Ich komme mit einem behinderten Kind nicht klar

Hallo zusammen!

Ich muss einfach einmal meine vielen wirren Gedanken niederschreiben, da ich mit niemandem darüber sprechen kann.

Vor ein paar Wochen kam unser 2. Kind auf die Welt. Derzeit liegt es noch im Krankenhaus, da der Verdacht einer Erkrankung besteht. Seit ich dies weiß ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich kann nicht mehr essen, schlafen, gar nix. Ich beschäftige mich nur noch mit Symptomen, Diagnosen usw.

Denke den ganzen Tag an nichts anderes mehr. Und das schlimmste für mich ist, dass ich mir in den letzten Tagen eingestehen musste, dass ich kein behindertes Kind großziehen kann. Ich schäme mich so sehr für diesen Gedanken, aber er geht nicht mehr aus meinem Kopf. Ich sehe dieses süße, kleine Wesen vor mir und könnte heulen. Sie ist mein Fleisch und Blut und ich merke, wie ich mich bemühe, nicht zu viel Zuneigung aufzubauen.
Aber ich bin doch nicht so.....ich liebe unser großes Kind über alles und würde mein Leben für sie geben!!!!! Warum denk ich nur jetzt so schlecht?????
Ich sehe mir Seiten über behinderte Kinder im Internet an, aber alles was ich dann denke ist: Ich kann das nicht!!!!!!
Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll, hab auch schon so schlimme Gedanken, dass sie ohne mich ja sowieso besser dran wären....
Ich weiß nicht mehr weiter.......

Hallo,

zunächst einmal tut es mir sehr leid, dass Dein Kind nicht gesund ist. Und ich möchte Dir sagen, dass Du Dich nicht schämen solltest. Eine Beziehung zum Kind aufbauen kann auch bei gesunden Kindern schwierig sein- siehe Postnatale Depressionen. Wenn ein Kind dann behindert auf die Welt kommt, platzt zudem ja noch ein Traum- um es mal drastisch auszudrücken.

Ich habe mal in einer Einrichtung für behinderte Kinder gearbeitet und kann Deine Gedanken daher verstehen. Diese Kinder sind leider viel zu sehr vom "normalen" Leben isoliert, dabei gehören sie genauso zur Gesellschaft, wie andere auch. Ich denke, dass da aber mehr und mehr dran gearbeitet wird. Kinder haben nämlich oft keine Berührungsängste im Umgang mit Kindern, die anders sind. Ich hoffe wirklich, dass es da bald mehr Integration gibt.

Andrerseits gab es in dieser Einrichtung ganz bezaubernde Kinder, die durchaus auch ihre Talente hatten oder einfach durch ihre Lebensfreude alle mitgerissen haben. Du solltest nicht "behindert" mit "nicht lebenswert" gleichsetzen.

Du solltest Dir professionelle Hilfe suchen, Dich mit anderen "betroffenen" Eltern treffen. Ein Kind weggeben ist auch schwer, wenn es behindert ist. Und Du solltest Dich mit Deinen Gefühlen nicht unter Druck setzen. Ich habe oft erlebt, wie sehr Eltern ihre nicht "perfekten" Kinder geliebt haben und wie sehr sie oft von ihren Geschwistern geschätzt worden.

Ich wünsche Euch alles Gute!

Ich glaube, das Dir nur Personen raten können oder von ihren Erfahrungen erzählen können, die auch selbst betroffen waren und sind. Ich würde Dir deshalb raten, schnellstmöglich Kontakt zu einer Selbsthilfegrupe aufzunehmen. ich bin aber sicher, dass Du Dein Kind lieben wirst und alles schaffen wirst. Es ist verständlich, dass Du zu Beginn Angst hast, es nicht zu schaffen. Aber ich bin sicher, dass Du es schaffen wirst mit der entsprechenden Hilfe, die Du Dir z.B. hier besorgen kannst:

http://www.igel-kl.de/

Ich appelliere hier an alle nachfolgenden User, keine bösen Kommentare zu schreiben!

