Linus' Geburt +++ etwas länger

Hallo ihr Lieben!

Nach über 2,5 Monaten möchte ich nun auch mal die Geburt meines Sohnes erzählen. Schon mal vorweg, sie verlief überhaupt nicht so, wie wir uns es vorgestellt hatten.

Der eigentliche ET wäre am 28.09. gewesen aber der kleine Prinz wollte doch auf sich warten lassen. Ich hatte zwar immer mal Wehen, aber nicht wirklich stark. Also musste ich am 02.10. (ET + 2) zum CTG ins Krankenhaus, weil es ein So war. Mein Mann kam natürlich auch mit und wir trafen uns da mit meiner Hebamme, da ich eine Beleghebamme hatte. Während ich am CTG saß, erwähnte ich eigentlich nebenbei, dass ich den Kleinen in den letzten Tagen nicht mehr sooooo oft gespürt habe wie sonst. Daraufhin ist meine Hebamme sofort zum Oberarzt gelaufen und wollte, dass er mal nen US macht. Der Arzt war total unfreundlich und genervt, dass er nen US machen sollte. Er meinte auch sofort, es wäre viel zu wenig Fruchtwasser da und das Kind wäre ja auch viel zu groß und zu schwer (mind. 4kg), vor allem für meine Größe (1,54m). Meine Hebamme hat sich aber sofort eingemischt und meinte es wäre alles ok und er würde "nur" ca. 3,5 kg wiegen. Das hatte sie auch schon vorher gesagt, als sie bei uns zu Hause war. Der Oberarzt wollte sogar direkt nen KS machen, was ich aber auf gar keinen Fall wollte. Meiner kam zumindest und blieb brav an meiner Seite. Dann fing es ohne Vorwarnung an an meinem Bauch zu ruckeln. Ich dachte, ich würde nur noch in Position gebracht werden, aber dann meinte der Chefarzt plötzlich " Alles klar, in 60 Sekunden ist er da." #schock Auch wenn ich ziemlich überrumpelt wurde, haben wir entschieden am nächsten Tag einzuleiten. Ich musste auch direkt dableiben und wir bekamen auch ein Familienzimmer, sodass mein Mann die ganze Zeit bei mir bleiben konnte. Ich war so aufgeregt und auch total fertig. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich wollte doch nur zum CTG ins KH und jetzt das. Mein Mann war so lieb und hat mich die ganze Zeit versucht zu beruhigen obwohl er ja auch aufgeregt war.
Am nächsten Tag (03.10.) bekam ich dann um 8 Uhr die 1. Tablette. Da ich dadurch schon Wehen bekam, hab ich um 12 wieder nur ne "kleine" Tablette bekommen. Um 16 Uhr dasselbe Spiel und ab da ging es auch richtig los. Alle 2-3 Minuten Wehen, die ich auch schon veratmen musste. Um 20 Uhr sollte ich die 4. und letzte Tablette kriegen, was wir uns aber geschenkt haben, da die Wehen sehr stark waren. Meine Hebamme kam dann auch vorbei und war auch guter Hoffnung, dass es nicht mehr lange dauern würde, auch wenn der Mumu erst 1 cm auf war. Wir sollten dann spazieren gehen und uns um 22.30 Uhr wieder treffen. Da war der Mumu 2 cm auf und die Wehen unverändert stark. Beim Laufen musste ich alle paar Schritte stehen bleiben und mich an meinem Mann festhalten.

Wie sich dann im Laufe des Abends bzw. der Nacht herausstellte waren die Wehen zwar stark aber leider nicht richtig Muttermundwirksam, auch wenn um 1.30 Uhr die FB geplatzt ist. Da die Herztöne zwischenzeitlich runter gingen, konnte ich meinen Traum von einer Wassergeburt damit knicken. Aber wenigstens zur Entspannung durfte ich um 4 Uhr für eine Stunde in die Wanne. Danach war der Mumu ganze 4 cm auf. Dabei blieb es dann leider auch erst mal und trotz starker Wehen musste ich an den Wehentropf. Und ab da wurde es richtig ungemütlich auch wenn der Mumu nun 7 cm auf war. Um 7.30 Uhr hab ich es dann nicht mehr ausgehalten. Meine Hebi merkte das und fragte mich, ob ich nicht doch eine PDA haben möchte. Sie wusste, dass ich tierische Angst davor hatte, aber ich wusste auch, wenn sie mich schon fragt, würde der Spaß noch eine ganze Weile dauern. Da die Schmerzen für mich unerträglich waren und ich überwand meine Angst und wollte die verdammte PDA. Also kam der Chefarzt der Anästhesie, der wirklich total lustig und locker war und mir mit dieser Art meine Angst ein Stück nahm. Ich bat ihn "zärtlich" zu mir zu sein, woraufhin er nur meinte " Zärtlich kann ich nicht, fragen Sie meine Frau " :-p Als die PDA saß, war es ein Traum und ich war sauer auf mich selbst, dass ich so lange damit gewartet hatte. Der Mumu öffnete sich jetzt auch vollständig und ich konnte anfangen zu pressen. Mein Mann stand hinter mir und hat mich gehalten. Er war mir eine große Hilfe.
Na ja, um 10.30 Uhr meinte meine Hebamme, dass es nur noch eine Stunde dauern würde. Also wurde alles vorbereitet, Bett runter, Babysachen bereitgelegt usw.

