ein Kind ADS, das zweite ADHS

hallo,
Herzlichen Glückwunsch.
Nach Monate langer Tests und Fahrerei und Elternsprechtagen und und und ist uns gestern mitgeteilt worden das der 8 Jähriger ADS hat. Für uns ist es jetzt nicht ein Schock... er ist hat ein Träumele, das war uns bewusst. Da sich seine Schulischen Leistungen seit dem neuen Schuljahr aufgrund von einer Stabilen Familien Situation ( war 4 Jahre AE) sowie viel Übung deutlich gebessert hat- werden wir als Therapie nur die Ergo in Anspruch nehmen- von der medikamentösen Therapie halten wir in seinem Fall Abstand.

So... der kleine ist 6. Schon länger Auffällig, Schule Katastrophe, aus Vereinen, Schwimmkurs usw wird er raus geschmissen- da er zu viel unruhe in die Gruppe bringt. In der Schule bockt er, nimmt nicht am Unterricht Teil usw. Testbar war er nur zu 80% da er auch diese verweigerte. Jetzt sagte die Lehrerin das sie iHn für zu früh eingeschult hält ( 6.9 ist er 6 geworden) und das er evtl etwas Entwicklung Verzörert ist.
Dies haben wir gestern der Psychiaterin mitgeteilt. Sie tendiert richtung ADHS will aber noch weitere Tests machen um ihn nicht jetzt schon in eine Schublade zu stecken, sondern sich der Diagnose 100% sicher zu sein. Da dies noch bis ende Februar dauern wird bekommt er jetzt auch schon Ergo.
So und jetzt stehe ich da!
mir einem Träumer und einem Hyperaktiven KInd.
Könnt ihr mich etwas Trösten, das alles gut wird und sie trotzdem ihren Weg gehen werden?
Mein LG lehnt Medikamente strickt ab- da er meint das die Pharma Industrie vieles hinein Interpretiert. Ich selber bin unsicher ob ich ihm nicht die Hilfe die er barucht verweigern würde, da er ja mit den medikamenten ein Strukturiertes Leben hätte und mehr vom Unterricht wahr nehmen würde.
Es will ja auch keiner mit ihm spielen oder neben ihm sitzen, da er so stört und haut usw.
Was meint Ihr?
Danke

1

Naja, klar sind Medis der eine Weg, aber es ist nicht der EINZIGE Weg. Ergo hilft, ein absolutes Medienverbot bzw. ein ziemliches herunterregulieren der Benutzung von Fernseher und Co. außerdem wäre für den Anfang eine I-Kraft für den Kleinen hilfreich. Sie könnte ihn wieder in die Klasse inkludieren und ihm notwendige Auszeiten verschaffen. Viele Kinder reagieren auch sehr negativ auf Süßigkeiten. Das würde ich auch mal einschränken. Vielleicht schafft ihr es ja schon so...

4

Hallo,
ja die Sachen die Du empfiehlst finden bei uns eh nicht statt. Fernsehen gibts nur wenn überhaupt dann bei schlechtem Wetter und wenn wir gemeinsam was schauen wollen.

Süßigkeiten werden bei uns auch gut eingeteilt. Ich bin Zahnarzthelferin und mein LG arbeitet beim Fernsehen ;-) sind uns also der "Gefahren" bewusst :;-)

2

Hallo,

eure Situation kommt mir ja so bekannt vor!

Unsere Tochter ist 9 - hat ADS mit einer starken Konzentrationsschwäche. Wir hatten sie damals schon wegen ihrer ruhigen Art ein Jahr später einschulen lassen. Testungen waren in der 1. und 2. Klasse bis wir das Ergebnis hatten.

Unser Sohn ist 6, hat ADHS. Da wir schon sehr große Probleme im Kiga hatten (mit Kigawechsel) und einem großen Aggressionspotential haben wir ihn bereits vor der Einschulung auf Medikamente einstellen lassen. Als dieses Thema aufkam konnte ich Nächte lang nicht schlafen, hab mir die Entscheidung unheimlich schwer gemacht. Man hört ja leider immer wieder negative Berichterstattungen. Wenn man sich aber mal damit richtig auseinander setzt dann stimmen viele dieser Berichte gar nicht. Wir haben zum Glück einen sehr guten Kinder- und Jugendpsychiater der uns bestens aufgeklärt hat. Wenn du hierzu was wissen möchtest kannst du mir gerne eine PN schreiben.
Unser Sohn verträgt die Medikamente bestens, hat keinerlei Nebenwirkungen und wir sind so froh das alles so gut läuft.