Für Dich ist noch alles neu - das 2. Kind, die Geburt ist erst wenige Wochen her, und nun besteht der Verdacht einer Krankheit.
Glaub mir, JEDE Mutter sagt da erstmal, ich schaff das nicht...die einen laut, die anderen denken es.
Aber glaub mir, Du schaffst das - und zwar ganz einfach, weil Du es musst. Wem willst Du das Kind überlassen ?
Du bemühst Dich, keine Zuneigung aufzubauen ? DAS ist allerdings der garantiert falsche Weg. Es ist Dein Kind, Dein Mäuslein, es braucht Dich - wahrscheinlich mehr als alles andere auf der Welt. Und es wird Dir ungeheuer viel Liebe zurückgeben, das kann ich Dir garantieren.
Du darfst Deine Schockphase haben, Du darfst auch weinen, das ist keine Frage - aber bitte verrenn Dich nicht in die Ansicht "ich will das Kind nicht mögen".
Rede mit Deinem Mann, Deiner Familie oder auch mit den Ärzten darüber. Ich weiß nicht, welche Diagnose Dein Kind hat, aber der Mensch wächst mit seinen Aufgaben...das ist kein plattes Gerede, ich weiß sehr wohl, wovon ich rede - aus eigener Erfahrung.
Ich denke mal, dass Du bei den rehakids.de auch Leute findest, die Dir helfen können, versuch es.
Ich wünsche euch alles Gute !
LG von Moni

Hallo!

Es ist nicht einfach, ein behindertes Kind zu bekommen und zu haben. Aber es ist auch sehr schön. Man wächst daran.

Die Gefühle die Du hast sind normal. Du wirst Trauer empfinden, Trauer um Dein gesundes Kind aus Deinen Träumen. Das darfst Du auch.

An Deiner Stelle würde ich erstmal aufhören nach Diagnosen usw. im Internet zu recherchieren, dazu ist es noch zu früh. Es wird Dir keiner sagen können, welche Symptome Dein Kind im speziellen haben wird. Uns wurde auch gesagt, dass unser Sohn sicher nie laufen können wird und er hat es trotzdem gelernt. Schlimmer noch, die Ärzte hatten ihn schon aufgegeben und gesagt, dass er sterben wird. Ist er aber nicht, er ist ein Kämpfer und wir sind total stolz auf ihn.

Versuche Dich auf Dein Kind einzulassen. Sieh es Dir an, dieses kleine Wesen braucht Dich. Wer soll es denn lieben, wenn nicht Du als seine Mutter? Und es wird Dir mehr wehtun, die Liebe zu unterdrücken als sie zuzulassen. Der Schmerz, wenn es gehen muss, wird nicht erträglicher dadurch, dass Du keine Liebe zulässt. Gehe zu Deinem Kind und sieh es als so normal an, wie es ist. Was ist daran so schwierig, dieses Baby zu lieben? Mal die Zukunft außen vor gelassen. Erstmal ist es ein kleines Baby. Alles andere kommt mit der Zeit. Du wächst zusammen mit Deinem Kind daran. Du wirst es lernen, mit den kleinen Schritten zurecht zu kommen und auch darauf stolz zu sein.

Du schaffst das, wie wir anderen es auch schaffen. Zusammen mit unseren Kindern. Und glaub mir, am anfang wurschtelt man sich durch, bis man irgendwann sicherer ist, wie mit allen anderen Kindern auch. Und es ist anders, als wie mit normalen Kindern, aber nicht schlimmer. Einfach nur anders und für euch wird es zur Normalität. Ja, manchmal ist man genervt und hadert mit dem Schicksal, aber auch bei gesunden Kindern tut man das. Wenn man z. B. große Hoffnungen in sein Kind setzt, weil man ein Talent vermutet und sich dann rausstellt, dass das Kind eben durch "nur" durchschnittlich ist. *lach*
Versuche Dein Baby zu sehen und nicht die Diagnose und vor allem im jetzt, nicht in der Zukunft, dass ergibt sich.

LG und alles Gute!

Yvonne

Hallo!

Es tut mir leid, dass es bei Dir so läuft und wünsche Dir auf jeden Fall erstmal viel Kraft.

