In einem Rutsch war er da - Mats Geburtsbericht

Ich reihe mich auch mal ein, von der wunderbaren Geburt von Mats zu berichten:

Nachdem mein erster Sohn per KS wegen BEL zur Welt kam, wusste ich in meiner zweiten Schwangerschaft nicht, was auf mich zukommt.

Alles kannte man schon, nur wusste ich nicht, wie sich Geburtswehen anfühlen, noch wusste ich wie es sich anfühlt, wenn es losgeht.

Der ET kam immer näher und ich ging nur noch spazieren, damit der Kleine endlich mal Richtung Ausgang rutschte.

Am 6.8. ging ich nochmal mit meiner Mutter eine Runde Spazieren, da sagte sie, dass sie glaubt, dass es unser letzte Spaziergang sein wird....ja ja...Mütter haben dann doch immer irgendwie Recht.

Ich hatte zwar Wehen, aber alle 8 Minuten und das schon seit zwei Tagen. Ich wünschte mir, dass die Wehenabstände mal kleiner werden, aber irgendwann war Schluss und es kam nichts mehr.

Abends ging ich in die Badewanne. Immernoch keine einzige Wehe.
Vor dem Zubettgehen gegen 23 Uhr ging ich noch schnell Pipi machen und stellte beim Abwischen ein Minimini Stück Schleimpfropf fest. Uiuiui, da ist was!!!

Nochmal abgewischt und den Schleimpfropf komplett im Papier gehabt. Ich habe nicht gedacht, dass das soooo viel ist.
Jetzt geht es los, dachte ich und wurde ganz hibbelig. Mit Abgehen des Schleimpfropfes kam auch schon die erste Wehe. Sagte ich Wehe?? Das war ne Miniminiwehe, im Vergleich zu dem was danach noch kam.

Ich war super drauf, achtete schön auf die Uhrzeit und war schnell bei alle 4Min angekommen.

Ich packte meine Tasche zuende, räumte die Wohnung noch schnell ein wenig auf und packte die Tasche für unseren Sohn, der zu Oma gehen sollte.

Um 0 Uhr rief ich meine Mutter an, um ihr mitzuteilen, dass wir gleich unseren Sohn bringen würden. Unser Sohn wurde leider aus seinem Schlaf gerissen und fand alles total blöd. Er wollte mit in den Kreissaal und weinte und weinte und weinte, als wir ihn bei Oma lassen mussten. Hormongesteuert wie ich war, brach es mir auch das Herz und Mutti weinte auch noch ne Runde mit bevor wir losfuhren.
Er schlief die halbe Nacht nicht, erst um halb fünf ließ er Oma schlafen und beruhigte sich...

Wir in der Zeit ins Krankenhaus, meine Wehen immernoch da, aber ich war noch in der Lage zu laufen und meinm Mann noch beim Rauchen Gesellschaft zu leisten...
Rein in den Kreissaal, ab ans Ctg. Wehen waren irgendwie nicht zu erkennen.

Die Hebamme nahm mich auch irgendwie nicht allzu ernst. Wehen wurden stärker, musste mich schon mal setzten oder Pause machen beim An- und Ausziehen.

Aber nix auf dem CTG. Ich hatte so starke Steißschmerzen, Mumu 2 Finger durchlässig.

Die Hebamme wollte, dass ich mich anmelden gehen und aufs Zimmer gehe und schlafe. Mein Mann sollte nach Hause...ja nee ist klar!!! Ohne meinen Mann gehe ich nirgendwo hin.

Ich ging wieder nach Hause, bekam noch ein Zäpfchen gegen die Schmerzen mit.

Nicht ganz aus dem Kreissaal raus, musste ich jede Wehe wegatmen und stehen bleiben. Ich hatte jetzt richtige Wehen und wusste, dass die Eröffnungswehen ein Witz dagegen waren...Zuhause das Zäpfchen genommen und ins Bett. Nichts wurde besser, meine Wehen kamen im 2Min-Takt. Nach einer Std wollte ich wieder ins Krh weil ich was gegen die Schmerzen haben wollte. Also wieder hin, wieder ans Ctg, wieder keine Wehen drauf....hallo??? Ich merke doch die Schmerzen. Die Hebamme wollte mich wieder aus dem Raum raus haben und damit ich nicht aufs Zimmer gehen musste, lief ich über die Flure. Echt super, Nachts durch Krh zu tigern, wenn alles schläft und man Wehen hat, die man schonmal wegstöhnen muss.

