Henri hatt es eilig, eine Traumgeburt. Aber dann......

nun schreibe ich, sofern henri nicht gleich hungrig wird, meinen geburtsbericht.

ich war in der 30. ssw schon einmal für 3 tage stationär im krankenhaus. ich dachte weil mein slip immer etwas feucht war, ich verliere fruchtwasser. im krankenhaus angekommen wurde ein test gemacht. der erste war negativ, gott sein dank dachte ich. warum auch immer wollte die junge ärztin direkt hinterher noch einen test machen. der war dann positiv. mist dachte ich, jetzt liege ich hier die letzten wochen fest im krankenhaus. mein rücken tat mir ohnehin schon total weh, und die krankenhausbetten machten das nicht gerade besser. nach 2 tagen wurde nochmals ein test gemacht, gott sei dank negativ. zur sicherheit wurde nochmal ein ctg geschrieben und ich wurde entlassen. die junge assitenzärztin hatte freitags abends im krankenhaus einen gmh von 2,5 cm gemessen. warum das dachte ich, ich habe mich nicht übernommen und 2 wochen vorher war er noch bei 3,8 cm. das war schon ein schock. die oberärztin die mich vor der entlassung nochmal untersuchte, hat den gmh wieder auf 3,8 gemessen. so dachte ich, das junge ding hat am freitag falsch gemesse und hat keine ahnung.
eine woche nach entlassung hatte ich sowieso einen termin beim frauenarzt. leider stellte er dann auch fest, dass der gmh auf 2,3 cm verkürzt ist und dass sich ein trichter gebildet hat. mhhh, da hatte wohl nicht das junge ding sondern die oberärztin nicht richtig gemessen. fortan sollte ich jede woche zur untersuchung zum fa kommen. ich habe freiwillig ab morgens ca 10.30 bettruhe gehalten bis abends um 18 uhr. in der zeit vorher

