Tics bei Kindern

Hallo liebe Mama‘s von Tic-Kindern,

Ich habe hier schon viel von Kindern mit Tics gelesen. Meine Tochter (11 Jahre) hat seit der Einschulung wechselnde Tics. Anfangs war es ganz schlimm! (Augenzwinkern, Räuspern, Hüsteln, Kopf in den Nacken, Schniefen....) So schlimm ist es jetzt nicht mehr, aber dennoch hat sie täglich Tics. Seit dem hoffe ich jeden Tag, dass sie irgendwann mal vorbeigehen. Ich habe so Angst, dass es Tourette sein könnte.

Könnt ihr mir vielleicht über eure Erfahrungen berichten?

Danke
lG

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Hallihallo,

also Tics sind gemäß der Entwicklungspsychologie ganz normal und nicht besorgniserregend. Mein Sohn (6) hatte teilweise den Zwinker- und Hüsteltic gleichzeitig... bin fast verrückt geworden 🤣 Momentan geht es, ich warte aber schon auf den nächsten Schub. Man soll die Kinder nicht ständig darauf ansprechen, sondern die Sache "aussitzen". Ich selbst war selbst lange Jahre eine Zwinkerin. Mach dir keine Gedanken, ich denke nicht dass es Tourette ist da das sehr klassische Tics sind, die du beschreibst. Sollten die Tics STÄNDIG über einen sehr langen Zeitraum (12 Monate +) auftreten, dann würde ich das abklären lassen.

Lieben Gruß
Dini

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Hallo Dini,
danke für deine Antwort. Leider hat sie ständig Tics seit vier Jahren.
Es gibt lediglich nur Phasen, wo sie kaum sichtbar sind

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Ich kenn mich nicht aus, aber warst du mal deshalb bei einem Arzt der sich auskennt?

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Okay, das ist dann per Definition Tourette. Gerade die Phasen sind ja das typische. Ich nehme mal an, dass sie vokale UND motorische Tics hat.

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Warum hast du "so Angst" dass es Tourette sein könnte? Die Tics werden dadurch doch nicht schlimmer? Es ist doch einfach nur eine Diagnose, die man geschaffen hat, um ein Symptombild zu beschreiben. Mein ältester Sohn hat Tourette. Die Kriterien dafür sind ja einfach und eigentlich auch für einen Laien leicht zu sehen:

- mehrere Tics , mindestens zwei motorische und zwei vokale
- die Tics kommen in Perioden, dazwischen sind sie schwächer oder ganz weg
- seit mindestens einem Jahr
- Beginn zwischen 2 und 18 Jahren (inzwischen, glaube ich, 21)


Wenn diese Symptome vorhanden sind ist es per Definition Tourette. Aber es gibt sowieso wenige Ärzte, die sich dafür interessieren, oder es überhaupt diagnostizieren wollen. Sie können sowieso wenig dagegen tun.

Hast du bei deiner Tochter gemerkt, dass die Tics in Perioden kommen? Bei meinem Sohn war das so, dass er 10 Wochen lang die Tics stärker hatte und dann war das wieder vorbei und es wurde wieder schwächer. Ich glaub die ruhigere Phase dauerte ungefähr genauso lange.

Deine Tochter ist ja schon 11. In der Pubertät, bzw. spätestens nach der Pubertät, werden Tics meist viel schwächer. Mein Sohn hat als Erwachsener keine offenbaren Tics mehr. Nichts , was man sehen würde. Nur die vokalen sind nicht ganz weg. Er hat da eine Art Stottern, Sprachblockierung, die er leider immer noch hat. Wahrscheinlich auch ein paar schwächere Tics, die gar nicht auffallen. Ich hab selbst ein paar, die ich selbst gar nicht bemerkt hatte.

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Hallo!

Mein Sohn, jetzt bald 18 hat Tics schon seit dem 2,5 LJ.

