Wie lange ist ein Kind im Kindergarten "tragbar"?

Guten Abend ihr Lieben,

ich muss heute mal anonym schreiben, da das Thema sehr sensibel ist und ich vermeiden möchte, dass man auf irgendeine Weise Rückschlüsse auf meine Person ziehen kann.

Zur Ausgangslage:
Meine Schwester arbeitet seit September 2020 wieder Teilzeit als Ärztin, hat aber keinen Kindergartenplatz für meine Nichte bekommen. Anfang Februar dann die Info, das ein Platz frei wurde, sie kann ab 15.02. zur Eingewöhnung. Da sie und mein Schwager arbeiten müssen, Oma & Opa wegen Corona nicht in Frage kommen und ich für den Februar 100% in Kurzarbeit war, hab ich die Eingewöhnung übernommen. Meine Nichte wurde im Januar 3 Jahre alt und geht in den selben Kindergarten wie meine beiden Kindern.

Meine Tochter hat mir schon öfter mal im Oktober/November von einem neuen Kind (5 Jahre alt) im Kiga erzählt, der die anderen Kinder immer ärgern würde, laut wäre und schreit. Sie würde er aber nicht ärgern, mehr die anderen und sie geht immer weg wenn er kommt. Es war auch schon öfter Thema unter den Eltern beim abholen.

Nun konnte ich den Jungen "kennen lernen". Also ich bin echt geschockt...
- Wenn er durch den Kiga läuft, schubst er alle Kinder zur Seite die im Weg stehen
- Er haut, beißt und zwickt wahllos Kinder, aus dem nichts heraus. Geht einfach hin und schlägt sie etc.
- Er reißt alle Spielsachen aus den Regalen und wirft sie auf den Boden. Ebenso räumte er die ganze Garderobe ab, schmiss alle Schuhe aus dem Regal, die Jacken und Rucksäcke von den Hacken
- Macht gebautes von den Kindern kaputt. Steht auf, geht hin und wirft z.B.: einen Turm um.
- Er macht Spielsachen mit Absicht kaputt. Nimmt ein Spiel aus dem Regal und zerreißt die UNO-Karten.
- Wirft Sachen umher, u.a. auch Holzbauklötze, traf damit auch ein Kind am Kopf
- Stand beim Frühstück ständig auf, nahm die Brotbox von einem anderen Kind und warf den Inhalt auf den Boden. Schmiss zwei Teller auf den Boden. Schmeißt Gläser um. Kippte einem Kind ein Glas Sprudel über den Kopf.
- Stand auf einmal hinter mir und zog mir richtig heftig an den Haaren.
- Spuckte mich und andere Kinder & Erzieherin mehrfach an.
- Im Morgenkreis hat er den kleinen Tisch mit den brennenden Geburtstagskerzen eines Kindes umgeworfen. Als dem Kind ein Geburtstagslied gesungen wurde, brüllt er hysterisch los, ebenso wenn ein Kind einfach was sagen möchte.
- Und er schreit ständig, teilweise einfach aus dem Nichts und sobald man "Nein" zu ihm sagt oder ihm gesagt wird, dass er nicht hauen, Sachen schmeißen darf etc. wird es richtig hoch und laut, ewig lang. Das eine Mal waren es 30 Minuten! Daraufhin fangen dann auch einige andere Kinder (vor allem die Jüngeren) an zu weinen. Viele Kinder gehen ganz schnell (panisch?) weg, wenn er in ihre Nähe kommt. Auch die Großen!

Manche Dinge kamen jeden Tag vor, manche wechselten sich ab - mal das eine, mal das andere, manche auch nur 1 oder 2 Mal. Aber es war ein Zeitraum von 2 Wochen wo ich ca. 2 Stunden/Tag in der Kita war.
Mein Sohn wurde im Februar auch 3 und hat dann am 22.02 als in Baden-Württemberg wieder alle Kinder gehen durften von der Krippe in den Kiga gewechselt.
Meine Nichte und mein Sohn waren definitiv eingeschüchtert von ihm. Sobald er schrie kamen beide sofort zu mir gerannt und wollte auf den Schoß und in den Arm genommen werden. Sind beides eigentlich sehr selbstbewusste Kinder. Die aus dem Privaten schon viele Kinder der Kita kennen und am ersten Tag schon los sind zum spielen.

