Meine Traumgeburt im Geburtshaus Eberswalde #LANG!#

Die Traumgeburt meiner Tochter – von Anfang bis Ende war alles perfekt!

Mein eigentlicher Termin war am 27.02.2012, allerdings war der von der Hebamme ausgerechtete Termin am 01.03., welche meine Kleine dann auch genau eingehalten hat!

Alles begann eigentlich schon am Abend vor der Entbindung. Ich ging auf Toilette und merkte, dass leicht blutiger Schleim in meinem Slip war. Da wusste ich, die Geburt geht bald los. Auf das Datum habe ich gar nicht geachtet, aber im Nachhinein bin ich froh, dass meine Tochter nicht am selben Tag noch geboren wurde. Es war nämlich der 29.02.!

Nachts um 1 Uhr am 01.03.2012 wurde ich wach, nicht ungewöhnlich, weil ich seit längerem sowieso nicht mehr durchgeschlafen hatte, da ich aufgrund meines riesigen Bauchs nur noch auf der Seite schlafen konnte und von daher immer leicht an der Hüfte wundgelegen war.

Aber als ich dann ein paar Minuten wach dalag, bemerkte ich leichte Unterleibsschmerzen, genau da im Kreuz, wo frau immer die Regelschmerzen bekommt. Allerdings waren sie etwas doller als Regelschmerzen.
Ich lag erstmal eine Weile ruhig da und lauschte in mich hinein. Waren das Wehen?

Diese Schmerzen kamen öfters, allerdings nicht regelmäßig und hielten auch nicht so lange an wie Wehen, sondern nur so etwa 30 Sekunden.
Trotzdem beschloss ich, da ich sowieso nicht mehr schlafen konnte, aufzustehen und noch meine restlichen Sachen zu packen, falls es tatsächlich losgehen sollte.

Im Stehen wurden die Schmerzen etwas doller und ich dachte, es sei besser, wenn ich mich wasche und anziehe. Dann bin ich schonmal fertig, falls es losgehen sollte. Außerdem rief ich den Kindsvater an, damit er Bescheid wusste, dass es eventuell losgeht. Das war so gegen 1.30 Uhr.

Mein Sohn wurde wach und ich legte mich zu ihm, damit er wieder einschlief. So ein nächtliches Gewusel war er nicht gewohnt.
Auf einmal merkte ich, als ich auf dem Bett lag (mein Großer schlief fast auf der Stelle wieder ein), dass es in meinem Bauch plötzlich „Knack“ machte. Gleichzeitig erschrak sich mein Baby total und trat in meinen Bauch. Da wusste ich: Blasensprung! Es war so gegen 2:15 Uhr (ein Hoch auf die moderne Technik! Durch die Handyanrufzeit weiss ich im Nachhinein den Zeitpunkt des Blasensprungs). Schnell bin ich aufgestanden, damit ich nicht das ganze Bett vollsaue. Glücklicherweise hatte ich Handtücher für den Notfall im Bett, die ich mir gleich zwischen die Beine stopfte. Das Fruchtwasser lief auch, allerdings nicht so schwallartig und viel, wie ich erwartet hatte. Aber es war definitiv: Jetzt geht’s los!

Sofort rief ich den Kindsvater an, der gegenüber von mir im selben Haus wohnte. Gleich danach habe ich auch meinen Vater angerufen, der innerhalb von 10 Minuten hier war (er muss sofort in seine Hosen gestürzt und wie ein Besessener hergefahren sein :-D ), damit er sich um meinen großen Sohn kümmert.

Dieser wurde auch wach und ich hab zu ihm gesagt, dass das Baby kommt. Er hat nicht gequengelt oder wollte mit, was meine Befürchtung gewesen ist, sondern hat alles ganz ruhig aufgenommen. Wir warteten noch, bis mein Vater kam und sich zu ihm ins Bett gelegt hat. Ich konnte mich noch in Ruhe von ihm verabschieden, was mir wichtig war. Ich denke, nichts ist ungewohnter, wenn die Mama am Morgen einfach nicht mehr da ist und der Opa auf einmal im Bett liegt! Er wusste zwar Bescheid und ich habe ihm auch oft erklärt, dass ich ins Geburtshaus fahre, wenn das Baby kommt, aber ob die Kids das dann in der Situation verstehen, weiss man ja auch nicht definitiv.

