3840 Gramm pures Glück

Hallo ihr lieben Geburtsbericht-Leser,

bis vor kurzem habe ich auch immer eure Berichte gelesen und mit euch gelacht, geweint, geschmunzelt und auch gezittert.

Nun möchte ich euch meinen Bericht nicht vorenthalten. Ich strukturiere ihn ein wenig, dann könnt ihr euch raussuchen, was euch spannend erscheint und was ihr überfliegen wollt.

Meine Schwangerschaft
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Nach unendlichen 10 Zyklen war ich endlich schwanger. Mit meinen da noch 35 Jahren hatte ich schon so langsam das Gefühl, es wird einfach nicht. Aber es wurde....und somit erfuhr ich im Januar, dass wir ein Baby erwarten. Endlich!

Die Schwangerschaft war komplikationslos. Schon in der 18. Woche erfuhren wir, dass wir ein Mädchen bekämen. Wie bestellt! ;-) Darüber habe ich mich sehr gefreut.

In den letzten Wochen war alles nicht mehr so schön. Ich hatte eine Symphysenlockerung und Sodbrennen für das ich keine Beschreibung finde. Nachts lief mir sogar die Magensäure aus dem Mund.

Und zu allerletzt lag meine Maus, deren Name Hanna werden sollte (das wussten wir schon vor 8 Jahren!) in Beckenendlage. Und das bei jeder Untersuchung!

Geburtshaus oder Krankenhaus?
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Ich habe mir im 6. Monat eine Hebamme gesucht und eine tolle gefunden. Diese arbeitete im Geburtshaus und der Gedanke, dort zu gebären, gefiel mir gut. Ich ging zu jeder 2. Vorsorge statt zum Frauenarzt zu ihr und ließ mich dort untersuchen, wiegen, das CTG machen.

Bei jeder Untersuchung stellten wir eine Beckenendlage fest. Die Hebamme sagte, ich könne das Kind nicht in Beckenendlage im Geburtshaus gebären. Ich versuchte alles, die Kleine von einer Drehung zu überzeugen. Wir moxten wochenlang, ich turnte die indische Brücke, bis mir das Blut in den Kopf lief und schimpfte mit der Maus, sie solle sich umdrehen. Doch nichts half!

Vorsorglich vereinbarten wir einen Termin zu einem Vorgespräch in der Klinik.

Vorgespräch in der Klinik
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Beim Vorgespräch mit der Klinik stellte sich heraus, dass eine äußere Wendung (dich ich anpeilte) aufgrund meiner Vorderwandplazenta, der Größe des Kindes nicht möglich wäre.

Eine Spontangeburt kam weder für die Ärzte, noch für mich in Frage. Ich hätte aufgrund meiner Symphysenlockerung und mehrerer (auch schon operierter) Bandscheibenvorfälle nicht richtig mitpressen können. Außerdem sagte man mir, dass man eine PDA wohl nicht setzen könne, weil das Gewebe durch die OP´s im Rückenbereich sehr vernarbt wäre.

Beim Gespräch mit der Anästhesistin wurde mir dann ganz anders. Sie sagte mir, dass bei mir wahrscheinlich nur ein Kaiserschnitt mit Vollnarkose in Frage käme, aufgrund der Vernarbung im Rücken. Da musste ich heulen. Ich flehte sie an, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, mich an der Geburt teilhaben zu lassen.

Erst musste ich vom Gedanken Abschied nehmen, mein Baby im Geburtshaus zu bekommen, dann von einer Spontangeburt, dann von einem Kaiserschnitt mit PDA. Das konnte nicht wahr sein, oder?

Sie sagte, ich solle zum Termin Befunde mitbringen, sie können sich das am Tag der OP ja noch einmal anschauen.

Wir machten den Termin ab für den Kaiserschnitt, ich besorgte alle Unterlagen.

Tag der Geburt
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10 Tage vor ET fuhr meine beste Freundin mich und meinen Mann um 6:30 Uhr morgens ins Krankenhaus. Dort gingen wir zum Kreissaal-Bereich und eine liebe Hebamme empfing uns.

Dann wurde ich von einem Arzt noch einmal geschallt, Hanna lag immer noch in BEL :-(

Die Hebamme führte uns zurück in den Vorbereitungsraum. Ich bekam den hübschen Krankenhauskittel und zog mich um. Dann sollte ich eine salzige Lösung schlucken, die vor Übelkeit schütze.

Dann wurde mir von der Hebamme der Katheter gelegt. Davor hatte ich viel Angst, die im Nachhinein völlig unbegründet war. Ich hielt die Hand meines Mannes, während die Hebamme den Schlauch legte. Bis auf ein leichtes Brennen merkte ich nichts, es ging auch ganz schnell.

Um 8:40 Uhr hatte ich den Termin und wurde um 8:30 Uhr Richtung OP geschoben. Ich wusste immer noch nicht, ob ich eine Vollnarkose bekomme!!!

Ich gab die Befunde im Vorbereitungsraum zum OP ab und um mich herum liefen viele Menschen, die sich mir alle vorstellten. So viele Gesichter mit Mundschutz! Es war unheimlich.

Eine junge Krankenschwester legte mir den Zugang, auf meinen Wunsch in der Armbeuge statt in der Hand. Dann kam eine junge Anästhesistin und sagte, sie würde versuchen, die PDA zu legen #zitter , dann käme ich um eine Vollnarkose herum, versprechen könne sie aber nichts.