Deine Gedanken und Gefühle kann ich vollkommen verstehen und nachvollziehen. Wenn ein Kind auf die Welt kommt, ist das schon eine riesige Umstellung für die Mutter, der Körper ist voller Hormone und die Gedanken machen was sie wollen. Wenn das Kind dann noch krank ist (bei Euch schwebt noch der Verdacht in der Luft und ich finde, dass das auch schon reicht), dann muss man solche Gedanken als erstes haben. Das kam auch überraschend, oder? Oder gab es schon in der Schwangerschaft Anzeichen dafür?

Aber egal was ich Dir sage und ganz egal in wie weit ich Dich verstehe, betroffene Eltern könnten Dir da viel mehr helfen. Sie alle sind durch das gleiche durch und bei Ihnen bist Du am besten aufgehoben

Für Euch alle und vor allem für Eure Tochter viel Kraft und alles Liebe

Miss Bennett #liebdrueck

Hallo!

Darf ich fragen, um welche evtl. Erkrankung es sich handelt?

LG, k.

such dir baldmöglichst kontakte zu selbsthilfegruppen und/ oder einer beratungsstelle (psychosoziale beratungsstelle oder eben krankheitsspeziifische) oder deienr hebamme/ einem therapeuten.

was du 100.000 Kbit/srlebst ist nicht ungewöhnlich und du brauchst dich nicht für deine gedanken und gefühle schämen.
du brauchst aber unterstützung um mit der neue situation klar zu kommen, die dich im Moment überfordert!

Ich wünsche dir alles gute dabei

Hallo, erst einmal tut mir Leid #liebdrueck

ich würde gerne dir eine private Nachricht schreiben, aber leider geht es ja nicht,
dehalb kann ich auch nichts schreiben..

Was für eine Behinderung hat dein Kind?

Ich wünsche trotz allem viel Kraft

guten abend,

es tut mir sehr leid was du gerade durch machen musst. das ist mit sicherheit nicht leicht und ein grosser schock noch dazu.

ich möchte dir auch sagen das du dir unterstützung holen solltest. so schnell wie möglich.
dein kleines mäuschen kann nichts dafür, sie wurde so geboren und es wäre schade wenn du so viel zeit "verschenkst" um dir selbst im klaren zu sein wie das alles weiter gehen soll.

ich kann auch deine sorgen verstehen ob du dem gewachsen bist.
ich bin "nur" die schwester zweier schwerstbehindeter brüder (ctg). ich liebe meine geschwister echt sehr. sie haben mein denken und handeln geprägt! ohne sie wäre ich nie die, die ich heute bin.

ich habe auch viel "schlechtes" erlebt, z.b wusste ich bis dato nie, das es menschen gibt die wirklich so viele furchtbaren sachen aussprechen würden! die mit ihren blicken einfach nur verletzten. leider ist das so in unserer gesellschaft. keiner dieser menschen weiss was meine geschwister für herzensgute, liebevolle spassvögel sind. aber wir wissen es, die familie, die freunde und die bekannten.. wir alle wissen wieviel ein mensch gibt, auch wenn dieser nicht der "norm" entspricht...!!!!!

ich wünsche dir alles gute und ganz ganz viel kraft.

viele grüsse

sumsum

Hallo,

lass dich erstmal #liebdrueck.

Ich hatte damals auch Probleme, eine enge Bindung zu meinem Sohn aufzubauen. Er war direkt nach der Geburt in ein anderes Krankenhaus verlegt worden. Nach 3 Tagen brachte mein Mann ihn zu mir - und ich sah dieses Baby an und wartete vergeblich auf die Muttergefühle. Auch die folgenden Probleme mit Trinken etc. haben es mir anfangs schwergemacht, mein Kind vorbehaltlos zu lieben. Das zuzugeben fällt schwer, aber mittlerweile kann ich dazu stehen.

Es schmerzt, wenn Träume zerplatzen und es dauert einige Zeit, bis man diese neue Situation annehmen kann.

Hör bitte auf, im Internet zu stöbern. Dein Kind ist gerade erst auf der Welt, niemand kann sicher sagen, wie sie sich entwickeln wird. Auch besteht z.Z. doch erst ein Verdacht auf eine Erkrankung. Ihr werdet in eure Aufgabe hineinwachsen - du kannst es ! Wichtig ist auch, daß du von Anfang an deinen Mann mit einbeziehst. Zusammen ist man stärker, das gilt auch hier.

