2 Geburten, 2 Bericht...Achtung, es wird laaaaang!

NORA (KATHLEEN), *21.07.2010

Nach ewigem hin und her haben bei mir am 20.7.2010 (ET+9) um 11°° nach einer heißen Wanne (eigentlich wollte ich duschen aber das Wasser wurde nicht warm :-) ) Wehen eingesetzt. Ordentliche und ganz anders als vorher immer. Ich bin dann schon zu hause ins pusten gekommen, habe angefangen zu veratmen aber eigentlich war’s noch echt harmlos. Ich habe dann noch mit meiner Mutter telefoniert und um 13:30 habe ich meinen Mann angerufen, ich wollte ins Krankenhaus und wissen, ob sich was tut und ob es nun endlich Geburt ist.

Wir waren um 14°° im KH, wir waren zu Fuß unterwegs, es sind nur 5 Minuten. Als wir ankamen wurde erstmal ein CTG geschrieben...Wehen alle 3-4 Minuten aber nicht stark genug. Die gingen quasi von null auf hundert in einer Sekunde und genauso schnell wieder runter. MuMu war 1,5 cm. Ich hatte mehr erwartet nach den ganzen Wehentagen vorher. Wir waren dann laufen und um 17°° wieder im Kreißsaal zum CTG. Wehen unverändert. Untersuchung erst um 20°° wieder. Mein Mann ist dann kurz nach Hause, die Katzen hatten wir vor Aufregung vergessen bevor wir los sind.

Um 20°° war der MuMu dann "schon" bei gut 2cm. Juhu, das konnte ja noch dauern! Ich habe dann was homöopathisches bekommen, sollte nach jeder Wehe einen Schluck davon trinken, damit die Wehen produktiver werden. Hat auch funktioniert. Weiter laufen.

Um 22°° hatte ich dann schon ordentliche Wehen und wollte den Kreißsaal nicht mehr verlassen. Ich habe schon ordentlich veratmet und dachte, es müsse ja nun doch voran gehen. Ergebnis: MuMu knapp 3cm. Maßnahme: Badewanne. Ich wollte ja gerne im Wasser entbinden. Ich habe mich in der Badewanne recht wohl gefühlt aber mir wurde schnell klar, entbinden werde ich hier nicht. Ich bin dann gegen Mitternacht wieder raus, auf Toilette und plötzlich musste ich mich so übergeben...die Hebamme meinte es sei ein gutes Zeichen, dann ginge der MuMu auf. Um 2°° war ich bei 3-4cm. Soviel dazu. Wir versuchten zu entspannen und als mein Mann gerade am eindösen war ist um 3:45 die Fruchtblase geplatzt. MuMu nach wie vor 3-4cm.

Und dann ging es rund. Die Wehen wurden stärker und stärker. Ich fand das ganze nicht mehr so lustig und habe irgendwann gemeint, mir tut der Steiß so weh. Die Hebamme hat untersucht und meinte: vollständig eröffnet bis auf einen Saum und ich dürfte in der nächsten Wehe schon etwas mitschieben wenn ich mag. Ich tat das auch und ich war froh, dass es nun voran ging.

Sie hatte vorher gefragt, wie ich mir die Geburt vorstelle und ich sagte ihr, dass ich es so natürlich wie möglich möchte. Das wurde auch freudig angenommen.

Als dann richtige "Presswehen" einsetzten sollte ich mitschieben, dumm nur, ich hatte derartige Schmerzen auf dem Steißbein, dass ich nicht sagen konnte, wann eine Wehe kam und wann ich mitpressen konnte. Ich habe immer ausprobiert. Nach 4 Presswehen habe ich dann doch in den Dammschnitt eingewilligt, ich wollte eigentlich, dass es, wenn nötig, reißt. Das tat es aber nicht und ohne etwas mehr Platz kam die Lütte nicht um die Ecke. Mit der 5 Wehe habe ich die Kleine dann rausgeschoben. Erst den Kopf, dann den Rest. Mein Mann hat die Nabelschnur durchgeschnitten und wir haben das Nabelschnurblut gespendet während ich mit meiner Tochter geschmust habe.

