Umfrage: Legasthenie bei Euch und Euren Kinder?

Hallo Mädels,

Ich bin Legastheniker, meine Mutter und ihr Bruder auch. Nun bin ich ins grübeln gekommen ob meine Kinder es auch sein könnten. Ich habe schon im Internet reschaschiert und habe da wiedersprüchliche Aussagen gefunden.
Ich sehe das jetzt nicht als Weltuntergang an, wenn es so währe. Nun wenn man es wüste, könnte man sich früh drauf einstellen und das Kind besser födern.
Bei mir wurde es in der 4. Klasse erst festgestellt und da war es fast zu spät für meine Schulischelaufbahn.

Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? Ist evt. einer in Euer Familie Legastheniker und Euer Kind auch? Wann habt ihr Eure Kinder testen lassen?

Würde mich über Austausch freun.

Lg Heike+Purzel(24+2)+Lindsey(*24.01.07)#drache

1

Hallo Heike,

ich bin Logopädin und arbeite u. a. auch mit Legasthenikern, bei denen eine auditive Wahrnehmungsstörung zugrunde liegt.
Es ist leider so, dass Legasthenie oft vererbt wird und sich wie ein roter Faden durch eine Familie zieht. Gott sei Dank sind aber heute die Methoden zur Diagnostik und Therapie viel besser und hilfreicher als früher.
Der Pädaudiologe (Facharzt für kindliche Hörstörungen) ist hierbei Dein Ansprechpartner, dort wird auch eine Diagnostik gemacht bzw. an weitere Stellen verwiesen, wo Du so etwas machen lassen kannst.

Schon im Kindergartenalter kannst Du wachsam sein und bei folgenden Auffälligkeiten nachhaken:
Dein Kind wird fast nur von Dir verstanden, es spricht allgemein unverständlich;
viele Laute werden falsch ausgesprochen oder vertauscht (z.B. b statt f, t statt k);
Dein Kind merkt sich Liedtexte, Reime, Geschichten nicht gut.
Dies sind nur ein paar wenige Beispiele, die ich angeben kann, sonst platzt hier das Forum.
Bei der Aussprache der Laute ist natürlich nicht gemeint, dass ein 2-jähriger perfekt sprechen muss, dafür gibt es Alterstabellen, welche Laute in welchem Alter da sein sollten.
Du solltest viel mit Deinen Kindern singen, reimen, Fingerspiele und Verse machen, spielen und dabei sprechen, eben alles, was unter "Sprachförderung" fällt.
Bei HABA gibt es viele Spiele für versch. Altersstufen, die die Sprache fördern.
Ansonsten mit dem Ki-arzt einen guten Austausch pflegen, rechtzeitig bei Unklarheiten eine Diagnostik veranlassen.
Hoffe, ich konnte Dir ein bisschen helfen.

Gruß

cosuma.


4

Hallo Cosuma!
Ich habe eben deinen Beitrag gelesen und gesehen, dass du Logopädin bist.
Darf ich dich fragen, ob du auch Erfahrung mit dem Stottern hast?
Mich würde interessieren, worauf man achten sollte bei den Kindern, die stottern. Ich habe gehört, dass es dieses physiologische Stottern gibt mit 3-4 Jahren. Was unterscheidet das physiologische Stottern vom "krankhaften" Stottern?
Ich würde mich freuen, wenn du mir dazu etwas schreiben könntest oder einen link schicken.
Liebe Grüsse
Angela

5

Hallo Angela,


leider ist "Stottern" nicht gerade mein Schwerpunkt, aber die Meinung, dass jedes Stottern mit 3-4 Jahren noch physiologisch ist, ist längst überholt und gilt nicht mehr. (Auch nicht, wenn der Kinderarzt das behauptet ;-)!!!)
Das physiologische unterscheidet sich vom krankhaften (=pathologischen) darin, dass die Symptome schwerer und hartnäckiger sind, also altersunabhängig, denn schon ein 3jähr. Kind kann ein pathol. Stottern zeigen.

Ich beschreibe:
- lockere Wiederholungen von Lauten, Silben oder Worten OHNE Sprechanstrengung gehören eher in den physiol. Bereich. Dabei merkt das Kind nicht, dass sein Sprechen irgendwie auffällig ist.

- Wiederholungen, die mit Herauspressen, Atem anhalten, Mitbewegungen im Gesicht, Körperbewegungen und deutlicher Anstrengung einhergehen, sind pathologisch. Dazu kommt, dass sich das Kind seiner Sprechweise bewusst wird, also ein Störungsbewusstsein entwickelt, was wiederum für die Psyche problematisch wird. Oft brechen die Kinder dann im Wort oder Satz ab, sprechen weniger, trauen sich nicht mehr, weil sie den Misserfolg schon erwarten und die Anstrengung vermeiden wollen.

Am Besten bei Unsicherheit untersuchen lassen.
Die Fachleute können Dir auch einfach 1 oder 2 Beratungsstunden geben, damit Du weißt, wie Du speziell in Deinem Fall am Besten mit Deinem Kind umgehst. Eine gute Beratung im Vorfeld kann eine weitere Verschlechterung des Stotterns oft verhindern.

So, ich hoffe, ich konnte ein bisschen weiterhelfen! Dies ist aber wirklich nur ein sehr kurzer Überblick und fachlich nicht wirklich umfangreich.

Grüße

cosuma

weiteren Kommentar laden
2

Hallo,

mein Mann ist Legastheniker, ich würde sagen (meine Laien-Ehefrau-Angelesen-Meinung), dass die Ursache die auditive Wahrnehmung ist. Seine Mutter, seine Schwester, der ganze Clan - dasselbe.

Unsere Tochter hat sehr viel körperliches von dieser Sippe geerbt, inklusive einer Wahrnehmungsstörung - aber sie kann als einzige im KiGa immer alle Strophen, reimt, fängt an zu schreiben (mit 5) - diesen Anteil Legasthenie hat sie also offensichtlich nicht geerbt, obwohl es sehr nahe läge.

Und wenn es bei Euch so wäre - Ihr seid wachsam und könnt früh genug fördern, das ist doch schon halb gewonnen!

Viel Glück!

3

Danke das Ihr mir geantwortet hab.

Aber ich meinte eine Legathenie - Lese und Rechtschreibschwäche, in Folge eine "fehlfunktion/zusammenarbeit" der rechten und linken Gehirnhälfte.
Also kein Problem mit der der auditiven Wahrnehmung.

Danke trozdem noch mal für Eure Antwort.

Lg Heike

7

Hallo Heike,

mein Mann hat leichte Legasthenie, sein Bruder und seine Mutter schwere Legasthenie. Wir haben 5 Kinder, 3 davon in der Schule . Bei den beiden großen ist LRS( Lese und Rechtschreibschwäche) festgestellt wurden. Bei der dritten sieht es auch so aus. Die Kinder haben keine auditive Wahrnehmungsstörung. Der große hat ADHS und die Zweite ADS. Bei diesen Störungen sind LRS leider Teilleistingsstörunen vorprogrammiert. Die zweite geht in eine spezielle LRS Klasse und seit dem fällt ihr alles viel leichter.
Ich würde mich über Antwort freuen.

wildbirne mit
Maximilian (26.12.1996), Patricia (14.08.1998), Antonia (10.04.2001), Josephine (08.08.2005) und Franziska (29.09.2007).

Top Diskussionen anzeigen