Schweres Baby (4430g) natürlich zur Welt gebracht

Halli hallo,
mein Sohn ist zwar mittlerweile schon 4 Monate alt und wiegt inzwischen 9kg, aber trotzdem würde ich gerne von meiner natürlichen Geburt berichten und einigen vielleicht damit etwas die Angst nehmen.
Mein Sohn war noch nie klein, schon in der 12. SSW wurde er 1cm länger gemessen, als der Durchschnitt. Bei der Feindiagnostik um die 22. SSW wurde er auch „2 Wochen älter“ geschätzt (ich wusste ziemlich genau, wann die Empfängnis war, da ich Ovulationstests gemacht habe).
Dann hat er sich leider um die 28. SSW in Beckenendlage (Hintern voraus) gedreht und ich musste ins KH zur äußerlichen Wendung. Dort wurde er schon in der 36. SSW auf ca. 4000g geschätzt. Dann gab es ein ewiges hin und her wegen Einleitung der Geburt, weil er so groß gemessen wurde. Letzen Endes haben wir bis 2.1.19 gewartet und er hat sich dann bei 39+5 selbst auf den Weg gemacht. Ich habe am Morgen vom 2.1 noch einen Wehencocktail bekommen, da war der MUttermund aber schon 1cm offen. Am Abend gegen 21 Uhr ist dann die Fruchtblase angerissen... es tröpfelte etwas, war aber mit Binden locker aufzuhalten. Im KH angekommen, war der MM 4 cm offen und ich ging in den Kreissaal. Wirklich schmerzhafte Wehen hatte ich bis dahin garnicht. Die kamen dann erst im Kreissaal. Zuerst hab ich von der Hebamme einen Kittel bekommen und eine Netzunterhose mit Vorlage. Sie gab mir dann einen Einlauf. Das sind nur paar ml Wasser was in den Enddarm gegeben werden, dann soll man paar Minuten warten und dann für 20 Minuten zur Toilette. Nachdem das durch war, sollte ich mich erstmal hinstellen und gehen, damit die Schwerkraft wirken kann. Die Hebamme hatte dann aber nach einer Stunde festgestellt, dass er sich nicht eingedreht hatte, deswegen lag ich ab da nur noch. Ich habe auch ziemlich früh nach einer PDA gefragt, aber die Hebamme meinte, ich mache das super, sie würde erstmal mit Schmerztropf arbeiten und PDA geht später immer noch. Um 12 habe ich mir den ersten Schmerztropf geben lassen, der absolut genial war. Die Wehen hat man deutlich weniger gemerkt und zwischen den Wehen bin ich eingeschlafen. So gingen die Stunden ins Land. So alle 1-2 Stunden kam die Hebamme mal rein und hat den MM getastet. Um 3 hab ich mir nochmal einen Schmerztropf geben lassen. Um 4 war der MM ganz offen. Ab da muss sich das Baby noch einmal komplett durch das Becken arbeiten. Das dauert nochmal zwischen 2-4 h meinte die Hebamme. Da ist dann auch die Fruchtblase richtig geplatzt und es kam ein richtiger Schwall an Flüssigkeit raus. Bettlaken und Kittel wurden dann einmal gewechselt. Wie gesagt, die Wehen empfand ich nur als „unangenehm“, schmerzhaft waren sie dank Schmerztropf und Atemtechnik nicht. Eben wie ein Krampf im Bauch, was es ja eigentlich auch ist. Viel habe ich in der Nacht auch nicht wirklich mitbekommen durch den Tropf. Die Phasen zwischen den Wehen, wo ich geschlafen habe, haben sich wie 6-7 Minuten angefühlt, waren aber in echt 1-2 Minuten. Um 6 Uhr meinte die Hebamme ich soll mal mit pressen, aber er war noch zu weit oben. Wirklich was gemerkt, wie er sich da durchs Becken arbeitet habe ich nicht gemerkt. Gegen 7 Uhr meinte die Hebamme, jetzt muss er aber so langsam raus, nicht dass er unterversorgt wird bzw. zulange Stress und er „sauer“ wird. D.h. Blutwerte werden schlecht. Bis dahin lag ich die ganze Nacht auf der Seite und zunächst haben wir auch seitlich versucht zu pressen, das ging aber nicht wirklich gut, dann ging es in die Rückenlage, obwohl das die ungünstigste Lage für die Geburt ist. Es hat sich immer mehr Druck da unten aufgebaut und ich habe während den Wehen gepresst. Auch das war jetzt nicht so schmerzhaft, dass ich schreien musste. Er hatte einen Kopfumfang von 38 cm, was ziemlich groß ist. Es war schon ein ganz schöner Kampf, seinen Kopf zu gebähren. Aber als der draußen war, war der Druck weg und der Rest des Körpers flutschte nur so raus. Er wurde mir sofort auf die Brust gelegt und bei mir und meinem Freund sind die Tränen nur so gekulert. Um 7:24 war es soweit. Die Plazenta kommt ein paar Minuten später auch nur so raus geflutscht. Ich hatte zum Glück keinen Damriss, obwohl er 4430g wog, 52 cm lang war und 38 cm Kopfumfang hatte. Da hatte ich großes Glück. Wir blieben dann noch 2 h im Kreissaal und sind dann auf Station. So 20 Minuten nach der Geburt wurde er das erste mal an der Brust angelegt.