Am 21.07.2010 um 6:13 ist unsere (als zierlich angekündigte) Nora dann mit 3550g, 53cm Länge und 35cm Kopfumfang da gewesen. Ohne PDA, so wie ich es mir gewünscht hatte.

Nur mit den ganzen tollen Entbindungspositionen konnten mir alle gestohlen bleiben. Ich lag auf der rechten Seite im Kreißbett, zum Pressen am Rücken und zwischendurch auf bitten der Hebamme hin auch mal links. Rechts war aber am angenehmsten.

FLORIAN (FREDERICK TOBIAS), *07.10.2012

Ich hatte den ganzen Tag (Samstag, 6.10., ET-4) über Wehen, aber welche, die ich seit Tagen kannte, wenn ich an den Bauch kam merkte ich, dass er hart war, mehr nicht.

Um 15°° habe ich mir eine Wanne mit einem Glas Rotwein gegönnt. Um 16°° bin ich raus und die Wehen waren unverändert, eher seltener.

Abends war ich bei facebook mit meinen Mädels am chatten, "Wetten dass..." lief und mein Mann ahnte nichts als sich die Wehen um 21°° veränderten. Sie wurden regelmäßige und zogen etwas über der Symphyse. Hinzu kam dann "Durchfall" bei jeder 2-3 Wehe. Ich schrieb das meinen Mädels. Wir wollten am nächsten Tag zu dritt shoppen, die beiden mit ihren Neugeborenen und ich noch schwanger. Es war verkaufsoffen am Sonntag. Ich scherzte noch, ich schreibe eine SMS, sollte ich doch nicht mehr mitkommen, hielt es aber selber für einen Scherz.

Ich hatte mit meinen Eltern vereinbart, dass ich jederzeit anrufen kann, damit sie auf Nora aufpassen können.

Ab 22:38 hab ich angefangen, die Minuten aufzuschreiben, alle 7 Minuten. Ich habe bei manchen Wehen angefangen, die Luft anzuhalten, ich wollte noch nicht atmen, mein Mann war noch nicht über die Wehen informiert. Ich wusste, wie nervös er werden würde und immerhin hat es bei meiner Tochter 19h gedauert ;-)
Kurz vor halb zwölf habe ich ihm gesagt, dass ich Wehen habe, noch nicht so wild. Ich fing dann aber an, zu veratmen, mein Mann war ja jetzt informiert. Er wollte sich nochmal hinlegen, hat es aber gelassen als ich meinte, ich blieb wach. Um Mitternacht habe ich dann meine Eltern angerufen. 1h Fahrzeit...sie sollten aber bitte nicht hetzen und vorsichtig fahren. Wehen wurden immer heftiger, direkt nach dem Anruf 5min-4min-3min...ich hoffte, jede 2. falsch zu interpretieren ;-) Um 0:48 dann völlig unerwartet der Blasensprung und der 2. Anruf bei meinen Eltern, wie weit sie seien..."Hälfte, Nebel und nasse Fahrbahn...wir beeilen uns!" war die Antwort. Ja, beeilt haben sie sich ;-) Ich hatte dann noch eine normale Wehe und dann prompt den Pressdrang. Den unterdrückte (oder verkrampfte) ich, meinem wild umhertigernden Mann zuliebe. Ich sagte dann, im eigenen Wagen schaffen wir es nicht mehr und ohne ratloses fragen, wie ich das meine, beschloss er den Rettungswagen zu rufen, nachdem er sich versichert hatte, dass es die 112 ist. Der Wagen kam dann schnell, für ihn eine Ewigkeit. Fast zeitgleich waren meine Eltern da und sehr erleichtert, den Rettungswagen schon vor der Tür zu sehen. Die Sanis waren sehr nett, auch beides Väter, aber wohl auch sehr froh, wenn sie mich noch ohne Baby im Kreißsaal abliefern können. Als mir der eine Sani erklärte, was passieren wird (Transporttuch etc.), klärte ich ihn kurz auf, dass ich Krankenschwester sei und Bescheid wisse. Er gab das an seinen Kollegen weiter, dieser meinte nur, "wir hoffentlich auch"...das habe ich zum Glück nicht mitbekommen ;-) Wehen minütlich...sagte der Sani im Rettungswagen am Telefon, er forderte eine Hebamme in die Notaufname...nicht möglich, da viel zu tun ;-) Ich habe angefangen, vorsichtig mitzuschieben. Ich wollte ja ihren Wunsch erfüllen aber so ganz ohne drücken ging nicht mehr.

