Spontane Geburt unserer Zwillinge

Geburtsbericht Sverre und Henja

Der errechnete Termin für unsere Zwillinge war der 29.07.2013. Durch die Sturzgeburt unseres zweiten Sohnes sollte schon früher eingeleitet werden.

Am Freitag den 28.06.2013 sind wir morgens nach Bückeburg ins Krankenhaus gefahren. Ich hatte die ganze Nacht immer wieder einen sehr harten Bauch gehabt. Dort angekommen wurde erst einmal ein CTG geschrieben. Die Ärztin und die Hebamme waren sehr erstaunt, dass ich regelmäßig alle 10 Minuten Wehen hatte. Da die Zwillinge zu diesem Zeitpunkt noch als Frühchen galten, wurden wir ins Klinikum nach Minden geschickt. Unter Tränen (ich wollte so gerne in Bückeburg entbinden) fuhren wir nach Minden.

Dort angekommen, wurde erst einmal ein CTG geschrieben. Dann kam auch schon die Narkoseärztin um alles zu besprechen für einen eventuellen Kaiserschnitt. Ich fühlte mich schon sehr unwohl, da ich keinen Kaiserschnitt wollte….
Nach weiteren Untersuchungen wurde mir nahe gelegt zumindest bis Sonntag im Krankenhaus zu bleiben, falls die Wehen öfter werden. Also ließ mich mein Mann im Krankenhaus. Das Wochenende schonte ich mich so gut es ging, da ich in Minden auf gar keinen Fall entbinden wollte. Sonntag wurde ich entlassen, da sich Geburtstechnisch nichts tat.

Zu Hause angekommen, lief ich viel hin und her. Ich packte meine Kliniktasche wieder neu, lief wegen jeder Kleinigkeit wieder hoch und runter. Gegen Abend wurde der Bauch wieder in regelmäßigen Abständen hart. Mein Mann und ich waren lieber etwas vorsichtiger und fuhren ins Krankenhaus nach Bückeburg (wir wollten keine Hausgeburt mit Zwillingen haben).
Um ca. 22 Uhr waren wir dann im Kreissaal und es wurde erst einmal ein CTG geschrieben. Wieder waren deutlich alle 10 Minuten eine Wehe zu sehen. Mir ging es richtig gut, ich merkte nur, dass der Bauch hart wurde, keine Schmerzen o.ä. Die herbeigerufene Hebamme wollte von uns wissen, wie wir uns die weitere Vorgehensweise vorstellten. Da es nun schon 23 Uhr war und ich doch recht müde war, entschieden wir uns dafür eine Einleitung am nächsten Morgen zu machen. Somit fuhr mein Mann nach Hause und ich schlief recht schnell ein.

Am nächsten Morgen um ca. 8:30 Uhr war mein Mann dann wieder bei mir. Wir frühstückten erst einmal und dann kam auch schon die Hebamme und wollte ein CTG schreiben. Also sind wir in den Kreissaal gegangen und haben uns dort häuslich eingerichtet. Denn heute wurde eingeleitet! Die Ärztin kam und untersuchte mich, die Hebamme untersuchte mich auch. Dann bekam ich einen Wehentropf gelegt. Nach ein paar Stunden waren die Wehen auf dem CTG sehr deutlich und sehr regelmäßig zu sehen. Mir ging es immer noch richtig gut. Mein Mann hielt per WhatsApp meine Mutter und meine Brüder auf dem Laufenden. Der Wehentropf wurde stündlich höher gestellt und die Wehen kamen immer häufiger. Um 14 Uhr habe ich noch entspannt mit meiner Mutter telefoniert und die Wehen waren auf dem CTG im Minutentakt zu sehen.

