Woher stammt eigentlich das Sprichwort...

... eine Eselsbrücke bauen

Ist ein kleines Spiel, das in einem anderen Thread begonnen hat

Wer das Bedeutung/den Ursprung des Sprichwortes oder der Redewendung erklären kann, darf das nächste Sprichwort stellen. Zur Übersicht am besten das zu erklärende Sprichwort in die Betreffzeile schreiben.

Bisherige Erklärungen:

"Eine Eselsbrücke bauen"

1. Esel sind sehr wasserscheu, und können nicht - wie Menschen - abschätzen, wie tief das Wasser ist. Drum hat man ihnen kleine Hilfsbrücken gebaut, um das Wasser zu überqueren.

2. Esel weigern sich störrisch, auch nur kleinste Furten zu überqueren, also mussten ihnen die Bauern (oder sonstwer) kleine Brücken bauen, um diese Esel überhaupt zum Weitergehen bewegen zu können.
Und über diese "Eselsbrücken" kamen diese wasserscheuen Esel dann eben zu ganz neuen Ufern/Erkenntnissen.

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"Aus dem Nähkäschen plaudern"

Stammt aus Effie Briest von Theodor Fontane
Effie hat ihre Liebesbriefe in ihrem Nähkästchen versteckt, ihr Mann hat sie gefunden und bums war der Ausdruck "aus dem Nähkästchen plaudern" geboren.
Schön nicht wahr?

Das habe ich nie vergessen. Warum auch immer.

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"Fünfe gerade sein lassen"


Dieses Sprichwort geht wohl zurück auf eine Zeit, in der Konflikte noch mit den Fäusten ausgetragen wurden.

Stand nun ein Konflikt an, hatten die Kontrahenten die Wahl, entweder die Fäuste zu ballen (gekrümmte Finger) und den Konflikt anzunehmen, oder sie zeigten als Geste der Beschwichtigung die offene Hand mit ausgestreckten Fingern (Fünfe gerade sein lassen). Auch um zu zeigen, dass man keine verborgenen Waffen in der Faust hat.
Damit signalisierte man wohl, dass einem der Konflikt keinen Kampf wert war. Eine Art Friedensangebot.

Heute heißt "Fünfe gerade sein lassen" soviel wie: "Komm, ist nicht so wichtig" oder "Ich nehm's nicht so genau"

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"Leg mal einen Zahn zu", sprich mach mal hinne..


Das weiß ich, das weiß ich!!
Eigentlich mehr durch Zufall, denn im März war ich auf einer Schlossbesichtigung. In der riesigen Schlossküche gab es eine große, offene Feuerstelle.
Früher wurde dort in großen Kesseln z.B. Wasser erhitzt. Die Kessel waren über der Feuerstelle aufgehängt an so einer Art Zackenkonstruktion - also an einer langen Stange mit nach oben gerichteten Zacken, an der der Kessel hing. Diese Zacken wurden wohl auch "Zähne" genannt.
Wenn es mal schneller mit dem Wassererhitzen gehen sollte, dann wurde der Kessel eben einen oder zwei Zacken (Zähne) tiefer über das Feuer gehängt - "einen Zahn zulegen" eben.

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"Jemandem eine Abfuhr erteilen"

"Jemandem eine Abfuhr erteilen" geht auf einen alten, studentischen Brauch zurück.
Es war die Zeit der schlagenden Verbindungen. So säbelten dann die Duellanten aufeinander ein, bis einer von beiden einen Schmiss (Cut an der Wange) erhielt und der Kampf damit vorbei war.
Der Unterlegene wurde dann von den Sekundanten unmittelbar nach dem Kampf aus dem Raum geführt ("abgeführt"). Der Sieger hatte somit dem Unterlegenen "eine Abfuhr erteilt".

Jou, so war das damals...

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"Jemandem eine Gardinenpredigt halten"?

1. Das geht auf eine Zeit zurück, als der Schlafraum gleichzeitig auch Wohnraum war.
Hatte der wehrte Herr Gemahl z.B. mal seine Saufkumpanen da und man zechte bis in die tiefe Nacht, konnte die Dame des Hauses natürlich schlecht schlafen. Man befand sich ja schließlich im selben Raum.
Aus Gründen des Wärmehaushaltes und des Sichtschutzes (siehe Saufkumpane) hatten die Betten damals ringsum dicke, hohe Vorhänge, eben die besagten Gardinen. Waren die Saufkumpanen endlich gegangen, durfte sich der Herr des Hauses i.d.R. erst mal eine "Gardinenpredigt" von seiner übernächtigten und gereizten Herzdame anhören, wahlweise durch die geschlossenen Vorhänge oder bei leicht geöffneten Gardinen.
Der Wortlaut ist zwar nicht überliefert, die Handlung als solche findet aber auch in der heutigen Zeit mit schöner Regelmäßigkeit in allen Schlafzimmern der Welt statt.
Es lebe die Tradition.