und nachher habe ich ganz leichte arbeiten gemacht, z.b. im büro. ich schleppte mich von woche zur woche immer mit der hoffnung dass der gmh wenigstens stabil bleibt. leider wurde er von mal zu mal weniger.
am 16.09., der tag der hochzeit einer sehr guten freundin, bemerkte ich nachts dass irgendetwas anders war. beim standesamt war ich gar nicht und abends war ich nur eine halbe stunde zur feier zum gratulieren. nachts so gegen 1 uhr im bett wachte ich auf und fühlte mich irgendwie seltsam, aufgeschreckt mit schnellem herzschlag, einfach unwohl.ich habe meinem mann der auf der feier war geschrieben er soll besser weiter nichts trinken, da ich mich nicht gut fühle und ihn brauche falls wir losfahren müssen. an dem freitag war ich bei 33+0. zumindest hatte ich es bis zur 34. woche geschafft. mein frauenarzt sagte immer erst ist die 34. ssw unser ziel, wenn wir das erreicht haben dann die 37. ssw und alles was danach kommt ist kein problem.
die nacht ging vorüber und mir gings wieder besser. gleich samstags nachts fühlte ich mich ähnlich, aber wieder überstand ich die nacht. sonntags haben wir den ganzen tag im bett verbracht, abends bin ich dann zu meinen eltern und habe im büro noch ein paar wichitge sachen erledigt (als hätte ich es geahnt). ich habe dann mit den beiden noch ein bißchen geplaudert. zu hause bat ich dann meinen mann von der couch direkt mit ins bett zu kommen um dort im liegen fern zu sehen. ich lag schon im bett, so gegen 22.30, als ich dachte ich geh besser noch zur toilette bevor ich nachts wieder raus muss.
auf dem weg zum bad merkte ich, dass etwas ganz leicht mein bein hinunter gelaufen ist, nicht viel aber etwas. auf den schwarzen fliesen sah ich nur dass es eine kleine pfütze ist, beim aufwischen sah ich dann das es rosa war. mhhh, das war wohl kein pipi......ich versuchte meine hebamme zu erreichen, leider war ihr handy aus. ich hatte auch die handy nr von meinem fa bekommen. ich rief ihn an und als er hörte das was raus kam war rosa schickte er mich gleich ins krankenhaus. die ph testhandschuhe hatten nun auch zum ersten mal einen anderen ph als 4 angezeigt. MIST, dachte ich.
wir sind dann um 23 uhr hier losgefahren, auf dem weg ins krankenhaus bekam ich rücken und bauchschmerzen. ich musste den sitz runter drehen.
im kreissaal angekommen wurde ctg geschrieben: keine wehen zu sehen aber meine schmerzen wurden immer mehr. ich rief die hebamme und sagte ihr das. etwas ratlos sagte sie mir dass nichts won wehen zu sehen sei.sie wollte noch 10 minuten dtg schreiben und dann sollte die ärztin schauen. gesagt getan, doch die ärztin fand keinen gmh mehr und sah auch ansonsten wenig. aber die untersuchung tat weh. dann kam die tastuntersuchung und siehe da, der mm war 6 cm auf.nach der ultraschalluntersuchung fragte mein mann die ärztin (weil er dachte jetzt gibts wehenhemmer) wann wir denn mit der geburt rechnen könnten.morgen, übermorgen in ein paar tagen? heute nacht noch sagte die ärztin ;-) leider habe ich sein gesicht in dem moment nicht gesehen. ich sollte mich nun ganz schnell entscheiden ob pda oder nicht. ich dachte ok, besser ja. die anästhesistin wurde gerufen.nun gut, 10 minuten später war die anästesistin da, nochmal tastuntersuchung: 8 cm. hier brauchen wir keine pda mehr sagte die hebamme. gesagt getan. so langsam wurden die schmerzen doller, aber irgendwie waren sie permanent und nicht in schüben wie man sich wehen vorgstellt hatte. nur die presswehen, die waren dann eher als solche zu identifizieren. und ein paar presswehen später, so insgesamt nac 2,5 std war der kleine henri mit 2300 g und 48cm bei 33+3 geboren worden!ein atemberaubender moment und eine "leichte" und schöne geburt.wie durften ihn noch kurz anschauen und schon waren die kiärzte da. bevor der auf die frühchenstation gebracht wurde durfte ich ihn nochmal halten: war das toll!
mein mann und ich blieben noch im kreissaal, die hebamme ließ uns mal alleine. zwischendurch kam sie immer mal wieder. so nach etwa 40 minuten fragte sie dann, ob ich in sachen nachgeburt schon etwas gespürt hätte. oh dachte ich, stimmt, die ist ja auch noch da drin und muss raus. das hatte ich total vergessen. sie versuchte vorsichtig zu ziehen, doch es passierte nichts. eine weitere halbe stunde später nach massage, blasenkatheter, globulis und akupunktur war die plazenta immer noch nicht draußen. ich wurde dann über die manuelle plazentalösung mittels narkose aufgeklärt. ja dachte ich, machen wir sofort dann ist es erledigt, sollte ja auch nur eine halbe std dauern. bevor es ins op ging versuchte die hebamme ein letztes mal die plazenta noch so zu lösen. leider vergebens. als ich vom kreissaalbett auf das fahrbare bett kletterte lief schon eine menge blut. noch dachte ich mir dabei nichts. als ich dann von dem fahrbaren bett auf das op bett (tisch)kam, merkte ich wie das blut nur noch so lief, links runter, rechts runter, es fühlte sich an als sei es eine ganze menge. ich bekam starke schmerzen im rücken und bat schnellstmöglich um die narkose. um 3 uhr bin ich in den op, nach einer halben std sollte ja alles erledigt sein.
als ich aufwachte sah ich gleich an der wand eine uhr: 5.15 Uhr. oh dachte ich, hier ist was schief gelaufen. ich war so klar wie ich noch nie vorher nach einer narkose war. mir war bitterkalt, ich zitterte am ganzen körper. ich betrachtete meine arme, auf jeder seite lagen mehere kanülen, in der nase ein sauerstoffzufuhrding. die lage war wohl doch ernst?! dann blickte ich richtung flur und sa ein schild dass ich mich auf der intensivstation befand. eine schwester kam mit 2 blutkonserven direkt auf mich zu. ich diskutierte noch mit dem arzt dass ich kein fremdblut brauche, ich würde das schon so schaffen. er ließ aber nicht locker und sagte mir, dass ich 2/3 meines blutes verloren haben und nur noch einen hb von 3,3 habe. nagut, dann war es so.
der oberarzt erklärte mir, dass eine plazentalösung überhaupt kein problem sei, doch bei mir kontrahierte sich die gebärmutter nicht weshalb während des lösens alle gefäße noch offen waren und das blut ungehindert laufen konnte.
mein mann war schon seit 3.45 uhr nervös in den fluren umhergelaufen. er rief schlussendlich unsere hebamme um hilfe, weil er gerne wissen wollte was da los war.
die oberärztin klärte ihn später auf was passiert war, er musste sich dann kurzer hand mal auf den boden legen........
alles in allem war ich in den ersten tagen weiß wie eine wand und ziemlich schlapp. aber der wille zum kind zu kommen hat berge versetzt. am ersten tag ließ ich mich noch von den schwestern mit einem rollstuhl zur frühchen station fahren, der arzt hatte das angeordnet. am zweiten tag hatte ich keine lust mehr auf die schwestern zu warten und bin nah an der wand entlang selbst gelaufen......
unser süßer schatz ist nun schon ein großer junge, der eigentliche geburtstermin war der 5. november, also wäre er genau genommen erst ca. 8 wochen alt. er wiegt schon 6,5 kg und macht sich super. sein lachen ist bezaubernd.
lg und ein gutes neues jahr!

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Herzlichen Glückwunsch zum kleinen Henri!
Da hast du ja eine Menge durchgemacht :(

Nach wieviel Wochen durftet ihr ihn denn mit heim nehmen?

lg fain

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Hallo,

ich kenne das Gefühl, wenn einem das Blut die Beine runterläuft und man noch vom Bett auf die Trage umsteigen soll. Ich hatte enorme Angst, daß sie es nicht schaffen die Blutung zu stoppen und hab den Anästhesisten noch gebeten, bitte gut auf mich aufzupassen, weil ich doch ein Neugeborenes zu versorgen hätte. Er war total lieb, was mir Hoffnung gab.

Respekt für dich daß du Dich mit dem niedrigen Hb durch die Gegend geschleppt hast. (Aber wenns um dein Kind geht, entwickelt man wirklich ungeahnte Kräfte)

Alles Gute weiterhin für Dich und Deine Familie

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