60 Stunden Geburts-Odysee mit vorzeitigem Blasensprung

So, ich melde mich auch mal mit der kleinen Odyssee der Geburt meines zum Glück quietsch glücklichen und gesunden Sohnes, die in jedem Punkt gänzlich anders gelaufen ist als geplant.

Begonnen hat alles am Freitag Abend mit einem vorzeitigen, hohen Blasensprung. Bis dahin keine Wehen. Da wir ja eigentlich ins Geburtshaus wollten, haben wir ganz entspannt unsere Hebamme angerufen und Sie schon Mal vorgewarnt, dass wir uns im Laufe der Nacht, spätestens am Morgen melden und vorbei kommen. Immerhin stellen sich bei 90% der Frauen die Wehen in den nächsten Stunden nach dem Blasensprung automatisch ein. Pustekuchen. Am nächsten Tag, von Wehen immer noch nichts zu spüren. Trotzdem ins Geburtshaus. Quarzsand, Johanniskrauttee, einen Einlauf to Go, Massageöl, alles um die Wehentätigkeit anzuregen und wieder nach Hause. Am Abend immer noch keine Wehen. Noch Mal ins Geburtshaus. Eipollösung durch die Hebamme (bisschen ziepig, aber nicht schmerzhaft). Wehen? Keine Wehen. Auch nach der Stunde spazieren gehen nicht. Da man spätestens 24h nach dem Blasensprung in die Klinik muss hat uns unsere Hebamme los geschickt. Tschüss Traum von der schönen, entspannten Geburtshaus-Geburt, Hallo Klinik!
In der Klinik angekommen, Covid Test, ich geweint, mein Mann geweint, weil direkt gesagt wurde er könne nicht bei mir bleiben solange ich keine Wehen habe. Wollten uns gerade verabschieden, plötzlich Wehen. Juhu! Mein Mann darf bleiben. Die ganze Nacht Wehen. Wir kommen um eine Einleitung drum rum. Dachten wir. Am nächsten Tag: Wehen weg. Komplett. Also Prostanalgin zur Einleitung. Drei Tabletten im Abstand von je zwei Stunden. Nach der dritten Tablette kamen die Wehen...wie ein Schlag ins Gesicht. Was ich für mich sagen kann: körpereigene Wehen, nicht angenehm, aber irgendwie OK, eingeleitete Wehen, Schmerzen des Todes. Ich hab irgendwann nur noch geweint und geweint. PDA her, denn der Muttermund war erst bei 3cm. Eigentlich wollte ich keine PDA, aber die Vorstellung das noch Stunden ertragen zu müssen... Ohne hätte ich es nicht mehr geschafft, so fertig war ich schon. 3h Schlag. PDA auffrischen. Noch Mal 3h Schlaf. Montag Morgen kommt die Hebamme. Muttermund ist offen. Kann los gehen. Problem: ich habe zwar Presswehen, aber ich spüre Sie nicht und weiß nicht genau wann ich mit schieben muss. Ich muss mich wahnsinnig konzentrieren wann ich ein leichtes Druckgefühl spüre und dann Pressen. Eigentlich Rate ich nur. Bekomme noch einen Wehentropf, aber der macht es auch nicht besser. 30 Minuten später ist die Maus da. Plazenta direkt hinterher. Gebärmutter Kontraktion bleiben aus, ich verliere viel Blut, mehr vom Wehentropf, Gebärmutter zieht sich zum Glück zusammen. Dammriss zweiten Grades wird vernäht. Bekomme ich quasi nicht mit. Spüre da ja eh nicht viel und Maus liegt auf mir und zieht meine ganze Aufmerksamkeit auf sich. Wir bleiben noch zwei Tage im Krankenhaus weil seine Blutwerte leicht auffällig sind. Aber alles gut am Ende. Haben sich von selbst eingepegelt.

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