Verdacht auf selektiven Mutismus

Hallo,

also ich hab folgendes Problem.

Meine Tochter Melissa, 5 1/2 Jahre ist eigentlich ein aufgewecktes Kind in vertrauter Umgebung bzw. bei vertrauten Personen.

Im Kindergarten in der großen Gruppe (28 Kinder) spricht sie aber kaum. Mit ihren Freundinnen gibts da wiederum keine Probleme, mit den spielt und spricht sie, auch im Kiga.

Sobald sie aber von jemandem angesprochen wird, den sie nicht so gut kennt: Schweigen. Selbst bei Oma und Opa kommt das hin und wieder vor und selbst bei guten Bekannten von uns, braucht sie immer sehr lange, bis sie ein wenig auftaut.

Seit einem halben Jahr bekommt sie jetzt Logopädie und Frühförderung.
Mit der Logopädin gibts keine Probleme, wenn sie mit ihr alleine ist, verhält sie sich wie zu Hause, ist aufgeschlossen.
Frühförderung hatte sie zunächst als Einzelförderung, das hat auch ganz gut geklappt. Seit September geht sie jetzt zur Frühförderung in eine Kleingruppe mit insgesamt 6 Kindern. Von den Kindern dort kennt sie 1 Mädchen aus dem Kiga, die anderen waren für sie fremd, aber so langsam taut sie dort auch ein wenig auf.
Jetzt kam von Seiten des Kiga und der Frühförderung die Vermutung, dass sie an selektivem Mutismus leiden könnte.
Ich habe jetzt am 10.12. einen Termin bei einer Kinderpsychologin.

Jetzt meine Frage:
Wer von euch ist auch davon betroffen und haben eure Kinder eine Therapie gemacht und was hat das gebracht?

Vielen Dank für eure Antworten

Sabine

1

Hallo Sabine,

Mein Großer (Jetzt 12) hat auch Selektiven Mutismus.
Es ist allerdings erst aufgefallen als er in die Schule gekommen ist.
(Im Kindergarten meinte man immer nur das er sehr schüchtern wäre und sich das irgendwann legen würde).
In der Schule war es dann so das er überhaupt nicht gesprochen hat.
Weder mit den Lehrern noch mit seinen Mitschülern.
Nach dem Ersten Halbjahr kam dann der Direktor einer Förderschule für Sprache (Herr Bahr, schreibt auch Bücher über Mutismus) ,hat ihn getestet und direkt festgestellt das er unter Mutismus "leidet".
Einen Monat später schon befand sich mein Sohn in Behandlung eines Kinderpsychotherapeuten.
Dort war er ca. 2 Jahre lang.
Das Ergebnis: Er redet nun auch mit fremden Menschen und hat sich ein wenig seinen Mitmenschen geöffnet.
Allerdings ist es immer noch das er in geforderten und überforderten Situationen mit Schweigen reagiert...:-(

Wenn Du Fragen hast dann melde Dich;-)

LG

Nicola

2

Hallo Nicola,

vielen Dank für Deine Antwort.

Auf welche Schule ging/geht denn dein Sohn und wie kam er so zurecht?

Mach mir eben Sorgen wegen der Einschulung im nächsten Jahr. Zurückstellen kommt nicht in Frage, da sie von ihrer sonstigen Entwicklung "normal" ist. In der Schule wirds wohl darauf ankommen, ob sie einen guten Draht zum Lehrer/Lehrerin hat und ob er/sie schon mal was von Mutismus gehört hat. Wir sind am überlegen, ob nicht eher eine Sprachheilschule oder Waldorfschule o.ä. eher in Frage kommt. Da läuft uns halt die Zeit ein wenig davon, da eine evtl. Therapie erst in ca. 1/2 Jahr beginnen kann lt. Aussage der Psychologin, d.h. wahrscheinlich wird sie in der Schule sitzen und dort auch nicht reden.

LG Sabine

3

Er war auf eine Förderschule für Sprachbehinderte (Dabei ist und war er ja garnicht Sprachbehindert, sondern hat sich einfach nur verweigert)
Aber er ist dort super zurecht gekommen.
Die Klassen hatten jeweils nur eine Größe von bis zu 6 (!) Kindern und so konnte sich der Lehrer allen Kindern gleich widmen.
Raphael hat in einem Halben Jahr auf der Förderschule alles nachgeholt.
Er war/ist ja nicht dumm, er hat halt nur still im Unterricht gesessen.
Gemerkt hatte er sich alles.
Heute ist er in der 5. Klasse einer Normalen Realschule.

"da eine evtl. Therapie erst in ca. 1/2 Jahr beginnen kann lt. Aussage der Psychologin, d.h. wahrscheinlich wird sie in der Schule sitzen und dort auch nicht reden."

Phu, finde das schon heftig....

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Hallo!

EIn sehr interessantes Thema. Erstens hatte ich eine Klassenkameradin die Mutismus hat(te) und zweitens frage ich mich auch ,ob meine Tohcter darunter leidet. So ganz sicher bin ich mir nicht aber es gibt doch Momenten wo es dafür spricht-.ich mache mir große Sorgen um die Schule nächstes Jahr und weiss nicht so recht,was ich genau tun soll!

gruß,Jenny

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Ich würde sagen eine Psychotherapeutische Praxis anrufen um sie testen zu lassen.

Nicola

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Hallo Jenny,

Das geht mir genauso.

Falls es bei Melissa wirklich Mutismus ist, kann es ja fast noch ein halbes Jahr dauern bis eine evtl. Therapie beginnen kann. Lt. Psychologin finden erst mal ca. 5 bis 6 Termine statt, bis sie eine Diagnose stellen kann. DAnn muss ein Antrag bei der KK gestellt werden und wenn diese feststellt, dass sie therapiebedürftig ist, kanns losgehen. Aber bis dahin ist ja schon die Schuluntersuchung. Ob sie dann auf eine normale Schule gehen kann/soll, wissen wir auch nicht. Der Kiga hat jetzt Kontakt zu einer Sprachheilschule aufgenommen und evtl. kommt in den nächsten Wochen jemand im Kiga vorbei und schaut sich Melissa an.

Ich würde an deiner Stelle mal mit den Erzieherinnen im Kiga sprechen oder dich evtl. mal an eine Frühförderstelle wenden, die haben uns auch geholfen.

LG
Sabine

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