"Sie wissen doch, was Geburtswehen sind!" Tsss.... Ja, ich wusste das ;-)

Samstag morgen (10.03.) hatten wir eine Kontrolluntersuchung in der Klinik, da ich 2 Tage über dem Entbindungstermin war. Es wurde ein unauffälliges CTG geschrieben und dann wurde ich zum Ultraschall geholt. Die Oberärztin, die mich untersuchte, schätze ein Gewicht von 4500g. Das hat mich von den Socken geholt. Meine Gyn hatte doch zuletzt (5 Tage vorher!!!) 3400g geschätzt. Ich muss zugeben, dass ich auch diese Schätzung komisch, fand denn bis dahin hatte sie immer von gut 4 kg künftigem Geburtsgewicht gesprochen.
Meine 1. Reaktion: Kann man die nicht einfach rausschmeißen????
Ärztin: Ja, das wäre auch meine Idee. Wir können gleich heute mit der Einleitung anfangen.

Ich hatte zwar meine Klinktasche im Auto, aber so schnell konnte ich mich dann doch nicht dafür entscheiden. Die Ärztin meinte dann, als sie merkte, wie wir zögerten, dass es ja nicht ganz eilig sei, aber eine Woche sollten wir besser nicht warten.
4500 g!!! Mir wurde echt ganz anderes bei dem Gedanken.
Also sagte ich dann kurzentschlossen, dass wir nachmittags mit der Einleitung beginnen würden. Ich wollte aber nochmal nach Hause, noch ein paar Sachen einpacken (Bücher, Musik etc – es könnte ja länger dauern) – und ich wollte mich von dem Großen auch noch richtig verabschieden. (Wenn ich daran denke, kommen mir jetzt schon wieder die Tränen…)
Um 14.30 Uhr kamen wir dann wieder ins Krankenhaus und ich bekam meine 1. Tablette. Zuvor 15 Minuten CTG und dann nochmal 45 Minuten. Keine einzige Wehe.
Wir kamen danach aufs Zimmer und riefen Oma und den Großen an, damit sie kommen konnten. Wir haben ein bißchen gespielt, gelesen und Kuchen gegessen.
Dann kam der Oberarzt und klärte uns auf, dass man bei einem geschätzten Geburtsgewicht von 4500g zu einem Kaiserschnitt raten würde. Allerdings wäre es bei uns nicht so, dass man darauf drängen müsste, da ich ja schon ein großes Kind geboren habe, aber darauf hinweisen müssten sie uns. Prima….Mal wieder muss ich an die Worte meiner Gyn denken: Das 2. Kind wird nur so flutschen. Sie haben Platz. –Ok.
Um 18 Uhr bekam ich die nächste Tablette, gleiche CTG-Zeit, aber immerhin ein paar Mini-Wehen.
Um 22 Uhr 3. Tablette, etwas stärkere Wehen. Aber nichts, was die Hebammen beeindruckte. Für mich wie sehr starke Regelschmerzen. Es folgten am Sonntag die Gaben von 4 weiteren Tabletten und laut Hebammen ohne wirkliche Geburtswehen. Für mich waren die Schmerzen nun nicht „ohne“. Sie waren auszuhalten, aber durchaus zu vergleichen mit den Eröffnungswehen bei dem Großen. –Und die haben immerhin damals meinen Muttermund komplett geöffnet. Ich kam mir vor wie eine Simulantin. Keine gescheiten Wehen auf dem CTG und es hieß immer nur (von meinem Mann, meiner Mutter, den Hebammen): Das sind ja noch keine Wehen! (O-Ton Hebi: Sie wissen doch, was Geburtswehen sind!). Naja, meine Frustration stieg – vor allem als man dann von einer Tablettenpause am Montag sprach. Ich wollte das einfach hinter mich bringen! Mir reichten die Schmerzen völlig. Und ich liebäugelte mit PDA und Kaiserschnitt.
Die nächste Krise bekam ich, als die Schwestern meinten, dass wir vielleicht das Familienzimmer aufgeben müssen. – Sie wollte mal die Hebammen fragen, wie lange es wohl noch bei mir dauern würde. Denn wenn das Kind bald käme, hätten wir eher anrecht darauf. – Ich wollte nicht ohne meinen Mann sein. Nein. – Und was sagt er: ICH glaube nicht, dass das heute noch was wird. Grrrrrrrrr!

Naja, er sollte eines besseren belehrt werden. Denn etwa eine halbe Stunde nach dem CTG der 7. Tablette wurden die Wehen schlimmer. Ich lag – auf Anweisung der Hebi auf dem Bett (ich solle mich noch nicht kaputt machen- meine Schmerzen wären ja nur Reaktionen auf die Tabletten und keine Wehen) – und mein Mann las mir vor. Ich musste ihn mehrfach bitten eine Seite zu wiederholen. So ganz konnte ich ihm nicht mehr folgen. Aufeinmal sprang ich auf und meinte: Nein, jetzt bleibe ich nicht mehr hier.