Um 14:25 Uhr war der Muttermund bei 8cm und die Hebamme öffnete die Fruchtblase des führenden Zwillings. Nun kamen sofort die Presswehen, die ich jetzt auch merkte. Nach ein paar Wehen presste ich das Köpfchen unseres Sohnes heraus und mit der nächsten Wehe war Sverre Noah geboren. Er war fit, schrie ordentlich und alle waren glücklich. Die Ärztin machte sofort einen Ultraschall um zu sehen, wie der zweite Zwilling „gefallen“ ist. Und es lag immer noch mit dem Kopf nach unten, also alles super für eine normale Geburt. Bei der nächsten Wehe untersuchte mich die Ärztin, wie weit das Köpfchen im Becken sitzt. Dann entschlossen sich die Hebamme und die Ärztin dazu auch die Fruchtblase zu öffnen. Doch dann kam die nächste Wehe und ich presste unsere Tochter mit einer Wehe komplett raus. Ich hörte noch die Hebamme sagen, dass ich nicht so doll pressen soll und dass das Baby eine Glückshaube hat, aber da war unsere Henja Jessie schon geboren. Leider war sie ganz blau und nachdem mein Mann die Nabelschnur durchgeschnitten hatte, hat die Ärztin sie gleich mitgenommen. Der Kinderarzt wurde angerufen und er kam auch recht schnell aus seiner Praxis in die Klinik. Henja hatte dolle Anpassungsprobleme, ihre Lungen waren noch nicht ganz entfaltet. Nun kam der Kinderarzt zu mir in den Kreissaal und klärte mich darüber auf, dass Henja, wenn es nicht in den nächsten 2 Stunden besser wird, nach Minden verlegt werden muss. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich wollte nicht von meinem Kind getrennt werden und ich wollte nicht dass mein Kind nach Minden kommt. Aber klar, ich wollte auch, dass es meinem Kind gut geht.

Nach Stunden von Hoffen und Bangen und gut zureden kam die Hebamme wieder zu mir in den Kreissaal und bat mich noch einmal zu meiner Tochter zu kommen. Sie und eine Schwester wollten noch einmal das „Kängeruhen“ versuchen (gegen Anraten des Kinderarztes). Ich setzte mich hin, sie legten mir unsere Tochter auf meine nackte Brust und sie wurde sofort ruhiger und atmete ruhiger. Die Sauerstoffsättigung ging auch höher. Alle atmeten auf. Der Kinderarzt kam nach Praxisschluss noch einmal ins Krankenhaus und untersuchte die Kleine. Es war schon viel besser mit der Atmung, aber noch nicht ganz toll. Er segnete ab, dass sie die Nacht mit mir und ihrem Bruder in Bückeburg bleiben konnte.

Ich kuschelte noch lange mit ihr und ging so gegen 22:30 Uhr erschöpft, aber sehr, sehr glücklich ins Bett. Am nächsten Morgen bracht mir die Schwester meinen Sohn zum Anlegen. Nachdem wir fertig waren, sind wir sofort ins Kinderzimmer gegangen und haben gesehen, dass unsere Tochter keine Atemunterstützung mehr brauchte. Ich war so, so glücklich. Also haben wir alles richtig gemacht ?

Sverre Noah wog bei der Geburt 2970g, war 50 cm groß und hatte einen Kopfumfang von 35cm. Er kam um 14:50 Uhr genau 10 Minuten vor seiner Schwester. Henja Jessie wog bei der Geburt 2420g, war 49 cm groß und hatte einen Kopfumfang von 33cm.

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Herzliche Glückwünsche zu den beiden kleinen Erdenbürgern!!!

Wiso die Abneigung gegen das Klinikum Minden ? ;-) :-p

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Hallo,

Minden ist halt ein großes KH, wo schon so mancher keine guten Erfahrungen gemacht hat. Bückeburg hat eine tolle kleine Entbindungsstation, wo alles familiärer und persönlicher ist. So habe ich es vor gut 7 Jahren auch empfunden.

Gruß
Tanja

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Hallo Dina,

ich war ja in Minden. Und im Kreissaal kam gleich der Narkosearzt und ich bzw. wir hörten ständig "Kaiserschnitt". Ich wollte aber versuchen meine Kinder normal auf die Welt zu bringen. Schließlich war es nicht die erste Geburt und beide Kinder lagen mit dem Kopf nach unten. Also alles super Vorraussetzungen.

Und die Station ist auch nicht gerade toll. Da haben die wirklich beim planen der Station vergessen, dass dort Wickeltische gebruacht werden...... #rofl
Die Zimmer total klein und dann ggf. mit drei Babybetten da drin... geht gar nicht.

Die Schwestern waren jedenfalls nett und die Hebamme, die mich den Freitag betreut hat war auch total lieb.

LG Pamela

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