Grundschule leht körperbehindertes Kind ab

Hallo, wisst ihr inwiefern man eine Grundschule zwingen kann ein körperbehindertes Kind aufzunehmen bzw, inwiefern sich eine Schule gegen sowas weigern kann/darf...oder wer für sowas zuständig ist und an wen man sich wenden muss?

Es geht außschließlich darum, dass ein Raum zur Verfüung gestellt werden muss, in dem diverse Dinge steril ablaufen können. Die entsprechende Schule möchte das nicht und auch nicht "so ein Kind überhaupt dort haben".

Es wird an eine Förderschule verwiesen, die zwar theoretisch auch für Körperbehinderte ist, aber praktisch nur mit gesitig Behinderten besetzt ist - und bei Gesprächen herauskam, dass z.,B. der Schulstoff grundsätzlich gestreckt wird und der Stoff von Klasse 1-2 in 3 Jahren durchgenommen wird usw. nach 10 Jahren hat man den Schulstoff von 7! - sowas ist natürlich völlig unsinnig für ein geistig nicht behindertes Kind. Die Klassen haben nur je 6 Schüler und es wird laut Schulleitung nicht möglich sein auf ein geistig gesundes komplett einzugehen und das Niveau wird grundsätzlich nach unten angepasst...
Außerdem hätte das Kind dort einen einfachen (!) Schulweg (Bustransport) von 2 Stunden...

Privatschule fällt flach, die Eltern könne sich das nicht leisten. Was macht man denn da?

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Hallo,

ein steriler Raum? Ich wüsste gar nicht, wie man das organisieren soll. Unsere Schule hat gerade genug Räume für die Kinder. Wir hätten keine Möglichkeit.

Lg

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Hallo,

"Hallo, wisst ihr inwiefern man eine Grundschule zwingen kann ein körperbehindertes Kind aufzunehmen (...)"
Man muss die Schule nicht zwingen - die Schule MUSS es aufnehmen. Eigentlich.

Man könnte das Recht auf Inklusion einklagen - aber wer weiß, wie lange das dauert und ob das dann nicht nach hinten losgeht, wenn die Schule gezwungen wird, dieses Kind aufzunehmen.

Presse einschalten ist generell auch möglich, aber siehe oben.

Ich bin nicht pauschal für Inklusion, in diesem Fall aber ergibt es keinen Sinn, ein geistig normal begabtes Kind auf die vorgeschlagene Weise zu beschulen. Der Schulweg ist zusätzlich eine Zumutung.

Wenn es nur um einen Raum geht, der zur Verfügung gestellt werden muss, verstehe ich die Aufregung auch nicht. Aber vielleicht hat die Schule tatsächlich keinen Raum frei, der steril gehalten werden kann. Um welches Handicap geht es denn?

Eine Privatschule muss nicht gleich automatisch sehr teuer sein.

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Es geht nur um diesen Raum, der laut Mutter durchaus da wäre - das ältere Kind geht bereits auf diese Schule. Er hat einen künstlichen Darmausgang und muss etwa alle 2h die Blase kathetern.

Ich dachte auch, dass jede Schule so ein Kind nehmen MUSS, wahrscheinlich muss man nur genügend Druck machen...

Die Privatschule würde fast 200€ im Monat kosten und das können sich die Eltern nicht leisten.

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Falls die Privatschule das Kind aufnehmen würde, werden( bei Ablehnung der Staatlichen Schule) die Kosten vom Jugendamt übernommen.
LG und viel Kraft für den Kampf um den richtigen Schulplatz

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Erstmal ist die Frage, welches Bundesland es ist.
Also in NRW ( kein Plan, wie es woanders ist) ist das Schulamt zuständig. Es ist ja wahrscheinlich ein Gutachten geschrieben worden, das untersucht inwiefern das Kind besonderer Förderung bedarf ( AOSF-Verfahren) Auf der Basis dieses Gutachtens entscheidet das Schulamt was der geeignete Förderort ist. Welche Dinge müssten von wem durchgeführt werden? Und gibt es keine anderen Beeinträchtigungen? Kann das Kind selbstständig am Unterricht und an den Pausen teilnehmen?
Gibt es im näheren Umkreis keine andere Schule, die schon inklusiv arbeitet? Das wäre doch eine Alternative.
Ich würde mir als Eltern einen Termin beim zuständigen Schulamt besorgen und nach Alternativen fragen.
Gruß

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Es gibt bei uns in RLP Schwerpunktschulen die behindertengerechte Einrichtung hat (Aufzug und Rampen für Rollis).

