ADHS - Kleinkind

Hallo alle zusammen,
konnte leider nichts ähnliches über das Thema finden.

Wann habt ihr die ersten Anzeichen bei eurem Kind bemerkt? Auch schon im Kleinkindalter?

Unser Sohn ist im Januar zwei Jahre geworden. Seitdem wird er vom Verhalten her immer extremer. Klar, die Trotzphase die anfängt, aber bei ihm ist es alles iwie ausgeprägter... :/ er beißt und haut bei allem was ihm nicht passt, sein Gesichtsausdruck dabei wirkt schon teils richtig aggressiv. Er ignoriert uns, so als würden wir gar nicht da sein und er nichts hören usw.
Ja, die Trotzphase..., aber so extrem?
In der Kita hat er sich einmal so in einem anderen Kind verbissen, das die Erzieherinnen ihn los machen mussten.

Meine zwei Neffen haben ADHS, aber bei dem großen fings mit 3 1/2 an und bei dem großen erst mit 8 Jahre.

Ich hoffe, jmd. hier zu finden, der mir sagen kann wies bei ihren Kindern angefangen hat und ab welchem Alter. :)

Hoffe, ich habe es einigermaßen verständlich geschrieben. :D

Liebe Grüße,
kummels

ADHS, ab wann die ersten Anzeichen?

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Ein ADHS hat man oder man hat es nicht. Das fängt nicht irgendwann an. 2 meiner Kinder haben ADHS. Meine Tochter ist dazu noch sehr willensstark und selbstbewusst. Diese Eigenschaften hatte man schon von Anfang an bemerkt. Sie war schon als Kleinkind sehr schwer zu lenken.
Mein Sohn hatte im Kindergarten Probleme, im Nachhinein wissen wir, dass dies an seiner visuellen Wahrnehmungsstörung lag. Sein ADHS wurde erst in der Schule noch ein zusätzliches Problem.

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Vielen Dank für Ihre Antwort! :)

Sorry, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meinte halt wann die 1. Anzeichen sich bemerkbar gemacht haben. Unser Sohn ist auch sehr willensstark und seine Erzieherinnen in der Kita meinten zu uns auch schon, wenn er "so" bleibt oder es noch extremer wird, wird er Probleme bekommen wenn er in den Kindergarten wechselt.

Wenn jemand nicht direkt auf ihn reagiert fängt er mittlerweile an Dinge nach der Person zu schmeißen.


Bin zur Zeit hin und her gerissen :/

Aber uns wird wohl nichts anderes übrig bleiben als abzuwarten... :/

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Genau das ist schon mal ein Punkt der mich ehrlich immer aufregt wenn sowas selbst von "Fachleuten" kommt. Dein Kind ist nicht "Willensstark"! Es ist Emotionsschwach. Das ist ein falscher Denkansatz der in meinen Augen oft dazu führt dass solche Kinder falsch oder gar nicht gefördert werden, und auch oft falsch reagiert wird. Weil man immer denkt "Aha, jetzt gehts wieder los nur weil er seinen Kopf nicht bekommt" anstatt zu denken "oh je, jetzt kommt er wieder mit seinen Gefühlen nicht klar". Verstehst Du wie ich das meine?

Wir haben mit unserem Kleinen genau das Thema auch durch und nein, er hat nicht einfach einen "starken Willen", es ist nicht extremer geworden. Er konnte einfach mit Emotionen nicht umgehen, mit den negativen Gefühlen die er hat wenn eben etwas nicht klappt. In unbekannten Situationen merkte man zudem dass er eigentlich sein unsicheres Kind war, der "Haudrauf" war er nur wenn er in gewohnter Umgebung war.
Wir haben damals mit tiergestützter Therapie gearbeitet die ihn gestärkt hat! Leider selbst finanziert da viele Kinderärzte das nicht so ernst nehmen. Er hat da gelernt mit seinen Emotionen besser klarzukommen, sie besser einzuordnen. Er ist auch selbstsicherer geworden.
Vielleicht hilft es Euch ja das mal von der anderen Seite als "Willensstark" zu beleuchten,
LG

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ADHS ist ein Gendefekt, das fängt nicht "irgendwann an" sondern irgendwann ist, je nach Ausprägung, der Punkt an dem es sich Eltern nur nicht mehr mit "ist halt ein lebhaftes Kind" und "interessiert ihn halt nicht" schönreden können!