Mein Mann zog sich in der Zwischenzeit in einer Art Schleuse um, wusste nicht, ob er jetzt dabei sein darf oder nicht, weil man ja nicht wusste, ob die PDA funktionieren würde.

Ich wurde in den OP geschoben. Dort bekam ich einen Pulsmesser am Finger, einen kleinen Schlauch in ein Nasenloch gelegt und meine Arme sollte ich rechts und links auf Ablagen legen.

Dann sollte ich mich wieder aufsetzen und einen Katzenbuckel machen. Sofort merkte ich, dass die Anästhesistin in einem weit über dem operierten Bereich rumdrückte. Sie sagte, die Vernarbung würde viel tiefer liegen, sie könne es probieren. Sie betäubte die Einstichstelle mit kaum merkbaren Pieksern und als ich fragte, wann die Spinale gelegt würde, sagte sie "schon passiert" und mein Po wurde warm.

Ich sollte mich schnell wieder hinlegen und dann kam auch schon mein Mann rein. Man sprühte mich mit kaltem Wasser am Bein und am Bauch ein. Ich sollte immer sagen, wo ich es noch spüre und wo nicht mehr.

Mein Mann nahm Platz und plötzlich merkte ich ein Ruckeln und auch ein sehr unangenehmes und auch schmerzhaftes Ziehen. Der Anästhesist sagte, ich hätte es gleich geschafft, sie können nicht nachdosieren, bevor die Kleine da ist, weil sie sonst zu viel von der Narkose abbekommen würde. Es war sehr unangenehm! Ich bat den Anästhesisten, mir von seinem letzten Urlaub zu erzählen, während ich ihm die Hand zerdrückte....mein Mann braucht seine ja noch! :-)

Aber: keine 4 Minuten nach der Spinalen hörte ich einen unglaublichen Schrei! Und jetzt sitze ich schon wieder hier und heule vor Glück. Meine kleine Hanna hat den ganzen OP zusammen geschrien und ich habe vor Glück geheult wie ein Schlosshund.

Hanna wurde mir mit ihrer ganzen Käseschmiere und eingewickelt in ein Handtuch an meine Wange gehalten und meinem Mann gezeigt. Dieser ging 2 Minuten später mit ihr und meiner Maus in den Nebenraum, wo er dann auch noch die Nabelschnur kürzer schneiden durfte. Auch meinem Mann rollte eine dicke Träne über die Wange.

Ich habe vor Glück einfach nur geheult, während ich genäht wurde.

Mein Mann kam dann noch einmal für ein paar Minuten mit der Kleinen zu mir, sie blinzelte mich an, war das hübscheste, was ich je gesehen habe. Schöner als der Sonnenuntergang im letzten Urlaub, größer als unsere Hochzeit vor ein paar Monaten, einfach nur das Beste! Ein purer Schwall von Liebe überkam mich.

Mein Mann ging dann mit der Kleinen in den Kreissaal, ich musste noch etwa 20 Minuten genäht werden. Danach kam ich in den Aufwachraum, in dem noch 15 Minuten lang mein Blutdruck überwacht wurde. Dann wurde ich zu meinen beiden in den Kreissaal geschoben.

Dort angekommen sah ich meinen Mann, der die Süße auf seinem nackigen Bauch liegen hatte. Diese riesige Windel an ihr! Es war einfach nur das pure Glück, als ich die beiden da sah. Sie hatte sich schon ein paar Mal an seinem Hals festgesaugt #rofl

Dann wurde sie mir angelegt und sie machte instinktiv alles richtig. Sie fing sofort an zu saugen!

Schon etwa 30 Minuten später spürte ich meine Beine wieder, konnte sie wieder bewegen. Ich bekam ein Schmerzmittel.

Meine beste Freundin betrat den Raum und wir heulten uns gemeinsam die Augen aus dem Kopf. Ich kann es nicht beschreiben!

Dann wurden wir in das Krankenhauszimmer gebracht, in dem wir dann die nächsten 5 Tage bleiben sollten. Am 5. Tag durften wir nach Hause.

Alles läuft prima, die Kleine ist gesund, wird voll gestillt und wir beide haben alles gut weggesteckt. Nur manchmal wache ich auf, weil ich das Gefühl habe, es wird wieder an mir rumgeruckelt, das ist nicht schön. Und dann schaue ich in Hanna´s Gesicht und es ist mir egal!

Auch die Schmerzen nach der OP waren an den ersten 2 Tagen schlimm, aber schon am 3. Tage konnte ich mich vollständig und alleine um die Maus kümmern und rumflitzen.

Hier noch ihre Daten:

Hanna
20.9.2012
3840 g
51 cm
35 cm Kopfumfang

Liebe Grüße senden euch Tanja und Klein Hanna (Bild in der VK)

1

Hallo! #herzlich Glückwunsch zur kleinen Maus!

Sooooo schön geschrieben! #freu

#winke lottalotti und #ei 20SSW

2

Ich hab übrigens kurz vor und nach der OP bestimmt 2 Stunden lang so gezittert, dass ich die Kleine kaum halten konnte.

So viel Aufregung fiel von mir ab!

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#herzlichen glückwunsch und dnake für den schönen bericht.

das gezittere kenne ich auch nur zu gut. meine jüngste lag zwischen meinen beinen, als ich aufs zimmer kam, da ich mir das halten nicht zu traute #schein.

ich wünsche euch eine schöne kennlernzeit #liebdrueck.

#winke bettina

4

Oh wie schööön. Diesen Bericht muss ich mir speichern!

Alles Gute für euch! #klee

yoga-fan (35. SSW)

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