Trocken werden - Autismus

Guten Tag ihr Lieben, und ich hoffe das mir hier jemand weiterhelfen kann.

Ich bin Stiefmutter eines 11 jährigen Jungen. Er hat eine leichte Form von Autismus/Asperger.
Ich habe mich mit diesem Thema nie wirklich beschäftigt, da ich ihn irgendwie als ganz normalen Jungen kennengelernt habe.
Er lebt bei seiner Mutter (+Mann), wir haben ihn alle 2 Wochen für ein Wochenende.
Leider ist er bis heute noch nicht trocken. Mal hat er Phasen wo es "gut" ist, dann wieder schlimmere, wo man (am Wochenende zB) nur am Waschen ist.
Es ist ihm egal, ob andere Kinder /Erwachsene es sehen, riechen etc. Bei uns versteckt er die Hosen, wenn er sich eingenässt oder eingekotet hat.
Er ist auch in Therapie, aber so wirklich was bringen tut es nicht. "Man muss an dem Problem des einnässens und einkotens arbeiten" Aber gesagt WIE wird uns nicht.
Langsam sind wir alle am verzweifeln.
Warum ist es ihm egal, das er noch nicht trocken ist, bzw es andere Leute sehen könnten? Das es ihm selbst nicht unangehm ist oder stört?
Wir wollen ihm alle nur helfen, aber auch wenn wir das Gespräch zu ihm suchen, ist alles "egal" oder "die Therapie bringt doch eh nichts".
Mein Partner und ich sind nun am überlegen ob wir für das Wochenende "Regeln" aufstellen. Obwohl ich auch im Internet gelesen habe, das man Kinder nicht bestrafen darf. natürlich nicht und das wollen wir auch gar nicht !!!!

Hat jemand von euch sowas eventuell durch? Irgendwelche Tipps / Erfahrungen??
Oder heißt es wirklich nur Geduld?
Was ist mit seinem späteren Lebensweg (neue Schule, neue Freunde) Kinder können so grausam sein (Mobbing) Und das wollen wir verhindern.

LG

1

Dann tut doch dem Armen Kind den gefallen und zieht ihm Windeln an, zumindest wenn er bei euch ist. Die Mutter kann es ja gerne machen so wie sie es möchte, aber ich würde definitiv kein Urin/Kot in meiner Wohnung haben wollen.

Windeln bekommt man bei entsprechender Diagnose auf Rezept. Es kann sein dass er wegen seiner Diagnose NIE trocken/sauber wird. Er kann doch nichts für seine Behinderung und dass er dadurch seine Ausscheidungen nicht kontrolliert.

Ich bin Tante eines frühkindlichen nonverbalen Autisten, der erst mit 4 1/2 trocken und sauber geworden ist, mit JAHRELANGEM Töpfchentraining. Aber bei einem 11 jährigen Autisten würde ich ehrlich gesagt mich eher um eine Windelversorgung kümmern, ich denke in dem Alter ist es sehr unwahrscheinlich dass er jemals trocken/sauber wird.

2

Danke für die Antwort.

Windeln verweigert er leider auch. Bzw langes diskutieren, so wie es die Mutter berichtet hat.
Will nun aber welche holen, damit wir für das Wochenende welche da haben.

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Kauf ihm bitte Pants, das ist ein Höschen und er hat nicht das Kleinkindgefühl wie mit Windeln. Die kann man seitlich aufreißen zum Wechseln und dann wegmachen. LG Moni

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Hm, das sind irgendwie zu wenig Infos, um da überhaupt was zu zu sagen. Nicht jeder Autist hat Schwierigkeiten Urin und Kot zu halten. Ist das urologisch abgeklärt? Gibt es eine psychologische Ursache? Hat die Autismustherapeutin eine Idee? Was wurde bisher konkret gemacht?

Liebe Grüße
die Landmaus

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Du sagst er hat eine leichte Form von Autismus. Du erlebst ihn "als normalen" Jungen. Dann wird er kognitiv durchschnittlich oder sogar überdurchschnittlich begabt sein?