2. Hm..ein kleines bißchen anders kenne ich es, aber nur ein bißchen anders.
Soweit mir bekannt, war ein Vorhang nicht nur um das Bett, sondern auch zwischen Männe und Frau (so eine Art mittelalterliches Verhütungsmittel - ob das was genutzt hat, keine Ahnung), auf jeden Fall sollte man aufgrund dieses Vorhanges nicht in Versuchung kommen, dauernd kleine Ritter oder Edelfräulein zu zeugen. Aber eben dieser Vorhang (oder auch Gardine) nutzte die zänkische Gemahlin, ihrem Gatten das ein oder andere zu flüstern Also fast gleiche Erklärung.

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"Nur Bahnhof verstehen"

Also: "Ich verstehe nur Bahnhof" ist wohl ein Running Gag, der sich aus dem Witz (Galgenhumor) eines Frontsoldaten des 1. WK entwickelt hat.
Der Legende nach gab nach langem Stellungskrieg irgendein Lamettaträger Durchhalteparolen aus. Die hinten Stehenden verstanden nicht viel. Gegenseitig fragte man sich ständig: "Hä? Was hat der gesagt?"
Bis einer antwortete: "Ich verstehe nur Bahnhof" - was schallendes Gelächter zur Folge hatte.
Für die Frontsoldaten (s.o. Stellungskrieg) war der Bahnhof nämlich gleichbedeutend mit Heimfahrt, zurück zu den Lieben, kein Krieg, kein Tod, Glück - also etwas sehr Positivem. Und stand damit im krassen Gegensatz zu den Durchhalteparolen des Lamettaträgers.
Noch im 1. WK entwickelte sich "ich verstehe nur Bahnhof" zum Running Gag immer dann, wenn man nichts verstanden hatte.

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"Auf dem Schlauch stehen"

Auf dem Schlauch stehen? Hmmm... da kann ich auch nur raten anhand eines Bildes, dass ich mir dabei vorstelle. Wenn man auf einem Schlauch steht, kann an der Stelle kein Wasser (= Erkenntnis?) mehr durchfließen. Es gibt eine Blockade. Heißt also: Ich stehe mir selber im Weg (auf dem Schlauch) des Verstehens. Oder so... ?

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"Die Arschkarte ziehen"

Ha! Die Arschkarte ist für mich als alten Fußballer einfach!

Zog der Schiri mal eine Karte, konnten die Zuschauer damals an den s/w-Bildschirmen nicht erkennen, ob es die gelbe oder die rote Karte war. Also steckten die Schiris die Karten in verschiedene Taschen - die gelbe in die Hemdtasche, die rote Karte in die Gesäßtasche. Die "Karte am Arsch" war also die rote.
So wussten die s/w-Zuschauer gleich, dass der Spieler rot sah und nicht mehr mitspielen durfte, wenn sich der Schiri an den Hintern griff und "die Arschkarte" zog.

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"Alles in Butter"

1. Wenn die Adeligen jemand besuchten, der unter ihrem Stand war, so war es üblich, Gläser, Geschirr und Besteck mitzunehmen. Für das Besteck gab es spezielle Koffer, die Gläser wurden in Kisten gepackt, in denen flüssige Butter war. Als sie wieder fest wurde, standen die Gläser mit dem Fuß dort geschützt und konnten ohne Verluste transportiert werden.

2. "Meine" *öhm* Geschichte handelt von Händlern, die venezianisches Glas - was damals begehrt und teuer war - importierten. Um das empfindliche Glas unbeschadet über die Alpen transportieren zu können (damals noch mit Pferdegespannen), wurden die Scheiben in Fässern mit Butter verstaut... also in die noch flüssige Butter gedrückt.

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"Etwas ausbaden müssen"

1. Hat es vielleicht mit Kindern zu tun, die verbotenerweise draußen herumgetobt sind und sich dabei übel schmutzig gemacht haben? Und zur Strafe mussten sie (zur Reinigung) in die Badewanne? Strafe deshalb, weil das Badewasser saukalt war, weil damals das warme Wasser noch gar nicht erfunden war?
"So mein Kind! Das musst du jetzt ausbaden, was du angestellt hast!"

Falls ich gnadenlos daneben liege - gib mir einen klitzekleinen Hinweis, ok?

Hinweis:
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Du liegst daneben. Denke mal ein paar hundert Jahre zurück, als Wasser noch sehr knapp und kostbar war. Ist es heute zwar auch, aber es kommt ja einfach aus dem Hahn

2. Hmmm, Wasser knapp - ausbaden

Vielleicht wurde vor ein paar hundert Jahren aus Gründen der Sparsamkeit das Badewasser für die gesamte Familie nur einmal in der Woche eingelassen und aufgewärmt? Und alle rutschten nacheinander durch das selbe Badewasser?
Und der Letzte hatte "die Arschkarte" und musste in das trübe Wasser und es "ausbaden", bevor das Wasser weggeschüttet wurde/weggeschüttet werden musste?

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"Keinen Deut mehr wert"

Bei "kein Deut mehr wert" müsste ich überhaupt erst mal wissen, was ein "Deut" ist". Ich rate mal: Die kleinste Einheit einer alten, längst vergessenen Währung?
So als wenn man heute sagen würde: "Das Ding da ist keinen Cent mehr wert"?