Nimm deine Kleine in den Arm, lass Hautkontakt zu, spüre ihren Atem - sie gehört zu euch, ist ein Teil von dir.

Wenn sich der Verdacht auf eine Erkrankung bestätigt, lass dich im KH beraten. Schau mal bei Rehakids rein und vielleicht gibt es auch eine Elternselbsthilfegruppe in eurer Nähe.

Ich kann dir leider nicht versprechen, das es leicht wird. Es gibt immer mal wieder Situationen, in denen ich mich überfordert fühle, wütend oder traurig bin - aber wenn mein Sohn mich anlacht und ganz doll drückt: Dann ist alles gut!!

Du wirst dein Kind lieben, für dein Kind kämpfen und glaube mir: Du wirst erstaunt sein, wieviel Kraft du mobilisieren kannst.

Ich wünsche euch alles Gute

VG vom Inselkind

ich vermute, daß du dich wirklich igendwann deiner worte und gedanken schämen wirst.. es sind vermutlich nur deine ersten (vielleicht auch zweiten) gedanken. du hast noch keine richtige bindung zu deinem kind, weil es noch im krankenhaus liegt.
meinen sohn hat man mir kurz nach seiner geburt einige sekunden gezeigt und ab gings mit ihm.. in die kinderklinik. ich habe ihn dann das erste mal nach einer woche so richtig (an-) sehen können. hinter glas... die station durfte man nicht betreten und im inkubator lag er auch, für insg. zwei wochen. ich bin glaube alle zwei tage hingefahren, ihn zu sehen. so langsam habe ich mich daran gewöhnt, daß dieses kleine "etwas" zu mir gehört und ich seine mutter bin. daß er mal seine schwierigkeiten haben wird, dies wurde mir bereits gesagt.. aber was mir eine ärztin bei einem erneuten termin zum arztgespräch schonungslos eröffnete, das hatte ich gar nicht richtig realisieren können... wasserkopf, geistige behinderung, geringe lebensdauer usw. ich habe diese ärztin... naja... zum glück war meine mutter mit dabei.
dabei hatte ich so einen hübschen jungen. klein aber fein (1910gr geburtsgewicht) :-)

jedenfalls hatte ich mich schneller mit meinem sohn angefreundet, als gedacht... auch wenn ihn meine mutter zu hause das erste mal wickeln mußte, weil ich angst hatte, ihn zu verletzen...

das kind ist gewachsen und gewachsen, bekam aber mit 1,5 jahren, ich hatte gerade wieder angefangen vollzeit zu arbeiten (8,75h.. heute haben es die frauen besser:-)) so bekam er seinen ersten krampfanfall.. epilepsie.

ab nun war er wirklich stammgast in der kinderklinik und ich wußte wirklich manchmal nicht, wo ich die zeit hernehmen sollte, um das ganze drumherum zu schaffen.

mein jugendfreund als vater meines kindes und ich, haben uns kurz vor dem zweiten geburtstages des sohnes getrennt. meine eltern und ich, wir haben all die jahre viel, so viel erlebt, noch mehr erlitten und auch viele freuden gehabt. er hat uns später so manches mal zur verzweiflung getrieben. die krankheit angesehen hat man meinem sohn weder früher noch heute.. aber man merkt, daß er anders ist, wenn man sich mit ihm unterhält.

im sommer 2008, nach vielen vielen aufregenden jahren, wurde er am gehirn operiert (kalkablagerung des rechten schläfenlappens, nicht ganz einfache op, weil gekringelt) und erlitt während dessen einen schlaganfall (einblutung ins gehirn) mit anschließender hemiparese.. diese ist aufgrund seines jungen alters schnell zurückgegangen. heute ist er wieder fit (abgesehen von seiner geistigen behinderung), gerne etwas selbständiger und wir haben bedeutend weniger ängste und sorgen. mein sohn befindet sich nun im 28 lebensjahr. :-)

die kinder werden gut gefördert... aber du brauchst viel kraft und stärke, denn nicht alles was euch zusteht, wird euch auch freiwillig angeboten oder genehmigt und genau DAS ist das schlimmste an der ganzen angelegenheit... daß die eltern solcher kinder im regen stehen gelassen werden.. statt ihnen die zeit ihren kindern zugute kommen zu lassen, werden sie geärgert und von A nach B gescheucht... das ist das ekelhafte an der ganzen sache. :-(

aber glaube mir... trotz alledem... du schaffst das auch! :-)
Also.. von meiner seite ALLES erdenkliche gute, für euch! #blume #klee

Hallo,

es ist für mich unglaublich, daß es keine Stelle gibt, bei der wir uns über alle Leistungen und Fördermöglichkeiten informieren können.

