Brauch Mal Euren Rat / Mann mit MS / Familienplanung

Hallo Ihr Lieben,

ich bin 29 Jahre alt und seit 5 Jahren mit meinem Schatz verheiratet. Unsere kleine Tochter Romy ist nun 14 Monate alt und wir überlegen, ob es ein Geschwisterchen geben soll. Mein Mann hat seit 6 Jahren MS und kann daher seinen Beruf auf dem Bau nicht mehr ausüben. Daher bin ich wieder seit einiger Zeit in meinem alten Beruf "Reisebüro" mit 70% beschäftigt und auch gut ausgelastet. Mehr arbeiten geht wirklich nicht, zumal ich zu Hause ja auch noch zu tun habe und vorallem auch Zeit mit meiner kleinen Prinzessin verbringen möchte. Mein Mann kümmert sich in der Zwischenzeit um unsere kleine Maus und macht das wirklich prima. Trotz allem wünschte ich mir mehr Zeit zu Hause mit Krabbelgruppe etc. Nun ja, ich will mich ´jetzt mal nicht beschweren.

So, nun zu meiner eigentlichen Frage. Wir würden sehr gerne noch ein 2.Kind bekommen um unser Glück zu vervollständigen. Einerseits würde ich gerne direkt loslegen, andererseits ist es eine sehr schwere Entscheidung für mich, da ich später dann wieder arbeiten muss. Vielleicht mache ich mir auch zu viele Sorgen, aber ich möchte später dann immer noch "leben" können. Unser großes Glück ist, dass wir ein eigenes, abbezahltes Haus haben und auch sonst keine großen finanziellen Belastungen haben.

Was würdet Ihr tun?

Freu mich über alle Antworten.

Liebe Grüße Bettina

1

Hallo,

die Frage ist halt, wie gut geht es Deinem Mann in 2 oder 3 Jahren.

Kann er sich dann auch noch um die Kinder so kümmern, wie er sich jetzt um Eure Tochter kümmert?

Unter Umständen musst Du ja auch voll einsteigen, damit das Finanzielle stimmt.

Ich habe einen Freund mit MS. Er ist teilweise auf den Rollstuhl angewiesen und braucht sehr viel Hilfe.

Eigene Kinder hat er deswegen auch nicht.

GLG

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Hallo,

ja das ist schon richtig. Diese Überlegungen plagen mich auch gerade. Andererseits muss es Ihm zwangsläufig ja nicht extrem viel schlechter gehen und ich sehe gerade auch wie gut Ihm unsere Tochter tut. Er liebt Sie über alles und seit Ihrer Geburt auch wieder sehr viel lebenslustiger und zufriedener mit seiner gesundheitlichen Situation geworden.

Naja, ich sehe schon, da kommen wohl noch einige schlaflose Nächte auf mich zu, bis ich für mich eine Entscheidung getroffen haben - letztendlich muss ich diese auch tragen.

Trotzdem vielen Dank für Deine Antwort.

LG Bettina

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Hallo,

ich wünsche Euch alles Gute!

GLG #klee

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Kann dein Mann denn keine Umschulung machen und wieder arbeiten gehen?
Ich meine das er mit MS nicht auf dem Bau arbeiten kann, kann ich verstehen, aber es gibt doch bestimmt einen Job wo er tätig sein kann trotz MS, oder?

Dann könntet ihr euer Glück vervollständigen und er geht arbeiten. Zumindest in der ersten Zeit. Wenn ihr sonst gut finanziell abgesichert seid mit Haus usw muss er ja kein super job haben.

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Eine Umschulung wäre schon möglich, allerdings für MS Patienten mit Konzentrationsschwäche wäre das 2 Jahre auf Internatsbasis im Schwarzwald. Dazu kommt noch die begleitende Fatigue (Tagesmüdigkeit), die es ihm im Berufsalltag sehr schwer macht. Daher ist die Betreuung unserer Tochter zu Hause für Ihn sehr angenehm. Ein € 400,-- Job wäre ja auch schon hilfreich.
Letzendlich würde das bei der Umschulung dann auf einen Bürojob hinauslaufen und dafür kann sich mein Mann absolut nicht begeistern.

Alles nicht so einfach. Möchte Ihn einerseits motivieren, will aber auch nicht die unbarmherzige Ehefrau sein, die Ihren Mann an die Arbeit treibt und nicht sieht, wie schlecht es Ihm geht. Glaube mir, darüber haben wir schon seh, sehr oft diskutiert.

Trotzdem Dank für Deine Antwort.

LG Bettina

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Hallo Bettina,

Ich muß vorweg sagen, daß ich keine Erfahrung mit MS habe und die Situation nur bzgl. meiner med. Ausbildung einschätzen kann.
Also ich würde den Kinderwunsch nicht an Deiner beruflichen Situation oder an der Tatsache, daß Du arbeiten mußt, festmachen.
Ich bin auch voll berufstätig und mein Mann auch. Das heißt wir haben eine Tagesmutter, welche einfach super ist. Ich empfinde es so, daß ich die vorhandene Zeit mit meiner Tochter viel intensiver gestallte und sie daher auch nicht zu kurz kommt.
Solange es Deinem Mann noch so gut geht, daß er sich um Kind/ Kinder kümmern kann, ist das doch eine super Sache und gibt Im das Gefühl gebraucht zu werden.
Es muß ja nicht immer der Mann sein der Arbeiten geht.
Sollte das irgendwann mal nicht mehr gehen, gibt es viele verschiedene und auch gute Möglichkeiten die Kinder zu betreuen, ohne das sie darunter leiden.