Mein Mann war ganz verdutzt und meinte, ob er mal eine Hebamme holen sollte. Nein, ich wollte sofort los. Kaum auf dem Flur musste ich anhalten und heftig veratmen. Ui. Die Krankenschwester die mich sah, rief freundlicherweise gleich im Kreißsaal an: Frau Majoy hat heftige Wehen. –Ah, endlich glaubt mir jemand!
Der Weg in den Kreißsaal zog sich 4 krasse Wehen hin – die quasi im Minuten Abstand folgten. Am Kreißsaal angekommen hieß es: Setzten sie sich da mal noch kurz hin. – Äh, hinsetzen? Nein, bitte nicht. Noch ein anderes Paar mit schwer atmender Frau saß mit uns im Flur. Hoffentlich dürfen wir erst rein.
Ich schätze nach 5-10 seeehr langen Minuten durften wir endlich rein. Eine jung nette Hebamme begrüßte uns und ihre bloße Anwesenheit tat schon gut. Sie machte mich gleich auf meine hochgezogenen Schultern aufmerksam und kümmerte sich wirklich lieb um mich. Außerdem fragte sie, ob ich in die Wanne wolle. Ja! –So hatte ich mir das vorgestellt. Vorher noch mal kurz CTG – ich stehe und veratme – die Wehen sind kaum noch aushaltbar – am CTG sieht man aber GAR NIX. Auch gut. Dann darf ich in die Wanne. Aber mein 1. Gedanke ist: Uh, das tut aber weh. –Aber ich versuche zu entspannen. Zack die nächste Wehe. Puh. Kurze Pause – und oh, kann das wirklich sein? Ich glaub, ich muss pressen!?!?!
Hebi: Ich untersuche dich mal schnell. – Oh, der Muttermund ist quasi ganz geöffnet, nur ein kleiner Saum steht noch. Versuche zu veratmen.
O.k. Ich versuche das. Muss „Kerzen auspusten“. Es folgen etwa 5-6 weitere Wehen und ich puste und presse nur gaaaanz vorsichtig.
Muss an mein Vorgespräch mit einer Hebi denken. Ich sagte ihr, dass ich mir eine Wassergeburt wünsche, aber wegen der erschwerten Schulterentwicklung bei dem Großen das ja nicht gehen würde. Sie meinte da: Naja, zum Entspannen dürfen sie ja immer in die Wanne. Und wenn das Kind dann da kommt….
Naja, daran denke ich noch kurz und dann sprintet eine Ärztin rein und ruft: Raus aus der Wanne!
Hm, schade. Aber ein Versuch war es ja wert. Ich kroch aus der Wanne und schaffte es noch soeben auf die Bettkante. Die Hebi hielt meine Beine uns sagte: Ich kann schon die Haare sehen!
Krass. Und nun kam noch eine Presswehe und die Motte rutschte in einem Zug aus mir raus. Unglaublich. Sie durfte direkt auf meinen Bauch und ich war in dem Moment versöhnt mit dem furchtbaren Moment, als sie mir den Großen damals weggenommen hatten. Es war so ein unsagbar schönes Gefühl dieses warme Wesen auf mir zu spüren. Sie hatte noch total viel Käseschmiere an sich (Toll, wie weich Haut sein kann!!!) und ich hab sie einfach nur gestreichelt. Dummweise hab ich später gar nicht gemerkt, dass es nicht nur Käseschmiere war, die ich da weggestreichelt hab ? Da hat die kleine Maus doch tatsächlich ganz entspannt auf meinen Bauch gek*ackt! Zum Glück riecht die schwarze Paste noch nicht.
Danach wurde sie gewaschen, gemessen und gewogen. – Und von den 4500g war sie deutlich entfernt.
4030g, 54 cm groß und 37,5cm Kopfumfang. Schade, dass man uns so verrückt gemacht hat.

Die Motte hatte ihre schönen dunklen Augen weit geöffnet und wirkte total wach und aufmerksam. Wie ist es möglich, dass dieses Kind eben noch in meinem Bauch gewesen ist?

1

Wow, das klingt nach einer tollen Geburt #verliebt

Aber ich finde es traurig, das Frauen nicht mehr auf ihren Körper vertrauen dürfen, sondern Sachen eingeredet bekommen, die so nicht stimmen #gruebel#nanana

Ich schieb meine Einleitung seit ner knappen Woche vor mir her #schein Noch geht es dem Baby gut, groß waren sie alle und mein Becken ist Kummer gewohnt #rofl

Ich wünsche euch eine tolle Zeit mit eurer süßen Maus

LG, Bea ET+5

2

Toll geschrieben! Mir hat man meine Wehen auch nicht abgenommen. Man hat mir nahe gelegt, meinen Mann doch noch nach Hause zu schicken zum schlafen, weil nur kleine Hügel auf dem CTG waren. Er ist los gefahren und eine Std. später habe ich ihn angerufen, weil ich mir sicher war, dass es los geht. Er hat es gerade noch rechtzeitig geschafft, denn 20 min.später, war die Maus da.
Ich fand es sehr schade, dass er nicht die ganze Zeit bei mir war und ärger mich immer noch, weil ich der Hebamme geglaubt habe.
Also Mädels, vertraut auf euer Gefühl. Ein CTG weiß nicht wie stark die Wehen sind, manchmal hat es bei mir gar nichts angezeigt, obwohl ich leichte Wehen hatte.

Liebe Grüße

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ja ... ;-) das kenne ich ... toll geschrieben.

bei mir war es ähnlich. schätzgewicht beim arzt ca 1 kg unter dem im kh. dann als die wehen losgingen: ich kam rein und wurde von allen die ganze zeit milde belächelt. die waren nur damit beschäftigt mich irgendwie zu löchern (zugang und co) und mir schmerzmittel anzudrehen weil ich ja noch stundenlang wehen würde haben, ich wüsste ja wie das ist #klatsch

tja, und dann hat mich die hebi noch mit dem kommentar stehen lassen ich solle mich melden wenn was ist #rofl sie war noch nicht mal beim schwesternzimmer, da hatte sie männe schon wieder eingeholt: presswehen ;-)

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