Wir waren mit unserem Frühchen mit 2 Jahren schon zur Entwicklungskontrolle im SPZ und schon dort sagten die Ärzte dass es Anzeichen gibt. Allerdings muss man sagen dass Impulskontrolle, Emotionskontrolle und Aufmerksamkeit auch ganz normal wie alles andere Entwicklungsschwankungen unterworfen ist und auch von der Förderung von Elternhaus und Kindergarten abhängig ist. Nicht jedes Kind das mit 2 noch nicht sprich hat eine LRS oder SES, und nicht jeder Wirbelwind hat ADHS. Wir gehen seit er 2 1/2 ist schon immer wieder zur Ergotherapie und fördern daher auch zu Hause dementsprechend viel auf diesem Gebiet. Im Moment schaut es so aus als sei es kein ADHS sondern eine Entwicklungsverzögerung.
Unser SPZ sagt dass selbst bei Kindern die im Kindergartenalter klare ADHS-Symptome zeigen es bei 50% kein ADHS ist sondern sich entweder von selbst verwächst oder durch Förderung behoben werden kann weil es eben eine Entwicklungssache ist.

ADHS ist EINE Diagnose von vielen. Frühchen haben z.B. eine andere Gehirnstruktur durch die früheren Reize, sie haben oft ADHS - Symptome die aber eine andere Ursache haben und ganz anders gefördert werden müssen, bei ihnen helfen auch die ADHS Medikamente nicht, dafür sprechen sie viel besser auf Frühförderung an.

Unser Lütt ist aber überhaupt nicht aggressiv, er ist halt einfach ein Irrwisch der 3 mal die Woche zum Sport geht mit 5 um halbwegs ausgelastet zu sein, und er ist halt ein "zerstreuter Professor".

Mit gerade 2 ist Dein Kind aber gerade im schlimmsten Alter von Allem, es heißt nicht umsonst "Terrible Two".

Erst mal würde ich schauen dass man ihn zwar bewegungsmäßig auslastet, aber auch intensiv daran arbeitet dass er "Ruheinseln" hat. Also raus, halbe Stunde flitzen, und dann aber mal ein Puzzle versuchen. Später alle Arten von Kinder-Gesellschaftsspielen, gerne auch immer was aus der Bücherei holen, je mehr verschiedene Spiele sie spielen lernen umso besser.

Alles Gute Euch

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Okay, vielen Dank für deine Antwort. :)

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ADHS / ADS hat man von Geburt an oder gar nicht.

Getestet wird allerdings aus guten Gründen erst ab Grundschulalter.
Im Kindergartenalter in Ausnahmefällen, wenn sehr stark ausgeprägt.

Rückblickend kann man Hinweise durchaus erkennen.
Im Kleinkindalter schon sagen, dass... schwierig.

Was helfen kann, auch ohne Diagnose: Tipps von Eltern holen, deren Kinder ADHS haben. Diagnose zwar später (Grundschulalter oder später), die rückblickend aber Tipps haben, was in welchen Situationen funktioniert hat und was nicht.

Interessant ist auch, dass ADS/ADHS häufig vererbt wird. Da könnte es auch interessant sein zuerst bei den Eltern zu sehen, ob/wie stark betroffen und darüber auch Tipps bekommen.

Die eigene Erwachenenreaktion macht sehr viel aus bei Kindern mit ADS/ADHS.

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Ja das war ja u.a ein Grund weshalb wir darauf gekommen sind, weil sein Papa es wohl hat, aber damals vor 40 Jahren, hiess es ja nicht ADHS sondern "ein schwieriges Kind" :)

Vielen Dank für deine Antwort:)

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Die Frage (mit oder ohne Diagnose) ist immer: wie geht man damit um.

Zu Frühes in die Richtung denken: schwierig.

Entsprechend Erziehung an die Bedürfnisse anpassen: sinnvoll.
Das kann "Standard"Erziehung sein, das kann ADHS-assende Erziehung sein.

In meinem Fall habe ich mir vieles aus meiner Verwandtschaft abgeguckt.
Da wusste ich noch nichts von meiner ADHS-Diagnose (die kam dann mit. ca. 30 Jahren und mein Kind war schon da).

Ich habe einfach geguckt in Verwandtschaftszweigen (1x mit ADS/ADHS 1x ohne) und bei Freunden : was hilft ihnen, was nicht.