Krankenkasse, Pflegekasse, Gesundheitsamt, Kreissozialamt, Finanzamt - und überall gibt es die Infos nur häppchenweise. Wer nicht gezielt nachfragt und dann beantragt, hat halt Pech gehabt #aerger.

Und dann kommen auch noch Sprüche wie "Ja, müssen Sie denn unbedingt wieder arbeiten?" Ich dachte, ich befinde mich im Jahr 1955.

Aber egal, wir schaffen es und die TE wird das auch.

VG

"Hallo,

es ist für mich unglaublich, daß es keine Stelle gibt, bei der wir uns über alle Leistungen und Fördermöglichkeiten informieren können."

wer nicht gerne gibt, fragt nicht. so ist das LEIDER heutzutage.
das geld wird gerne für eventuelle freunde, statt für die eigene familie ausgegeben. :-(

ich kenne keine mutter, die ihre nachbarn versorgt und ihre kinder verkümmern läßt! und weil dies auf dem wege zum vorbild wird, erkrankt die gesellschaft immer mehr.

in der (bösen) DDR wurde jeder darauf hingewiesen und genauestens aufgeklärt, was alles zu tun ist.. du hast eine art "laufzettel" erhalten, um diesen abzuarbeiten, damit du auch nichts vergisst und du nicht "zu kurz" kommst. ungelogen!

(heute sind sie froh, wenn du was (z.B. termine) verpasst.. das spart geld! ekelhaft!)... das war damals nicht so... da gab es keine VERPASSTEN termine.
als ich meine wohnung bekam, habe ich einen ZINSLOSEN kredit für eine küche bekommen. ich habe mir die teuerste für 1800 M (solche schönen gibts heute gar nicht mehr #verliebt, für mich zwei monatsgehälter, für andere drei) ausgesucht und monatlich 100 Mark abgezahlt. :-)

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Hallo,

ich kann deine momentane Gefühlslage absolut nachvollziehen.

Mein erstes Kind ist schwerst-mehrfachbehindert. Ich wußte es im Vorfeld nicht und auch gleich nach der Geburt war es nicht klar, sondern erst im Laufe der Zeit wurde es immer auffälliger und bis ich selber das Ausmaß begriffen hab, war mein Kind schon über ein Jahr alt...zum Glück. So hatte ich schon eine Bindung und stand nicht so da wie du jetzt.

Aber....dann kam mein zweites Kind auf die Welt und war sofort auffälliger als das erste. (laut humangenetik und verschiedener Ärzte, bestand kein erhöhtes Risiko nochmal ein behindertes Kind zu bekommen...das erste sollte ich einfach unter Zufall abhaken.)
Da saß ich dann mit diesem kleinen Bündel. War nicht in der Lage mich zu freuen, wie andere frischgebackene Eltern, hab mich kaum getraut, mein Baby anzuschauen, um bloß kein Gefühl aufzubauen, habe daran gedacht, es zur Adoption zu geben etc. weil ich mir nicht zugetraut habe, das gleiche nochmal durchzustehen, denn die Psyche belastet dieser ganze Verarbeitungsprozess schon gewaltig. Dabei kam ich ja zu der Zeit mit meinem ältesten Kind schon sehr gut klar.
Letztendlich sollte es dann doch nicht so schlimm sein, zumindest war keine Behinderung wie bei dem ersten zu erwarten. Das hat mich dann beruhigt und ich konnte mich ganz langsam auf mein Kind einlassen.
Ein paar Monate später ist das 2. Kind zusätzlich sehr schwer erkrankt. Die Überlebenschance war schon ehr gering. Da sah schon alles ganz anders aus. Ich hätte alles dafür gegeben, damit es leben darf, auch wenn Folgeschäden bleiben sollten.
Es hat dann auch überlebt. Auffällig ist es bis heute immer irgendwie geblieben. Ärzte, Therapeuten etc. auch diesmal unsere ständigen Begleiter geblieben, aber ein Kind mit dem man sehr gut leben kann.

