Horrorgeburt in Russland

Ich war vor einer Woche bei meiner Cousine in Königsberg (Russland) zu Besuch, sie hat am 15.03.2012 ihr erstes Baby entbunden, und als wir auf das Thema Geburt kamen, offenbarte sie mir die grausame Verhältnisse unter denen ihr kleiner Sohn zur Welt kam. Vorerst muss ich aber sagen dass die Geburtskliniken in Russland, so wie Umgang mit Gebärenden und Aufklärung einer jungen Mutter im Wochenbett, deutlich von unseren hier unterscheiden. Wenn ich mir Geschichten anhöre die meine Mama mir erzählt hat, unter welchen Bedingungen ich damals in Russland zur Welt kam, stehen mir die Haare zu Bergen, und es hat sich bis heute leider nicht geändert. Ich war eine Steißgeburt, und kam 5 Wochen zu früh, meine Mama lag alleine im Kreissaal und ist fast verblutet, die Krankenschwester schaute kurz rein, sah dass nicht das Köpfchen rauskommt sondern die Füsschen, und meinte, meine Mutter soll sich gefälligst Mühe geben, bis die Beinchen ganz draußen sind, ansonsten würde sie keinen Finger rühren um meiner Mutter zu helfen, und weg war sie, und die Putzfrau sie im Kreissaal grade sauber gemacht hat (ja während einer Geburt) legte ihr Zeug nieder und half mir auf die Welt, der Oberarzt kam grad noch rechtzeitig rein um die Nabelschnur durchzuschneiden. Aber das ist ja eine andere Geschichte. Wie gesagt leider hat sich bis heute nicht viel getan und die armen Frauen entbinden dort in den grausamsten Verhältnissen, werden angepöbelt, angebrüllt während der Geburt und schlecht versorgt. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, aber da muss man sehr viel bezahlen um in einer guten Klinik entbinden zu können. Zurück zur Geschichte zu von meiner Cousine. Sie hat sich eine Woche vor der Geburt in die Klinik stationär aufnehmen lassen, weil sie Angst hatte alleine zu Hause zu bleiben, da ihr Mann viel arbeitet. Am 14 März um 23 Uhr in der Nacht kamen auch schon die ersten Wehen, meine Cousine musste 3 mal die Nachtschwester bitten dass diese einen Arzt holt, als der endlich kam, hat er ihr erstmal Beruhigungsmittel gespritzt, Wehenhemmer und Schlafmittel. Da meinte die Nachtschwester, die Ärzte haben es nicht gern wenn eine Frau nachts entbindet, nach dem Moto, jetzt ist es Nacht, Ruhe. alle wollen schlafen, und morgens würde man da ja sehen wie es weiter geht. Meiner Cousine wurde gesagt dass sie jetzt schlafen soll und Kraft tanken. Tja, unglaublich aber war, wie aus einem Horrorfilm. Die Beruhigungsmittel und Schlafmittel haben nicht gewirkt und auch die Wehen schritten langsam aber sicher voran. Meine Cousine hat sich durchgequellt in ihrem Zimmer bis 10 Uhr Morgens, bis dann eine Ärztin kam und nach ihr schaute, der Mann durfte übrigens nicht dabei sein, ist da so üblich. Und wenn doch dann müsste er eine große Summe zahlen, damit er mit in den Kreissaal darf. Die Ärztin holte sie in den Kreissaal ab. Meine Cousine war völlig vertig, total schläfrig von den ganzen Medikamenten,,Wehenhemmer und Schlafmitteln. Die Geburt schritt nicht voran, also haben die Ärzte ihr die Geburt EINGELEITET.... könnt ihr euch vorstellen was das Baby in der Zeit durchmachen musste? Und auch die Mutter? Erst Wehen stoppen, mit Schlafmittel vollpumpen und jetzt einleiten? Es sind doch keine Ärzte es sind Stümper...Meine Cousine hat sich bis 18 Uhr abends durchgequellt und nichts ging, weil sie keine Kraft mehr gehabt hat und nur noch schlafen wollte. Nach fast 19 Stunden Wehen haben die Ärzte sich entschlossen, einen KAISERSCHNITT durchzuführen..... ich denke, hätten sie nicht mit ihren Wehenhemmer und Schlafmittelchen eingegriffen, wäre das Baby auf natürlichem Wege zur Welt gekommen. Ich bin immer noch geschockt. Von dem Umgang nach der Geburt fange ich garnicht erst an.

Ich denke wir sollten uns alle freuen, dass wir nicht in solchen Verhältnissen unsere Kinder zur Welt bringen. Und hoffentlich steckt Russland bald das Geld in die Geburtskliniken, und in die Ausbildung von qualifizierten Ärzten....das schlime ist ja, es war schon vor 30 Jahren so ein Horrorszenarium und bis heute hat sich leider nichts geändert.

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ja, das kann ich mir durchaus vorstellen.

Ich bin das 7. Kind von 8 Kindern meiner Mutter und kommen aus der ehemaligen DDR.

Meine Mutter sagte mir auch, es war damals durchaus üblich, dass mehrere Frauen in einem Kreissaal lagen und die Kinder wie am Fließband geboren wurden.

Damals durften die Väter nicht dabei sein.

Man musste auch 1 Woche im Krankenhaus bleiben und durfte das eigene Kind nur zum stillen sehen.