Diese Woche waren sie dann auch die erste Woche komplett alleine und die gesamte Betreuungszeit von 7.30 bis 13.30 Uhr. Montag & Dienstag war er nicht da. Am Mittwochabend hat meine Nichte gesagt, dass sie Angst vor diesem Jungen hat - da wusste meine Schwester noch nichts von seinen ganzen Aktionen! Und mein Sohn hatte sich am Donnerstag & Freitag früh mit Händen & Füßen gewehrt in die Kita zu gehen, als wir den Jungen direkt vor der Kita getroffen haben. Er hat sich an mich geklammert, geweint und gewimmert, gezittert. SO kenn ich meinen Sohn absolut nicht. Er wirkte absolut panisch. Ich hab es da auch nicht übers Herz gebracht ihn dort zu lassen. Weiß nicht wie ich das am Montag machen soll, da muss ich dann wieder arbeiten. Beim Abholen übrigens das gleiche. Er stand am Tor und hat auf seine Schwester gewartet, der Junge kam raus und er kam zu mir gerannt, fing an zu weinen und wollte auf meinen Arm.

Die Erzieherinnen sind unterbesetzt und kommen ihm so schnell nicht hinterher. Man kann ihn meinem Eindruck nach echt keine Sekunde aus den Augen lassen. Man dreht sich weg und schon bringt er eine "Aktion". Selbst wenn die Erzieherin direkt neben ihm sitzt, der ist so extrem schnell und schon wurde ein Kind gebissen, ein Turm umgeworfen oder er rennt irgendwo hin (wobei er andere umschubst).

Habe auch schon mit einer (befreundeten) Mama gesprochen die im Elternbeirat ist, konnte aber nur oberflächlich mit ihr sprechen weil ich über die einzelnen Situationen nicht sprechen darf, da man als Begleitperson bei uns eine Schweigepflichtserklärung unterschreibt. Er war die ganze Zeit in der Notbetreuung und da ging es wohl auch ziemlich rund mit ihm. Es gab im Januar dann ein Gespräch mit der Leitung.
Zum Thema Leitung sollte ich noch sagen, dass diese neu ist seit September 2020. Davor hatten wir eine super Leitung (ist in Rente) und ein sehr konstantes Team - in 6 Jahren gab es nur zwei neue Erzieherinnen - und die waren schwangerschaftsbedingt. Eine davon war inzwischen auch wieder aus der EZ zurück. Unter der neue Leitung haben nun 3 Leute auf einmal gekündigt. Sie hat extrem viel umgestaltet, neu/anders gemacht usw. - auch aus Sicht der Eltern zum negativen.
Die Leitung sieht keine wirklichen Probleme bei dem Jungen. Jedes Kind sei individuell und jedes Kind muss so angenommen werden wie es ist. An sich ja nicht grundlegen falsch aber wenn so viele andere Kinder sichtlich unter EINEM anderen leiden muss man doch was machen, oder? Zum Thema mit der Geburtstagsfeier: Da ging eine Erzieherin dann mit ihm aus dem Raum. Die Leitung fragte nach warum und ich bekam mit wie sie sagte "X, du weißt dass das so nicht geht. Wir schließen keine Kinder aus!" Aber ist es fair, dass dieser Junge die Feier des anderen Kindes so zu sagen absolut sprengt und man nicht mal ein Geburtstagslied singen kann, der schön gedeckte Tisch kaputt gemacht wird und andere in Gefahr gebracht werden (die brennenden Kerzen).

Das klingt jetzt vielleicht etwas hart oder gemein aber ich frage mich nun schon die ganze Woche ob er für die Kita so "tragbar" ist, also im Sinne der anderen Kinder und ja auch im Sinne der Erzieherinnen. Für die muss das ja auch eine extreme Belastung sein.
Augenscheinlich scheint er ja Probleme zu haben - und hat Hilfe verdient! Aber man kann das doch nicht auf dem Rücken der anderen Kinder (und Erzieherinnen) austragen?

Was würdet ihr denn machen? Um ein Gespräch mit der Leitung bitten - es betrifft ja auch meinen Sohn. Wie würdet ihr mit dem Wissen umgehen, dass ich jetzt zwangsläufig habe aber nach außen nicht darüber sprechen darf? Unter den Tisch fallen lassen kann ich das doch auch nicht. Was würdet ihr denn machen?