Das man keine Infos bekommt, sehe ich nicht ganz so. Die Frühförderstellen beraten schon recht gut. Ausserdem gibt es dafür sozialpädiatrische Zentren, in denen eben auch über Rechte informiert wird. Aber ich glaub, das ist im ersten Moment auch garnicht so sehr das Problem.

Ich weiß natürlich nicht, was dein Kind hat....wie sehr das dein Leben, deine familiäre Situation beeinträchtigen würde, aber vielleicht magst Du ja auch mal auf dieser Seite ein wenig rumstöbern:

www.rehakids.de

Dort sind Eltern mit Kindern unterschiedlichster Behinderungen, zudem aber auch Pflegeeltern, die sich bewußt um behinderte Kinder kümmern und auch Eltern, die ihre Kinder eben in Einrichtungen gegeben haben. Manchmal ist ja auch das genau der richtige Weg. Den richtigen Weg muß aber eben jeder für sich selber finden.
Wenn Du nicht mehr wärst, das wäre aber garantiert die schlechteste Lösung. Dein größeres Kind braucht dich doch auch. Dort wirst Du aber auch lesen können, dass so gut wie niemand gleich denkt "Aha, okay...macht nichts.", sondern dass die meisten sich erstmal so fühlen, als hätte man ihnen den Boden unter den Füßen weg gerissen...wie Du eben auch.

Ich selber habe vor ein paar Monaten noch ein Kind bekommen. Alles sah toll aus, bis zu dem Moment, als das Ultraschall gemacht wurde und die Ärztin sagte : Das sieht so weit alles gut aus, aber man muß weiter beobachten, ich habe da im Köpfchen was gesehen, was jetzt keinen eigenen Krankheitswert hat, aber.....

In dem Moment ist mal wieder eine Welt zusammengebrochen. Auf einmal fand ich mein Kind zu ruhig, zu blaß, die Krankenschwester machte sich Sorgen übers Gewicht etc. der heimische Kinderarzt sah 2 Monate später Auffälligkeiten in der motorischen Entwicklung.
Ich hab dann erstmal auch wieder alle möglichen Symptome durchforstet und die Flöhe husten hören. Jetzt 2 Monate weiter, sieht weder ein Arzt noch ich im Vergleich zu Gleichaltrigen irgendetwas aufälliges.

Du schreibst, es besteht der Verdacht auf eine Erkrankung. Wie konkret ist das denn?

Ich wünsche Dir und deinem Baby alles Liebe und Gute...wie auch immer Euer Weg weiter gehen mag.

Ich kann deine wirren Gedanken verstehen, gerade wenn es so kurz nach der Geburt passiert. Sowas ist für keine Mutter leicht. Mein Sohn ist auch behindert wenn auch nicht körperlich. Sicherlich wünscht sich jede Mutter ein normales Kind und leider trifft es einige Frauen anders.

Bei meinem Sohn kam es erst später raus. Ich muß zugeben ein Schock wars für ich nicht weil ich irgendwie schon was ahnte, das er anders ist. Aber trotzdem hab auch ich heute noch meine Höhen und Tiefen. Ich hab kein Problem mit seiner Behinderung aber die Eigenarten die er dann manchmal entwickelt, sind auch nicht immer leicht mit umzugehen. Ich finde du brauchst jetzt erstmal viel Zeit und Ruhe um dich an den Gedanken gewöhnen zu können. Dann wirst du sicherlich zu deinem Kind finden. RIchtige Ruhe haste dabei ja noch gar nicht gehabt. Wenn sich deine Meinung wirklich nicht ändert dann ist es so und man kann dir sicherlich auch nichts vorwerfen. ABer ich denke schon das du dein Kind lieben lernst. Und glaub mir eines, es gibt immer Idioten die einen nicht verstehen aber damit muß man umgehen lernen. Vor allem werden wir Eltern behinderter Kinder uns nicht so selbstverständlich freuen über gewisse Fortschritte. Die sind nämlich bei uns nicht immer selbstverständlich sondern etwas Besonderes.
Gruß Ela#winke

Hi,

schau mal in meine VK.
Ich habe vor einiger Zeit ein Gedicht geschrieben.
Vielleicht baut es dich ein wenig auf!