Den restlichen Tag waren sie im Kinderzimmer.

Traurig, aber wahr!

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...das hat aber nix mit der DDR zu tun, das war früher überall so. Im Westen durften die Väter genausowenig dabei sein und die Mütter waren nach der Geburt ne Woche im KH.

LG

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Meine Schwiegermama ist FÄ und hat damals in der ehem. DDR in der Klinik gearbeitet und sie nannte das "Geburtssteuerung". Auch Stillen nur alle 4 h für 2x10 Min. war üblich, ansonsten waren die Babys im Säuglingszimmer.

Noch 1987 bei der Geburt meiner Schwester war es z.B. so, dass unser Papa sie grad mal für ne Minute durch ne Glasscheibe anschauen durfte - mehr nicht.

Das war/ist so grausam :-(

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gott, das liest sich schon so schrecklich! ich will mir garnicht ausmalen, wie es in echt gelaufen ist =(

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Ist meiner Mutter auch so ähnliches passiert, bei beiden Kindern musste sie unbedingt noch Wehentropf bekommen trotz natürlichen Wehen, damit die Geburt viel schneller läuft und die Ärzte pünktlich nach Hause können. Sie ist gerissen wie sonst was#augen
Meine Freundinnen hatten aber schon bessere Verhältnisse und empfanden alles entspannt, liegt wohl daran, dass in Sibirien die medizinische Versorgung wohl etwas besser ist als in dem russischen Blinddarm Königsberg.

Wehenhemmer und Schlafmittel werden aber auch hier viel zu oft unnötig gegeben. Dann lieber ins Geburtshaus oder zu Hause, wenn alles glatt läuft.

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ich kenne auch die Geburtsberichte meiner Mutter von der Geburt von mir, in der DDR.
Sie bekam auch Wehenmittel obwohl sie selbst starke Wehen hatte, lag mit mehreren Frauen im Zimmer und wurde am Bett festgeschnallt. Schrecklich und das ganze ohne Beistand.
Bei meinem Bruder 83 war es dann aber schon etwas besser, ihn durfte sie wenigstens die ganze Zeit bei sich behalten auf der Wüchnerinstation. Mich bekam sie auch nur zum stillen.

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Hallo,
Das liest sichja furchtbar #aerger man muss allerdings nicht in russland gebaeren um angeschrien und angepoebelt zu werden. Das geht genau so im feinen muenchen. Bei der geburt meiner tochter wurde ich von der hebamme angeschrien (o-ton) jetzt pressen sie endlich gescheit sonst verreckt ihr kind!

Bin nach 20 monaten immer noch nicht ueber diese demuetigung hinweg :-(
Der hebamme wurde dann aber auch zum glueck gekuendigt.

Viele gruesse und alles gute fuer deine cousine
Evrika

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oha, wo warst du wenn ich fragen darf?

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Hallo Kirin,

ich war in der Taxisklinik. Die Hebamme hieß Annette Brahm. Zum Glück kam nach 2 1/2 Stunden Presswehen die leitende Hebamme Miriam. Die hat mich unglaublich aufgebaut und dann dauerte es nur noch zehn Minunten bis meine Tochter geboren war.
Die war übrigens ein Sternenkucker, Fr. Brahm wusste es aber nicht. Naja, hätte sie mal einen Blick in meinen Mutterpass geworfen, dann hätte sie es gewusst.

Es gab übrigens noch mehrere solcher Sprüche und an meinem Freund durfte ich mich auch nicht festhalten.

Eines weiß ich sicher: mein nächstes Kind kommt zuhause auf die Welt mit meiner eigenen, von mir ausgesuchten Hebamme.

Alles Gute, evrika

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Wie es in Russland zugeht, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass fast alle Hebammen in dem Krankenhaus, in dem ich war, russischer Herkunft (und dort ausgebildet sind). Und das sind ganz hervorragende Hebammen. Auch von anderen umliegenden Krankenhäusern weiß ich, dass dort sehr sehr viele russische Hebammen tätig sind. Selbst wenn die Zustände dort nicht die besten sein sollten, so scheint die Ausbildung der Hebammen dort doch hervorragend (gewesen) zu sein.

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also ich habe in bosnien (in sarajevo) entbunden und bin wegen vieler horrorgeschichten extra sehr spät in die klinik... hier ist es auch noch üblich, dass mehrere frauen in einem raum entbinden, aber das hat mich herzlich wenig gestört, da ich so bei meiner geburt war, da hab ich sonst nix weiter mitbekommen...

hier ist es auch noch unüblich, dass der mann mit darf, meiner hats zum glück durch meinen protest geschafft :)...

was ich schlimm fand, war, dass mich niemand! besuchen durfte... Dafür darf man hier routinemäßig nach 24 stunden heim, wenn alls io. ist...was nicht wirklich gecheckt wird :)

aber ich hatte trotzdem eine gute, recht kurze geburt, hatte michvorher seelisch vorbereitet und um innere ruhe gebetet, die ich auch dann hatte.

die versorgung nach der geburt könnt ihr euch bei nicht vorhandenen klingeln, kein essenbringen und nachts immer licht an vorstellen... lol- gut, dass es nur 24 stunden warn :)

lg

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das kommt nicht nur dort vor.......

wenn ich mich an die geburt meines sohnes vor 7 jahren erinnere....ist der unterschied zu deiner geschichte minimalst......

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