Richtig?

Anmerkung: Nach einigen Hirnakrobatiken flutete mein Kleinhirn eine Frage: Heißt es nicht eigentlich "Keinen Deut besser sein?"#kratz

1

Ach so, vergessen: Wer googelt ist doof! #wolke

2

Bei der Frage mit der Eselbrücke muss ich leider insofern passen, weil ich genau diese Sache mal in der Schule im Unterricht hatte....Wäre also unfair. Hatte etwas mit einem griechischen oder römischen Mathematiker zu tun....So viel dazu.

Mit dem Deut gebe ich Dir recht, Eigentlich heisst es: "Ich bin keinen Deut besser!"...Bei Wertigkeit heisst es wohl eher "Keinen Heller mehr wert sein!"

3

Klär mich bitte auf - was hat eine Eselsbrücke mit einem griechischen oder römischen Mathematiker zu tun?


"Bei der Frage mit der Eselbrücke muss ich leider insofern passen, weil ich genau diese Sache mal in der Schule im Unterricht hatte....Wäre also unfair"

Hey, darum gehts doch. Wenn du es weißt, schreib's hier rein. :-)

4

Wie kam es zu der Redewendung: "Etwas auf die hohe Kante legen"?

5

Huhu allerseits!

Schöner Thread - ich bin nebenan allerdings noch gar nicht fertig... ;-)

Also: Auf die hohe Kante legen - Früher wurden wertvolle Sachen (oder solche, an die nicht jedermann drankommen sollte) ganz oben auf den Schrank (an die Kante) gelegt. Oder so ähnlich...

11

Jep, das trifft es.

6

hehe da mach ich doch glatt mal den intellektuellentest...

Von populanten fragiler domizile wird postuliert, nicht mit geologischen extremitäten um sich zu katapultieren!

Die voluminöse expansion subterraler agrarprodukte steht in reziproker proportion zum intelektuellen konsum des produzenten!

und nu warte ich...#schein

7

Punkt 1) muß ich passen..bin aber irgendwie jetzt auch müde..

punkt 2) weiß ich :-) der dümmste Bauer erntet die dicksten kartoffeln...


ich warte noch auf die auflösung:

"Guten Rutsch"..(hat nix mit rutschen zu tun).

9

fragiler domizile !!!
fragil?
domizil?

Na?Na?

Wenn es nichts mit "rutsch" zu tun hat, dann ist es ein eingedeutschtes Wort und das Sprichwort stammt aus einem anderen Land/einer anderen Kultur. Hat man sehr oft bei Sprichwörtern und Redewendungen. Z.B. "der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" hat gaaaaaaaaar nix mit Äpfeln zu tun.

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8

Die dein Kleinhirn flutende Frage bzgl. Deut wert oder besser..kann ich mit: Beides ist richtig, beantworten.


Gute Nacht und noch angenehmes Rätseln

20

Stimmt, passt beides. :-)
Aber bei "kein Deut besser" wäre ich wohl nicht auf "Währung" gekommen.

12

Aus aktuellem Anlass #cool

Welche Ursprungsbedeutung hat: Jemandem einen Bären aufbinden?

13

Hm...hier in diesem Forum wird einem ja öfter der Bär, wenn nicht ganze Heerscharen von Bären aufgebunden :-).

Keine Ahnung..ein kleiner Tip ist erbeten. Hat es wirklich etwas mit dem Tier zu tun? Oder hatte Bär früher eine andere Bedeutung?

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Das stimmt wohl. Dementsprechend wurden auch einige VKs angepasst :-)

Es gibt wohl verschiedene Erklärungen. Die plausibelste hat allerdings nichts mit dem Tier zu tun.

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23

Woher stammt - bzw. welche Bedeutung hat - die Redewendung: "Bis in die Puppen" (tanzen, ausgehen, usw.)?

Kleiner Hinweis: Sie hat einen regional begrenzten Bezug, heute nutzt man diese Redewendung allerdings landesweit.

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Hm..ich summe gerade..."Puppchen du bist mein Augenstern" - hat nix damit zu tun.
Aber ich habe gerade dabei die Assoziation - Berlin.

Berliner Slang??
Könnte man nicht colle fragen? :-)

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Mit Berlin liegst du absolut richtig!
Wie kamst du drauf?

Aber was meint(e) der Berliner mit "bis in die Puppen"? ;-)

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32

Na? Ratet mal, welche Sache dieser Redewendung zugrunde liegt. ;-)

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Das mit dem Ausbaden ist FAST richtig, geht aber noch weiter zurück ins Mittelalter!

Damals gab es die Badehäuser, und manchmal wurden dort Gelage bis in die Nacht gefeiert...

Der Bader (Betreiber) musste natürlich bis zum Schluss bleiben, und dann noch sauber machen!

Er musste also das Gelage "ausbaden"!


Aber wieso kommt man "auf den Hund" wenn man pleite ist?

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