Dabei habe ich gerpüft: was passt zu meinem Kind.
Was bei Kind 1 super war, war bei meiner furchtbar
Was bei Kind 1 super war, war bei meiner super
;-)

Warum? weil es zwei völlig unterschiedliche Situationen waren.


Für mich selbst habe ich viel gelernt im Austausch mit anderen, die auch ADS / ADHS haben.
Aber auch sehr viel im Austausch , die es ganz sicher nicht haben.


Hilfreich kann ein frühes im Blick behalten sein, wenn man offen ist für andere Wege,
wenn man eine Diagnose nicht als Endstation/Ausrede will,

sondern wenn eine Diagnose neue Wege eröffnen kann (Therapien, Verhaltenstherapien, Elterntraining, Medikation) usw.

Zu früh oder zu sehr in die Richtung drängen, ist schwierig. Dann kann ein zu sehr darauf achten, auch ungünstig sein.



Da bei ADHS/ADS das Verhalten der Eltern viel bringt, kann der Austausch mit anderen Eltern, selbst Betroffenen viel machen.

Auch für den Papa, wenn er selbst betroffen ist. Wenn er mit sich damit im Reinen ist, kann er das seinem Kind mit auf den Weg geben :-)

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MIt zwei Jahren habe ich noch gar nicht in diese Richtung gedacht. Mein Kind war allerdings Frühchen und galt als Entwicklungsverzögert, er lief z.B. Erst mit ca 22 Monaten frei. Mit zweieinhalb bin ich zum Kinderarzt weil mir auffiel dass mein Kind anders ist und z.B. gar nicht spielt und wurde zur Frühförderung geschickt.

Dass es ADHS sein könnte dachte ich mit etwa viereinhalb, wurde aber kräftig vertröstet, selbst ein Experte und das SPZ nahmen mich nicht ernst (ich war nach seinem fünften Geburtstag auf der Suche nach einer Diagnose). Mit sechs wurde er dann endlich bei einem KJP getestet.

Von daher: „anders“ war mein Kind schon immer und ich bin mir sicher dass man das auch schon bei vierjährigen erkennen kann. Vor allem wenn es bereits bekannte Fälle in der Familie gibt. Zwei Jahre finde ich allerdings noch zu früh! Ich finde es daher gut wenn du dich damit beschäftigst, wäre aber vorsichtig mit der Interpretation möglicher Verhsltenshinweise. Vielleicht ist ja für euch auch eine Frühförderung sinnvoll.

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Ich finde solche Dinge immer abenteuerlich. Bei Frühchen, zumindest den Extremfrühchen, ist die Wahrscheinlichkeit für ADS/ADHS oder ähnliche Aufmerksamkeitsstörungen bei fast 70%! Wie kann ein "Experte" das bitte ignorieren! Bei uns kam bei der 2-Jahresuntersuchung schon der Verdacht auf, anhand von Nuancen die die Ärzte da sahen wo alle noch sagten "spinnen die denn?" Also z.B. dass er immer wieder von einem Ball auf dem Regal ablenkt wurde etc. Sie behielten Recht, also ob es nun ADS /ADHS ist oder "anders" wissen wir nicht aber seine Aufmerksamkeit ist ein Problem geworden. Klar ist es nicht schön mit 2 schon mit sowas konfrontiert zu werden aber immerhin versteht man dann einiges, es bauen sich gar nicht so extrem negative Gefühle auf und man kann schon fördern und bekommt nicht erst in der 1. 2. Klasse wenn der Schulstart schon in die Binsen gegangen ist die Augen geöffnet.

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Mal ein Beispiel von eben...

Ich bin mit ihm vor der Tür und spiele mit ihm in seinem Sandkasten. Die Nachbarin kommt mit ihrem Hund dazu. Und er fängt an einen Stein nach dem Hund zu werfen. Die Nachbarin ist dann auf Augenhöhe runter und hat mit ihm geredet, da hat er nach ihr "gespuckt" und wollte wieder einen Stein nehmen und werfen...

Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken... :/

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Das können Kind mit und ohne ADS/ADHS tun.

Die Frage in diesem Beispiel ist: wie geht ihr damit um?
Wie reagieren die Erwachsenen.

Unterschied: ohne ADS/ADHS ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind bei verlässlicher (gleichbleibender und jedes Mal deutlicher Reaktion der Erwachsenen) das schnell kapiert.