In dem Fall würde ich exakt so damit umgehen, er ist 11, kann miteinbezogen werden, alle medizinischen und psychologischen Abklärungen und Therapien können und sollen genau so gemacht werden wie bei einem Nichtautisten.
Und nein, es wird ihm "nicht egal" sein. Möglicherweise stecken aber Gründe hinter der Inkontinenz, die für ihn, in seiner Wahrnehmung das grössere Übel sind als dass er in die Hose macht oder als dass es jemand merken könnte.

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ich frage mich, ob er bisher zu arg in Watte gepackt wurde aufgrund seiner leichten AS ?

Die Frage ist: merkt er es nicht oder ist es krankhaft (Wahrnehmungsstörung oder hormonell etc...), -- oder ist es etwas geistiges. - und ja: auch da darf man ruhig mal Schimpfen. Vermutlich sogar härter + klarer, als man es bei einem normal empfindsamen Kind machen würde...

Mein Sohn ist überhaupt nicht empathisch. "durch die Blume" versteht er ebenfalls nicht.

Klare Kurze, harte Ansagen nimmt er gut an -und gar nicht verletzt oder so, - sondern einfach so .... ---- da das AS-SChema so breit gefächert ist, weiß ich natürlich nicht, ob es für euch passt...

aber strenge Regeln --und bei NIcht-Einhaltung nachts eine Windel oder Konsequenzen *können* helfen muss dann eben krankheitsbedingt machbar sein ... wie gesagt ... das mag auf einen bestimmten Typ AS passen, - aber auf Deinen Sohn nicht .... überlege es selbst...

manchmal klappt es sogar eben von aussenstehenden (also jetzt ihr mit neuer Familie) besser, dort andere Regeln einzuhalten, als zuhause .... ---- ein Versuch ist es wert, --

Du solltest dich vielleicht etwas genauer bei der Mama informieren über Möglichkeiten oder auch, wie die daheim damit umgehen ... --- trotzdem hast du alles Recht der Welt, auch bei Dir in Deinem Zuhause Deine Regeln (und die des Papas natürlich) durchzusetzen ...

ist doch ein Versuch wert? -- und kann vielleicht auch bei ihm zuhause helfen?
schweres Thema, wenn du bisher nicht voll in den Verlauf in EInzelheiten eingeweiht bist...

Mein Sohn ist auch irgendiwwe 95% normal ... und manche Menschen nehmen die 5% nicht wahr ..... und andere sind total perplex bei manchen Äusserungen von ihm ... aber trotzdem hat er halt da eine kleine Baustelle, die die meisten Menschen zum Glück nicht wahrnehmen.... -- aber man muss wissen, wie man ihn nehmen muss, wenn man etwas von ihm will (das er nicht will).

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Tagsüber oder nur nachts?

Kennt sich der Therapeut mit Autismus aus?

Ist es ihm wirklich "egal" oder sagt er das nur, um Ruhe vor dem Thema zu haben. Als auswendig gelernte Floskel?

Mir selbst war als Kind vieles "egal", wenn ich gemerkt habe, dass ich 1. anders bin (adhs) 2. keine emotionale Unterstützung hatte, mit dem Misserfolg umzugehen (bei adhs gibt es da viele) 3. um Ärger zu entgehen. Wenn mir etwas "egal" war, konnte ich nicht bestraft werden a) weil ich mich emotional davon abgegrenzt habe b) weil Erwachsene viel schneller aufgegeben haben (keine weiteren Erwartungen, an jemanden, die das Problem sowieso nicht als Problem anzusehen scheint)


Dass Menschen mit Asperger Autismus tendenziell später trocken werden, habe ich schon häufiger gehört.
Weniger ausgeprägtes Körpergefühl
Probleme mit Veränderung
anderes


Wenn er wirklich Autismus/Asperger Autismus hat, würde ich mit dem Therapeuten sprechen (sofern dieser sich auskennt) und um Tipps bitten, wie ihr mit der Situation umgehen könnt.

Gleichzeitig wäre es auch interessant zu prüfen, ob mit Blase, Nieren und co. alles in Ordnung ist.

Hat er nur bei euch Probleme oder auch zu Hause?
Bei Autismus kann das an Stress liegen. Jede Veränderung braucht Zeit.


