Fruchtwasseruntersuchung ja oder nein?

Hallo zusammen!

Ich hab wirklich ein Problem, eine Entscheidung zu treffen.

Mein Sohn ist jetzt 4 Jahre alt und er ist schwer behindert. Er kann nicht laufen, er kann nicht sprechen etc. Er hat ein sehr seltenes Syndrom. Wir haben nun eine Künstliche Befruchtung machen lassen mit Polkörperchendiagnostik (d. h. die Eizellen wurden untersucht und eine gesunde, die sich befruchten lies, wurde mir zurückgegeben). Ich bin dann auch beim ersten Versuch schwanger geworden :-) #freu #huepf. Bin jetzt in der 14. SSW.

Von der Klinik und vom Genetikum wurde mir empfohlen, eine Corionzottenbiopsie und eine Fruchtwasseruntersuchung trotzdem machen zu lassen. Eigentlich war immer klar, dass ich die Fruchtwasseruntersuchung machen lasse, aber nun hab ich einfach rießige Angst. Angst, dass etwas passiert, dass mein Baby vielleicht gesund sterben muss und auch Angst, dass das Baby nicht gesund ist. Ich kanns einfach nicht erklären.

Im Prinzip wurde ja diese Erkrankung, die mein Sohn hat theoretisch schon ausgeschlossen, aber die Angst ist einfach da, dass das Baby trotzdem nicht gesund ist.

Stand jemand von Euch auch vor einer solchen Entscheidung? Wie habt Ihr Euch entschieden? Vielleicht kann mir ja jemand einen "Denkanstoß" geben. #danke

Viele Grüße

Supernaschkatze, die gerade ein nervliches Wrack ist :-(

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Hallo, ich kann mir vorstellen, dass das für dich eine irrsinnig schwere Situation ist. Wir haben, als unser Sohn unterwegs war, keinerlei Diagnostik gemacht, weil es für mich keine Option war, die Schwangerschaft abzubrechen. Da waren wir aber zu zweit, von unserer Entscheidung war kein anderer Mensch betroffen. Ich glaube, ich würde mich fragen, ob ich es schaffen würde, noch ein behindertes Kind zu haben - und was das ggf. für euren Sohn bedeuten würde. Natürlich kann man nie zu hundert Prozent sicher sein, aber in eurer Lage würde ich vermutlich alles ausschließen, was sich ausschließen lässt.

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Wir standen auch mal vor der Frage. Allerdings haben wir vor der Schwangerschaft eine Entscheidung darüber getroffen, ob wir uns eine Abtreibung vorstellen könnten. Für meinen Mann und mich stand fest, wir wollen auf jeden Fall ein zweites Kind. Ein Leben mit "nur" einem kam für uns nicht in Frage. Wäre das zweite ebenfalls behindert geboren, dann wäre es eben so gewesen.

Also haben wir trotz Gendefekt des ersten Kindes bei der zweiten Schwangerschaft auf jede invasive Diagnostik verzichtet. Auch bei einer FWU oder Chorionzottenbiopsie findet man nicht alles, daher wollten wir das Kind nicht dem Risiko aussetzen und uns in einer (vielleicht falschen) "Sicherheit" wiegen. Wir dachten uns, WENN wir ein zweites Kind mit Behinderung bekommen sollen, dann werden wir es bekommen, egal wie viele "Vorsichtsmaßnahmen" wir treffen - das "Schicksal" findet immer einen Weg.

Wir haben uns darauf konzentriert, Vertrauen in unser Kind zu haben und dahinein, dass alles gut wird, was kommt. Und es wurde gut - sehr gut sogar! So gut, dass wir sogar ein drittes Kind gewagt haben...

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Hallo

wie steht denn dein Mann dazu? Seid ihr euch 100% einig?
Wir waren uns einig und ich habe beim zweiten und beim dritten Kind Fruchtwasseruntersuchungen machen lassen.
Das muß jeder mit sich selbst ausmachen, da jeder eine andere Belastungsgrenze hat.

L.G.

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Hallo!

Erstmal vielen Dank für Eure Antworten #danke!!!

Mein Mann ist im Moment auch total unentschlossen und kann keine Entscheidung treffen.