Wir sind also erstmal rüber zum Kindsvater in die Wohnung, da ich noch keine regelmäßige Wehen hatte und haben die Hebamme angerufen. Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir noch zuhause bleiben, bis die Wehen regelmäßiger werden und ich sie dann nochmal anrufe, damit sie ins Geburtshaus losfährt.

Mittlerweile war ich auch schon fleißig am Veratmen, allerdings war immer noch nichts Regelmäßiges.

Dies änderte sich aber nach einer halben Stunde schnell und zwar von jetzt auf gleich: Auf einmal merkte ich einen Druck nach unten bei jeder Wehe. Ich bekam etwas mit der Angst zu tun, eine Hausgeburt wollte ich nicht! Also riefen wir die Hebamme an, das war um 3:21 Uhr und ich sagte voller Panik, dass der Kopf schon drückt, ich einen ganz dollen Pressdrang hab und dass es vielleicht besser sei, sie käme her. Allerdings wollte ich unbedingt im Geburtshaus entbinden, sodass ich spontan entschloss, doch in das mit dem Auto fünf Minuten entfernte Haus zu fahren. Wir zogen uns schnell an, ich tönte schon sehr stark und sagte: „Der Kopf drückt, schnell, schnell!“ und versuchte, die Beine so gut es geht zusammenzukneifen. Allerdings war das echt schwer, wenn man sich gleichzeitig anziehen muss und die Schwerkraft wirkt, wenn man steht!

Der Kindsvater holte wie der Blitz das Auto, laufen wollte ich nicht, nicht mal die 100m zum Auto! Dafür musste ich schon ordentlich tönen und die Wehe, während ich wartete, war extrem stark. Ich quetschte mich irgendwie ins Auto und hoffte, dass nicht allzu viele Wehen unterwegs im Auto kamen (es kam dann auch nur eine Wehe während der Fahrt, allerdings hat die gereicht. Wie veratmet man Wehen, wenn am angeschnallt im Auto sitzt?!).

Gegen 3:45 Uhr waren wir dann im Geburtshaus, die Hebamme kam mir schon entgegen, weil ich so laut getönt habe. Ich habe mir als Erstes die Schuhe ausgezogen (an was man trotzdem denkt, auch wenn man in einer Extremsituation ist!) und musste mich dann aufs Bett legen, um ein wenig auszuruhen, nachdem ich mich untenrum ausgezogen hatte. Ein wenig Angst hatte ich schon, weil mein Slip voller Blut war.
Allerdings kam dann schnell die nächste Wehe, die ich kaum noch veratmen konnte. Sie riß mich einfach mit. Ich versuchte zu atmen, allerdings war es echt schwierig. Die Hebamme untersuchte mich schnell und sagte nur: „ Vollständig offen.“ Das heisst, innerhalb von zwei Stunden hatte sich mein Muttermund komplett geöffnet, und das mit noch nicht mal sehr schmerzhaften Wehen!
Sie machte noch ein schnelles CTG, um zu schauen, wie es der Kleinen geht. Es ging ihr super!

Dann lag ich erstmal eine Weile seitlich auf dem Bett und versuchte die Wehen zu veratmen, die schon extrem schmerzhaft waren. Die Hebi fragte mich, ob sie Wasser einlassen solle. Mir war es egal und ich sagte ja.

Nachdem die Wanne voll war, fragte sie mich, ob ich es mal in die Wanne versuchen wolle. Ich meinte nur: „ Ich weiss es nicht.“ Da zog mich die Hebamme einfach hoch und meinte: „Versuch es mal!“. Ich wurde quasi zum Baden gezwungen, was aber im Nachhinein genau das Richtige für mich gewesen war :-D

Das Wasser entspannte sehr, allerdings wurden die Wehen so stark, dass ich bei jeder Wehe das Becken gehoben habe, obwohl die Hebi meinte, Becken unten lassen, sonst kann das Kind nicht raus. Aber mir fehlte einfach noch der Mut, wie ich auch in jeder Wehenpause zugab (was man alles so erzählt in den Wehenpausen, kann einem schon echt unangenehm sein. Aber ich wollte einfach Ablenkung!).

Bei jeder Wehe meinte die Hebi, Becken unten lassen, Po entspannen. Allerdings war das leichter gesagt als getan. Ich war einfach noch nicht bereit, es ging mir alles zu schnell.