Auch bei unserer Tochter...Wir haben versucht ihre Konzentration zu verbessern doch nichts hat geholfen. Sie litt so extrem darunter, täglich hat sie geweint und hatte extreme Selbstzweifel. Also haben wir uns auch bei ihr entschieden sie medikamentös einzustellen. Bei ihr hat die Einstellung länger gedauert aber jetzt haben wir glaube ich die aktuell beste Möglichkeit gefunden. Sie ist jetzt in der 3. Klasse und ist eine 1er und 2er-Kandidatin. Das wäre vorher nie möglich gewesen. Es ist so toll zu sehen wie stolz sie heim kommt wenn sie wieder eine gute Note bekommen hat oder von der Lehrerin gelobt wurde. Das hat uns gezeigt das wir die richtige Entscheidung getroffen haben.

Das ADHS wurde anscheinend von meinem Mann, das ADS von mir vererbt. Wir wurden nie getestet, hatten aber in der Kindheit die gleichen Probleme. Wir wissen also wie es den Kindern geht und genau das wollten wir ihnen ersparen.

AD(H)S spaltet die Leute, viele sagen das die Krankheit erfunden ist. Wenn aber richtig getestet wird (und das nicht nur an einem Tag) dann ist die Diagnose sicher und diesen Kindern muss aufgrund der Stoffwechselerkrankung (das ist ADHS nämlich) geholfen werden.

Also, wenn du Fragen hast dann melde dich (auch gerne per PN)

LG Nadine

3

Hi,

mein Neffe hat ADHS.

Ihr könnt es ja erst mal ohne Medis probieren, einfach mal fragen, welche Möglichkeiten es speziell in eurem Fall gibt.

Ansonsten können Medis bei manchen Kindern mit AD(H)S ein Segen sein. Was spricht dagegen, es wenigstens mal auszuprobieren? Medis kann man auch wieder absetzen.

Und für deinen Lebensgefährten, der strikt Medis ablehnt, hoffe ich, dass ER nicht mal auf irgendwelche angewiesen ist und sei es starkes Schmerzmittel wegen eines Bandscheibenvorfalls, die Pharma-Industrie interpretiert da sicherlich auch was rein.#augen#klatsch

Viel Glück euch!

VG
Gael

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Hallo!

ich habe 2 Kinder mit AD(H)S - die sind nicht verträumt, aber auch keine Flummies!

Der eine wird medikamentös behandelt der andere nicht. Ich würde das ausschliesslich von dem Rat des behandelnden Arztes, von dem Leidensdruck des Kindes abhängig machen und mein Wissen über das Krankheitsbild und ggf. die Folgen, nutzen.
Der Leidensdruck beim Kind kann durchaus aus einer unpassenden Situation in der Schule, etc. entstehen, wobei in einer anderen Schule /Klasse der vielleicht nicht da wäre.
Schon allein die Einstellung der Lehrerin zum Thema kann entscheidend sein, ob Medis notwendig sind oder nicht. - Das kannst Du aber nicht beeinflussen.

Was irgendwelche nicht-ADS-betroffenen Leute zur Pharmaindustrie recherchieren ist mir relativ egal, zumal ICH, die Lehrerin und das ganze unmittelbare Umfeld ein anderes Kind erleben - und zwar binnen 2 Wochen! Und das Kind selber sich ganz anders erlebt - nämlich mit ständigen Erfolgserlebnissen, weil was gelingt, wenn man es auch so will und sich einsetzt und nicht das Gefühl hat nur blöd zu sein.

Im Übrigen sind elektronische Medienzeiten und Ernährung genauso schädlich oder nicht schädlich wie bei jedem anderen Kind auch. - Beim anderen mehr beim anderen weniger, aber ziemlich unabhängig von AD(H)S. Ich empfehle dir dringend Dich mit möglichst viel AKTUELLER Fachliteratur einzudecken und Dich eingehend zu informieren, etwa auch bei: adhs-deutschland.de. Keiner kann und sollte für Dich die Entscheidung über die Therapien treffen - Du musst dahinter stehen und dann ist alles gut! Emotionale Entscheidungen sind aber gerade in dem Thema nicht richtig, deswegen informiere Dich gründlichst.

Ich bin überzeugt davon, dass meine Kinder genauso wie wir Eltern (offensichtlich tragen wir schon eine Portion ADHS in uns) ihren Weg gehen werden, aber sie brauchen Unterstützung, wo vielleicht andere keine brauchen um den besseren Weg gehen zu können. ADHS ist nur in Kombination mit einer Depression manchmal tödlich, ansonsten ist man vielleicht nur beschränkt in seinen Möglichkeiten.

LG, I.

6

Nachweislich ist die Gehirnaktivität bei Kindern mit AD(H)S verändert und egal ob das jedem passt oder nicht, Medikamente können da helfen und für manche Betroffenen ein Segen sein. Den Einzelfall muss man jedoch abwägen. Bei Deinem älteren Sohn, da er scheinbar keine größeren Probleme hat, würde ich auch erstmal abwarten.