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Deine Frage ist falsch. Das ist nicht tragbar und war es auch noch nie.
Termin bei der Leitung, schriftliche Beschwerde, Elternbeirat und zur Not, wenn nichts mehr geht an den Träger.
Das Kind kann so nicht in der Gruppe mit anderen Kindern sein. Er braucht zumindest eine Integrstionshilfe, bei so schweren Problemen wahrscheinlich steht bestimmt auch eine Diagnose und womöglich Therapie im Raum.

Es ist klar, dass sie dir keine Auskunft über laufende Maßnahmen geben darf, aber ich würde hier zumindest den Druck machen, dass so das Wohl der anderen Kinder gefährdet ist und hier etwas passieren muss. Solange extern hier nichts passiert, dann muss die Leitung halt intern dafür sorgen, dass den anderen Kindern eine sichere Umgebung gewährleistet ist.

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Ich stimme dir fast komplett zu wobei oft gerade solche Kinder gerade nich keine Diagnose haben weil Eltern auch entweder gegen die Einsicht wehren dass was getan werden muss oder es ihnen egal ist

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...oder es zu früh ist Diagnosen zu stellen!

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Bei uns in der Kita, gab es auch vereinzelt "solche", schwierigeren Kinder. Und extra für diese, wurde eine Kraft eingesetzt, welche sich speziell um jenes Kind dann kümmert. Vielleicht wäre das etwas für euch.

Generell finde ich das sehr schwer. Weil, wo soll das Kind den hin? Es wird vermutlich seine Gründe haben, sich genauso zu verhalten, egal ob es aus dem Elternhaus kommt oder psychische Probleme dahinter stecken etc.

Schwere Situation, die man vielleicht durch offene Gespräche klären könnte. Da es ja deinen Sohn auch betrifft, sehe ich da keine Probleme.

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Ich sag auch nicht, dass man ihn rauswerfen sollte. Er scheint ja in irgendeiner Form Probleme zu haben und hat Hilfe verdient. Eine Begleitung wäre ja eine Idee. Eine Person die sich nur um ihn alleine kümmern kann, wäre ja mal ein Anfang oder fürs erste vielleicht die Betreuungszeiten reduzieren. Die familiäre Situation würde es zu lassen.
Die Leitung sieht ja aber absolut keine Probleme beim ihm...

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Wo das Kind hin soll? In einen heilpädagogischen Kindergarten bzw. ein heilpädagogisches Zentrum.
Momentan wird es ja auch nur unter Gefährdung seiner Umwelt aufbewahrt.
Das wird ihm auch nicht helfen.

Meine Tochter ist unter ähnlichen Umständen von einem Kind in die Notaufnahme befördert worden. Bewegung kam erst in die Sache, weil ich beim Jugendamt angerufen habe.

An die TE: Deine Schwester kann ja mal hospitieren dort.

Lg

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Also das liest sich wirklich schlimm, für alle Seiten.
🥴
Ich kann deine schwierige Lage auch sehr gut nachvollziehen.

Natürlich muss man verständnisvoll sein, und du sagst selbst dass das andere Kind Hilfe braucht anstatt Ausgrenzung!
Trotzdem würde (glaube ich) keiner Entspannt daneben stehen und sich anschauen wie das eigene Kind geschlagen wird und Angst hat an einem Ort wo es sicher sein sollte.

Aber mal abgesehen vom Jungen, habe ich das Gefühl zwischen den Zeilen heraus zu Lesen das du prinzipiell mit der Gesamtsituation im Kiga unzufrieden bist.

Das macht die Sache noch schwieriger, ist aber auch ein guter Punkt an dem du anknüpfen kannst.
Denn es bleibt dir wohl nichts anderes übrigens als dich mit einem Erzieher/der Leitung auseinander zu setzen.
Tragbar ist die Situation nicht, und mit anderen Reden darfst du auch nicht daher bleibt nur die offene Kommunikation mit dem Kiga.

Wir hatten auch mal ein schwieriges Kind im Kiga (aber nicht „so schlimm“ wie eures), und damals hab ich unsere Jungs miteinander verabredet.
Bei mir zuhause, damit ich die ganze Sache lenken kann.
Mit dem Hintergedanken das ich die Kontrolle über die Situation habe, und das wenn unsere Kinder sich verstehen, mein Sohn keine Angst hat mehr haben muss.
Manchmal ist es ja nunmal auch so das Kinder mit einem solchen Verhalten reagieren wenn sie sich ausgegrenzt und ignoriert fühlen.
Ich hatte Glück und es hat funktioniert, aber das kannst du am besten Einschätzen.

Viel Glück euch! 🍀

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Oh, ich Lese jetzt erst das die Leitung kein Problem sieht.

