ja oft ein erhöhter Bedarf nötig, um Therapien zu bezahlen. Müsste ein 2. Kind in Deinem Fall auch hier zurückstecken? Wären Hobbys, Urlaube, besondere Wünsche dann trotzdem leistbar?
Jeder, der sich ein Kind von Herzen wünscht, dem gestehe ich das auch zu, was gibt es schöneres für Kinder, als wenn sie geborgen und geliebt aufwachsen können. Aber grad leicht stell ich mir das nicht vor, was Du hier vor hast.
Alles Gute Euch;-)

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Hallo,
unser erster Sohn hat ein seltenes Syndrom und damit verbunden einige Baustellen.
Wir haben uns bewusst für weitere Kinder entschieden und es sind insgesamt sogar 4 geworden. Es ist manchmal anstrengend, aber sie bereichern sich gegenseitig und uns als Eltern sehr. Der Große hat Dank seiner Geschwister große Fortschritte gemacht.
Wir sind froh dass wir uns so entschieden haben, allerdings würde ich es alleine wahrscheinlich nicht schaffen.
Alles Gute für dich und dein Kind und für deine Entscheidung.

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