Partner mit chronisch krankem Kind

Hallo Ihr Lieben!

Ich entschuldige mich erstmal für den etwas unglücklich gewählten Titel, aber mir ist nach langer Überlegung nichts passenderes eingefallen.

Ich habe vor einigen Monaten einen Mann kennengelernt der alleinerziehender Vater ist. Ich bin selber alleinerziehende Mama von Zwillingsmädels die schon fast erwachsen sind. Wir haben nach einigen Dates beschlossen uns gemeinsam mit den Kindern zu treffen und er hat mir direkt von Anfang an gesagt, dass seine Tochter chronisch krank ist. Ich bin ganz offen da heran gegangen und habe mir wenig Gedanken darüber gemacht. Ihre Krankheiten/Einschränkungen sind zwar präsent aber dadurch, dass es bei den beiden einfach Alltag ist merkt man kaum etwas. Wir haben ganz normale Dinge miteinander unternommen und ich habe nur das ein oder andere Mal mitbekommen wie sie Tabletten genommen hat.
Ich war dann vor einiger Zeit mal ein ganzes Wochenende bei den beiden zuhause und erst da habe ich gemerkt was es im Alltag wirklich bedeutet ein chronisch krankes Kind zu haben. Das bestimmt schon sehr den Alltag, sie muss viele Medikamente nehmen und das nicht nur in Tablettenform, sie muss nachts an Maschinen angeschlossen werden etc. Das hat mich das erste mal so zum nachdenken gebracht.
Es ging ihr dann auch mal eine Zeit lang weniger gut und man hat ihr wirklich beim leiden zugucken müssen und dann kam es zu einem Zwischenfall. Sie musste Notfallmedikamente bekommen und auch der RTW und Notarzt kamen.
Das war für mich ein Schockmoment weil ich total überfordert war und seitdem überdenke ich auch die ganze Situation. Ich mag den Mann wirklich sehr und könnte mir theoretisch auch eine ernsthafte Beziehung vorstellen aber ich weiß nicht ob ich damit klar komme, dass er ein krankes Kind hat.

Meine Frage klingt jetzt wohl etwas komisch, aber gewöhnt man sich daran oder kommt man irgendwann einigermaßen damit klar? Ich weiß jeder Mensch ist anders, jedes Kind ist anders, jede Krankheit ist anders. Ich bin nur momentan sehr verunsichert und brauche ehrlich gesagt einfach nur einen Rat.

Viele Grüße

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Hallo,
was hat das Kind? Wie du es beschreibst, klingt es fast nach Epilepsie. Mal abgesehen von einem epileptischen Anfall sieht kein Mensch die Behinderung im Alltag. Klar nimmt man Medikamente in diversen Dareichungsformen. Und insbesondere Kinder werden mit dem EPI-Care oft überwacht. Klar gibt es Notfallmedis im Falle eines Anfalls um den Krampf zu lösen. Und der Notarzt/RTW kommt auch bei den Anfällen öfter als einem lieb ist.

Mein Jüngster hat Epilepsie. Ja, man kann es akzeptieren. Man lernt damit zu leben. Man lernt auch die positiven Seiten zu sehen (so doof sich das jetzt anhören mag). Rede mit dem Mann und seiner Tochter über die Krankheit. Schweigt euch nicht darüber aus. Ihr solltet das nicht zum Tabuthema erklären. Falls du Teil dieser Familie werden möchtest, musst du alles darüber wissen. Vielleicht musst du irgendwann einmal diesem Kind helfen.

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Sie hat sehr viele Krankheiten und darüber haben wir auch schon gesprochen. Es wurde mir erklärt was das alles ist und was das bedeutet und was man beachten muss usw. Je mehr ich erfahren habe desto geschockter war ich. Es muss so viel beachtet werden, es gibt so viele Dinge die sie einfach nicht machen darf etc. Ich habe im Moment Angst alleine mit ihr zu sein. Ganz egal ob das nur für 1 Stunde oder für einen Tag ist. Ich kann das einfach nicht, weil ich Angst habe etwas falsches zu machen, etwas zu vergessen, falsch zu reagieren etc. und ihr dann damit schade.

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Hallo
Bei uns ist das eigene Kind krank. Das ist sicher anders, aber das lernen damit umzugehen ist gleich denke ich.
Unsere maus braucht keine med zu Hause, muss aber inhalieren, husten (mit maschine) und nachts Beatmung. Ich habe mir nie Gedanken gemacht das so etwas passieren kann, und oft denkt man sich, dass man das nicht kann wenn es einen doch trifft. Als es dann jedoch so kam bei uns, ging das automatisch. Natürlich dreht sich der Tagesablauf viel um die kleine, aber auch daran gewöhnt man sich. Immer noch habe ich Momente, an denen ich geschockt bin, mir die Tränen laufen oder ich mich einfach überfordert fühle. Aber mausi gehört dazu und sie bereichert uns auch wenn sie krank ist. Ich arbeite jedoch auch in der Pflege (altenpflege, kannte die Krankheit nur von Erfahrungen einer Kollegin und die Maschinen die mausi hat, kenne ich vom heim auch nicht), vielleicht lernt man da schneller mit umzugehen.
Ich würde die eigene Beziehung nicht daran festmachen, ob das kind krank ist. Mit der Krankheit lernt man umzugehen, auch wenn es eine ziemliche Umstellung sein kann.
Ich wünsch euch alles gute
Lg kleinmausi25

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Deine Ängste verstehe ich gut und finde es total super, dass du dir so viele Gedanken um ein "fremdes" Kind machst!
Einer meiner Söhne ist auch chronisch krank und wir hatten schon oft Notfälle. Aber Mei Mann und Vater all meiner Kinder hat sich noch nie solche Gedanken um seinen Sohn gemacht, die Krankheit ist ihm eher fremd und lästig. Kümmern darf/durfte ich mich in erster Linie alleine. Er hatte nur manchmal geholfen.
Du brauchst das alles ja nicht sofort wissen und können, lass dir Zeit, wachse langsam da rein. Mit der Zeit wird es Alltag, Routine. Und dann ist es auch nicht mehr so erschreckend. Sprich offen mit den Beiden über deine Ängste, dann könnt ihr gemeinsam Lösungen finden.

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