Nach einer Std (es war mittlkerweile 5 Uhr) hatte ich das Bedürfnis mich hinzulegen. Also wieder in den Kreissaal, wieder CTG, immernoch nichts zu sehen.

Ich verlangte nach Schmerzmitteln und bekam einen Tropf. Der nahm mir nicht die Wehen, er machte sie nur erträglich. Ich war wie betrunken und konnte so entspannen trotz Wehen. Mein Mann schlief immer wieder während der Wehenpasuen ein und ich entspannte mich auch.

Um 6 Uhr machte meine Hebamme, mit der ich irgendwie nicht grün wurde, Feierabend.

Um halb 7 stellte sich mir meine neue Hebamme vor: Ursula, meine Traumhebamme!!!
Sie stellte fest, dass meine Wehen nur im Rücken waren und am Bauch nichts zu merken war. Mein Tropf war um 7 Uhr fertig und sie brachte mich auf mein Zimmer. Meine Nachbarin war mittlerweile wach und mein Mann brauchte nicht nach Hause. Sie sagte ich solle Frühstücken und wenn die Schmerzen schlimmer werden, solle ich wieder kommen, dann gibt sie mir PDA. Mumu immer noch 2-3 Finger. Das wird ein langer Tag für uns, sagte Ursula. Das kann ja was werden!
Im Zimmer füllte ich schon meinen PDA Fragebogen aus, war aber so erschöpft und beduselt vom Tropf, dass ich einfach nur schlafen wollte. Immer kurz eingenickert, von Wehe geweckt worden und wieder eingenickert. Das schlimme war, dass ich unter jeder Wehe extremes Sodbrennen hatte.

Mein Mann brachte mir Frühstück. Ich aß ein wenig, doch um 9 Uhr konnte ich nicht mehr. Ich fing das Heulen an und schleppte mich in den Kreissaal.

Ich bekam eine PDA und von da an ging es mir super!!! Ich bekam einen zusätzlichen Wehentropf und ganz schnell ging mein Mumu auf 6 cm auf. Meine Hebamme überlegte, ob sie mir die Fruchblase öffnen solle. Sie massierte mir den Mumu und ich merkte nichts. Ich war faziniert davon, wie entspannt es weiterging. Bei 7 cm öffnetet sie mir die Fruchtblase. um halb 12 war mein Mumu auf 10 cm auf. Sie sagte mir, dass das Baby in zwei Std da ist. Sie macht um 14 Uhr Feierabend, aber dass schaffen wir noch zusammen.

Um 13 Uhr merkte ich den Druck und 15 Min später durfte ich anfangen zu pressen. Die Herztöne gingen wohl ab und an runter, sodass ich drei Wehen zurück halten musste und dann wieder pressen durfte. Irgendwann kam der Oberarzt dazu und schaute erst nur zu. Doch dann sagte er, so ginge es nicht und griff in eine Schublade. Mir war klar, jetzt wird geschnitten. Ich spürte keinen Schnitt, aber merkte, dass ich blutete und dass Spannung weg war. Ich presste wieder, aber der Kopf war immernoch nicht da. Ich dachte das endet nie. Der Arzt rief nach einem Kiwi, ich fragte was ist Kiwi ich will kein Kiwi....Beim nächsten Pressen setzte der OA Kiwi (wie eine Minisaugglocke) an und ich drückte nochmal ganz feste und in einem Rutsch war unser Sohn geboren.

Er hatte die Nabelschnur um den Hals und das hatte einen Bungeeeffekt ausgelöst.

Der Kopf rutschte raus, doch als die Wehe vorbei war, rutschte er wieder rein.

Man hört ja immer wieder, dass der Geburtsschmerz vergessen ist, sobald das Kind da ist und das kann ich nur bestätigen. Während der Wehen wollte ich sterben, nach der Geburt hätte ich es sofort wieder getan.

Der Kleine kam um 13;40 Uhr zu Welt, alle waren überrascht, weil sie erst Abends damit gerechnet hatten. Es ging dann wohl doch ganz gut voran.
Er war 51 cm groß und 3335 Gramm schwer und hatte einen KU von 35,5 cm.

Gegen Nachmittag kam der große Bruder und wir kuschelten alle zusammen in meinem Bett.
Da es uns sehr gut ging, konnten wir um 20 Uhr das Krankenhaus verlassen.

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