Wir sind jetzt so verblieben, da ich die Nackenfaltenmessung machen hab lassen und alles ok war, wollen wir nun einen Feindiagnostik-Ultraschall machen lassen und dann entscheidet sich, ob wir Fruchtwasser untersuchen lassen oder nicht.

Ich hab den Termin zur Fruchtwasseruntersuchung schon ausgemacht.

Wenn bei der Feindiagnostik etwas auffällig wäre, wollen wir die FWU machen, wenn alles in Ordnung zu sein schein, eher nicht. Also, es wird noch spannend bleiben :-(.

#danke nochmal für Eure Antworten.

VG Supernaschkatze

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Hallo,mir standen auch vor dieser Entscheidung. Wir hatten schon zwei gesunde Kinder und da ich an die 40 zig war, Hormonbehandlung hatte, haben wir nachdem ein Trippeltest gemacht worden ist( den ich eigentlich nicht wollte, da er auf Grund meines Alters schon POS. Sozusagen anzeigte) dann uns alle verrückt machten uns zur FU entschieden haben. Mein Oberarzt machte mir so einen Mut, er hatte schon über 1000 FU gemacht noch nie gab es eine Fehlgeburt. Also, es war Null schlimm und nach dem guten Ergebnisse konnte ich mich richtig freuen. Alles gute dir#winke

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Ich sehe das wie jindabyne.

Man lässt Pränataldiagnostik nur machen, wenn man sich der Konsequenz bewußt ist, das Kind nicht austragen zu wollen, wenn es behindert sein sollte.

Darf ich Dir mal eine Frage stellen? Hätte man die Behinderung Deines ersten Kindes überhaupt vorher feststellen können? Es gibt ja Behinderungen, die man mit keiner Untersuchung der Welt vorher diagnostizieren kann.

Wenn Du ein krankes/behindertes Kind unter keinen Umständen austragen lassen willst, musst Du alle nötigen Untersuchungen machen.

Ansonsten lass es und vertraue auf Gott. Reicht ja dann, wenn man es nach der Geburt weiß.

Ich habe keine invasive Untersuchungen machen lassen, obwohl ich selbst an der meisten vererbbaren schweren Geburtsbehinderung Spina bifida aperta "leide" (ich leide nicht, ich habe sie nur ;-)))

Ich habe auf Gott vertraut! Mein Kind kam gesund zur Welt. Eine Abtreibung wäre auch für mich ehrlich gesagt nicht denkbar gewesen.

Die meisten schwer behinderten Kinder werden übrigens von Menschen geboren, die vorher keine auffällige Anamnese hatten.

Nun kann man sagen, gut, die anderen hatten vorher die Chance das Kind erst gar nicht zu gebären... Aber so soll es lt. Statistik nicht sein.

Ich wünsche Dir eine weise Entscheidung!

LG Janette

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Hallo Janette,

Danke für Deine Antwort. Die Krankheit meines Sohnes hätte man damals nicht feststellen können, weil es eine so seltene ist. Es hätte aber auch nichts geändert, wir hätten das Kind in jedem Fall behalten, weil es unser absolutes WUNSCHKIND war und das ist es auch heute noch!!!

Ich hab mich im Prinzip schon gegen eine FWU entschieden, weil ich wieder unser Wunschkind unter dem Herzen trage und ich es nicht mehr hergeben möchte...

Aber auf der anderen Seite steht da einfach die Vernunft! Noch ein zweites schwerstbehindertes Kind stellt einfach eine rießige Aufgabe dar!!!

Auf der anderen Seite bin ich mir absolut bewusst, dass keiner von uns irgendwann mal eine Garantie hat, dass er immer gesund sein wird und im Endefekt wurde die Erbkrankheit meines Sohnes ja schon ausgeschlossen, deshalb denke ich oft, wir haben schon so viel gemacht, wir sollten einfach auf Gott vertrauen.

Jetzt mal abwarten was die Feindiagnostik nächste Woche sagt.

VG Supernaschkatze

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Hallo,

#liebdrueck

Schwierig, gebe ich zu.

Es kommt halt darauf an, wie Ihr Euch im Falle eines positiven Ergebnisses entscheidet.

Wollt Ihr aber das Kind in jedem Fall behalten, würde ich das Risiko mit der Fruchtwasseruntersuchung nicht eingehen.

