Tipps für Beantragung einer Familienhilfe...in Stich gelassen(Krampfanfälle)

Guten Morgen,
ich habe eine sehr unruhige Woche mit viel Ärger um Bürokratie hinter mir.
Ich bekomme nach wie vor zeitweise Krampfanfälle, besonders in der Nacht. Im Schlaf, ohne es überhaupt vorher zu merken. Manchmal habe ich einen guten Tag und gestern war so einer, wo ich mein Gehirn raus nehmen hätte können:-(
Zumindest werde ich bald in einer Fachklinik aufgenommen, um die Anfälle noch einmal genau zu überprüfen. Aber das dauert halt etwas. Da muss ich halt jetzt warten, aber.....
Im Moment sind wir die nächsten 3 Wochen ohne Familie hier, keiner der helfen könnte. Mein Mann muss arbeiten, dreht sich im Prinzip auch schon um seine eigene Achse. Ich kann einfach nicht alleine sein mit den Kindern, weil diese Anfälle so unberechenbar sind. Nun habe ich versucht über die Krankenkasse eine Familienhilfe zu beantragen, die die Kinder abholt und solange hier bleibt, bis mein Mann wieder da ist. Es handelt sich um 2 Stunden. Abgelehnt:-[ Nun hat die Kindergartenleitung meiner Kinder das Jugendamt angerufen, die uns wiederrum an die Krankenkasse verwiesen hat. Die Sachbearbeiterin der Krankenkasse bemüht sich nochmal, aber sieht wenig Chancen. Weil ich wahrscheinlich zum Betriebsarzt dann muss und wenn der sieht, dass ich ja schon noch auf meinen Füßen stehen kann in guten Phasen, wird der keine Veranlassung sehen (O- Ton). Der Kinderschutzbund wird heute noch eingeschaltet vom Kindergarten. Da setzte ich nun große Hoffnung drauf.
Ich weiß gar nicht, wie sie sich das Vorstellen??? Es ist ja auch nur im Prinzip in der Zeit, wo meine Schwiegereltern im Urlaub sind, danach übernehmen die das ja auch wieder.
Mir geht es im übrigen körperlich besser, wenn ich keinen Anfall gerade hatte. Da bin ich schon sehr froh drüber.

Gut, dass ich Freunde habe, ohne die würde im Moment gar nichts großartig laufen.
Wäre dankbar für Tipps...
Gruß Anna

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Also, die Familienhilfe kommt über das Jugendamt. Nicht über die Krankenkasse! Die Krankenkasse bewilligt und bezahlt nur Haushaltshilfen.

Ich glaube Du stockst gerade mit Deinen Anträgen, weil Deine Begründungen gegenüber den Trägern "falsch" sind.

Um in den "Genuss" einer Haushaltshilfe zu kommen, muss ein Arzt Dir eine Bestätigung ausfüllen (Vordrucke gibt es von Deiner Krankenkasse), dass Du aus gesundheitlichen akuten Gründen Dich für Zeit XXXXX nicht um Haushalt und Kinderversorgung kümmern kannst.

Das Wort AKUT ist in Bezug auf den Antrag der KK ganz wichtig. Die nehmen sich nämlich ganz gern mal aus der Verantwortung, wenn eine Krankheit chronisch ist.

Die Krankenkasse prüft dann den Antrag und schickt dann einen Ablehnungs- oder Bewilligungsbescheid mit der Angabe der Stundenanzahl, die sie bezahlen würde.

DU musst Dich dann mit einer Organisation in Verbindung setzen, die diese Hilfen stellt. Und kannst nur drauf hoffen, dass auch im Moment jemand frei ist für die Zeit, die Du benötigen würdest. Die KK übernimmt aber häufig nicht alles an gefordertem Stundenlohn. Meistens muss man noch oben drauf zahlen.

Dein Mann kann auch Deine Haushaltshilfe werden. Ich würde mich aber in erster Instanz bei der KK informieren, ob sie den vollen Lohn Deines Mannes in so einem Fall ersetzen oder nur einen verminderten Satz bezahlen. Wenn sie nämlich nur den verminderten Satz bezahlen würden, kann das ein übles Loch in die Haushaltskasse reißen.

Wenn sie aber den vollen Lohn übernehmen würden, muss Dein Mann unentgeltlichen Urlaub bei der Firma einreichen. Die Firma muss gegenüber der KK schriftlich bestätigen, dass Dein Mann in der Zeit von .... bis.... unentgeltlich zwecks dieser Aufgabe freigestellt werden würde. Dann erst gibt es das Geld von der KK.

Die Haushaltshilfe wird nur in einem sehr engem zeitlichen Rahmen bewilligt. Nur wenige Wochen. Deshalb ist es KEINE Dauerlösung!

Wie ich schon schrieb beantragt man die Familienhilfe beim Jugendamt! Das ist aber ein recht langwieriger und schwieriger Prozess. Eine Freundin von mir hat eine Familienhilfe vom JA, da sie selbst psychisch erkrankt ist.

Eine Familienhilfe vom JA bekommt man dann, wenn aufgrund einer chronischen Erkrankung eines Elternteils die Versorgung und das Wohl des Kindes gefährdet sein KANN. Nicht muss. Hier geht es auch um präventive Maßnahmen, die diesen Zustand verhindern sollen.

In wie weit das Wohl des Kindes gefährdet sein kann, muss man auch im Antrag begründen. Hier geht es fast ausschließlich nur um das Kind. Die Betreuer beraten aber auch die Familien mit den Betroffenen selbst in Lebensfragen, erledigen nötige Dinge, wie einkaufen, Unternehmungen, Ämtergänge, Arztgänge mit den Betroffenen und Kindern zusammen.

Die Betreuer beschäftigen sich mit den Kindern, geben somit den betroffenen Elternteilen Zeit und Raum, sich anderen wichtigen Dingen zu widmen.

Man muss den Antrag beim JA mit Begründung schriftlich stellen. Du musst in dem Antrag begründen, dass aufgrund Deiner CHRONISCHEN Erkrankung die Versorgung Deiner Kinder in bestimmten Zeiten gefährdet sein kann. Und Du damit zum Wohle Deiner Kinder eine Hilfe benötigst für folgende Zeiten.........

Du musst dem JA auch ständig auf den Füßen stehen, dass Dein Antrag SCHNELL bearbeitet wird. Und kannst nur drauf hoffen, dass sie jemanden für die von Dir benötigten Zeiten abstellen können.

Meistens wird so was erstmal für ein halbes Jahr bewilligt. Dann wird über die Verlängerung entschieden.

Ganz dringende Frage: Hast Du einen Schwerbehindertenausweis? Hast Du diesen beantragt? Wenn ja, können wir nochmal über die Möglichkeit des "persönlichen Budget" sprechen als finanzielle Hilfe, womit Du die Möglichkeit hättest, Hilfen die Du im Alltag benötigst zu bezahlen.

Hast Du keinen Ausweis und hast auch keinen beantragt, bleibt Dir diese Möglichkeit verschlossen.

Ich hoffe ich konnte Dir vorerst ein bisschen helfen!

LG Janette

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Ich gebe Dir übrigens nochmal nen Tipp. Man sollte bei den Untersuchungen bei Dir unbedingt ab einem bestimmten Moment die Möglichkeit einer ZNS Vaskulitis mit einschließen.

Die Neurologen sollten so was auf alle Fälle überdenken!

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