Bei ADS/ADHS dauert es länger, bis die deutliche Reaktion der Erwachsenen
1. greift
2. als absehbar eingeschätzt wird
3. auch in höherem Alter noch zu entsprechenden Ausreißern kommt. Regel bekannt, gerade nicht abrufbar.

In beiden Fällen und bei ADS/ADHS sogar noch mehr ist eine KLARE DEUTLICHE Reaktion der Erwachsenen erforderlich!

Ohne ADS/ADHS verkürzt nur die Zeitspanne/Häufigkeit bis das Verhalten der Erwachsenen beim Verhalten des Kindes wirkt. In diesem Alter.


Bei Grundschulalter kann man schon eher ein "bekanntes erlerntes Muster" erwarten; bei ADS/ADHS oft eben nicht abrufbar. DAS ist die Schwierigkeit.

Im Kleinkindalter werden diese Verhaltensmuster noch gelernt.
Durch ausprobieren.


In deinem Beispiel könnte man auch vermuten: er möchte Kontakt aufnehmen und weiß nicht wie.
- Zeigen, dass Steine werfen No Go ist
- Handeln statt nur reden (Handlung des Werfens abfangen)
- knapp erklären (kurze deutliche Sätze mit deutlicher Stimme)

- zeigen, wie er stattdessen Kontakt aufnehmen kann.

10mal 50mal 100mal
(bei ADHS 10mal 50mal 100mal mal 88 ;-) )

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Es interessiert ihn nicht, egal wie man es zu ihm sagt usw... :/ er wird dann noch "böser" und haut und beißt uns... echt schwierig momentan 🙈

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Hallo

wie werden seine persönlichen Grenzen von euch akzeptiert und in welchen Situationen kommt es zu dem Verhalten? Wie ist es z. B wenn er sich nicht anziehen lassen möchte, macht ihr es dann auch wenn er nein sagt. Denn dann ist es schwer für Kinder zu lernen das bei ihm ein Nein kein nein ist, er aber z. B wenn er den Hund mit Steien bewirft ein Nein auch ein Nein ist.

Wie werden z. B dein Grenzen von anderen Menschen akzeptiert. Ein Beispiel wäre z. B wenn du sagst du möchtest jetzt 5 Minuten in Ruhe die Zeitung lesen und dein Mann will was von der dir und du machst es. Oder du z. B es gibt kein TV und die Oma stellt es trotzdem an

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Hallo,

wie hier schon mehrfach geschrieben wurde, hat man das, oder man hat es nicht.

Bei Kleinkindern lässt es sich nur noch nicht sicher feststellen, weil Kleinkinder solche Verhaltensweisen zeigen können, ohne ADHS zu haben.

Solche Verhaltensweisen können bei Kleinkindern lediglich Phasen sein, z.B. weil das Kind sich noch nicht mit Worten verständigen kann und deswegen gefrustet ist.
Es kann auch sein, dass das Kind kein ADHS hat, sondern Autist ist oder hochbegabt oder sonstwas.
Es kann auch an der Erziehung liegen.

Unser Sohn (10) Träumer-ADS. Natürlich sieht man da rückblickend schon früher Anzeichen. Er fand z.B. beim Stillen häufig seine Umgebung spannender, als das Essen, weswegen das teilweise ewig und drei Tage gedauert hat.
Er war im Kindergarten schon furchtbar verplant und verträumt, hat z.T. auf Ansprache nicht reagiert, weil er sich mal wieder weg gebeamt hatte.
Dinge, die ihn nicht wirklich interessierten, konnte er sich ganz schlecht merken, anderes hatte er ganz schnell drauf usw.
Bockig war er auch. Das fanden wir aber nicht so dramatisch, weil das locker von seiner älteren Schwester getoppt wurde.

Die Große (12) ist und war ein sehr willensstarkes Kind. Nein, nicht emotional herausgefordert, sondern willensstark in dem Sinne, dass sie ihren Willen durchsetzen will und nicht in dem Sinne, dass sie ihre Emotionen nicht kontrollieren kann.
Eine Führungskraft oder ein Politiker ist auch nicht emotional heraus gefordert (oder jedenfalls eher selten), sondern setzt seine Mittel ein, um ein Ziel zu erreichen.
Sie hat aber definitiv kein AD(H)S. Wir vermuten, dass sie hochbegabt ist.