Das ist Krass, dann würde ich mich meiner Vorrednerin anschließen, und viel mehr Druck machen.

Find ich sehr merkwürdig das die Leitung das nicht sieht 😱

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Die Erzieherinnen, die die noch da sind, sind echt super!!! Aber die sind auch nicht sonderlich glücklich mit der neuen Leitung (das ist inzwischen schon recht offensichtlich auch wenn sie nichts sagen dürfen). Seit die neue Leitung da ist, ist es echt schwierig...

Zu uns einladen ist keine Lösung. Er ist 5 und mein Sohn 3... Freundschaft ist da relativ und so viel Angst wie er vor ihm hat, da würde ich ihn glaube ich echt verstören wenn er auch noch bei uns daheim auftaucht.

Warum die Leitung da der Meinung ist, es gibt keine Handlungsbedarf weiß ich auch nicht. Gibt aber einige Situationen wo sie "komisch" reagiert/handelt. Sie hat auch vieles umgestaltet - wo sich viele Frage: Warum?...

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Die Vorfälle die Du beschreibst sind wirklich heftig, vor allem den umgeworfenen Kuchen mit brennnden Kerzen. Da geht es ums Thema Sicherheit. Da wäre mir erst mal alles andere Wurscht. Ich würde um ein 4 Augen Gespräch mit der Leitung bitten (dann verletzt Du ja nicht Deine Verschwiegenheitspflicht) und fragen wie sie plant die Sicherheit aller Kinder und Erzieher in der Gruppe in Zukunft sicherzustellen bei solchen Vorkommnissen. Wenn sie es abwiegelt und nicht ernst mimmt würde eine ich schriftliche Meldung beim Träger machen, dann hast Du Dir nichts vorzuwerfen und sie müssen was tun. Wenn Du das machst hast Du bestimmt auch die Erzieherinnen aufDeiner Seite, denn die leiden da ja auch unter der Situation. Wir hatten im Kindergarten ein schwieriges Kind, das die anderen schikaniert hat (und das war weitaus weniger schlimm als in Eurem Fall. Trotzdem war anfangs eine Erzieherin fast immer nur mit ihm beschäftigt, dh sie ist für die übrigen Kinder ausgefallen. Am Ende hat es sich zum Guten gewendet aber es war ein hartes Stück Arbeit für die Erzieher deren Geduld ich sehr bewunderte.

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Nur als Tipp, wenn es anonym bleiben soll, würde ich Verwandtschaftsverhältnisse, Berufe, Daten, Alter, Wohnort:(Bundesland) weglassen.
Das ist dadurch für das Verständnis nicht relevant

Und: nicht tragbar. Wir hatten ein Kind, das halb so schlimm war und das war ständig Thema. Die Eltern waren eingebunden und das Kind auf verschiedene "Störungen" getestet.
Das Kind war nicht "böse" und nach dem Ausbrüchen immer total fertig.

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Ich glaube, dass bei diesem Jungen ganz gewaltig etwas schief läuft. Denn kein Kind benimmt sich freiwillig SO! Das sind 1000 Alarmzeichen.

Ich würde definitiv das Gespräch mit der Leitung suchen (andere Eltern ins Boot holen!!). Ist bei dem Kind zu Hause alles in Ordnung? Vielleicht arbeitet die Kita schon mit dem Jugendamt zusammen? Das ist auf jeden Fall so kein Zustand!

Ich bin auch aktuell in der Eingewöhnung dabei. Ich saß jetzt auf dem Flur und da ist auch ein Kind komplett eskaliert beim anziehen (andere Gruppe). Hat alles rum geworfen, Kinder geschubst und die Erzieherinnen beleidigt. Da wurde das Kind nicht mit raus genommen, die Leitung nahm es mit ins Büro. Als es sich beruhigt hat, kam auch eine Erzieherin mit rein, hat das Kind (wirklich liebevoll!) angezogen und mit genommen. Fand das richtig toll. Und es wurde besprochen, dass sie mit der Mutter reden. DAS ist richtige Vorgehensweise.

Ich würde da in der Kita schon alles mobilisieren. Der Junge bei euch kommt doch offensichtlich gar nicht zurecht! Für ihn muss das letztlich auch furchtbar sein. Da besteht also dringender Handlungsbedarf!!

