Geburtsbericht, erstes Kind

So, hallo erstmal 🙂👋

Da der Wunsch nach einem zweiten Sonnenschein bei meinem Mann und mir gerade frisch aufgeflammt ist, bin ich bereit den Ablauf meiner ersten Geburt (ungeschönt) aufzuschreiben.

Vorab: vielleicht nicht unbedingt lesen wenn die Geburt noch bevorsteht. Es ist aber alles gut gelaufen.

Am Abend des 09.07.2019 machten wir noch Witze, ich war gerade 37+4 und nervlich so wie körperlich völlig am Ende, dass der kleine Mann sich ja langsam auf den Weg machen könnte.
Wir wussten ja nicht dass er uns schon da genauestens verstand 😉
Jedenfalls gingen wir gegen 22:00 ins Bett, lĂ€nger hĂ€tte ich es auch nicht mehr geschafft. Am 10. Mittwoch war es, merkte ich beim Aufstehen, dass es leicht aus mir raus lief, ging zur Toilette, alles bestens. Da war es ca 07:00 Uhr. Ich knall mich also aufs Sofa, guck in aller Ruhe FrĂŒhstĂŒcksfernsehen und hab aber stĂ€ndig dieses komische GefĂŒhl als wĂŒrde es laufen. Habs ignoriert. Ca 10:30 Uhr bin ich dann doch mal zur Toilette, kaum die Hose unten, da lief es aus mir raus.
Da der kleine Mann noch nicht fest im Becken lag und mir jeder sagte ich solle mich wenn es losgeht auf jeden Fall hinlegen, wegen drohendem Nabelschnurvorfall, tat ich genau das.
Und wĂ€re die Ziehtochter meines Mannes nicht zu Besuch gewesen hĂ€tte ich vermutlich bis zum Abend dort gelegen, denn mein Handy lag im Wohnzimmer auf dem Tisch👍
Ich hab also der Tochter bescheid gesagt dass sie meinen Mann anruft und mir mein Handy bringt. Ich hab also den Krankenwagen gerufen.

Als die SanitÀter ankamen, fragten sie mich verwundert wie alt ich denn sei. Man hatte ihnen gesagt hier liegt eine 57(!!!!!!) JÀhrige die ihr erstes Kind erwartet. Dankeschön. Und davon dass man sich hinlegen soll wenns Kind noch net fest im Becken ist hatten die alle 3 noch nichts gehört.
Ich hab mich aber nicht ĂŒberreden lassen selbst zu Laufen, also mussten sie mich das enge Treppenhaus unserer Dachgeschosswohnung runtertragen 😅