GLG #klee

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Hallo!

Kann euch sehr gut verstehen. Unsere Geschichte war so. Unsere erste Tochter war ein Frühchen und verstarb leider an ihrem 4. Lebenstag. Wir wollen unbedingt ein weiteres Kind. Egal mit welchen Konsequenzen. Nackenfaltenmessung habe ich machen lassen, sonst nichts. Auch unser drittes Kind ist zum Glück gesund und munter auf die WElt gekommen. Aber ehrlich gesagt wir hätten uns niemals gegen unsere Kinder entschieden, wenn der Arzt Behinderungen festgestellt hätte. Ich habe in meiner Verwandschaft zwei Fälle von Kindern die schwerst behindert sind. Von der einen Familie ist es das letzte Kind, das dritte. Von der anderen Familie das erste und einzige. Sie wollten auch keines mehr. Das Kind braucht soviel Energie, Zuwendung, Pflege,,,, auch der Vater von dem Kind ist ein ganz anderer Mensch geworden. Beide haben sich bewußt gegen ein weiteres Kind entschieden. Es ist schwierig eine solche Entscheidung zu treffen.

Habe mal einen Bericht gesehen im Fernsehen wo die Ärzte falsche Diagnosen erstellt haben. Der Arzt meinte das Kind wäre behindert, danach stellte sich heraus es war kerngesund. Mit sowas könnte ich nicht leben.
Ich wünsch euch alles Gute egal wie ihr euch entscheidet.
lg g.

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Hallo!
Gratulation zur Schwangerschaft.
Die Entscheidung zu invasiven Maßnahmen zwecks Ausschluss einer Anomalie, habe ich für mich von Anfang an ausgeschlossen. Ich hatte, wie du auch, zu viel Angst vor Komplikationen und dem Verlust des Babys.
Ich habe meinem Bauchgefühl vertraut und mich gedanklich ganz an das Baby gehalten. -Alles wird gut. Wir wollten dieses Baby mit allen Konsequenzen.

Meiner Meinung nach, gibt es niemals eine Garantie für ein "normales" Kind, für ein unversehrtes und gesundes Kind. Selbst wenn es gesund zur Welt kommt, gibt es keine Garantie dafür, das es so bleibt.

Auch unser erstes Kind kann nicht sprechen, läuft allerdings seit dem vierten Lebensjahr frei. Nach der Diagnose, die wir mit 18 Monaten erhielten (Angelman-Syndrom). Wurde in der Humangenetik eine etwa 5% Möglichkeit der Wiederholung des AS berechnet. Das reichte mir aus, um wieder ein eigenes Kind bekommen.
Unser Sohn ist kerngesund und wahnsinnig toll :-) Ich sage manchmal, er ist wie ein Pflaster auf unserer Seele. Dennoch ist nicht das schwierige, ein behindertes Kind zu haben, sondern danach ein gesundes.

Mein Rat: höre tief in dich hinein, in deinen Bauch und dein Herz, dann weißt du wie du dich entscheiden musst, um damit leben zu können.

Liebe Grüße
Steffi

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Hallo!

Danke Euch allen für Eure Antworten. Die Krankheit meines Sohnes hätte man damals nicht feststellen können, weil es eine so seltene ist. Es hätte aber auch nichts geändert, wir hätten das Kind in jedem Fall behalten, weil es unser absolutes WUNSCHKIND war und das ist es auch heute noch!!!

Ich hab mich im Prinzip schon gegen eine FWU entschieden, weil ich wieder unser Wunschkind unter dem Herzen trage und ich es nicht mehr hergeben möchte...

Aber auf der anderen Seite steht da einfach die Vernunft! Noch ein zweites schwerstbehindertes Kind stellt einfach eine rießige Aufgabe dar!!!

Auf der anderen Seite bin ich mir absolut bewusst, dass keiner von uns irgendwann mal eine Garantie hat, dass er immer gesund sein wird und im Endefekt wurde die Erbkrankheit meines Sohnes ja schon ausgeschlossen, deshalb denke ich oft, wir haben schon so viel gemacht, wir sollten einfach auf Gott vertrauen.

Jetzt mal abwarten was die Feindiagnostik nächste Woche sagt. Wir beten, dass alles in Ordnung ist.

VG Supernaschkatze

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