Nun ein paar Tipps für euch.
-Ich hab mir über die Geburt nie große Gedanken gemacht. Ich hab sie einfach auf mich zukommen lassen und das gemacht, was die Hebamme mir gesagt hat. Ich ging sehr entspannt auf die Sache zu, was ich als sehr angenehm empfand.
- der Schmerztropf ist echt eine super Alternative zur PDA, die habe ich letztlich garnicht gebraucht. Den Schmerztropf kann man sich alle 2h geben lassen und macht dazu noch schöne Träume :) (der Wirkstoff ist knapp unter dem Opioid)
- dadurch, dass ich sehr entspannt an die Sache ran ging und auch „entspannt“war, hatte ich nicht wirklich schmerzen. Mein Kopf war frei und das hat die Geburt Komplikationslos anlaufen lassen
- nur weil ein Kind groß ist, heißt das nicht, das die Geburt schmerzhaft und schwer wird

Ich bin sehr froh, dass bei mir die natürliche Geburt so gut geklappt hat und hoffe, ich konnte euch ein bisschen Sorgen und Ängste nehmen.

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Erstmal herzlichen Glückwunsch und gaaaanz toller Text. Schön das es bei dir spontan geklappt hat. Darf ich mal fragen wie die äußere Wendung für dich und deinen kleinen war? Mein erster Sohn lag in Beckenendlage und ich befürchte mein zweiter macht es seinem großen Bruder nach. Beim ersten hab ich mich nicht getraut eine äußere Wendung zu versuchen. Bin jetzt in der 32. ssw und überlge natürlich was ich mache wenn er sich nicht selbst dreht.

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Die Chancen bei einer äußerlichen Wendung stehen 50/50 ob’s klappt. Natürlich wird vorher geschaut, ob die Wendung rein technisch überhaupt möglich ist. Wenn z. B. Die Nabelschnur um den Hals liegt, wird es erst garnicht versucht. Oder wenn du wenig Fruchtwasser ist.
Bei mir ging es wirklich einfach. Sie hat vorher per Ultraschall nachgeschaut, dann den Popo vom Kind aus dem Becken gehoben und angefangen zu drehen. Innerhalb von 5 Sekunden war mein Kleiner gedreht. Der Moment, in dem er quasi quer im Bauch lag, war etwas unangenehm, aber auch nicht wirklich schmerzhaft. Ich hatte großes Glück, dass es so einfach ging, obwohl ich da ja auch schon in der 37. SSW war und er bestimmt schon über 4000g wog.

Ich persönlich würde dir raten, versuche es. Wenn es nicht klappen sollte, dann hast du es wenigstens versucht und vor den Schmerzen oder so brauchst du absolut keine Angst haben. Und die Wahrscheinlichkeit, dass deinem Baby was passiert ist sehr gering. Klar, müssen es die Ärzte im Aufklärungsgespräch erwähnen, aber bei mir meinten die Ärzte, dass ihnen noch nie ein Baby gestroben ist und sie in den letzten 5 Jahren nur 2x einen Notfallkaiserschnitt machen mussten. Geh am besten in eine Klinik, die das häufig machen. Erfahrung macht den Meister :)

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Hallo,

herzlichen Glückwunsch zur Geburt 🙂
Da kannst du wirklich voll stolz sein, dein Kind bei den Maßen normal auf die Welt gebracht zu haben, ohne Dammriss. Unglaublich. Das macht echt Mut.
Ich war heute (36. SSW) beim FA und der Kopfumfang der Püppi ist jetzt schon so groß wie der meines Sohnes bei Geburt. Sie wird auch sehr groß und schwer geschätzt. Ehrlich gesagt hab ich vorher geheult und überhaupt keine Lust mehr auf die Geburt gehabt, aber dein Bericht stimmt mich wieder etwas positiv 😅

Alles Liebe euch!