Tja, leider war das sozusagen der Anfang vom Ende, denn plötzlich ließen die Wehen immer mehr nach und die Abstände wurden immer größer. Auch der Wehentropf, der sehr hoch war, wirkte nicht mehr. Also meinte Meine Hebi, ich solle mal versuchen ein bisschen zu schlafen. Sie meinte es wäre wohl einfach zu viel für den Körper gewesen und ich solle mich etwas erholen. Nachdem ich auch etwas geschlafen habe, wollte ich etwas trinken. Meine Hebi meinte aber, das ginge jetzt nicht mehr, da nun gar keine Wehen mehr da waren und wir nicht wussten, wie es weiter gehen sollte. Der Chefarzt kam und hat mich auch noch mal untersucht und meinte auch, dass er nicht glaube, dass der Kleine noch normal kommt. Da es ihm aber augenscheinlich gut ging entschieden wir noch eine Stunde zu warten, ob doch wieder Wehen kommen. Wenn nicht, sollte ein KS gemacht werden. Mein totaler Albtraum. Der Arzt ging wieder hoch in sein Büro. Da ich aber mittlerweile völlig erschöpft war, war meine Angst davor irgendwie nicht so groß und ich wollte es einfach hinter mir haben, mein Baby endlich in den Armen halten. Ich fragte meine Hebi, wie sie die Situation sieht und sie sagte ganz ehrlich, dass sie so eine Geburt und ihrer 30-jährigen Berufserfahrung noch nicht erlebt hätte und auch nicht glaube, dass es von alleine weiter gehen würde. Also entschied ich auf meinen Mann zu warten, der eben auf unser Zimmer gegangen ist um was zu essen. Wie sich nachher herausstellte ging er hoch um zu weinen, weil er sich solche Sorgen um mich und den Kleinen gemacht hat. Als er wieder im Kreißsaal war entschieden wir nicht länger zu warten und den Kleinen holen zu lassen. Also wurde das ganze OP-Team zusammengerufen und ab da ging es dann ganz schnell. Ich wurde vorbereitet, bekam ein paar Tropfen zur Beruhigung, weil die Angst doch wieder sehr groß war. Ein Anästhesist schob mich dann in den OP während mein Mann sich umzog. Der Anästhesist war zwar sehr nett, aber irgendwie total durch den Wind. Erst schob er mich auf dem Weg gegen jede Wand und dann noch falsch herum in den OP. Da angekommen fragte er mich dann, ob ich wüsste warum mein Mann noch nicht da sei. Ich sagte nur, dass ich denke, weil ich erst fertig gemacht werden müsste. Laut ihm sei dies die offizielle Begründung. Richtig sei aber, dass man den Männern noch mal die Chance geben wolle abzuhauen ;-) Meiner kam zumindest und blieb brav an meiner Seite. Dann fing es ohne Vorwarnung an an meinem Bauch zu ruckeln. Ich dachte, ich würde nur noch in Position gebracht werden, aber dann meinte der Chefarzt plötzlich " Alles klar, in 60 Sekunden ist er da." #schock
Da wurde mir richtig schlecht und ich musste mich erst mal übergeben. Und dann kam der lang ersehnte Schrei. Bei mir liefen nur noch die Tränen und das ganze OP-Team begrüßte meinen kleinen Schatz sogar mit Namen #verliebt Somit hat Linus Alexander am 04.10. un genau 14.30 das Licht der Welt erblickt.
Wie sich herausstellte, hatte sich der Kleine die Nabelschnur komplett um den Körper gewickelt, wie ein Bungeeseil. Er hätte gar nicht auf normalen Weg auf die Welt kommen können. Hinterher ist man immer schlauer. Deswegen sind auch seine Herztöne zwischendurch immer runtergegangen.

Aber das alles war vergessen, als ich meinen kleinen Engel zwar erschöpft aber überglücklich nach 22,5 Stunden auf den Bauch gelegt bekam und er mich das erste mal angeschaut hat. Nach knapp 2 Stunden wurden wir aufs Zimmer gebracht und konnten unser Glück als kleine Familie endlich genießen.

Das war die Geburt von meinem Engel, der gerade neben mir auf der Couch liegt und mich anlacht. Es ist etwas länger geworden, aber so ist das bei Geburten ja nun mal ;-)

Lg Saskia

1

hallo

herzlichen glückwunsch:-) da hattet ihr noch glück und die richtige enzscheidung getroffen.
Was waren denn die daten ?

frohe weihnachten#niko

LG

2

Hallo!

Jep, die Entscheidung war definitiv richtig. Im Nachhinein denke ich, dass man das auch schon früher hätte sehen können/müssen. Na ja, später ist man ja immer schlauer und es ist ja zum Glück gut ausgegangen. Viel früher wäre ich freiwillig auch nicht für einen KS gewesen.
Linus war 53cm groß, wobei er später im Babyzimmer auf der Station plötzlich nur 51cm war. Die messen da aber auch anders als im Kreißsaal. Gewogen hat er 3530g.

Lg Saskia

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