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Also ich würde intern Druck machen, aber bedenke dabei dass der Kindergarten genauso das Problem hat dass er mit dir eigentlich nich darüber reden darf wie sie es finden und was gerade getan wird. Oft blockieren da Eltern Massnahmen ... und es einfach vor die Türe setzen können sie ihn nicht.
Also wie soll ich sagen Druck machen aber nicht ärgerlich dabei sein weil sie in deinen Augen nix machen sondern immer im Kopf behalten dass sie vielleicht gerade doch viel tun aber ohne Erfolg.

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Hallo,

Nur kurz, bin auf dem Sprung. Habe auch nicht sie Kommentare gelesen.

Wir hatten Mal so ein Kind im Kiga. Meine Kollegin und ich haben echt viel probiert, aber es bleiben alle anderen Kinder auf der Strecke.
Integrationskraft kam für 4 Stunden die Woche. Eine tägliche Begleitung wurde nicht genehmigt, wäre sinnvoll gewesen.
Das Ende:
Es mussten sich VIELE Eltern schriftlich beschweren, wir mussten Das Verhalten für einige Tage protokollieren, Gespräche mit der Mutter festhalten (war eh Standard bei uns). Hier ging es um psychologische Hilfe, ADHS Abklärung, etc. Am Schluss klare Empfehlung für die heilpädagogische Tagesstätte in der Stadt.
Es wurde alles verweigert, aber durch die Beschwerden, die Gefahr für sich und andere wurde das Kind am Ende des Jahres der Kita verwiesen.
Es hilft nur: stetiges Nachfragen, Beschwerden, etc. Leider...
Liebe Grüße

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Die Frage ist ja: wer reagiert wie darauf.

Die Erzieherinnen kommen nicht hinterher, sind unterbesetzt.
Nehmen sie es hin, sprechen sie mit der Leitung, wechseln sie weg?

Die Leitung nimmt es nicht ernst.

Im Kindergarten meines Kindes gab es bei solchem Verhalten Elterngespräche. Ggf, Diagnostik und dann Tipps für die Erzieherinnen. Die Leitung stand voll dahinter, sprach auch selbst mit Eltern.
In einem anderen Kindergarten der gleichen Gemeinde, wäre der Junge kein Einzelfall. Dort wurde das Verhalten geduldet. Eltern meldeten ihre Kinder teilweise dort an, weil es geduldet war.
Die Folge war dann bald Unterbesetzung. Die einen Erzieherinnen duldeten es, nahmen es (nach außen hin) schulterzuckend hin. Die anderen gingen. Häufiger Wechsel. Zur Leitung kann ich nichts sagen, diese habe ich nie kennen gelernt.

Eine Freundin, Erzieherin, wechselte, weil die Leitung solches Verhalten generell duldete. Unterbesetzung? Kein Problem, müssen eben die vorhandenen mehr. Was aus dem Kindergarten geworden ist, weiß ich nicht. Ihr ging es nach dem Wechsel jedenfalls besser.
Eltern wechselten, wann immer sie woanders einen Platz bekommen hatten. Da die Leitung nicht mitzog und "noch nichts gravierendes" passiert ist, wo man hätte Jugendamt und co hätte einschalten müssen, wo man hätte melden müssen, blieb es bei vielen Beschwerden und der Antwort der Leitung "dann wechseln Sie doch, wenn es Ihnen hier nicht passt". Sowohl zu Angstellten, als auch zu Eltern.

Eine Idee wäre evtl. noch gesammelt die Leitung ins Boot holen. Will sie nicht, dann ggf. noch den Träger. Weiß der Träger was los ist? Steht dieser hinter der neuen Leitung? (das bleibt dann vermutlich, bis was passiert), reagiert der Träger dann? Andere Leitung oder Gespräche mit der Leitung?

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Was heißt nichts gravierendes. Allein die Anhäufung eines entsprechenden, alamierenden Verhaltens in Zusammenhang mit einer Untätigkeit des Elternhaus es rechtfertigt schon eine Insofa, woraus sich nicht selten eine Meldung ans Jugendamt ergibt.

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"Was heißt nichts gravierendes. "

Für Eltern, Erzieher waren einige Vorkommnisse sehr gravierend.
Leitung spielte es herunter
Jugendamt meinte nur "grenzwertig", wir sind auch unterbesetzt, was soll man da schon tun. Oder "wir sind unterbesetzt und müssen uns um die noch gravierenderen Fälle kümmern".

Find ich auch krass. Fanden alle anderen auch krass. Auf Granit gebissen wurde weiterhin.

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