Wenn eine Schule mein Kind nicht aufnehmen wollen würde, würde ich im Umkreis eine andere normale Schule suchen die es aufnimmt. Weil wenn die Schule nicht will gibts ablehnung und die spürt am Ende das Kind.

Wenn es nicht anders geht. Aufklärung und Einklagen. Ein normales Kind was nur ein körperliches Handicap hat, hat ein Recht auf eine völlig normale Schulbildung in einer normalen Schule!

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Gibt es noch andere Grundschulen in der Nähe? Ich würde einfach mal alle abklappern. Evtl. gibt es auch Schulen für Körperbehinderte und du kennst sie nur nicht? Einfach bei den Schulen durchfragen, es gibt dort einen Sonderpädagogischen Dienst.

Hast du schon ein Gutachten für eine Integrationsfachkraft machrn lassen?

Evtl. gibt es auch die Möglichkeit, dass das Jugendamt eine Privatschule bezahlt, brauchst aber ein Gutachten.

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Ich würde ehrlich gesagt parallel zur Schulsuche nochmal mit den behandelnden Ärzten schauen, ob und was für Lösungen es gäbe. Wenn das zweistündliche Katheterisieren die einzige Option ist ( also suprapubisch nicht in Frage kommt) dann kann man zumindest abklären, ob von den verwendeten Utensilien her das Geeigneteste für unterwegs verwendet wird, es gibt da durchaus spezielle Sets die für unterwegs geeignet sind und quasi überall angewendet werden können, auch auf öffentlichen Toiletten, ohne erhöhtes Infektionsrisiko.

Daneben könnte man schauen, was für Kostenträger in Frage kämen für die Privatschule, ebenso könnte man alle anderen Grundschulen anfragen. Argumentation für diese Wege und gegen die Förderschule wäre das Recht des Kindes auf eine seinen Fähigkeiten angemessenen Bildung.

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Widerspruch einlegen!!

Zum Blase kathetern reicht der Sanitäsraum den doch eigendlich jede Schule hat und wenn es nur ein kleines Ecken ist. Kind muß sich legen können, saubere Unterlage drunter, Genital desinfizieren, Katheter rein, ablaufen lassen, fertig.

Oder das Kathetern geht sogar durch den Nabel (kann operativ gemacht werden, wird gemacht wenn klar ist das das Kathetern dauerhaft ist weil es eben unabhängiger macht, ältere Kinder und Erwachsene es auch unterwegs ohne viel Aufwand alleine können usw) , da braucht das Kind nichtmal liegen, Oberteil hoch, Desinfektionsspray drauf, Katheter rein. Da braucht man nur was wo man den sterilen Katheter und Handschuh drauf ablegen kann

Ich vermute mal das das Kind dann eine Inklusionskraft bekommt oder wenn möglich Mama in den Pausen hin geht und das erledigt.

Wir hatten vor 30 Jahren schon einen Jungen auf der Regelgrundschule (NRW, katholische Schule) der durch einen Autounfall Querschnittsgelähmt war. Da kam die Mutter in der Pause und Katheterte ihn. Später im Gymnasium war sein großer Bruder da der das machte und als der Abi hatte und weg war war er alt genug es selber zu machen

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Nun ja, bei uns nutzen gerade drei Schulen eine einzige Turnhalle - alle anderen sind zu marode, und an den Duschen hing kürzlich ein Schild mit "Lebensgefahr" wegen Legionellen. Wenn schon kein Geld da ist, da für normale Zustände zu sorgen, wüßte ich nicht, wie ein steriler Raum organisiert werden sollte. Das würde ja auch zusätzliches Putzpersonal erfordern, eventuell versicherungstechnische Fragen etc ...

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Danke für eure Infos. Ich werde einiges davon weiterleiten.

Ansonsten: er braucht dann keine I-Kraft. Momentan hat er eine im Kiga, aber in der Schule soll er das Kathetern eigentlich selber übernehmen. Für alles weitere braucht er keine Hilfe. Er hat noch andere Einschränkungen, aber die wären nur für den Sportunterricht relevant und haben keinen Einfluss auf das sonstige Schulleben. Der Raum muss nicht komplett steril sein wie ein OP.

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Hat er einen Rolli?

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Nein.

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