Ein Hausgeburtsbericht - für alle Interessierten (*07.03.12)

So, heute will ich nun endlich mal berichten, wie es lief. Mein Baby schläft gerade im Tragetuch, so dass ich endlich mal zum Schreiben komme...

Zur Vorgeschichte: Mein großer Sohn vor drei Jahren war eine Sturzgeburt mit 4 Minuten im Kreißsaal und vorher mit heftigen Wehen im Auto. Das wollte ich nicht nochmal. Deshalb und weil die Schwangerschaft ohne Komplikationen verlief, haben wir uns für eine Hausgeburt entschieden. Und das war auch gut so...;-)

Ich hatte schon die Tage vorher immer mal wieder leichte Wehen, aber nichts ernstes. Allerdings war mein Mumu schon eine ganze Weile so um die 2 cm geöffnet und weich. Am Tag vor der Geburt hatte ich nochmal Termin bei der Hebamme. Sie hat sich alles nochmal angeschaut und auch akupunktiert. Dass der Mumu schon bei 4 cm war, hat sie mir allerdings verschwiegen (im Nachhinein meinte sie damit ich keine Panik kriege wenn die Wehen einsetzen!#augen)

Den ganzen Tag hatte ich schon so Rückenschmerzen und Wehen, nach der Untersuchung kam immer wieder was vom Schleimpfropf und irgendwie hatte ich auch ein komisches Gefühl.#schein
Abends bin ich dann wegen der Rückenschmerzen in die Wanne. Die wurden auch besser aber weiter tat sich nichts, also bin ich ins Bett ohne große Hoffnung.

2:08 hat mich dann eine Wehe geweckt, ich bin auf Toilette und hatte Durchfall. Dann hatte ich in unterschiedlichen Abständen noch 4 Wehen, keine schlimmen aber immer wieder mit Durchfall - das war dann wohl natürliches Abführen. Zwischendurch habe ich noch schnell Frühstücksschnitten für meinen Großen gemacht.

Dann so gegen 3:00 hab ich meinen Mann geweckt weil es doch heftiger wurde. Und er sollte auch gleich unsere Hebamme anrufen. Ich war derweil mit dem Pezziball im Bad und mußte schon ziemlich die Wehen veratmen. Die ganze Zeit hab ich nur gehofft, dass der Große nicht grad jetzt wach wird (da swar sonst immer die Zeit wo er zu uns ins große Bett kam).

Mein Mann hatt mich dann dazu bewegt ins Wohnzimmer umzuziehen, da waren die Wehen schon ziemlich heftig. Er hat alles schnell mit Folie ausgelegt, ich hab mir die Hose ausgezogen und dann haben mich die Wehen überrollt. Ich hab auf dem Boden gekniet mit dem Po nach oben und mein Mann sollte nochmal die Hebi anrufen, dass sie sich beeilt. Das war 3:13.

Da hatte ich schon ordentliche Presswehen. Und Gott sei Dank kam dann kurz vor halb 4 endlich die Hebi. Ich war durch ihre Anwesenheit sehr erleichtert und sie hat mir mit dem Atmen super geholfen. Irgendwann durfte ich dann mitpressen. Ich war die ganze Zeit im Knie-Ellenbogen-Stand, habe also bergauf entbunden. Eigentlich ist da ja eher kontraindiziert, aber weil die 1. Geburt so schnell ging und ich auch heftig gerissen war, fand die Hebi das so in Ordnung.

Es kam dann auch Wehe auf Wehe und ich dachte nur wann hört das denn endlich auf!Dann war der Kopf genau im Ausgang und auf einmal war die Wehe weg. Das waren Schmerzen!!! Dann ist zu allem Übel der Kopf wieder reingerutscht und ich dachte na toll die ganze Mühe umsonst. Die Hebi hat mich damit getröstet, dass es gut für den Damm ist. Dann ging es auch schon weiter.

Mit der nächsten Wehe war der Kopf geboren und Matteo hat gleich kurz geschrien. Dann kam auch der Rest. Leider Arm und Schultern gleichzeitig, so dass ich innen ganz leicht gerissen bin. Aber es musste nicht mal genäht werden.:-)
3:42 war Matteo auf der Welt und ich nur noch erleichtert, dass ich die Schmerzen hinter mir habe. Ich hatte ihn dann auch gleich bei mir auf der Brust und nach einigen Minuten hat er das erste Mal getrunken (als hätte er nie was anderes gemacht). Dann kam noch die Nachgeburt, was sich im Gegensatz zum Kind wirklich leicht und angenehm anfühlte.

Die Maße: 3730g und 52 cm Wunder#verliebt

Und das Beste war, mein Großer hat geschlafen bis halb 6. Und das obwohl ich ja nebenan schon sehr laut war! Er kam dann schlaftrunken an und hat seinen kleinen Bruder bewundert.:-D

Fazit:
Eine Hausgeburt würde ich jederzeit wieder machen. Das sagt selbst mein Mann, der anfangs noch sehr skeptisch war. Man braucht eine Hebamme, der man vertraut. Sie trifft auf jeden Fall die richtigen Entscheidungen, auch wenn etwas nicht nach Plan laufen sollte. Ich würde sagen, es ist nicht mit viel mehr Risiko verbunden als eine KH-Geburt. Ganz im Gegenteil, dort werden viel eher Eingriffe vorgenommen oder der eigene Wille nicht ernst genommen.
Also ich hab mich zu Hause sehr gut gefühlt, wir konnten ganz in Ruhe unser Baby zur Welt bringen und begrüßen, haben noch locker mit der Hebamme geschwatzt.

...Und jetzt sind schon wieder 6 Wochen um und alles kommt mir so weit weg vor. Also genießt die Zeit mit euren Babies, sie werden so schnell groß

LG Andrea mit Matteo

1

#verliebt

Herzlichen glückwunsch zu eurem matteo! Toller bericht!!! Ich wünsche es mir auch so ;-) und ich fände auch toll wenn meine 2 dsnn toll durchschlafen ;-)

Liebe grüsse und alles gute!

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Was ich noch vergessen hab: Mein mann war natürlich die ganze Zeit auch ganz süß und hilfreich. Bevor die Hebamme eingetroffen ist, hat er noch nach dem Stand der Dinge geschaut. Fand ich ja ziemlich mutig! Prompt in dem Moment ist natürlich die Fruchtblase gesprungen, was er auch gleich kommentiert hat. Den Rest der Zeit hat er dann vor mir gehockt, mir Wasser gereicht, ich habe ihm die Hand zerquetscht und er ist der Hebamme zur Hand gegangen. Danach hat er alles aufgeräumt und sauber gemacht und dann haben wir ganz lange zu dritt gekuschelt. #verliebt

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Ein sehr schöner Bericht.

So entspannt ein Kind zu bekommen, wünsche ich mir beim Nächsten auch.

Leider machen die Hebammen bei uns in der Umgebung keine Hausgeburten.

Lg. Jana

Genießt die Zeit!

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