Wie läuft es aktuell in der Schule?
Wie macht er es da?

08/15 Tipps werden dir nicht helfen.
Bei Autimus braucht es oft (nicht immer) andere Strategien,
zudem ist die Frage auch, ob er es von der Blase, Körperwahrnehmung usw. überhaupt kann.


"Er ist auch in Therapie, aber so wirklich was bringen tut es nicht."

Therapie hilfe bei Autismus eigentlich eher weniger. Es sei denn es sind Tipps für den Alltag und Lernen damit zu leben und sich im Leben zu orientieren.
Elterntraining, Tipps für den Alltag etc. eher mehr.
Im Grunde ist es eine eigene Lebensweise für die ganze Familie und auch der Weg als Familie damit umzugehen.

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Vielen Dank erstmal für die ganzen Antworten. Musste die erstmal auf mich wirken lassen.

Also wie das mit der Therapie läuft, da bin ich nicht ganz mit im Thema, da die Mutter dort mehr mit drin hängt und alle halbe Jahre mal ein Brief ins Haus flattert, ob sich was gebessert hat etc pp.
Habe nunmal am letzten Wochenende erfahren, dass es bei denen zu Hause, während der Schule bzw wenn er nach Hause kommt sehr extrem ist, ab und an bis zu 6x am Tag Hosen wechseln.
Ist er am Wochenende bei uns, haben wir vielleicht von Freitag bis Sonntag 3 Hosen die gewechselt (gewaschen) werden müssen. Meistens in den Situationen wenn er konzentriert ist, zb beim Playstation spielen oder TV gucken. Daher erinnern wir ihn quasi schon fast alle halbe Stunde auf die Toilette zu gehen.
Was genau bei ihm zu Hause los ist, kann ich natürlich nicht sagen. Und ich bin der Meinung, daß diese "egal" Einstellung wine absolute trotzreaktion ist, da er die hier bei uns auch mal an den Tag legt.

Wie gesagt, ich habe das ganze Ausmaß und drumherum am Wochenende erst erfahren. Ich habe natürlich das Problem gesehen mit dem einnässen etc, aber mir war nie bewusst das es bei ihm zu Hause so krass ist.

In der Schule hat er eine junge Frau (Sozialpädagogin) bei sich, die halt den Schultag über da ist und ein Auge darauf hat.

Mein Partner und ich wollen das nächste Mal in Ruhe mit ihm reden, vielleicht bekommt man noch ein bisschen mehr raus. Ich denke ja auch das es ihm uns gegenüber ja auch unangenehm ist, sonst würde er bei uns die Hosen nicht verstecken. So ist mein empfinden.
Ja und eventuell ein paar Regeln aufstellen und es so versuchen!?

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Hallo
Meine grosse ist keine Autistin. Dennoch lässt sie nachts ein. Organisch hat sie nichts, wurde abgeklärt. Seltsamerweise ist es zu Hause häufiger als auswärts (egal ob bei onkel/Tante oder bei ihrer Freundin im baumhaus). Ich geh davon aus, dass es ihr zu Hause egal ist, weil sie 1.morgens nicht auf klo muss (also kurz vor dem Aufstehen in die Windel macht) und 2.sie alle Tipps und Therapien ablehnt.
Meine Mutter versteht das überhaupt nicht und sagt immer ich müsste zu einem anderen Arzt mit ihr (ich war bei mehreren Ärzten, aber keiner sagte, was meine Mutter hören will). Sie hat selbst bis 15 eingenässt, aber sie sagte, sie hat es nicht gemerkt. Unsere Tochter merkt es aber, sonst wäre sie tags auch nass.
Die Ärzte sagten bei uns, dass es öfter vorkommt als man denkt, dass die Kinder einnässen. Es gibt hilfsmittel wie z.b. klingelhose/piepsmaus oä, die die Kinder so konditionieren sollen, zu merken, wenn die Hose nass ist, so dass sie irgendwann vorher aufs Klo gehen um dem Krach zu entgehen. Dafür sollte aber organisch alles ok sein. Ich denke aber, dass das geklärt ist, wenn sie in Therapie ist.

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