Wir schafften es in den Kreißsaal, fluchend und schimpfend um 1:18.

Ich versicherte mich dann bei der Hebamme, ob ich schon Presswehen habe. Sie sagte völlig entspannt "Jaja, ist fast da, ich sehe schon den Kopf!" Ich wusste nicht ganz, ob ich das toll fand oder nicht...mir ging das zu schnell, ich hatte mich nach Noras Geburt auf eine lange eingestellt. Um 1:33 war er dann da.

3490g, 51cm und 35KU. Leider ging es auch diesmal nicht ohne Dammschnitt und weil es so schnell ging, ist der Schnitt noch gerissen und Scheidenrisse habe ich auch aber heute ist es schon viel, viel besser. Keine Grund zur Panik sowas (und ich gehöre zu diesen Panikern ;-) )

Um 6:11 habe ich ein Foto gemacht...Florian in der Babyschale, wir gehen Heim, da warten meine Eltern und unsere Große schon gespannt auf das neue Familienmitglied!

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Wow, so schön geschrieben.

Herzlichen Glückwunsch! #herzlich

Nach so einer langen ersten Geburt würde ich mit der zweiten auch nicht so rechnen. Ist aber doch toll!

Würde auch am liebsten ambulant entbinden, mal gucken ob es klappt. :-)

lg Kätzchen mit Malin und Mini 24+1

2

Ja, ich bin immernoch ein wenig baff, wie unterschiedlich Geburten bei ein und der selben Frau sein können ;-)

Und sag einfach, dass du ambulant gehen willst, wenn irgendwas nicht passt, lassen die dich eh nicht weg ;-) Bei mir war es trotz der rasanten Geburt und anfangs sehr starker Blutung (dafür hinterher eher wenig ;-) ) kein Problem! Und es ist für mich einfach besser. Auch wenn ich gleich den Tag und den nächsten "viel" Besuch hatte war es für mich zu Hause mit Mann, 2 Kindern, Eltern, Bruder und besten Freundinnen (nacheinander, nicht alle auf einmal) erholsamer als im 4-Bett-Zimmer im KH ohne feste Besuchszeiten ;-)

LG

5

klar, dazwischen kommen darf dann nichts. mal gucken, wenns nicht klappt ist es auch kein drama, aber schön wäre es schon.

hatte auch bei der ersten geburt ein dreibett zimmer mit rooming in. war der horror, konnte gar nicht schlafen und hab mich so sehr danach gesehnt malin mal zum papa zu geben und zu pennen.
tags haben wir das auch gemacht, aber dazu kam dann ständig besuch im zimmer und diese irre wärme dort!!

gern würde ich das umgehen, bin zuhause dann richtig entspannt gewesen letztes mal. ....

3

Du machst mir wirklich sehr vile Mut mit deinen Beiträgen.
Bei Logan habe ich gute 24 Stunden gebraucht von den ersten aufgezeichneten Wehen um 13 Uhr am 29.10 bis er dann am 30.10. um 13:35 endlich da war.

Ich hoffe das es beim Zweiten dann auch schneller geht.

Und sehr schön geschrieben sind deine Berichte auch...

GLG

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Wird schon ;-)