Hausgeburt von meinem Herzensbrecher

Am 24.07.2011 um 06:50 Uhr habe ich meinen wunderschönen Sohn bei uns zu Hause im Badezimmer geboren. Er wog 4.700 Gramm (nein, es handelt sich um keinen Tippfehler) und war 55 cm groß und hatte einen KU von 37 cm.

Mädels, ich sag Euch, bekommt Eure Kinder zu Hause! Es ist der Hammer!

Um 01:30 Uhr bin ich aufgewacht und hab meine Große (2,5 Jahre) in ihr Bett getragen (sie kam, wie immer, diese Nacht kurz vorher zu uns rüber). Dann bin ich -noch- gemütlich runter, habe ab und an leichte Wehen verspürt und hab angefangen Schwangerschaftsyoga zu machen. Ich war ganz für mich alleine und konnte so einen wundervollen Geburtsstart genießen. Ich habe mich voll auf mich konzentriert und meine Atmung und mir innerlich Mut gemacht für die anstehende Geburt. Genau so habe ich es mir auch vorgestellt. Gegen halb vier habe ich dann meinen Mann geweckt, weil ich Angst hatte, ich könnte sonst nicht mehr unbeschadet die Treppe wieder runter gehen.

Die Wehen wurden langsamer kräftiger und ich merkte, dass es voran ging. Ich war völlig entspannt, dass es alles richtig lief. Um 5 Uhr habe ich dann meine Hebi angerufen (ich dachte, im Tiefschlaf ist man um 5 Uhr ja nicht mehr, von daher müsste sie halbwegs ausgeschlafen sein). Eine viertel Stunde später war sie dann da, schaute einmal nach, wo ich stand. Es war bei ca. 8 cm. Gut, dachte ich, schon ein ganzes Stück geschafft. Ich habe super die Wehen im Stand an unserem Ofen verarbeiten können. Das war eine solche Hilfe. Er ist aus Speckstein, der hat mir genau die richtige Griffigkeit gegeben, die ich brauchte.

Kurz darauf fing die Hebi auch schon an, dass Wohnzimmer vorzubereiten. Irgendwie war ich dann doch etwas geschockt. Wie jetzt schon? Nein, ich musste erst noch aufs Klo... Und da bin ich dann auch nicht mehr runter. Das tat so gut. Ich musste nicht darauf achten, dass da auch noch was rauskommt, was eigentlich keiner mitkriegen sollte, ich saß ja sowieso aufm Klo. Da war es ja eh im wahrsten Sinne des Wortes scheißegal. Außerdem konnte ich so super den Druck ausgleichen.

Ich bettelte meine Hebi, sie solle doch bitte die Fruchtblase sprengen. Das war eine solche Wohltat! Herrlich. Nun war ich noch erleichteter. Und dann fing die Pressphase so richtig an. Es dauerte schon einige Zeit, bis er dann da war. Ich habe mich vor die Toilette gekniet und konnte mich so gut abstützen. Vorher habe ich noch meinen Mann rausgeschmissen, ich wollte irgendwie meine Ruhe. Meine Hebi saß völlig unauffällig, aber doch sehr aufmerksam neben mir und hat mir die Zeit und Ruhe gegeben, die ich brauchte.

Und dann war es 06:50 Uhr - die Welt ist stehen geblieben. WAHNSINN! Da habe ich es doch tatsächlich geschafft, ein so warmes, glitschiges, mopsiges Etwas aus mir herauszupressen ohne Interventionen, Narkotika oder sonstiges. Es war so unbeschreiblich toll! Und eine solche Erleichterung - körperlich - ich meine, er wog fast fünf kilo ;-p

Ich werde diesen Moment niemals vergessen. Es war mit Abstand das Beste, was ich je erlebt habe. Und ich bin auch echt stolz auf mich. Es war genau so, wie ich es mir immer vorgestellt habe. Und das Beste, eine halbe Stunde später wachte seine Schwester auf, kam zu uns runter (mittlerweile schon wieder alles aufgeräumt, wir lagen versorgt auf dem Sofa) und die hat ganz schön Augen gemacht, kann ich euch sagen! Wie ich es mir immer gewünscht habe.

Ich hoffe, ich habe damit ein paar Mädels Mut gemacht!

Alles Liebe!

1

wow, toll das du es auf normalen wege geschafft hast. Ich durfte es leider nichtmal versuchen.Mein sohn wog 5100 gramm.

Und glückwunsch zum söhnchen.

2

So toll wie du die Geburt von deinem Kleinen geschrieben hast, nimmst du einem wirklich die Angst. Meine Große (22 Monate) wurde per Not-KS geholt und jetzt möchte ich meinen Kleinen normal entbinden, dank deinem Bericht freu ich mich jetzt richtig auf die Geburt.

Vielen Dank.

Und eine schöne Kennlernzeit mit deinem Kleinen.

LG Nina 35. ssw

4

Das freut mich so sehr! Alles, alles Gute! Du schaffst das! Und das Wichtigste: Hör auf niemanden außer auf dich selbst! Du allein weißt, was richtig ist! Eine tolle Geburt wünsch ich dir!

3

Toller Bericht und herzlichen Glückwunsch zum stattlichen Sohn!! #sonne

lg fain 25. SSW, die auch wieder zuhause gebären wird ;-)

5

Danke und dir eine tolle Hausgeburt! Es ist doch einfach nicht zu toppen!

6

Wow :-) Ich bin begeistert!

Denke schon seit längerem über eine Hausgeburt nach, wird mir immer sympathischer je mehr ich darüber lese.

Und bei so einer Traum Geburt oh man wird man echt neidisch.

Glückewunsch! Und eine wunderschöne Kennenlernzeit #fest

7

Herzlichen Glückwunsch und danke für deinen Bericht.
Ich hatte im Februar auch eine wunderschöne Hausgeburt mit einem Moppelkind (4440g).

LG 440hz

8

Voll Verantwortungslos#schock

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Hallo

Ich habe im Februar unser 5.Kind daheim auf die Welt gebracht und es hat gerade beim lesen wieder ein tolles Gefühl hervorgebraucht.

Sowas ist so schön.

Euch viel Spaß mit dem Zwerg.

lg

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Herzlichen Glückwunsch! Und hab vielen Dank fürs Teilhabenlassen an diesem tollen Erlebnis.

... weiß genau wie du dich fühlst ... unser Sohn ist im März zu Hause auf die Welt gekommen. Allerdings vor dem Sofa. Es war einfach herrlich - selbstbestimmt und ... mhm ... würdevoll.

Alles Gute für euch!

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Ganz #herzlich - lichen Glückwunsch zur Hausgeburt. Ich kann deine Freude und den Stolz auf sich selbst gut nachvollziehen. Ich hatte selbst 2009 und 2011 wundervolle HGs - auch wenn meine Söhne mit 3220 und 4010 gramm verhältnismäßig leicht waren.

Es ist ein wunderschönes ergreifendes Erlebnis!

lg, magic mit den Sternguckerlen Robin und Raphael

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