Erfahrungen mit Psychopharmaka bei Kindern

Im Dezember 2018 hatte ich hier im Forum über meinen Sohn berichtet, der durch die Nebenwirkungen von Neuroleptika gestorben ist.
Ich bekam Antworten welche Erschrecken und Bedauern zum Ausdruck brachten.
Aber auch Unglaube und Unverständnis, dass Psychopharmaka zum Tod, schmerzhaften Nebenwirkungen oder zu irreversiblen Spätfolgen führen können.
Dazu möchte ich mich nochmals äussern.
In den letzten 10 Jahren starben 5 Mio. Menschen in den Industrieländern durch die Einnahme von Psychopharmaka. Darunter auch Kinder.
Die Dunkelziffer dürfte höher sein.
Das ist eine Feststellung unabhängiger Forscher.
Das ist der Stand 2018.
Das Ärzteblatt schreibt ebenfalls in der Ausgabe Januar 2019, dass die Behandlung bei Off Lable use mit atypischen Neuroleptika bei Kindern zu einer erhöhten Sterblichkeit führt.
Nachzulesen unter:
ANTIPSYCHOTIKA FÜ KINDER: "GEFAHR VON OFF LABLE"
Folgende Medikamente werden aufgeführt, sind aber nur Beispiele:
Risperidon, Quetapin, Aripiprazol, Olanzapin und weitere.
Diese Medikamente sind teils auch unter anderem Namen im Handel.
Das sind Tatsachen und keine Mutmassungen.
Die Erhöhte Sterblichkeit ist seit vielen Jahren bekannt und betrifft alle Altersgruppen.
Die Bezeichnung "Atypisch" soll bedeuten, dass verschiedene Nebenwirkungen seltener auftreten.
Das ist eine Marketing Strategie und soll das Medikament ungefährlicher erscheinen lassen.

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Es tut mir schrecklich leid, was dir passiert ist. Das ist ganz furchtbar.

Darf ich aber eine Frage stellen... Wieso gibt man Kindern überhaupt Psychopharmaka? Ich kenne mich damit nicht aus. Kann mir keine genaue Situation bzw. Indikation vorstellen.

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Es gibt sehr wenige Indikationen für die Behandlung mit Psychopharmaka bei Kindern.
ABER: Das Schlupfloch ist die OFF LABLE Behandlung.
Das heisst, dass das Medikament nicht für die eigentliche Krankheit eingesetzt, sondern zweckentfremdend eingesetzt wird.
Oft werden Eltern unter Druck gesetzt von Schul- oder Betreuungspersonal.
Es ist heute gängige Praxis, dass Kinder und gerade behinderte Kinder Ruhig gestellt werden sollen um den Betreuungsaufwand zu reduzieren.
Seien es Kinderärzte oder Jugendpsychiater und auch Ärzte in einem SPZ, werden die Eltern nicht ausführlich genug über die Gefahren dieser vom Grundprinzip her unzulässigen Behandlung aufgeklärt und nicht selten unterbleiben diesbezüglich notwendige Kontrolluntersuchungen oder Anträge bei der Krankenkasse.
Jedem Arzt, welcher eine solche Behandlung durchführt und das Kind geschädigt wird, droht sowohl der Entzug der Approbation, als auch ein strafrechtliches Verfahren.
Zum Verständnis: Psychopharmaka wirken im Gehirn und beeinträchtigen von dort aus alle lebensnotwendigen und wichtigen Funktionen des Körpers.
Der fortwährende medikamentöse Eingriff mit diesen potentiell gefährlichen Substanzen verursacht nicht selten bleibende Schäden bis hin zum Tod.
Wenn man Menschen schon als Kinder mit Psychopharmaka behandelt, muss man sich nicht darüber wundern, wenn man seine Kinder im Erwachsenenalter in der Psychiatrie oder auf dem Friedhof besuchen kann.

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Wir haben ja bereits miteinander geschrieben, als du die Geschichte deines Sohnes erzählt hast. Wirklich schrecklich was passiert ist.

Etwas problematisch finde ich, die Verteufelung von Psychopharmakas. Es ist nicht so, dass Psychopharmakas per se gefährlicher sind wie andere Medikamente, genauso wenig, wie pflanzliche Substanzen harmloser sind wie synthetische.

In meinen Augen ist Risperidon wirklich Teufelszeugs, nämlich unter anderem deshalb, weil SCHULEN und LEHRER den Einsatz verlangen!!!! An dem Punkt standen wir auch mit unserem Sohn. Puh was haben wir auf den Tisch gehauen.
Wie vermessen ist sowas? Ich lasse mir doch auch nicht von der Supermarktkassiererin ein Blutdruckmittel aufzwingen.
Gerade im Bereich Autismus: wie viele Autisten sind uns schon begegnet, die waren als Kinder vom Verhalten wie unsere Kinder, heute, dank Risperidon sitzen sie sabbernd in betreuten Wohngruppen, während unsere Kinder studieren. Ja stimmt, ich hasse Risperidon. Aber ich lehne dennoch (andere) Psychopharmakas nicht grundsätzlich ab, auch nicht bei Kindern.

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