Allerdings ist gerade bei Deinem jüngeren Sohn die Situation etwas anders, da er sich mit seinem Verhalten zum Außenseiter macht. Was ihm sicher helfen würde (und mich wundert, dass das die Psychiaterin nicht angesprochen hat? - naja, medizinische Ärzte und ihre Medikamente eben...), das wäre eine psychologische Psychotherapie. Das bedeutet natürlich für alle etwas mehr Arbeit als ein paar Pillen einwerfen, kann aber Deinem Sohn lebenslang eine große Hilfe sein und in vielen Fällen eine medikamentöse Therapie ersetzen. Ein Verhaltenstherapeut kann Deinem Sohn beibringen, wie er sein Leben auch ohne Medikamente strukturieren kann, woher sein Verhalten kommt und wie er es ändern kann, so dass er nicht mehr ständig aneckt, Selbstbewusstsein zurück gewinnt und wieder Freunde findet. Die Therapie wird von der Krankenkasse gezahlt, einziges Problem könnten die langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz sein (wobei es manchmal an Universitäten Studienprojekte gibt, in denen man super betreut wird (auch als Eltern) und schneller einen Platz bekommt).

Also hör Dich um, irgendwas tun solltet ihr im Interesse Deines Sohnes, aber es muss nicht sofort Ritalin sein!

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Hallo ich selbst habe zwar kein Kind mit ADHS aber bin selbst " betroffen" und mein kleiner Bruder auch! Wenn du das ganze mal aus der anderen Sicht hören magst kannst du mir ja eine Nachricht schreiben!
Lg nine-maus :)

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Hallo, ja gerne. Schreib mir bitte eine pn.
Danke

9

Huhu,

unser Sohn hat auch ADHS. Das wurde im September diagnostiziert. Er bekommt Ergo und seit dem Frühling hat er zweimal die Woche Judotraining (Gut bei Ihm wegen Disziplin, Konzentration und auspowern). Das bekommt ihm sehr gut. Laut seiner Lehrerin hat er im letzten Jahr totale Fortschritte gemacht.

Wir achten auf einen streng strukturierten Tagesablauf, in dem er auch tgl. seine Übungen macht, die er bei der Ergo gelernt hat...Die beruhigen ihn auch wenn er mal überdreht ist. Und sie dauern nur ca. 20 min.

Medikamente kommen für uns auch nicht in Frage...und der Verlauf des letzten Jahres hat auch gezeigt, dass dies nicht nötig ist.

Sicher ist es manchmal stressig und es geht einem total an die Nerven, denn nicht jeder Tag läuft...aber spätestens wenn er abends im Bett liegt und schläft und friedlich vor sich hin schnubbelt ist es wieder vergessen und wir gucken einfach was der nächste Tag bringt.

Ich drück dir die Daumen...Es wird schon alles gut. Du wirst es schaffen...Denk an nervenaufreibenden Tagen einfach an die guten Tage....Mir hilft das.

LG
Plume

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Hi ich erzähle dir mal etwas von mir.... Ein adhs Kind bzw jetzt erwachsener. Köpf hoch. Die meisten von "uns" sind ziemlich schlau.... Und brauchen nur etwas Zeit und Hilfe mit sich und der 'krankheit' klar zu kommen.... Stell dir vor... Du sitzt an einen Tisch und bist gezwungen mindestens 5 Gesprächn zu zu hören.... Wir haben keinen Filter was wichtig und was unwichtig ist. Und alle wollen wir es recht machen. Jeder schimpft obwohl wir doch garnicht wissen was wir falsch machen...

Und gegen all das hilft ritalin... Wenn er es stark hat hilf ihm egal was dein LG sagt. Da es nur von der pharmazeutischen oder von faulen Eltern erfunden.Ist ist quatsch. Glaube mir. Wenn er es richtig hat braucht er Hilfe. Oder willst du eine op ohne Narkose? Aber gibt ihm nicht zu viel ritalin und mach in den großen Ferien pause.... Rescue hat mir auch geholfen....

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Ich drücke dich mal feste ich hab nämlich auch ein ADHS Kind nur ist das dazu noch Autist. Aber in Sachen Medis widerspreche ich deinem Freund. Denn sorry hier hat er schlichtweg keine Ahnung. Klar sind Medis nicht das Nonplusultra und müssen vielleicht auch wirklich nicht immer sein. Es sind auch nicht die einzigsten Sachen, denn Therapien und strukturierte Abläufen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Nur vielen Kindern kann anders nur schwer geholfen werden weil sie sich auch selbst im Weg stehen und manches einfach nicht anders auf die Reihe kriegen. GEnauso haben einige erst so Chancen ihr Potential zu nutzen. Und wieso sie sinnlos leiden lassen?
Darüber sollte sich dein Lebensgefährte mal lieber Gedanken machen. ABer mal abgesehen davon würde ich vielleicht auch erst abwarten und schauen was passiert. Und dann nach meinem Gefühl gehen.

Ela

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