Agressives Kind in der Eingewöhnung

Hallo,
ich erhoffe mir ein paar Meinungen von Außenstehenden zur Situation in unserer Krippe.

Meine Tochter ist gerade mit ihren 14 Monaten in der Eingewöhnung die der Papa übernimmt.
Zeitgleich wird ein weiterer Junge vielleicht 2 Jahre alt eingewöhnt. Die Gruppe besteht aus 10 Kindern und 3 Erziehern.
Schon am 1. Tag ist mir aufgefallen das der neue Junge auf die beiden kleinen Mädchen in der Gruppe „los geht“. Die kleinen werden geschubst und ihnen wird mehrfach auf den Kopf gehauen oder Dinge werden weggenommen und zusätzlich wird geschlagen. Ich war mit meiner Tochter 1 Stunde am 1. Tag dort. Und in dieser Zeit hat der Junge das andere Mädchen bestimmt 10-mal „belästigt“. Meine Tochter wurde 4-mal angegangen. Zum Schluss wurde sie 2 mal mit der Faust auf den Kopf gehauen und gegen den Türrahmen geschubst.

Ab dem 2. Tag hat mein Mann die Eingewöhnung übernommen. Auch bei ihm war es so wie oben beschrieben. Der Junge geht die kleinen ohne Vorwarnung an. Es gibt keinen Auslöser er läuft vorbei, sieht das Kind und schwenkt um und schlägt. Manchmal nimmt er etwas weg und lässt es auf den Boden fallen, schlägt zu, und geht weiter. Die Situationen geschehen einfach unvermittelt und man kann sich nicht vorbereiten. Aber in dieser einen Stunde weinen die kleinen Mädchen bestimmt jeweils 10-mal. Und das sind nur die male in denen kein Erwachsener eingreifen kann.

Die Mutter des Jungen wirkt wirklich nett und ist auch immer schockiert. Mein Mann konnte sich aber nicht mehr zurückhalten, und ab dem 3. Tag hat er immer die Hand des Jungen schon vorsorglich zur Seite geschoben oder wenn er in der nähe war hat er sich zwischen die beiden gestellt, er konnte es nicht mehr mit ansehen.
Am 4. Tag ist die Mutter in Tränen ausgebrochen und hat den Tag abgebrochen. Der Auslöser war eine große Holzkugel die der Junge dem Mädchen mehrfach auf den Kopf gedonnert hat.

Jetzt wurde der Junge die letzten 2 Wochen am Nachmittag, isoliert eingewöhnt. Und laut Erziehern ist alles super. Uns fällt das schwer zu glauben. Denn 1. Ist keins der kleinen Kinder dabei und 2. Denke ich nicht, dass die Erzieher etwas anderes erzählen würden.
Ab Freitag trifft meine Tochter aber wieder auf den Jungen, weil die Eingewöhnungszeiten sich überschneiden werden. Ist ja auch eine Gruppe. Mein Mann ist schon total nervös und hat darum gebeten erstmal 30 min die Situation zu beobachten, bevor getrennt wird. Er hat seine Sorgen und Ängste kommuniziert. Die Erzieherinnen wollen das aber auf gar keinen Fall. Sie sagen es ist nicht möglich und man muss Ihnen vertrauen.

Ich gebe den Erziehern da auch recht! Wir wissen auch das es vollkommen normal ist, dass Kinder Konflikte haben. Hauen, Beißen oder schubsen. Wir haben noch 2 größere Jungs und sind auch nicht blöd. Aber die Art und weise wie es bei dem Jungen ist macht uns große Sorgen. Wir wollen auch nicht, dass unser Kind das ganze aushalten muss bis sich sein Problem legt. Auf der anderen Seite haben wir den Druck, dass die Eingewöhnung in 5 Wochen soweit durch sein muss weil wir arbeiten müssen. Unser Mittlerer Sohn ist auch in der Einrichtung und wir sind sonst eigentlich sehr zufrieden. Nur in dem konkreten Fall haben wir den Eindruck sie wollen das Problem nur vertuschen und uns fehlt etwas die Transparenz. Soweit man diese überhaupt haben kann wenn man sein Kind in Fremd Betreuung gibt.

Hat jemand sowas sochon mal erlebt? Hat es sich gelegt? Sollen wir unsere Tochter lieber wechseln lassen bevor sie eingewöhnt ist?

Vielleicht noch zur Info im laufe der ersten Woche ist die eine Erzieherin mit dem anderen Mädchen irgendwann einfach nur noch draußen in der Garderobe oder in der Küche gewesen und hatte die kleine auf dem Arm. Aber im Alltag ist das ja unmöglich die kleinen die ganze Zeit rumzuschleppen nur damit sie nicht verletzt werden.

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Ich würde darum bitten, dass deine Tochter die Gruppe wechseln darf.
Sie kann noch nicht sprechen und Dir somit nichts davon erzählen.
Sonst kann das ihre gesamte Krippenzeit vermiesen.
Was Du beschreibst ist extrem.

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Ich kann das gerade total nachvollziehen und wenn dein Mann diese 30 min nicht bleiben darf würde ich auch wechseln, vertrauen könnte ich ihnen in diesem speziellen Fall auch nicht.

3

"Sie müssen uns vertrauen" Rrrrrriiiiiiinnnnggg riiiing, Sorry, bei dem Satz gehen meine Alarmglocken los.
Ich kenne das Problem bei der Eingewöhnung nicht, aber ich kenne den Satz aus der ersten KiTa meines Sohnes. Wer diesen Satz so sagt, hat was zu verbergen. Was sollte das Problem, dass Dein Mann noch 30min zuguckt? sollte dsa die Eingewöhnung hindern?

Ja, es gibt schwierige, aggressive Kinder, aber es ist der Job der Erziehrinnen damit umzugehen und nicht die anderen Kinder darunter leiden zu lassen. Was Du schreibst klingt nicht danach als ob das klappt.
Manche Kita kann oder will damit aber nicht umgehen. Ich würde wechseln bevor Du mit Deiner Tochter beim Kinderarzt hockst.

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Was heißt denn, er wurde isoliert eingewöhnt? Waren nur die Erzieher anwesend? Das hat doch mit Eingewöhnung nichts zu tun. Er muss sich ja in die Gruppe integrieren können und das wurde gerade nicht geübt.

Ich würde darauf bestehen, 30 Minuten anwesend zu sein. Ehrlich gesagt verstehe ich gar nicht, warum das nicht gehen soll. Dann verschiebt sich der Ablauf der Eingewöhnung halt um einen Tag, na und? Ich würde argumentieren, dass es bisher ja nicht immer gelungen ist, dass ein Erwachsener eingreift und wenn sich der Junge nicht geändert hat, ist es euer Kind, das die Verletzung erleidet. Denn sein wir mal ehrlich, ganz ungefährlich ist das nicht, was der Junge da macht. Da möchte ich schon dabei sein, bevor ich mein Kind diesem Jungen aussetze. Dein Kind kann noch nicht reden, daher finde ich die Anwesenheit deines Mannes umso wichtiger. Notfalls schildere der Leitung deine Bedenken.
Wenn der Junge weiter so agiert, muss eh über andere Maßnahmen nachgedacht werden. Im Zweifel muss ER herausgenommen werden und nicht deine Tochter.

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