So verging etwa eine halbe Stunde, ohne dass sich so wirklich etwas getan hatte.

Nach dieser Zeit meinte die Hebi, ich solle mich in der Wanne hinknien. Ich wusste genau, was das für mich hieß: Schwerkraft wirken lassen, das Kind nach unten rutschen lassen, grauenvolle Schmerzen. Ich war einfach noch nicht bereit für diese Schmerzen und war mittlerweile an dem Punkt, dass ich für mich gesagt habe: Ich schaffe das nicht, diese Schmerzen, wann hören sie auf? Ich will sie nicht mehr. Allerdings wusste ich: Es gibt keinen Weg zurück, da muss ich jetzt durch. Das hatte ich aber noch nicht im Bewusstsein verankert, von daher ließ ich das Kind noch nicht aus mir heraus.

Ich hatte allerdings nicht mit der resoluten Hebamme gerechnet. Sie nötigte mich quasi in die Position, einfach, weil sie gemerkt hatte, dass es nicht vorwärts ging. Und ihre 30 Jahre Berufserfahrung bewährten sich.

Ich allerdings hatte Angst, einfach nur Angst, und begann trocken zu schluchzen. Allerdings war mich schon klar, dass ich jetzt hier durchmuss, auch wenn es grauenvoll weh tut. Ich bekam bei jeder Wehe super Anleitungen (Vorgaben zum Atmen, in welcher Position es am leichtesten für das Kind sei, nach unten zu rutschen (nicht für mich von den Schmerzen her!), Po locker lassen usw.).

Der Kindsvater hielt mir die ganze Zeit die Hand und ermutigte mich, was ich genau gebraucht hatte. Alle taten genau das, was mir geholfen hat: Anweisungen und Bestimmtheit, die mir Vertrauen gegeben haben, und Zuspruch.

Der Kopf der Kleinen rutschte immer tiefer und die unangenehme Phase begann: Zwei Schritte vor, einer zurück. Der Kopf machte sich den Weg frei und bei jeder Wehenpause merkte ich ihn wieder zurückrutschen. Super fürs Gewebe, schlecht für meine Schmerzen! Ich konnte immer noch nicht richtig entspannen, sodass ich die Kleine noch nicht wirklich rutschen ließ.

Allerdings wusste die Hebi auch für diese Situation einen Trick: Die richtige Atmung. Sie gab mir lange Töne vor, die ich übernahm (ich war eine sehr folgsame Gebärende :-D ) und durch die langen Töne ließ ich zu, dass die Kleine nach unten rutschte. Ich wurde also quasi ausgetrickst!

Das Schlimmste war dann der Kopf, klar. Allein schon dieses Gefühl, den Kopf langsam aus sich gleiten zu lassen und dabei zu hecheln, war einerseits schmerzhaft (man denkt sich: Na los, mach doch, schneller!) und andererseits gibt es einem so extrem Kraft! Ich habe mich noch nie so sicher und so stark gefühlt wie in diesem Moment!

Pressen durfte ich nicht, allein die Schwerkraft und das Hecheln bewirkten, dass der Kopf von ganz allein rauskam. Und ich hatte nicht die geringste Geburtsverletzung dadurch. Es geht also auch anders. Bei meinem Großen, einer typischen Krankenhausgeburt mit allem Chemiezeugs usw., habe ich, weil: Schnell, schnell, die nächste Frau wartet mit Wehen, einen Dammschnitt bekommen. Hätte ich nicht gebraucht…

Die letzte Wehe war die Schlimmste: Der Kopf war schon geboren, ich hatte etwas Panik, ob meine Kleine noch Luft bekommt oder im Wasser erstickt (die Hebi meinte nur, natürlich, sie hat doch noch die Nabelschnur. Trotzdem ein komisches Gefühl: Der Kopf schon im Wasser, der Rest noch im Körper…). Vor allem hat die Wehe sehr lange auf sich warten lassen. Ich wurde ungeduldig und meinte: „Die Wehe dauert aber lange, bis sie kommt, wann kommt sie endlich?“ Da meinte die Hebi nur: „ Sag es deinem Kind!“ Und ich meinte dann nur:“ Los, Kleine, komm raus, ich will dich sehen!“ und merkte in dem Moment, wie die letzte Wehe anrollte. Ein kleiner Schmerz nur noch und ich durfte meine Tochter, die vorne an meinem Bauch auftauchte, in die Arme schließen. Als Erste habe ich meine Tochter berühren dürfen, und es war ein wundervolles Gefühl!