Deine Gefühle sind menschlich und in keinster Weise zu verurteilen.
Jedes Elternpaar wünscht sich ein gesundes Kind und wenn es nicht der "Norm" entspricht, zerbricht die Welt in kleine Stücke.
Mir hat damals eine Therapie und meine Glückspillchen(Antidepris) geholfen.
Jeder findet seinen Weg und kein Weg ist falsch, sondern er ist, wenn, nur anders.

Viel Glück!

Du darfst verzweifelt sein und wirre Gedanken haben ABER Du solltest Dir auch Hilfe suchen wenn sie Dir nicht im KH von alleine angeboten wird!!!

Dein Kind liegt im KH, also sprich die Schwestern an, dass sie Dir bitte mal jemanden zum reden schicken sollen!!! Das kann ein Psychologe sein oder auch ein Seelsorger, ganz wie Du willst. Es wird Dir gut tun mal mit jemanden zu reden der nicht nur bedauern äußert oder mit med. Begriffen um sich schmeißt. Zu einer guten Betreuung gehört auch die Betreuung der Eltern.

Ob Du Dein Kind selbst groß ziehen willst oder nicht mußt nicht jetzt entscheiden, das hat Zeit.

Ich kenne einige Familien die ihr Kind erstmal mit heim genommen haben und dann ist es doch irgendwann in ein Pflegeheim (dort werden die Kinder liebevoll und kompetent betreut). Die meisten Familien wachsen aber an ihren Aufgaben und meistern das Leben mit einem kranken Kind sehr gut.

LG,

Hermiene

Deine Gedanken und Verhaltensweisen sprechen für Überforderung und Zukunftsängste. Du weißt momentan nicht, wie es weiter gehen soll und ob Du das leisten kannst und bereit sein wirst zu leisten, was man von Dir erwartet, bzw. die Diagnose Deines Kindes das von Dir erwartet.

Ggf. hast Du auch Angst, dass Deine ganze Familie, Deine ganze kleine heile gesunde Welt mit dem Stand der Diagnose und deren Folgen zerbrechen wird.

So was ist ganz normal. In Dir sitzt der Schock, die Verzweiflung, die Angst, vor dem was noch kommt und was die Zukunft für Dich bzw. für Euch bereit halten wird.

Wichtig ist, dass Du Dir in so einer Situation Hilfe holst. Das Du nicht allein mit Deinen Gedanken bleibst.

Sprech mit den Ärzten, mit Krankenschwestern ggf. nimm Kontakt zu Betroffenen Familien auf.

Das alles wird Dir einen anfänglichen Weg zeigen. Nur gehen, musst Du diesen Weg selbst.

Fast jeder Mensch kann in besonderen Situationen abnorme Fähigkeiten und Kräfte entwickeln. Menschen wachsen mit ihren Aufgaben. Du musst nur innerlich bereit sein, Dich auf Deine neuen Aufgaben und Deine neue Verantwortung einzulassen.

Es passiert ja nicht alles von jetzt auf gleich, sondern Schritt für Schritt.

Umso mehr Du merken wirst, dass auch Du diese Aufgaben erfolgreich meistern kannst, umso mehr wird sich die Verbindung zu Deinem Kind aufbauen. Umso mehr, wirst Du lernen, Dein Kind zu lieben und nicht mehr loslassen zu wollen.

Ich wünsche Euch alles nur erdenklich Gute!

Janette

huhuuuuu

ich habe mir deine bericht durchgelesen und ein paar andere... ich verstehe dich ....

aber ich musste echt heulen...

es ist so schwer, ich glaube es dir-wirklich!

ich weiss nicht genau was ich sagen soll/will.....aber ich denke...bleib bei deinem kind!!!!!

wenn nicht-dann ist es so...

aber bitte es ist dein baby....und kämpfe für alle art von unterstützung...bitte fall in kein loch bzw lhol dich wieder da raus...

sorry habe hier gerade ( bestimmt nicht hilfreich) sehr emotionla geantwortet...

lg, petra

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