Eine Sache habe ich aber noch zur Fatique Deines Mannes. Vielleicht hat er auch einen chronischen Eisenmangel. Chronisch kranke Menschen können Nahrungseisen oder auch Eisen in Saft- oder Tablettform nicht richtig und in ausreichender Menge aufnehmen.
Vielleicht solltet Ihr mal - wenn noch nicht geschehen- den Eisenstatus mittels HB ( eigentlich bei jedem Blutbild dabei) , Ferritin ( Achtung bei Entzündungen steigt er, auch wenn er eigentlich unter der Norm liegen würde), CRP ( ist bei Entzündungen erhöht und zeigt einem, ob man dem Ferritinwert glauben kann) und TSAT ( Transferrinsättigung) testen. Sollte herauskommen, daß Dein Mann einen Eisenmangel hat ( auch wenn der HB NOCH normal ist) sollte er Eisen per Infusion bekommen. Ist heute in verschiedenen Formen möglich und im Falle einer chron. entzündlichen Krankheit die einzige Form adäquat Eisen aufzunehmen. Meist merken die Patienten schon nach wenigen Tagen eine Verbesserung und die Werte kann man nach 4-6 Wochen überprüfen und eventuell noch etwas Eisen nachgeben. Vielleicht googelst Du mal " Eisen".

Ich wünsch Euch alles Liebe

Liebe Grüße

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Ich möchte nicht zu pessimistisch rüberkommen, aber ich hätte Angst. Heute schon ist Dein Mann ziemlich eingeschränkt, durch die Müdigkeit usw. NIEMAND weiß, wie es weitergeht und wie sehr er Dich in einigen Jahren brauchen wird.

Dazu hast Du dann zwei Kinder und bist Alleinverdiener mit der entsprechend vielen Arbeit. Du willst ja Schulden abbauen.
Dein Mann wird Dir dann vielleicht keine große Hilfe mehr sein können, weder bei den (vielleicht anstrengenden) Kindern noch bei Einkauf, Haushalt, Reparaturen usw.
Ich WEISS, wovon ich rede. Bin ganztags berufstätig und habe zuhause ebenfalls einen kranken Mann, der immer weniger helfen kann.
Wenn ich nun auch noch Kinder zuhause hätte, wäre ich wohl öfter am Verzweifeln.
Ich muss bei allen Arztterminen dabei sein, weiß oft nicht mehr, wie ich sie noch koordinieren soll, koche jeden Abend für den nächsten Tag und habe wirklich einen manchmal sehr anstrengenden Job ( auch wenn ich mich gelegentlich bei urbia rumtreibe :-p ...zum Abschalten zwischendurch).
Vor wenigen Wochen kämpfte ich mit einem Tinnitus, bei dem ich gerade noch so die Kurve kriegte.
Ich wünsche Dir alles Gute, entscheiden musst Du eh selber !
LG Moni

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Hallo Moni,

vielen Dank für Deine Antwort. ´Schulden haben wir Gott sei Dank keine, das hast Du glaube ich falsch verstanden. Auch sind wir finanziell soweit gut aufgestellt, dass wir ganz ordentlich leben können. Aber ich weiß selber, dass es nicht einfach werden würde, falls es ein Kind Nr.2 geben sollte. Trotz allem sehe ich positiv in die Zukunft, sonst würde ich an der Situation verzweifeln.

Trotzdem Dank für Deine Antwort.

LG Bettina

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Entschuldige bitte , das habe ich falsch gelesen #hicks
Eigenes Haus bedeutet bei mir immer gleich automatisch= da ist noch was abzubezahlen.
Ich lese immer schneller, als ich denke. #zitter

Gut, dann ergänze ich gerne noch, dass Du Dir ja, wenn es keine finanziellen Probleme gibt, jederzeit noch eine Hilfe holen kannst. Egal, ob zum Putzen oder zur Unterstützung bei Kind oder Mann.
Dann ist es sicher leichter mit einem zweiten Kind.
LG Moni

9

Ich bin chronisch krank, borreliose und hoffe grad dass die letzte Antibiotikatherapie so gut angeschlagen hat, das ich wieder gesund werde. Mein Mann arbeitet 7 mon im Jahr im Ausland und ich bin auf mich allein gestellt mit 2 Kindern (15 mon und 3,5). Der große ist wohl autistisch und sehr, sehr anstrengend.
Man kann alles schaffen, wenn man will! Aber es ist nicht immer einfach. Ich wäre sehr unglücklich ohne meine Kinder und überlege insgesamt, ob wir noch ein drittes bekommen (aber noch nicht gleich denke ich).
Ich sehe bei euch nicht so ein großes Problem, notfalls und den plan müsst ihr haben, kommen die Kids in kiga/ Krippe und du gehst vollzeit arbeiten. Vllt kommt noch jmd fürs grobe im Haushalt. Desto älter sie werden, desto einfacher werden manche Dinge und 2 Kinder spielen auch mal zusammen (wenn man Glück hat ;-))
Wenn die Sehnsucht da ist, warum nicht? Wenn ihr auch bereit seid, zu kämpfen, es wird sicher nicht immer alles Easy sein.
Lg und alles gute!