Im Verlauf der Zeit hat er bis zu 3 einfachen motorischen und bis zu 2 einfachen vokalen Tics entwickelt. (Keine komplexen Tics).
Störend an den Tics war / ist eher die Umwelt.
Ich hatte bei JEDEM Lehrer-Personalwechsel mindestens ein Elterngespräch zur Tic-Situation die reichten von Unverständnis und Groll auf den Zwerg bis hin zu Hilfsangeboten.

Selbstverständlich waren wir bei diversesten Ärzten (KiA, Hausrazt, Neurologe, Psychiater, SPZ, Psychologe), die alle wenig beeindruckt waren und eigentlich unisono folgendes gesagt haben:
- entscheidend ob eine Behandlung notwendig ist, ist alleine der Leidensdruck des Patienten, irrelevant ist der Störfaktor bei Eltern, Verwandten und anderen Menschen
- es gibt eine medikamentöse Behandlung - muss man aber wollen
- es gibt Verhaltenstherapie, die ist bei Kinder so gut wie nicht erfolgreich und ist eher langwierig und man muss schon sehr gequält sein, dass man die erfolgreich abschließt.
- Tics sind vollkommen normale Erscheinungen in der Entwicklung. Bei 80% der Kinder verschwinden sie in der Pubertät völlig bei 20% bleiben sie erhalten und mildern sich im Normalfall so ab, dass sie nicht erkennbar sind für Außenstehende.

Übrigens die amtliche Diagnose heißt Ticstörung - von Tourette wollte kein Arzt was wissen.
Wichtig ist es tatsächlich auszuschließen, dass es eine Erklärung physiologischen Ursprungs für die Tic-Störung gibt. Also sollte man schon eine vollständige neurologische Untersuchung in jedem Fall machen.

Im Laufe der Zeit hatte Sohn mit ca. 12/13 seinen Tic-Höhepunkt und wollte eine Medikamentöse Behandlung - die gründlich in die Hose (wg. Nebenwirkungen) und wurde nach genau einem Tag für immer abgebrochen. Erstaunlicherweise haben die Tics unmittelbar danach eine sehr lange Zeit um 90% abgenommen. - Also kaum merkbar für einen der nicht bewusst guckt. Mittlerweile haben sich die Tics auf einen Zwinker-Tic reduziert und der tritt nur bei emotionaler Belastung (neg. und positiv) auf - man merkt das aber man würde ihn nicht als "der mit dem Tic" beschreiben.

Kläre es für Euch neurologisch ab und ansonsten lasst Euch ein dickes Fell wachsen. Wie sagte einer der Ärzte so schön, auf meinen Beitrag, dass ich die Lehrerin gestört fühle vom Tic-en des Kindes: "Na dann sollte man sie in Behandlung schicken und nicht das Kind, oder sie arbeitet selbständig dran, sich an was Normales zu gewöhnen."

LG, I.

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Vielen Dank für eure Antworten.
Meine Bedenken sind, dass es in der Pubertät schlimmer wird.
Davor habe ich Angst.
LG

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Gibt es vielleicht auch Erfahrungsberichte, welche Kinder durchgehend verschiedene (vocale und motorische Tics hatten) die dann wirklich wieder verschwunden sind.

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Wie gesagt, bei meinem Sohn sieht man nichts mehr so direkt. Und er hatte natürlich auch durchgehend Tics. Und ich hab bisher immer nur gehört, dass Tics in oder nach der Pubertät besser wurden oder ganz verschwanden. Dass sie mehr werden, wüsste nicht, dass ich das gehört hätte. Aber man kann das ja eigentlich leicht im Internet recherchieren, ob so etwas vorzukommen scheint. Da muss man natürlich dran denken, dass es fast immer irgend jemand gibt, der angeblich......

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Hallo Tia64,

danke, das macht mir Mut. Ich hab schon so viel im Internet gesucht. Leider liest man meistens nur von Kindern mit Tics und kann es dann nicht mehr weiter verfolgen.
Wir waren natürlich auch anfangs beim Kinderarzt, Krankenhaus, Psychologen. Heilpraktiker. Die einzigste Linderung konnten wir durch Magnesium und Vitamin B erfahren.

Es wäre nett, wenn mir vielleicht noch jemand über seine Erfahrungen berichten möchte.

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