Sie weinte, aber nur kurz, weil ich sie mir dann sofort auf die Brust legte. Ich war nur noch unendlich erleichtert und meinte nur mantraartig: „Ich habs geschafft, ich habs geschafft!“
Wir durften etwas kuscheln, bis die Nabelschnur auspulsiert hatte, was ziemlich lange dauerte. Der Kindsvater hat sie dann abgenabelt. Er nahm dann seine Tochter auf die nackte Brust, während mir aus der Wanne geholfen wurde und ich die Plazenta im Bett geboren habe (bäh, ich mag dieses Gefühl immer nicht, es ist, als hätte man ein riesiges Handtuch im Bauch, dass durch die Scheide rauskommt!).

Meine Kleine wollte nach einer halben Stunde Ankommen trinken, und trank sehr lang, bestimmt eine Stunde an beiden Seiten.

Nach insgesamt 7 Stunden Aufenthalt im Geburtshaus sind wir dann nach Haus.

Alles in allem eine traumhafte Geburt, natürlich, selbstbestimmt (naja, halbwegs mit resoluter Unterstützung der Hebamme :-D ), der komplette Gegensatz zur klinischen ersten Geburt, unter der ich lange sehr gelitten hatte. Aber durch die zweite wunderschöne Geburt ist die erste verarbeitet worden!
Ich kann nur jedem empfehlen: Geht in kein Krankenhaus, das klinisch alles natürlichen Vorgänge einer Geburt zerstört. Sucht euch eine kompetente, erfahrene, liebevolle Hebamme und einen Ort eures Vertrauens, zuhause, im Geburtshaus, sonstwo und erlebt eine Geburt, wie sie sein soll!

Hier noch die Daten meiner Kleinen:
Tamira kam am 01.03.2012 um 5:15 Uhr mit 53cm, 3950g und einem Kopfumfang von 37cm auf die Welt, ohne Geburtsverletzungen meinerseits oder Hilfsmittel außer Homöopathie. Eine von vorne bis hinten perfekte Geburt!

Alles Gute euch und euren Kindern!
Anne mit Jonathan (4 Jahre, 7 Monate) und Tamira, 8 Tage alt

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Hallo Annesusanne!

Erstmal Herzlichen Glückwunsch zur tollen Geburt! #fest

Habe Deine Beiträge seit längerer Zeit mitverfolgt und freue mich für Dich, daß Du so eine schöne und unkomplizierte Geburt hattest.

Kann mich noch schwach erinnern, daß Du nicht wußtest wen Du mit zur Geburt nimmst?! Nun ist ja doch noch alles gut gegangen! :-)

Ich werde in -hoffentlich- kurzer Zeit eine Hausgeburt haben, ebenfalls im Pool und freue mich jetzt nach Deinem Bericht wieder darauf. Hatte nämlich heute schon wieder leichte Anflüge der Panik. #augen

Klasse Bericht! Jetzt weiß ich auch wie es sich anfühlt wenn die Plazenta geboren wird! ;-)

Alles Gute wünsche ich Euch! #klee

LG #winke

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so ein schöner Bericht- herzlichen Glückwunsch!!!

Weisst du was mir wirklich freut, dass der Vater der Kleinen auch dabei war und dich unterstützt hat!

Alles Gute für dich und deine Kinder!!!!

lg luise

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Allerherzlichsten Glückwunsch zur wundervollen Geburt und alles erdenklich gute Gute für deine kleine family!

Alles Liebe,
Alexandra ( die zuhause ganz selbstbestimmt entbinden durfte :-) )

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alles gute erst mal für deine maus#fest

und ein gaaaaaaaaaanz großes dankeschön für den tollen Bericht.. #liebdrueck

ich möchte auch in einem Gebrutshaus entbinden und dein Bericht sagt mir das es dass richtige sein wird.. du hast mir damit sehr viel mut und kraft gegeben..

dir und deiner Familie weiterhin alles liebe #herzlich

Rohrspatz mit Mäuschen 35ssw unterm Herzen #verliebt

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