Im Krankenhaus dann fiel mir auf, dass ich nichtmal Schuhe anhatte, keine Socken. Ich war ĂŒberhaupt noch im Schlafanzug...🙈😳
Ca eine Stunde spÀter kam mein Mann mit meinen Sachen und ich durfte mein Zimmer beziehen. Den Tag tat sich nichts weiter, keine Wehen, nur etliche CTGs. Und ich wurde aufgeklÀrt dass dann am Donnerstag eingeleitet wird, sollte sich bis dahin nichts Àndern.
Also wurde am Donnerstag eingeleitet. Ich ging wieder aufs Zimmer nur um eine halbe Stunde spÀter wieder mit Wehen im 10 Minuten takt am CTG zu hÀngen. Söhnchen trat munter gegen das MessgerÀt, alles in Ordnung.
Mir wurde angeboten zu Baden, um mich zu entspannen und die ganze Sache eventuell voran zu treiben. Ich saß insgesamt bestimmt 2 Stunden im Wasser mittlerweile mit Wehen alle 3 Minuten. (Und Blubberblasen im Wasser 🙈😳)
Muttermund 3 cm, Kind noch nicht fest im Becken, ich solle aufs Zimmer. Und die ganze Zeit bekam ich gesagt, dass ich aufstehen und Laufen darf, da kann nichts passieren.
Ich hatte aber ein ungutes GefĂŒhl dabei, schließlich predigen die Hebammen und FrauenĂ€rzte einem ja nicht umsonst, dass ein Nabelschnurvorfall gefĂ€hrlich ist.
Auf dem Zimmer ging ich also mit diesem komischen GefĂŒhl zur Toilette. Schon auf dem Weg dahin merkte ich, wie etwas grĂ¶ĂŸeres aus mir raus fiel. Ich weiß nicht wie ich es besser beschreiben soll. Ich zig mir schnell die hose runter um zu gucken was es war. Blut, die Einlage war komplett rot und ein richtig dicker Klumpen irgendwas lag darauf. Ich bekam Panik, dachte gar nicht an den Alarmknopf neben mir und rief meinem Mann zu er sollte sofort eine Schwester holen. Die kam auch direkt angelaufen und scheuchte mich SOFORT aufs Bett. Plötzlich waren 5 Leute um mich rum und mein Mann wurde vorausgeschickt um den Fahrstuhl zu holen. Ich fragte eine der Hebammen neben meinem Kopf, was genau denn los sei. "Sie verlieren sehr viel Blut." war alles was sie mir sagte. Das wusste ich selbst. Und dann bekam ich kaum noch Luft. Schnappatmung. Ausgewachsene Panikattacke. Ich hatte furchtbare Angst um mein Baby. Bloß nicht weinen. Von da an weiß ich nicht mehr alles, nur noch dass ich ans CTG angeschlossen wurde und mich unter grauenhaften Wehen stĂ€ndig hin- und herdrehen sollte. Mit dem kleinen Mann war alles in Ordnung und ich beruhigte mich etwas. Aber wo kam das ganze Blut und die teilweise bis zu 5cm großen Klumpen her? Der Arzt vermutete ein HĂ€matom. Gut, aber die Klumpen
. Egal, dem Baby gings gut. Ich hatte jegliches GefĂŒhl der Zeit verloren und lag unter einem Wehensturm mittlerweile mit Katheter im Kreißsaal. Die ganze Nacht. Nichts tat sich, ich bekam 3 riesen Flaschen Schmerzmittel und merkte nichts davon. Ich muss die ganze Station zusammen geschrien haben. Muttermund 3cm.
Morgens, ich vermute gegen 07:00 Uhr hab ich mich zur PDA ĂŒberreden lassen, nachdemmein Mannmir versprochen hatte mich nicht zu verlassen sollte ich danach gelĂ€hmt sein. Das war meine einzige Sorge. Endlich klangen die Wehen ab. Ich war so mĂŒde, dass ich direkt eingeschlafen sein muss. Befund immernoch 3 cm. Mein Mann fuhr nach Hause. Eine halbe Stunde oder Stunde spĂ€ter wurde ich von den langsam wieder einsetzenden Wehen wach. Muttermund 9cm. Ich rief meinen Mann an der gerade dabei war sich ins Bett zu legen 🙈😅.
Presswehen setzten ein, mein Mann noch nicht da. Aber ich sollte die sowieso noch veratmen. Mein Mann kam nach 10 Minuten. Die Presswehen veratmete ich ca anderthalb Stunden. Muttermund komplett geöffnet. Die Hebamme ist andauernd wieder rausgegangen wĂ€hrend ich weiter die Presswehen veratmen sollte. Ich wurde langsam sauer
 😅
Dann durfte ich endlich pressen. Doch es Ă€nderte sich nichts. Ich hab gemerkt, dass sich nichts tat, irgendwas stimmte nicht. Ein Arzt kam dazu und nahm dem Zwerg Blut ab. Dann die (in meinen Augen lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llige) Erlösung: Eilsectio.
Ich lag dann also plötzlich im OP, bekam eine BetÀubung durch den ohnehin schon vorhandenen PDA Zugang. Wurde nochmal zur Seite gekippt und dann ging es auch schon los.

Ich merkte ALLES. Keine Schmerzen, aber jeden Schnitt, das RumgedrĂŒcke auf mir, Wackeln. Und dann sagte ich zu meinem Mann: "Jetzt ist er draußen." Und dann hörten wir ihn auch schon. WÀÀh. Das schönste was ich je gehört hab. Er wurde versorgt und angeguckt wĂ€hrend ich genĂ€ht wurde.

8/8/8 52cm 3020g ❀ am 12.07.2019 um 10:30 Uhr.

Mein Mann bekam ihn gleich auf den Arm, ich konnte leider noch nicht. Von mir fiel gerade die ganze Anspannung und der Stress ab, ich zitterte als hĂ€tte man mich auf einen RĂŒttler gelegt.
Als ich wieder in eines der Zimmer im Kreißsaal geschoben wurde, legte man mir das kleine BĂŒndel auf die Brust. Die großen dunkelgrauen Augen sahen mich an und ich war ĂŒberglĂŒcklich. Im Zimmer wurde ich gefragt ob ich ihn gleich anlegen möchte. Ja. Er suchte kurz, gefunden, angedockt. Autsch.😅
Dann ist er beim saugen weggenickt und heute geht er schon in die KiTa 😊


Liebe GrĂŒĂŸe
Vindi 😊

1

Ganz vergessen.. die Blutklumpen waren nicht von einem HĂ€matom sondern StĂŒcke der Plazenta, die der kleine Mann grĂŒndlich mit seinen FĂŒĂŸchen Lose getreten hatte 😅

2

Danke fĂŒr deinen Bericht! Hat man dir gesagt, warum der Kleine trotz offenem Muttermund nicht kam, bzw.warum du nicht pressen durftest? Und war die Versorgung deines Kleinen trotz nicht mehr kompletter Plazenta noch ok? Oder war das einer der GrĂŒnde fĂŒr die Notsectio?

3

Das hat man mir nicht gesagt, aber ich gehe mal davon aus, dass eine Unterversorgung stattgefunden hatte.. mich hats in dem Moment ehrlich gesagt auch gar nicht interessiert...ich war nur froh dass es dem kleinen gut geht und ich die ganze Tortur endlich hinter mir hatte 😅
Ich hab zwar einen Bericht bekommen kann mich aber gerade nicht dran erinnern was drin stand. Das Fachchinesisch verstehe ich sowieso nicht 🙈 aber ich werd wohl mal nachschauen

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