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Hallo Bettina! #winke

Ich habe eine Krankheit, die in ihren Ausprägungen MS sehr ähnlich ist. Meine Krankheit nennt sich Ehlers-Danlos-Syndrom Typ 3. Alles fing an, als ich mit unserem Sohn schwanger war.

Der Alltag ist nicht immer einfach. Meine Krankheit verläuft in Schüben und ist mit starken Schmerzen verbunden. Wenn es mir körperlich gerade gut geht, dann sind Haushalt, Kind und andere Verpflichtungen kein Problem.

Habe ich aber einen akuten Schub, dann bin ich froh, wenn ich es gerade mal schaffe unser Kind und mich anzuziehen und uns etwas zu Essen zu machen. Andere Verpflichtungen kommen dann meist zu kurz. Ich bin Lehrerin im Vorbereitungsdienst, allerdings in Elternzeit. Als ich jetzt eine relativ lange gute Phase hatte, habe ich mir zwei Jobs als Nachhilfelehrerin angenommen. Seit zwei Wochen geht es mir nun wieder schlecht(er) und ich merke, dass ich momentan froh sein kann, wenn ich mein Kind und den Haushalt versorgt bekomme.

Eigentlich wollt ich im November mein Referendariat wieder aufnehmen, aber irgendwie habe ich im Gefühl, dass es SO nicht klappen kann. Mein Mann arbeitet auch sehr viel und so bin ich mir selbst überlassen. Ich hatte so sehr gehofft, dass ich nach den Referendariat evtl. ein zweites Kind bekommen kann. Aber auch da ist mir eigentlich klar, dass ich es nicht schaffen kann. Wenn es mir gut geht, dann schon. Aber immer wieder habe ich auch Schübe. Und dann?

Ich denke manchmal auch darüber nach, wie unser Sohn das Ganze erlebt. Er ist noch so klein und doch muss auch er schon damit klarkommen, dass seine Mama anders ist. Dass sie behindert und im Alltag eingeschränkt ist.

Ich habe jetzt viel über mich selbst gesprochen. Aber nicht, weil ich gerne über mich spreche. Ich wollte dir mal einen Einblick verschaffen, wie ein Leben mit solch einer Krankheit aussehen kann. Manchmal denke ich, dass selbst mein Mann manchmal nicht versteht, wie es mir gerade geht. Weißt du denn immer 100%ig, wie es deinem Mann mit der Krankheit geht? Spricht er offen mit dir? Fragst du ihn ab und an mal, wie es ihm gerade geht? Denn manchmal spielt man nach außen auch den Starken, obwohl es einem nicht gut geht.

Die Entscheidung für ein zweites Kind würde ich, egal wie, von nichts Anderem, als dem Zustand deines Mannes abhängig machen. Denn letztlich ist er derjenige, der den Löwenanteil stemmen mus, auch wenn er krank ist. Wie stark ist denn die Krankheit bei ihm ausgeprägt? Hast du mal mit ihm geredet, ob er sich der Aufgabe (jetzt schon) gewachsen sieht?

In Anbetracht der Tatsache, dass euer erstes Kind noch relativ jung ist, würde ich persönlich wohl noch ein wenig warten, damit die Belastung nicht zu groß ist. Aber um das wirklich genau einschätzen zu können, müsste man mehr über die Krankheit deines Mannes wissen.

Vielleicht magst du mir ja antworten. Ich würd mich jedenfalls sehr freuen!

Liebe Grüße

Marie

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Ich würde tendenziell nicht zu lange warten. Deinem Mann wird es nicht später besser gehen und so haben die dann zwei Kinder noch lange was von Papa. Vielleicht muss er irgendwann Medis nehmen die dem Kinderwunsch wiedersprechen.

Das mit der Umschulung für ihn ist auch ne Möglichkeit.
Oder existiert eine BU?

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Danke für Deine Antwort. Ja, wir haben eine kleine BU, aber die ist natürlich nicht ausreichend. Die Umschulung geht bei MS Patienten nur auf Internatsbasis, aufgrund der Konzentrationsbasis. Das würde für uns bedeuten, dass mein Mann 2 Jahre von mir getrennt wäre und dass kommt für uns nicht in Frage. Geht mir unserer kleinen Tochter ja auch nicht und das wollen wir auch einfach nicht. Ansonsten würde nur eine betriebsinterne Umschulung in Frage kommen - und diese Stelle muss erst noch gefunden werden.

Trotzdem Danke für Deine Antwort.

LG

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