Bei Deinem Sohn würde ich raten, ganz klare Grenzen zu setzen und das immer wieder, bis er es begreift.
Ganz schlecht ist, wenn er A heute darf und morgen nicht, oder umgekehrt. Daraus schließen solche Kinder, dass mehr Aufstand hilft, damit es in ihrem Sinne läuft.
Ausnahmen gingen bei unseren Kindern auch nicht, als sie klein waren.
Wenn er Euch zu ignorieren scheint, hockt Euch vor ihn, legt ihm die Hand auf die Schulter und guckt ihm in die Augen, wenn Ihr mit ihm redet. Das ignoriert kein Kind, auch keins mit AD(H)S.

Ich weiß ja nicht, was Ihr macht, wenn er aggressiv wird, aber dieser übliche Rat, dann das Gesicht zu verziehen und Aua! zu sagen, ist Unsinn.
Darüber lachen die Kinder und machen es erst recht, weil die Erwachsenen so lustig reagieren.
Da muss man ganz klar und streng kommunizieren, dass man von dem Kind nicht geschlagen oder gebissen werden möchte.
Unsere Kinder haben wir dann z.B. runter gesetzt, wenn sie auf dem Arm waren, egal, wie sie das fanden. Wer schlägt und beißt, den will eben keiner auf dem Arm haben.

LG

Heike

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Hallo,

2 meiner Klasse haben ADHS und bei beiden zeigte es sich unterschiedlich früh. Mein Sohn war als Neugeborenes schon sehr reizanfällig und brauchte, mehr als die beiden Geschwister, feste Rituale. Fand irgendetwas im Tagesablauf früher oder später statt, war der komplette Tag hinüber. Er brauchte extrem feste und verlässliche Strukturen. Mein Sohn war nie wild oder verhaltensauffällig, allerdings war er oft unruhig, schlief schlecht und war hibbelig. Er hatte ständig etwas in der Hand und war am rumfummeln um sich zu beruhigen. War er in irgendetwas vertieft oder an etwas interessiert, konnte er sich darauf unnormal stark konzentrieren. Man konnte dann kaum zu ihm durchdringen. Mochte er etwas nicht so gern, war die Konzentration extrem schlecht und er war leicht ablenkbar. Das hat sich im Kleinkindalter schon stark abgezeichnet. Die Grundschulzeit verlief unauffällig. Da fiel nur die schlechte Konzentration auf, die aber keinerlei Auswirkungen hatte. Die Leistungen waren sehr gut und man schob es auf Unterforderung. Ab der Pubertät kam erst die Impulskontrollstörung hinzu. Er störte den Unterricht und konnte sich nicht mehr regulieren. Erst dann haben wir ihn testen lassen. Bei meiner Tochter fiel es erst in der Grundschule auf. Auch nur, weil sie sich leicht ablenken ließ und ebenfalls hibbelig war. Weil der Bruder ADHS hat, wurde sie auch getestet. Ebenfalls positiv. Mein Mittlerer wäre ein typischer ADHS-Kandidat. Er war in etwa so, wie du dein Kind beschreibst. Laut, wild, ständig unter Strom und kaum zu bändigen. Er wurde getestet und hat rein gar nichts, außer viel Temperament. Vergleiche ich sein Temperament mit der Hibbeligkeit und der Impulsivität seines Bruders, ist da ein gewaltiger Unterschied zu merken.

LG
Lotta

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Man kan nicht wirklich sagen, wann ADHS angefangen hat. Erstens ist es sowieso von Geburt an da, zweitens bemerkt man Dinge, die vielleicht ein bisschen auffällig sind, aber nicht eindeutig auf ADHS hinweisen. Es sind halt ziemlich allgemeine Symptom, oder sie könnten auch eine andere Ursache haben.

Ich hab zwei Kinder mit ADHS. Beim Ältesten haben schon die Schwestern im Krankenhaus gesagt, als er einige Tage alt war, sie hätten noch nie so ein eigensinniges Baby gesehen. Und auch meine Mutter, die Krankenschwester war, beobachtete schon in der ersten Woche neurologische Auffälligkeiten (extreme Schreckhaftigkeit, das Kind reagierte auf alles ein bisschen zu stark). Aber wer kann das schon einordnen? Das ist auch längst nicht bei allen ADHSlern so. Bei meiner Tochter sah man erst so mit 3 oder 4 Jahren Symptome.

Vor 4 oder 5 Jahren kann man das einfach nicht sicher feststellen. Kinder entwickeln sich noch so viel und es könnte ja auch etwas vorübergendes sein. So spezifisch sind die Symptome halt nicht.

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