Horrorgeburt zur Coronazeiten

Hallo,

ich versuche eine Kurzfassung meiner Geburt Anfang August zu kommentieren. Die Details lasse ich mal weg. :)

Am 02.08. morgens um 5.00 Uhr ist die Fruchtblase geplatzt, ich war bei 38+00. Das lag wohl am Druckunterschied wegen des Wetters. Krankenwagen war sehr schnell da und beförderte mich in die Klinik. Nachdem ich Binden im Kreißsaal bekommen habe, durften mein Mann und ich draußen herumlaufen, damit die Wehen kommen. Mein Mann durfte aufgrund Corona nicht mit in den Kreißsaal.

Die Wehen kamen nicht, die regelmäßigen CTGs mussten wegen Corona auch ohne meinem Mann gemacht werden. Bis abends tat sich nichts, Muttermund war 1cm offen. Ich durfte das Zimmer beziehen und danach gab es um 18 Uhr die erste Einleitungstablette.

Nach der zweiten Einleitungstablette kamen schmerzhafte Wehen, nachts konnte ich nicht schlafen. Aber der Muttermund blieb geschlossen.

Um 5 Uhr war ctg angesagt. Ich wollte stehen, da die Schmerzen beim Liegen so groß waren. Also durfte ich stehen. Da wurde mir schwindelig, also wollte ich sitzen. Hatte trotzdem Angst in Ohnmacht umzufallen und wollte mich doch hinlegen. Plötzlich bemerkte ich, wie die Hebamme die Herztöne meines Kleinen vergebens suchte und auf einmal war die kleine CTG Kabine voller Menschen und es wurde ein Ultraschall gemacht. Ich kann nicht beschreiben, wie schlimm das war. Herztöne kamen schwach wieder und der Kleine wurde von der Ärztin hochgerutscht. Also stoppten wir die Einleitung erstmal. Es wurde mir ein Kreißsaal versprochen, aber weil es so voll war in der Klinik, kam es nicht dazu.

Bin also mit Mundschutz und meinem Mann und Wehen in der Klinik herumgelaufen. Regelmäßig ctgs, die dann Stunden dauerten, weil mein Kleiner so gestresst war und schlechte Herztöne hatte. Mein Mann durfte nach wie vor nicht zu mir. Muttermund blieb verschlossen.

Die Hebammen beim ctg waren fürchterlich
. Irgendwann wurde ich in einen abgelegen Raum zum ctg gebracht, weil ich das Schreien der Gebären den nicht ertragen habe. Dort saß eine ältere Hebamme, die mir sagte, ich atme falsch und mir zeigte, wie es ging. Nachdem ich nochmal raus durfte, war der Muttermund 1cm weiter offen, aber da war es schon Abend.

Die Hebammen sagten, ich dürfe am nächsten Tag, wenn ein Kreißsaal frei wird, eine pda bekommen, damit ich etwas Schlaf bekomme. Noch eine Nacht alleine mit Wehen in dem Wissen, dass die Herztöne meines Schatzes schlecht sind, war eine Horrorvorstellung für mich. Außerdem war ich bereits am Ende meiner Kräfte, ich konnte mir nicht vorstellen, so noch eine Geburt zu bestehen. Ich konnte ja nicht mal duschen, die Hebammen auf der Station hatten keine Zeit und mein Mann durfte mir nicht helfen. Mein Mann wollte schon viel früher einen Kaiserschnitt, ich wollte dem Kleinen aber unbedingt eine natürliche Geburt ermöglichen. Aber er litt ja offensichtlich.

So saßen mein Mann und ich, weinend, vor dem Kreißsaal (oder seiner Wartestelle), bis ich um 21 Uhr mich doch für den Kaiserschnitt entschied. Ich wurde dann relativ schnell aufgeklärt, für die OP vorbereitet (komplett ohne Schmerzen) und um 23:22 Uhr am 03.08.2020 war mein kleines Engelchen da.

Die Wöchnerinnenstation war so schlimm, dass ich mich am 05.08. selbst entlassen habe. Ich bekam keine Hilfe beim Stillen oder Wickeln und mein Mann durfte ja nur 1h besuchen. Nach ein paar Tagen kam dann noch ein Anruf, dass wir über das Wochenende in Quarantäne müssen, bis wir einen Corona test gemacht bekommen, weil eine Zimmernachbarin positiv auf Corona getestet wurde. Also ganz alleine, unerfahren und ohne Hebamme oder Apotheken Einkäufe eingesperrt. Aber mittlerweile hat sich der Schatz auf auch von dieser Geburt sehr gut erholt und mein Mann und ich haben alles sehr gut hinbekommen. ❤️

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Oh man, da habt ihr ja viel durchgemacht.

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt 🥰

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Das tut mir sehr leid :( verstehe nicht warum die Papas (oder eine andere Begleitperson) nach einem negativen Schnelltest nicht einfach da bleiben dürfen. Eine Entbindung ist sowas sensibles, man braucht doch den Beistand und außerdem ist es auch für die Männer richtig besch...eiden
Trotzdem ganz herzlichen Glückwunsch zu eurem Wunder ♡ ich hoffe es geht euch gut

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Alles Gute Dir! 🍀
Ich habe Ende Oktober entbunden und hab eine ähnliche Geschichte hinter mir (drei Tage versuchte nicht funktionierende Einleitung, Kaiserschnitt mit anschließender Not Op wegen starker Nachblutung). Personal war aber bei mir sehr nett, nur leider müssen die sich auch an die besch.... Regeln halten.
Ich kann es nicht verstehen, dass trotz mehrer Tests (in unserem Fall PCR und Schneltests) und der Auflage nur zwischen Krankenhaus und Zuhause hin und her zu pendeln, die Papas nur eine Stunde bleiben dürfen! Ich bin trotz sehr schlechtem HB Wert 4 Tage nach der Not Op nach Hause, weil ich im Krankenhaus allein total Stress hatte, meinem Kleinen zu Liebe wohl aber irgendwie funktioniert hatte.

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